Kategorie: Bastel-Blog

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Gasgrill Napoleon Rogue R525SIBPSS

Heute mal ein ganz anderes Thema:
Vorstellung meines Napoleon Rogue R525SIBPSS.

Eigentlich müsste es ja „unser“ Grill heißen, es ist ja der Familiengrill. Aber meine Frau meinte, das sei „Dein Männerspielzeug“.

Nun gut, hiermit stelle ich also meinen/unseren Grill vor.

Entscheidungsfindung

Mein erster Grill war ein Elektrogrill. So ein 20,- Euro-Teil mit 30x25cm wie man ihn heute noch überall kaufen kann. Ideal für den Balkon einer kleinen Wohnung aber geschmacklich nicht so der Bringer. Das Fleisch schmeckte eher gekocht als gegrillt.
Mit dem eigenen Haus kam dann ein Aldi Säulengrill zum Einsatz.
Besser als das Elektroteil aber auch nicht besonders toll.
Und vor allem nicht sehr standfest. Als unser Nachwuchs in die Entdeckerphase kam musste daher der Grill weichen.
Es gab einen Kugelgrill von Rössle. 50cm Durchmesser sollten für 3 Personen genug sein. Aber leider hat sich herausgestellt daß dem nicht so ist:
Wenn man Besuch einlädt ist der Grill zu klein
Will man mehr als eine Grillzone ist der Grill zu klein
Gemüseschale + Fleisch – der Grill ist zu klein.
Insgesamt ein qualitativ guter Grill für den schmalen Taler aber mit jedem Grillen wuchs der Wunsch nach Ersatz.
Zudem das lästige Anheizen von Holzkohle, die schwierige Temperaturkontrolle. Nein, es sollte etwas „Richtiges“ her. Idealerweise Elektro. Leider gibt es da nicht wirklich viel brauchbares.
Der einzige Kandidat den ich gefunden habe war der Weber Pulse 2000.
Nur leider für den Preis zu viel Plastik und viel zu klein.
Und 2200W sind jetzt auch nicht so der Bringer. Aber mit einer normalen Haushalts-Steckdose geht nicht viel mehr. Für Drehstrom fehlt dann vermutlich wieder die ausreichend große Zielgruppe.

Damit musste es dann ein Gasgrill werden.

So ein riesiges Grill-Ungetüm wollte ich eigentlich garnicht.
Aber nach Auflistung aller Wünsche (mehrere Zonen, große Grillfläche aber auch mal nur für 3 grillen, diese Sizzle-Zone wäre toll. Schnelles Aufheizen, …), da blieb nicht mehr viel an Alternativen übrig.

In diversen Foren habe ich mich ewig durchgelesen.
Je mehr man liest, desto mehr verschiedene Geräte bekommt man in die Auswahl. Dabei ist allerdings schwierig zu unterscheiden was wirklich wichtig ist. Was braucht man als Anfänger, was soll der Grill können wenn man dann etwas weiter ist und was braucht man vermutlich eher nicht?

Nach vielen Überlegungen fiel die Wahl auf den Napoleon Rogue R525SIB.

Um das Gerät auch mal in Live anschauen zu können sind wir zu Grill&Co nach Sachsenheim. Und da stand genau dieser Grill direkt am Eingang als Sonderangebot.

Nach einer guten Beratung haben wir trotzdem noch die Runde durch den Laden gemacht. Wahnsinn was alles für Geräte angeboten werden und was für Preise da aufgerufen werden.
Aber für uns sollte der R525SIB passen.
Bei der Produktbezeichnung muss man übrigens genau aufpassen, es gibt viele verschiedene Ausführungen: Edelstahl, Emailliert (hat nix mit eMail zu tun sondern mit Emaille), mit Sizzle-Zone, Backburner (Brenner hinten), usw. Da kann einem schon schwindelig werden.

Gekauft und geliefert

Also einen Knoten dran gemacht und das Gerät gekauft.
In unseren Kona passt der Karton leider nicht, das hatte ich vorher schon überprüft. Macht aber nichts, die kostenlose Lieferung ist dabei.
Die Abdeckhaube und eine 5kg-Gasflasche habe ich gleich mitgenommen. 11kg kann das Gerät und wird auch empfohlen. Aber ich hab noch nie mit Gas gegrillt und wollte mit der kleinen Flasche anfangen. Naja, ob einem eine 5kg-Flasche oder eine 11kg-Flasche um die Ohren fliegt ist wohl kein großer Unterschied.

Die Lieferung erfolgte 3 Tage später direkt vom Verkäufer-Team bis auf die Terasse. Topp.
Für Samstag war schon erstes Grillen geplant. Experimentierfreudige Freunde die zur Not auch mit einer Bestell-Pizza zurechtgekommen wären. Hab das ja noch nie gemacht.

Zusammenbau

Am Samstag früh begann ich mit dem Zusammenbau. Laut Internet habe ich so 2-3 Stunden eingeplant. Erst mal alles aus dem Karton herausgenommen, auf der Terasse verteilt und dann angefangen.
1. Teil: Bodenplatte
2. Teil: Linkes Seitenteil – oder Rechtes? Die Anleitung war leider nicht besonders hilfreich. Aber anscheinend sind die Teile links und rechts identisch.
3. Teil: passt nicht?!? Doch falsch zusammengebaut? Nein – das Teil war total verbogen.
Sehr ärgerlich! Das 3. Teil und schon am Ende. Bei der Beschädigung handelte es eindeutig nicht um einen Transportschaden, das war vermutlich schon vor dem Lackieren so. Es waren keinerlei Beschädigungen der Lackschickt zu erkennen. Also vermutlich so durch die Qualitätskontrolle geschlüpft. Von Hand liess sich das auch nicht zurückbiegen und mit Werkzeug wollte ich nicht ran.

Also bei Grill&Co angerufen und vom Problem erzählt.
Da war man so nett daß man mir das defekte Teil natürlich sofort austauschte. Immerhin waren für den Abend Gäste zum Grillen geladen.

Nur leider gingen für die Fahrt auch schon 40 Minuten drauf.

Aber immer noch besser als bei einer Internetbestellung, da wäre der Zusammenbau nach dem 3. Teil jetzt erst einmal beendet.

Jetzt konnte es endlich weitergehen.
Die Seitenteile passten ohne die Verbiegung gut zusammen.
Schnell war der Unterschrank montiert. Rollen dran (naja, ein bisschen einfache Rollen für so einen Grill, kann man aber bei Bedarf problemlos tauschen) und fertig ist der Unterschrank.
Gut, Türen müssen noch dran, ein Einhängekorb für die Gasflasche (habe ich gleich auf die Einstellung für die 11kg-Flasche gesetzt). Die Anleitung war zwar recht übersichtlich aber leider nicht immer eindeutig. Für den ersten Gasgrill hab ich lieber immer 2x hingeschaut.

Nach dem Überprüfen des Unterbaus durfte meine Frau dann beim Aufsetzen des Grills auf den Unterschrank helfen.
Der sah damit schon fast fertig aus. Das ging einfacher als erwartet. Allerdings kamen die schwierigen Teile noch. Schwierig nicht wegen der Montage sondern wegen der sehr vereinfachten Anleitung.

Nach Anleitung musste erst der Grill aufgesetzt werden und dann die Gasleitung zur Sizzle-Zone (seitlicher Anbau). Das ging aber nicht. Man muss dazu den Grill anheben, steht aber nicht in der Anleitung.
Der Gasanschluss der Sizzle-Zone ist auch nur mit einem kleinen Bild in der Anleitung. Muss der Gas-Anschluss wirklich nirgends „reingesteckt“ werden? Einfach nur in die Aufnahme gesteckt ist vorne Platz zum Brenner. Aber so steht es in der Anleitung. Nach kurzer Recherche im Internet ist das aber so korrekt. Auch bei der Batterie ist nicht eindeutig wie herum die eingebaut werden muss. Bei der Gasflasche die nächste Frage: mit Werkzeug anziehen oder von Hand? Von Hand ist richtig, aber die Info ist sehr versteckt.

Aufheizen!

Ungefähr 2,5 Stunden hat der Aufbau gedauert. Mit einer einsteigerfreundlicheren Anleitung wäre es sicher schneller gegangen. Aber wir sind ja nicht auf der Flucht. Und lieber 3x getestet als etwas falsch gemacht. Die zusätzliche 40 Minuten für den Teiletausch sind ärgerlich, aber das kommt vor.
Noch kurz eine Dichtigkeitsprüfung – und noch eine – als Gas-Anfänger ist man da doch etwas unsicher. Da hätte ich vielleicht besser noch jemand gefragt der sich damit auskennt. Aber es ging auch so. Andere können das schliesslich auch.
Gasflasche aufgedreht und den ersten Brenner eingeschalten – Flupp – tut!
2. Brenner – tut, 3. Brenner – tut, 4. Brenner – tut.
Stolz wie Oskar alles nochmal überprüft. Dann Deckel zu und alle 4 Brenner auf volle Pulle. 20-30 Minuten sollte man den Grill einbrennen um Rückstände aus der Produktion zu verbrennen.

Es hat auch ein bisschen geraucht und nach kaum 10 Minuten war das Thermometer bereits am Anschlag. Die 370°C wurden locker erreicht.
Nach 20 Minuten alles wieder ausgeschalten, heruntergedreht.
Dann noch die Sizzle-Zone getestet, ein Seitenteil auf dem mittels Keramikbrenner Temperaturen bis 800°C erreicht werden sollen. Ideal fürs schnelle Anbraten. Im Internet stand daß es da Probleme beim Anzünden geben könnte – bei meinem Grill nicht. Gas ein, zünden, geht.
Die Gäste können kommen.

Erstes Grill-Event.

Für den ersten Grillversuch gab es viele verschiedene Fleischsorten: Rindersteak, diverse Spiese, was vom Schwein und neben Grillkäse auch ein Gemüsepfännchen.
Wahnsinn wieviel Platz die Maschine bietet. Auf den alten Kugelgrill hätte gerade mal die Hälfte draufgepasst.
Nach dem Foto fürs Album fand ich die Belegung doch etwas unsortiert. Da war doch was mit Grillzonen. Also schnell überlegt was ich gelesen habe. Die Brenner je nach Zone eingestellt und das Grillgut sortiert. So sieht es schon deutlich sortierter aus.
Beim Kohlegrill hatte ich auch immer Probleme mit „fertigem“ Grillgut, das wurde mir oft leicht schwarz. Beim Gasgrill ist das nicht passiert.
Alles Grillgut war super lecker. Auf dem Foto sind einige Teile auf der Warmhalte-Ebene. Die wollte ich nicht wegen einem Foto noch ankokeln.
Der Sizzler gab den Rindersteaks eine leckere Oberfläche, eins wurde leider etwas dunkel, da muss man schon ziemlich gut aufpassen. Aber alles im essbaren Bereich. Die Brandings auf den Schweine-Teilen sind vom normalen Grillbereich.
Das Grillgut ist von der Metzgerei Schneider aus Freiberg am Neckar. (Gastro-Großhandel mit Werksverkauf, sehr empfehlenswert)

Die Kinder wollten Pommes dazu. Passt auch gut zum Steak.
Insgesamt war das Essen sehr lecker (zumindest für den ersten Versuch), die Notfall-Pizza wurde nicht benötigt. Salat und Brot gab es natürlich auch.
Aber eigentlich reicht Steak mit Pommes. Im Steak ist ja schon viel Salat enthalten 🙂

Fazit:

Der Grill ist schon ein ziemliches Monster. Aber der Unterschied beim Grillergebnis ist schon gewaltig. Die Anschaffung hat sich gelohnt. Jetzt muss erst mal eine 2. Gasflasche her (ich trau mich doch an die 11kg-Flasche). Bei ausreichend Platz im Garten eine klare Empfehlung.
Natürlich geht es immer noch eine Stufe höher. Unglaublich was für solche Maschinen teilweise für Preise aufgerufen werden. Aber der Napoleon Rouge 525 ist doch ein ideales Mittelklasse-Modell und sollte für die nächsten Jahre hoffentlich noch für viele Grill-Events zum Einsatz kommen.
Für 7 Personen (4 Erwachsene, 3 Kinder) ausreichend Grillfläche, da geht auch noch mehr. Und wenn wir mal alleine grillen kann man problemlos weniger Brenner einschalten.
Das Aufheizen geht sehr schnell. Es raucht nichts, kein Kohle-Gestank. Einwandfrei. Die Brennerabdeckungen, die Grillroste und der Fett-Ablauf unter den Brennern sind aus Edelstahl und lassen sich zum Reinigen entnehmen. Eine saubere Sache.

Ich freue mich auch auf Pizza vom Grill, Pulled-Pork und sonstige Dinge die die bisherigen Grills nicht konnten.

Weitere Berichte folgen 🙂

Freitag für Streuobstwiese

Friday for Schoolstrike, Friday for Future.
Streiken, Schule schwänzen, meckern.

Schuld sind immer die anderen!

Ja, das Klima geht den Bach runter und es ist wird langsam höchste Zeit daß man etwas für die Umwelt macht.

Daß dem Thema jetzt erweitere Aufmerksamkeit geschenkt wird ist sinnvoll und wichtig.
Allerdings erinnert einiges mittlerweile schon an Hysterie.
Ganz besonders ärgerlich ist es aber daß pauschal die heutige Generation der Eltern beschimpft wird, sie hätte der Jugend die Zukunft gestohlen.

Es sind die Konzerne und Politiker die die Welt in den Abgrund führen.
Es ist NICHT eine bestimmte Generation.
Denn genauso wie bei weitem nicht alle Kinder sich um die Umwelt kümmern gibt es auch bei den Älteren einige die sich bereits seit Jahren Gedanken machen.

Mein Motto: MACHEN – Nicht meckern.

Unser Ökologischer Fußabdruck

Man kann nicht immer nur mit dem Finger auf andere zeigen.
Ich mache daher seit Jahren mein Ding:
Unsere Photovoltaikanlage erzeugt mehr Strom als wir verbrauchen.
Den jahreszeitlich bedingt benötigten Reststrom kaufen wir bei der EWS-Schönau. Mit der Beteiligung am Ingersheimer Windrad und weiteren Öko-Investitionen ist unsere Energiebilanz insgesamt CO2-Neutral!
Mein Büro habe ich zuhause, meine Frau fährt mit dem Fahrrad ins Geschäft.

Ja, da gibt es noch den Zeitversatz zwischen Verbrauch und Erzeugung, aber da die Industrie sich das genau so schönrechnet kann ich hiermit sagen:
Unser Haushalt ist Bilanziell CO2-Neutral!

Liebe Jungs und Mädels, liebe Kinder, wie sieht das in Euren Familien aus? Beziehen Eure Eltern Ökostrom? Lasst Ihr Euch mit dem SUV zur Demo fahren? Ich hoffe doch daß Ihr alle schon am Optimieren der eigenen CO2-Bilanz seid.

Machen statt wollen!

Demonstrationen sind wichtig und es ist toll wenn sich viele Menschen für eine wichtige Sache engagieren. Nur meckern, motzen und mit dem Finger auf andere zeigen bringt aber nicht viel.
Man muss auch mit gutem Beispiel voraus gehen!
Den anderen zeigen daß etwas geht das die nicht für möglich halten.

Die Polit-Kasper werden uns nicht helfen, das sieht man ja an der aktuellen Politik. Die können es nicht oder wollen es nicht.

Natürlich kann man nicht von heute auf morgen eine Revolution starten, aber irgendwie muss man anfangen.

Daher habe ich einen Vorschlag:

Friday for Streuobstwiesen!

Der Wald stirbt, die Insekten auch. CO2 ist böse und Softdrinks ungesund.
Daher meine Idee: Mach was für die Umwelt:
Bäume pflanzen auf der Streuobstwiese!

– Neue Bäume braucht das Land
– Bäume binden CO2 und sind gut für Insekten.
– Äpfel und Birnen lassen sich zu leckerem Saft verarbeiten, das ist besser als jeder gezuckerte Softdrink

Ich glaube zwar nicht daß die Aktion viel erreicht, aber hiermit starte ich heute am 27.9.2019 folgende Challenge:

Machen statt Motzen – Freitag für Streuobstwiesen!
(Kann auch Samstags sein)

Ich könnte eine Wiese zur Verfügung stellen (in Ingersheim).
Dort könnte man ein paar Obstbäume pflanzen (Streuobstwiese), aktuell sind auf der Wiese noch 3 alte halblebige Bäume vorhanden.

Benötigt werden:
1. Ein Landwirt oder eine fachkundige Person die erklärt was auf der Wiese möglich ist, wo man passende Bäume bekommt, was man sonst noch dazu benötigt und wie das alles funktioniert.

2. Kinder die lieber Machen statt Motzen.
(Natürlich gerne mit Eltern, unser Sohn ist jedenfalls dabei!)

Wer Pappschilder hochhalten und Parolen brüllen kann sollte auch ein Loch graben und einen Baum pflanzen können.

Falls das Projekt klappt (wovon ich eher NICHT ausgehe) könnte man gemeinsam Obstbäume pflanzen, eine Baum-Patenschaft übernehmen.
Damit kann man etwas für die Umwelt tun und in ein paar Jahren gibt es vielleicht leckere Früchte. Man könnte auf der Wiese auch Insektenhotels aufstellen oder ähnliches.

Nur bei der Demo mitlaufen und schimpfen daß einem die Zukunft gestohlen wird zählt nicht – man muss seine Zukunft selbst in die Hand nehmen!

Falls irgendwer wirklich Interesse hat darf er/sie gerne Kontakt mit mir aufnehmen.

Ab 20 ernsthaften Anfragen werde ich das Projekt weiterentwickeln.

Wenn sich genug MACHER melden kann die Challenge starten.

Und wenn wider Erwarten mehr Interesse da ist als auf die Wiese passt gibt es sicher irgendwo die Möglichkeit für ähnliche Projekte.

Jemand da der mitmachen will? Oder doch lieber nur Demo und Schilder hochhalten?

Heizung optimieren mit Lüftern

Projekt:
Optimieren der Heizungsleistung mit Hilfe von Lüftern am Heizkörper.
Ziel:
Reduzierung der Vorlauftemperatur, Optimierung der Brennwertleistung, mehr Raumtemperatur bei geringerer Heizkörpertemperatur.

Vorgeschichte:
Jede Heizungsanlage in einem Gebäude sollte optimal eingestellt sein. Die meisten werden aber vermutlich weit ab vom Optimalbetrieb arbeiten.

Als wir unser Haus 2003 gekauft haben hatten wir noch keine Ahnung und uns daher auf die Heizungsbauer verlassen. Im zuerst renovierten Obergeschoss lagen die Heizungsleitungen noch Aufputz. Nach Aussage des Heizungsbauers waren die noch einwandfrei.
Also haben wir bei der Totalsanierung die vorhandenen Leitungen einfach tiefergelegt, in den Estrich.
Immerhin bekamen wir den Tipp die Leitungen zu isolieren, vor allem damit kein direkter Kontakt zwischen Leitung und Boden besteht.
Später haben wir dann erfahren daß es sich um ein 1-Rohr-System aus ca. 1974 handelt und nicht wirklich Stand der Technik ist.
Da bin ich heute noch sauer über diese schlechte Beratungsleistung.
Die paar Heizkörper und Leitungen auszutauschen hätten uns sicher nicht umgebracht.
Aber jetzt liegen die alten Rohre unter den Fliesen, man müsste das gesamte Stockwerk umbauen. Keine Chance.

So sah die Wohnung bei Übergabe aus

2004 kam das Erdgeschoss dran. Da waren wir schon etwas schlauer und haben alle Heizkörper ausgetauscht.
Hauptsächlich lag das allerdings daran daß die vorherigen Mieter Kettenraucher waren und die Heizkörper unrettbar mit Teer und anderem Schmodder zugesetzt waren.
Da ging nur Austausch.
Überhaupt sind wir froh daß die Wohnung nach Tapetenentfernung und Abschleifen aller Wänder überhaupt wieder bewohnbar war. Türen und Fenster wurden ebenfalls komplett erneuert.
Eines meiner leckersten Erlebnisse überhaupt:
Befeuchten der Deckentapete mit Pumpsprüher um diese zu entfernen. Das gab widerliche Tropfen wie man sie selbst in Alpträumen selten sieht.
Seither habe ich ein etwas gestörtes Verhältnis zu Rauchern.

Es wurde ein moderneres Zweirohrsystem verlegt und die alte Ölheizung durch eine moderne Gas-Brennwertheizung Solvis Max mit Solarer Heizungsunterstützung installiert.
Das Chaos mit dieser Anlage habe ich in einem anderen Beitrag beschrieben und soll hier kein Thema sein.
Die Anlage kann zwar mehrere Heizkreise, aber der Heizungsbauer hat ganz schlau beide Stockwerke an einen Heizkreis angeschlossen, also 1-Rohr und 2-Rohr gemischt! Was für eine Meisterleistung. Damals haben wir das leider nicht bemerkt und heute ist es zu spät.

Der Vorlauf zum 1. Stock geht kurz nach dem Kessel nach oben, der Rücklauf ist nach dem letzten Heizkörper vom EG angeschlossen. Im Prinzip ist das 1-Rohr-System des OG also wie ein Heizkörper an das 2-Rohr-System des EG angeschlossen. Leider hatte ich mich damals auf die Kompetenz der Heizungsfirma verlassen. Heute wäre das nur mit extremem Aufwand umzubauen. Schade.

Hydraulischer Abgleich?

Fehlanzeige!
Die Heizung läuft und macht warm. Fertig!

So wird es vermutlich in den meisten Häusern sein.

Irgendwann war die Renovierung abgeschlossen und ich konnte mich in die Heizung einarbeiten. So habe ich nach und nach viele Dinge gefunden die überhaupt nicht toll waren.

Ein Punkt war der Energieverbrauch. Den wollte ich optimieren.
Die alte Öl-Heizung hatte angeblich einen Jahresverbrauch von 3500L für 160qm
Die neue Gas-Heizung musste durch Dachausbau 220qm beheizen und benötigte dafür 30.000kWh (Haus ungedämmt, Dach gedämmt in 2006, BJ1964)
Vorlauftemperatur vom Heizungsbauer auf 70°C eingestellt.


Erste Optimierung
Nach viel Recherche im Internet habe ich mir irgendwann zugetraut, die Heizung selbst zu optimieren. Zuerst kam der Hydraulische Abgleich. Das scheint mir recht gut gelungen zu sein, denn mittlerweile konnte ich die Heizkurve auf maximal 55°C Vorlauf einstellen. Mit einer optimierten Heizkurve liegt die Vorlauftemperatur die meiste Zeit unter 50°C.
Der Energiebedarf sank damit auf ca. 25.000kWh.

Im EG mit dem Zweirohrsystem wäre wohl auch deutlich weniger drin, aber das Einrohrsystem im OG verlangt leider nach höheren Temperaturen. Ein Umbau kommt aber aus verschiedenen Gründen nicht in Frage.
Bei 55°C Vorlauf kommt der letzte Raum am Heizungsstrang bei Frost nur noch auf 18°C.
Das ist zwar nicht so schlimm weil es sich nicht um einen Wohnbereich handelt, aber >20°C sollten einfach theoretisch drin sein.
Nur was tun wenn man die Vorlauftemperatur nicht erhöhen will? Die Pumpenleistung erhöhen? Auch nicht so gut, das kostet Strom und irgendwann fängt es an zu rauschen.
Die Wärmeabgabe des Heizkörpers muss erhöht werden, dann klappt es auch mit geringeren Temperaturen.

Lüfterversuche

Einfach nur ein Lüfter bringt 3°C

Den Heizkörper kann man leider nicht vergrößern, höchstens austauschen. Das ist aber zu aufwändig.
Aber man kann die Wärmeabgabe erhöhen indem man dem Heizkörper aktiv Luft zuführt.
Dafür gibt es sogar (sauteure) fertige Heizkörper mit Lüftern.
Aber was ein richtiger Bastler ist, der macht sowas selbst.
Im ersten Schritt habe ich einfach einen Lüfter aus der Bastelkiste genommen: 12cm PC-Lüfter mit 12V. Dazu ein altes Netzteil und den Lüfter einfach oben auf den Heizkörper gelegt.
Ein einzelner Lüfter!
Natürlich dauert es einige Zeit bis sich die Raumtemperatur ändert.
24 Stunden sollte man dem Raum schon Zeit geben vor einer Messung.
Aber das Ergebnis war erstaunlich: Die Raumtemperatur mit Lüfter lag 3°C über der Raumtemperatur ohne Lüfter. Von 18°C ging es auf 21°C. Ohne Lüfter sank die Temperatur innerhalb eines Tages wieder auf 18°C ab. Es lag nachvollziehbar nur an diesem einen Lüfter.

3°C sind schon heftig.
Man könnte ja noch 2 oder 3 Lüfter installieren.
Wichtig ist daß die Dinger langsam drehen, sonst gibt es Wind und wird laut.

Dieser eine Lüfter lief von Januar bis März und der Raum war angenehm warm anstatt wie sonst zu kühl.

Überlegung

Durch die Verwendung von Lüftern an allen Heizkörpern müsste man insgesamt die Vorlauftemperatur senken können. Durch die schnellere Wärmeentnahme sollte auch die Rücklauftemperatur sinken und dadurch die Brennwertfunktion der Heizung verbessert werden, denn je geringer die Rücklauftemperatur, desto besser funktioniert die Brennwerttechnik.

Da die Heizung auch schon wieder über 15 Jahre alt ist, gibt es auch bereits Überlegungen für ein Nachfolgesystem. Gerne würde ich eine Luft-Wärmepumpe einbauen.
Mit einer noch durchzuführenden Fassadendämmung sollte das möglich sein. Die Vorlauftemperatur muss dann aber auf jeden Fall unter 50°C bleiben.
Zu Beginn der Heizperiode 2019/2020 habe ich die Vorlauftemperatur auf 48°C begrenzt. Sollte es irgendwo zu kühl werden, probiere ich einen Ausgleich mit Lüftern an den Heizkörpern. Falls es gut klappt, werde ich die Begrenzung weiter absenken.
Dazu muss es aber erst mal richtig kalt werden. Ideale Zeit für den Bau von Prototypen für meine Heizkörper-Lüfter

Erster Prototyp Heizungslüfter

Den Lüfter einfach auf den Heizkörper zu legen ist natürlich komfortabel.
Allerdings sieht das nicht so toll aus und man zieht auch den ganzen Staub durch den Heizkörper.
Bei höherer Konvektion durch die Lüfter wird mehr Staub angesaugt und aufgewirbelt. Dagegen wollte ich auch etwas machen.

Ergebnis:
mein erster Prototyp für einen Lüfter für UNTER die Heizung.
Damit wird die Luft nicht von oben durch die Heizung gesaugt sondern von unten eingeblasen. Leider ist nicht viel Platz unter der Heizung. Das Gehäuse mit 12cm-Lüfter steht etwas über. Im Büro stört das nicht. Für den Wohnbereich ist das aber nicht geeignet.
Daß der Lüfter nicht komplett unter dem Heizkörper steht ist nicht schlimm. Wichtig ist eine Bewegung der Luft und dadurch ein besserer Wärmeübergang vom Heizkörper zur Raumluft.

Um keinen Staub aufzuwirbeln habe ich einfach das Gehäuse etwas großzügiger gestaltet und rundherum offen gelassen. Damit kann ich eine billige Filtermatte zusammengelegt unter den Lüfter klemmen (der Lüfter hat ein Gitter unten dran damit die Filtermatte nicht verhakt!).
Ergebnis: Der Staub bleibt im Filter hängen und der Lüfter bläst weitgehend staubfreie Luft durch den Heizkörper.
Als Optimierung könnte man natürlich richtige Filter nehmen, die würden dann je nach Filterklasse noch mehr die Luft reinigen. Allerdings sind PC-Lüfter nicht besonders stark, ein besserer Filter könnte evtl. für den PC-Lüfter zu dicht sein.

Für den Anfang reicht die Billiglösung. Kosten bisher 0,- Euro – alles war bereits im Hobbyraum vorhanden: 12cm PC-Lüfter + Netzteil, ein bisschen Holz + Schrauben und ein Stück Filtermatte.

Für den Wohnbereich taugt das Teil rein optisch natürlich nicht, aber es geht erst mal nur um den Funktionstest. Weitere Verbesserungen sind auch bereits in Planung.
Damit habe ich aber erst mal einen Heizungslüfter + Staubfilter für einen Büroraum.
Und da ich mit Papier und Folien arbeite gibt es hier eine Menge Staub.
Am offenen Filter kann man gut erkennen wann dieser gewechselt werden muss.

Der Lüfter benötigt weniger als 2W und läuft 24h. Zur Zeit ist allerdings noch kein Heizbetrieb.

Weitere Prototypen sind in Vorbereitung, es sind ja noch mehr Räume 🙂

Projekt: Freitags basteln für die Umwelt!

2. Prototyp – geschlossene Kiste

2. Version des Heizungs-Boosters

Lüfter liegen in meiner Werkstatt noch jede Menge herum, Netzteile und sonstiges Zubehör auch.
Da kann man eine Menge verschiedener Heizungs-Booster basteln.
Es sollen ja auch einige Heizkörper mit Lüftern ausgerüstet werden.
Theoretisch würde es reichen, die Lüfter offen am Heizkörper zu befestigen.
Im Büro gibt es durch die Maschinen aber auch viel Staub (Papierabrieb, etc.), daher will ich hier mit Filtern arbeiten. Ein Lüfter für die Heizung und gleichzeitig als Staubfilter, das klingt ja schon ganz nett.
Natürlich bringt so ein kleiner PC-Lüfter kaum etwas gegen Staub im Raum, dafür sind die Teile viel zu schwach. Aber jeder Fussel zählt. Und alles was nicht durch die Heizung geblasen wird verteilt sich auch nicht im Raum.

Heizungs-Booster Rückansicht

Die einfachste Version ist daher einfach ein geschlossenes Gehäuse:
Vorne genug Platz für den Lüfter, hinten ist die Box gerade so hoch daß sie unter den Heizkörper passt, dadurch wird die Luft von unten nach oben durch den Heizkörper gepustet.

Nochmal der Hinweis:
das wird kein Heizlüfter der warme Luft in den Raum blasen soll. Die Lüfter dienen der Verstärkung der natürlichen Konvektion im Heizkörper.
Ziel: Senkung der Vorlauftemperatur, bessere Ausnutzung der Heizungswärme.

Als Filter habe ich einfach ein Stück Filtermatte für eine Dunstabzugshaube genommen.
Das sollte gegen Fussel und Grobstaub ein bisschen helfen. Man wird sehen wie der Filter nach ein paar Monaten Dauerbetrieb aussieht.
Es kommt ein ausreichender Luftstrom aus der Box und sogar oben am Heizkörper kann man mit der Hand die Luftbewegung spüren.

Zwischenfazit im Herbst 2019

Da ich keine Ahnung habe wie weit ich die Vorlauftemperatur absenken kann ohne zu frieren habe ich jetzt ganz einfach auf 40°C Vorlauf begrenzt. Kann man ja schnell wieder hochstellen.
Das ist allemal besser als sich langsam ranzutasten.
Dazu habe ich die Steilheit herabgesetzt und es läuft:
Bei Aussentemperaturen von morgens 5°C bis Mittags um die 10°C läuft die Heizung aktuell mit etwas mehr als 30°C Vorlauf.
Vorher lag die Begrenzung bei 55°C, vor der Anpassung zeigte die Heizung bereits 45°C Vorlauftemperatur.
Und es reicht! Es wird angenehm warm.
Da ich vormittags alleine im Büro bin (1.OG) und der Wohnbereich im EG leer ist gibt es dort eine Absenkung auf 17°C. Ab 11 Uhr wird wieder auf 22°C geheizt. Trotz geringerer Vorlauftemperatur ist es um 12 Uhr im Wohn-/Essbereich 22°C warm, die Lüfter führen zu deutlich schnellerer Aufheizzeit, dabei sind erst 3 Stück verbaut!
Im Büro sind ebenfalls erst an 3 Heizkörpern je ein 12cm-Lüfter verbaut.
Für die schmäleren Heizkörper will ich mit einfachen 8cm-Lüftern experimentieren, dafür einfach mehrere nebeneinander. Montiert an L-Schienen die ich mittels Magnet von unten an den Heizkörper befestige. Statt Filtermatten verwende ich dann einfache Aufsteckfilter, das sollte gegen aufgewirbelten Grobstaub helfen.
Insgesamt habe ich sogar das Gefühl daß die Raumtemperatur behaglicher ist. Vielleicht verteilt sich durch die Verwirbelung die Wärme besser im Raum?

Bis jetzt bin ich jedenfalls noch sehr überzeugt daß die Heizkörper-Lüfter gut funktionieren.
Die max. 2W Stromverbrauch pro Lüfter sind dabei vernachlässigbar.

Im Internet gibt es übrigens bereits viele ähnliche Projekte. Dort wird oft mit Thermoschalten gearbeitet damit die Lüfter nur ab bestimmten Temperaturen arbeiten. Das habe ich mir gespart. Die Lüfter laufen einfach im Dauerbetrieb. Um die Lautstärke zu senken verwende ich einfache alte Lüfterregler aus dem PC-Bereich (Drehpotis). Man könnte auch Netzteile mit weniger Spannung verwenden, aber die 12V-Netzteile liegen gratis im Keller.
Für weitere Heizkörper probiere ich dann mal Netzteile mit 7V oder regelbare Geräte.

Neue Versionen der Heizungs-Lüfter 11.2019

nach vielen Überlegungen und Tests gefällt mir die einfachste Version aktuell am besten.

Die Lüfter unter die Heizung zu schrauben erwies sich als schwierig.
Jeder Heizkörper hatte einen anderen Abstand zum Boden. Mit Filter und Lüfter blieb nicht mehr viel Abstand übrig, daher habe ich diese Kisten mit Luft-Umlenkung gebastelt (siehe Fotos).
Basteln macht zwar Spass, aber wieso umständlich wenn es auch einfach geht.

Die Lösung:
Die Lüfter einfach auf die Heizkörper legen.
Nachteil: die von unten durch die Heizkörper strömende Luft enthält Staub, dieser kann sich in den Heizkörpern ablagern. Macht aber nichts, da wir die Heizkörper sowieso 1x im Jahr reinigen (macht fast niemand, ist aber SEHR empfehlenswert!)

Idee: Oben Lüfter, unten Filter: L-Schienen mit Magnet an die Heizkörper befestigt und eine passend zugeschnittene Filtermatte dazwischen gespannt.
Problem: Die Luft geht den einfachsten Weg. Man müsste den Rest des Heizkörpers absolut dicht bekommen, sonst strömt die Luft an den Filtern vorbei.

Daher habe ich mich dazu entschlossen die Filter direkt an die Lüfter zu montieren und das Ganze als Paket oben auf die Heizkörper zu legen. Damit kann es zwar dazu kommen daß sich im Heizkörper Staub ablagert, aber ich denke der meiste Staub wird mit der Luft durch die Heizung gezogen und bleibt oben im Filter hängen.

Baubeschreibung Heizungs-Booster

Die Lüfter sind in weniger als 15 Minuten einsatzbereit:
Heizkörperbreite und Länge abmessen. Man muss nicht den gesamten Heizkörper mit Lüftern bestücken.
Ich habe im Büro einen 60cm-Heizkörper (siehe Bild), den habe ich komplett abgedeckt und mit 3 Lüftern bestückt. Im Wohnzimmer ist ein Heizkörper mit knapp 3m, da habe ich vorerst nur 4 Lüfter auf 1m montiert.
Die L-Schienen mit 25x25mm gibt es im Baumarkt in Alu oder Kunststoff. Alu ist natürlich hochwertiger, dafür ist der Kunststoff einfacher zu bearbeiten und das Weiß fällt weniger auf.

Wer es aufwändiger möchte kann natürlich noch eine 2. L-Schiene umgedreht montieren und oben drüber eine Sichtblende über die Lüfter anbringen, dann sieht man die Lüfter nicht. Bei mir im Büro sieht man das aber nicht und im Wohnzimmer ist die Heizung hinter dem Sofa.

Die Lüfter habe ich mit jeweils einer Schraube an 2 gegenüberliegenden Ecken an der L-Schiene befestigt, damit lassen sich die Schienen gegeneinander noch verschieben.
Wichtig: unter den Lüftern sind Schutzgitter montiert, sonst kann es sein daß die Lüfterflügel an der Filtermatte hängenbleiben.

So montiert kann man die L-Schienen gegeneinander verschieben. Einfach auf die Heizkörper legen verschieben und fertig.
Man kann noch Magnete integrieren, aber bei mir hält das auch so sehr gut.

Für den Stromanschluss habe ich ein altes 12V-Netzteil verwendet. Die verwendeten Lüfter ziehen maximal 0,2A, ein 12V/1A-Netzteil reicht also problemlos für 3 Lüfter (für eigene Lüfter natürlich überprüfen und anpassen!)
Passende Adapter gibt es im Internet oder man zwickt die Kabel einfach ab und verbindet sie direkt.
Alternativ kann man auch mit 7V oder weniger experimentieren. Die Lüfter laufen dann langsamer und sind leiser. Ich habe aber Lüfter verbaut die bereits bei 12V sehr leise sind.
Die Filtermatte habe ich in 1cm Stärke in 1qm für 10,- Euro im Web bestellt und auf die benötigte Größe zurechtgeschnitten.

Funktioniert einwandfrei.

Materialpreis:
2x L-Schiene 1m 25x25mm a 2,- Euro (davon 60cm)
3x Ultra-Silent Lüfter 80x80x25 a 3,5 Euro
Filtermatte 0,6 Euro (1qm, davon 60cm x10cm)
6 Stück 4mm Schrauben 4×15 + Muttern aus der Grabbelkiste
Netzteil aus der Grabbelkiste
3pin Adapter für die Lüfter 2,- Euro (alternativ anlöten)
Netzteil aus der Grabbelkiste
3x Lüftergitter a 0,5 Euro

Gesamt für den Heizkörper: weniger als 20, -Euro.

Im Internet gibt es jede Menge ähnliche Projekte. Oft wird dort auch ein Temperatursensor eingesetzt. Darauf habe ich verzichtet: der Sensor kostet Geld, ist zusätzlicher Aufwand und mit den Filtern kann auch kühle Luft gefiltert werden. Mir ist der Sensor den Zusatz-Aufwand nicht wert. Heizsaison = Heizung ein = Lüfter an die Heizung, fertig.


Mittlerweile ist November, die Temperaturen liegen nachts nahe 0°C, teilweise sogar unter 0°C, tagsüber nicht über 10°C.
Vorlauftemperatur im ungedämmten Altbau aus 1969 (25cm Bims-Beton Hohlblock-Steine, Fenster aus 2003):
max. 40°C
Vorlauftemperatur ohne Lüfter vorher 55°C (die vom Heizungsbauer eingestellten 70°C lassen wir jetzt einfach mal unter den Tisch fallen, das wäre zu peinlich für das Handwerk)

Spürbare Vorteile:
Nach Lüften oder nächtlicher Absenkung steigt die Temperatur trotz niedrigerer Vorlauftemperatur deutlich schneller an.
Das Wohnraumklima fühlt sich besser an. Vermutlich ist die Luft besser vermischt, es gibt keine warmen oder kalten Ecken mehr. Die Temperaturverteilung ist homogener.
Warme Luft steigt bekanntlich nach oben. Durch die Lüfter wird die Luft in eine Zirkulation gezwungen, d.h. die warme Luft an der Decke wird nach unten gezogen, der Raum ist gleichmäßig warm.

Natürlich wird nach wie vor dieselbe Energie benötigt um den Raum auf Temperatur zu bringen. Aber bei unserer Brennwertheizung erhöht eine niedrigere Rücklauftemperatur die Effizienz des Brennwerteffekts, damit kann man dann tatsächlich Energie sparen.

Das Hauptziel ist allerdings der Einbau einer Wärmepumpe irgendwann in der Zukunft.
Mit 55°C Vorlauf geht das natürlich nicht. Mit 40°C kommt man schon in einen Bereich der mit Wärmepumpe interessant wird.

Der Einbau lohnt sich auf jeden Fall!

Update 5.12.2019

Der Dezember 2019 startet recht kalt. Die Temperaturen liegen auch tagsüber kaum über 5°C, nachts wird es frostig. Heute früh waren es -5°C.
Die Vorlauftemperatur von 40°C reicht!
Und das trotz einer Mischung aus Einrohr- und Zweirohr-System. Alle Räume werden schön warm. Die eingestellten 22°C im Büro sind dauerhaft möglich und auch testweise 24°C werden erreicht. Der Problemraum (einzelner Raum mit Tür zum Treppenhaus, ohne Anbindung an die Wohnung, letzter Heizkörper am Einrohrsystem, Außenwand Westseite) erreicht 20°C.

Update 17.8.2022: Wärmepumpe

Diesen Winter wird die Heizungsoptimierung mit Lüftern wieder top aktuell, denn wir haben unsere Heizung jetzt durch eine Wärmepumpe ersetzt.
Wärmepumpen benötigen möglichst niedrige Vorlauftemperaturen, um effizient zu arbeiten.
Um im Altbau genug Wärme an den Raum abzugeben, muss man die Heizfläche vergrößern (Heizkörper austauschen), den Durchfluss vergrößern (kann zu Strömungsgeräuschen führen) oder „aktive“ Heizkörper verwenden, z.B. mit Lüftern.
Es wird spannend im Winter 2022/2023 – vielleicht wird ja auch gar nicht mehr geheizt, wenn wir einen Blackout bekommen.
Dann schreibe ich vielleicht einen Blogbeitrag auf meinem solarbetriebenen Notebook, wie man die Wärme von einem Feuer ideal im Haus verteilt, ohne das Feuer im Haus zu verteilen.
Kann dann nur niemand mehr lesen, weil das Internet dann auch nicht mehr funktioniert.

Unsere Wärmepumpe wird natürlich auch dokumentiert – hier gehts lang zu unserer Wärmepumpe!

Neu in 2022:
Halter für Heizungslüfter im 3D-Druck
Druck Dir selbst einen!

Heizungslüfter im 3D-Druck selbst gemacht
Heizungslüfter im 3D-Druck selbst gemacht
Halter für Heizungslüfter im 3D-Druck


Hifi-Rack aus Holz

Für unser Wohnzimmer waren wir lange auf der Suche nach einem passenden Hifi-Rack.

Leider sind die meisten Racks zurzeit aus Glas oder gefallen uns nicht oder sind unbezahlbar (Echtholz).

Also habe ich mich aufgemacht und so ein Teil selbst gebastelt.

Ist auch gar nicht schwer und nach 2 Tagen war das Hifi-Rack schon fertig.

Bei OBI gab es Arbeitsplatten in Buche Echtholz 240 cm x 60 cm, 28 mm stark für 45,- Euro im Angebot, davon habe ich 2 Stück verarbeitet.

Dabei ist natürlich gleich wieder aufgefallen ,dass es Leute gibt, die entweder nicht sägen oder nicht messen können.
Denn wo 60 cm Breite verkauft werden können von 59,8 bis 60,1 cm alle Maße drin sein – 3 Platten habe ich gekauft – 3 unterschiedliche Maße erhalten.

Das ist natürlich ärgerlich, wenn man sich darauf nicht verlassen kann.

Das Rack ist etwas über 70 cm hoch und 58 cm breit.
Die Seitenwände und die obere Abdeckung habe ich jeweils auf Gehrung (45 Grad) gesägt, bei 28 mm Buchenholz hat die Kreissäge gut zu arbeiten gehabt.

Die 3 Konsolen habe ich passend zurecht gesägt und mit Lamello-Dübeln befestigt.

Lange habe ich überlegt, ob ich die harte Kante von der Platten-Rückseite nehmen soll, habe mich dann aber doch für die bereits abgerundeten Kanten der Arbeitsplatten als Front entschieden.


An der Unterseite der Böden und an der Außenseite habe ich die Ecken jeweils mit meinem Fein Multimaster etwas abgeschrägt, mit der Oberfräse wäre mir das zu rund geworden, einfach abgeschliffen reicht da gut aus.

Der Zusammenbau des Hifi-Racks ging eigentlich ganz einfach.

Nur, dass man nie genug Schraubzwingen in passender Größe hat ist mir natürlich genau dann aufgefallen als alles schon verleimt war.

Um genug Druck auf das obere Brett zu bekommen habe ich daher einfach 2 Spreizer vom Türeneinbau genommen und das Rack gegen die Kellerdecke abgestützt.
Funktioniert einwandfrei und gefällt mir fast besser als eine Lösung mit Schraubzwingen. Zumal man auch mittig gut pressen kann.

Für zukünftige Bastelarbeiten werde ich wohl noch 2 oder 3 solcher Stützen kaufen.

Auf der Rückseite habe ich in die Platten 6cm Löcher gesägt damit man die Kabel innen im Rack sauber einbauen kann.

Das Rack ist mit Leinölfirnis behandelt und ansonsten naturbelassen.

Das einzig schwere war nachher der Transport des Racks vom Keller ins Wohnzimmer – da sind immerhin 1,5 Arbeitsplatten verbaut.

Aber Echtholz massiv sieht halt einfach besser aus als Plastikfurnier oder ähnliches.

Eine Tür für die Drempelwand

Selbstbau-Tür für die Drempelwand

Ein kleines Zwischendurch-Projekt für die Verschönerung unseres Dach-Ausbaus.

Im Drempel (oder auch Kniestock genannt)  kann man einiges verstecken.

So haben wir beim Dachausbau hier auch gleich Beleuchtung eingebaut und schon einige Dinge untergestellt.

Nur wie wir die Öffnungen am besten verschliessen sollten, da hatte ich lange überlegt.

Schiebetüren waren zu aufwendig. Normale Türen mit Scharnier langweilig und ebenfalls aufwendig.

Abnehmbare Abdeckungen wären toll. Aber wie fixieren damit sie jederzeit wieder entfernbar sind und trotzdem gut halten?

Die Lösung sind Magnethalter wie sie bei vielen herkömmlichen Schränken verbaut werden.

Fertig in 3 Tagen – passend und schick.

Selbstbau-Tür für die Drempelwand

Das größte Problem bei den Öffnungen in der Drempelwand war, dass ich 3 solcher Öffnungen hatte und alle waren unterschiedlich groß. Passende Türen von der Stange wären also sowieso nicht möglich gewesen und Maßanfertigungen vom Schreiner sind fast unbezahlbar. Da musste ich also von Anfang an selbst ran.

Im lokalen Baumarkt waren vor Weihnachten 19mm Buche-Arbeitsplatten zum Schnäppchenpreis verramscht worden, vermutlich wegen Lagerräumung oder sonstiger Umstände die natürlich genau gepasst haben.

Bei dieser Aktion habe ich mich reichlich mit stabverleimten Buche-Platten eingedeckt und das war auch für die zu bauende Tür das Material der Wahl.

Als erstes mussten natürlich die Öffnungen genau gemessen werden. Wie gesagt – 3 Stück und alle unterschiedlich groß.

Die Wände waren in Holz-Ständer-Bauweise gebaut. Unten auf dem Boden ein dicker (tragender) Balken und links und rechts jeweils senkrechte Latten für die Montage der Gipskartonplatten.

In diese Öffnung habe ich einfach einen Kasten aus Buche-Brettern eingepasst den ich aus den Arbeitsplatten zurechtgesägt habe. Die Tiefe der abgedeckten Öffnung liegt ungefähr bei 20cm, so kann man auch mal darauf knien und in den Seitenraum hineinschauen.

Als Anschlag für die Abdeckung dienen 5 Magnete die normalerweise für Schranktüren oder ähnliches verbaut werden.

Da die Gipskartonplatten und die Balken nicht genau winklig waren war das Einpassen eine etwas fummelige Arbeit.

Der sichtbare Abstand zwischen Holzrahmen und Gipswand ist Absicht – Holz arbeitet schließlich und ich wollte nicht, dass es in den Gipsplatten später Risse gibt. Den Zwischenraum habe ich mit Dichtungsband insektendicht abgedichtet. Man weiß ja nie.

Die Abdeckung selbst besteht aus 2 Rahmen:

Der erste Rahmen passt genau in die Öffnung. 5 Metallplättchen sorgen in Verbindung mit den Magneten im eingebauten Wand-Rahmen dafür daß der Rahmen beim Einsetzen hält. Die Magnete dienen gleichzeitig als Anschlag damit der Rahmen nicht zuweit in die Öffnung geschoben werden kann.

Auf diesen Rahmen habe ich einfach einen Stoff getackert, mittig ist noch ein Holzsteg zur Stabilisierung angebracht.

Theoretisch kann man diesen Stoff bei Änderung der Mode oder beim Renovieren des Raumes einfach durch einen anderen Stoff ersetzen.

Ursprünglich wollte ich ein festes Material verwenden, eine Holz- oder Kunststoff-Platte oder ähnliches.

Aber diese Materialien sind zu schwer, aufwendiger in der Verarbeitung und teurer. Ausserdem ist der Stoff Luftdurchlässig. Das schützt den Kniestock vor muffiger und Feuchter Luft und beugt der Schimmelbildung vor.

Damit ist die Öffnung verschlossen.

Der 2. Rahmen dient zur optischen Abdeckung – der Rahmen steht seitlich 2cm über, die 4 Bretter sind auf Gehrung gesägt und am Rand abgerundet.

Der Abstand der Anschläge ist genau so ausgerichtet daß die Abdeckung noch ca. 2mm Abstand zur Wand hat. Sonst würde es dort beim Öffnen und Schliessen mit der Zeit Abrieb oder Schleifspuren geben.

Beide Rahmen mit dem Stoff dazwischen sind von hinten verschraubt.

Der Holzrahmen ist ausreichend dick daß man ihn gut links und rechts greifen kann.

Zum Öffnen einfach herausziehen und auf die Seite stellen.

Zum Schliessen einfach in die Öffnung stellen und draufdrücken bis die Magnete hörbar klicken.

Fertig.

Feinstaubsensor selber bauen

Glaubt irgendwer noch an Daten von öffentlichen Stellen?

Ich nicht. Selber machen heisst die Devise. Daher habe ich mir einen Feinstaubsensor selbst gebastelt.

Die aktuellen Feinstaub-Daten findest Du immer hier: Feinstaub in Ingersheim

Das ist überhaupt nicht schwer und jeder kann es selber machen. Als Grundlage dafür dient das Projekt von luftdaten.info

Dabei handelt es sich um ein Projekt des Relalabor der Universität Stuttgart bei dem jeder mitmachen kann. Eine feine Sache wie ich finde.

Alles was man benötigt findet man auf luftdaten.info.

Links zu den benötigten Bauteilen, Software, Anleitung, usw. Absolut easy und Anfängertauglich. Nicht mal Löten muss man. Nur zusammenstecken, einen Arduino flashen (auch ganz einfach und gut erklärt), in ein Gehäuse stecken, Platz im Garten suchen, loslegen.


Mittlerweile gibt es für die Bauteile sogar Bezugsquellen in Deutschland. Man muss also nicht mehr direkt in China bestellen sondern bekommt alles mit kleinem Aufpreis auch direkt hier im Land.

Das Projekt hatte ich schon längere Zeit im Auge, der letzte Ansporn war allerdings der Kauf unseres Elektroautos Huyundai Kona. Da gibt es für gewerblich genutzte Fahrzeuge aktuell die Möglichkeit, einen Zuschuss vom Land zu beantragen. Den sogenannten BW E-Gutschein. Dabei habe ich mich gefragt, warum es in der Nachbargemeinde mehr Zuschuss gibt als bei uns. Ist bei denen wirklich die Luft dreckiger? So genau weiss das niemand, denn es gibt gar keine Luftmess-Station!

In Pleidelsheim und Ingersheim standen vor einiger Zeit Meßstationen, diese wurden aber abgebaut! Ob es in Pleidelsheim noch eine an einem anderen Standort gibt weiss ich nicht, in Ingersheim wird definitiv nicht mehr gemessen. Aktuelle Werte werden geschätzt und errechnet! Nicht wahr oder!?!

Daher messe ich jetzt selbst.

Nach diesem Motivationsschub habe ich mir die nötige Hardware bestellt.

Geflasht und zusammengebaut war das Teil in weniger als 30 Minuten.

Das Gehäuse war etwas aufwändiger da mir die Originallösung mit den Rohrbogen nicht gefällt. Ich habe mich für ein kleines Elektro-Verteilergehäuse entschieden, das gab es bei Conrad Elektronic für kleine 6,69 Euro (Wiska 10060531 Abzweigkasten 110x110x66mm).

Für die Kabeldurchführung und die Lüftungsöffnung (das Gerät muss ja schliesslich Luft ansaugen) habe ich etwas größere Kabeldurchgangs-Schrauben verwendet. diese sind von innen mit Fliegengitter gegen Insekten geschützt.

Durch eine Öffnung wird die Luft angesaugt, durch die andere Öffnung geht das USB-Kabel nach draussen. Für den Druckausgleich ist hier ebenfalls eine Öffnung, das Kabel darf nicht dicht eingeschlossen werden. Bei der Montage wird diese Öffnung später nach unten zeigen und dient gleichzeitig auch der Entwässerung. Ich gehe zwar davon aus, daß niemals Wasser in das Gehäuse eindringen wird, aber man weiss ja nie, ob nicht Kondenswasser oder ähnliches entstehen können.

Das verwendete USB-Netzteil ist ein normales Gerät das NICHT outdoor-tauglich ist. Hier muss ich mir noch etwas überlegen. Das reicht aber im Frühjahr noch wenn der Sensor an seiner endgültigen Position montiert wird. Bis dahin liegt er wettergeschützt auf der Terasse.

Die Messdaten werden vom Sensor direkt an das Mess-Netzwerk von luftdaten.info geschickt. Dort werden die Daten in eine interaktive Landkarte eingeblendet. Mittlerweile ist dort ein recht großer Bereich abgedeckt, die Luftdaten-Karte mit Ingersheim als Zentrum findet man mit Klick auf diesen Text.

Zusätzlich gibt es noch eine Luftdaten-Ampel die die Qualität der Luft als Ampel anzeigt:

Grün: gute Luft,

Gelb: leichte Belastung

Rot: Hohe Feinstaubbelastung

Hier die aktuellen Daten für Ingersheim:

[feinstaubampel title=““ sensorIDs=“19679″]

[feinstaublive title=““ sensorIDs=“19679″]

Nachbesserung

Wer misst misst Mist. Und wer Bastelt macht auch mal Fehler. Das von mir ausgewählte System war wohl etwas zu dicht, anscheinend wurde nur wenig Aussenluft angesaugt, dafür auch saubere Luft im Gehäuse beigemischt. Jedenfalls kann man an der folgenden Kurve gut sehen daß die Werte nach Einbau in das Gehäuse rapide abgesunken sind (Fr 11.00 habe ich das Gehäuse zusammengeschraubt) und am nächsten Tag als ich einfach mal die Verschraubung gelöst habe (Sa. 8:30) sieht man wie die Werte gleich wieder erheblich ansteigen. Man sieht hier deutlich daß ein Fehler in der Konstruktion erhebliche Auswirkungen auf das Messergebnis haben kann!

Fehlmessung wegen zu dichtem Gehäuse

Da habe ich leider etwas falsch konstruiert. Für eine bessere Lösung habe ich jetzt ein Teesieb geopfert und den Sensor wie in der Original-Anleitung in 2 HT70-Rohrbogen verbaut. Das Teesieb passt genau auf die Öffnung der Rohrbögen, besteht aus 2 verschraubten Teilen und ist damit perfekt als Insektenschutz geeignet.

Mit Heißkleber sieht das zwar nicht ganz so professionell aus, hält aber ganz gut.

Die überstehenden Kleberreste kann man noch entfernen, aber das mache ich wenn das Teil an seiner endgültigen Position montiert wird und wenn das Thermometer aus dem Frostbereich kommt.

selbstgebauter Feinstaubsensor für luftdaten.info

Im Bild wird links die Luft angesaugt, rechts ist die Druckausgleichsöffnung.

Die aktuellen Messwerte werden hier angezeigt: Feinstaubmessung in Ingersheim.


Homegardening Teil1 – Salat und Gemüse im Büro anbauen – der Anfang!

Mein Projekt zum Anbau von Salat, Tomaten, Gurken und sonstigen Pflanzen im Büro!

(10.2018)
Homegardening, Indoor-Gardening, Home-Growing. Das sind so die Schlagworte nach denen man sucht wenn man im Haus Salat oder Gewürze anbauen will. Die meisten Links führen allerdings zu Anbauanleitungen für Hanf und sonstigen Drogen. Darum geht es hier ausdrücklich NICHT.
Vorgeschichte

Neulich sollte ich beim Einkauf Salat und eine Gurke mitbringen.
In nahegelegenen Supermarkt lagen jede Menge Gurken rum. Allerdings kein Vergleich zu den im eigenen Garten angebauten Exemplaren. Die ersten 3 Gurken die ich in die Hand nahm bogen sich vergammelt und weich nach unten. Anscheinend war die Lagerdauer schon deutlich überschritten. Da habe ich auf den Kauf verzichtet. Beim Salat war es nicht viel anders. Der Salatkopf war in Plastikfolie(!) eingepackt. An der Unterseite war die Folie glitschig braun verschmiert. Da hat anscheinend bereits der Zersetzungsprozess eingesetzt.
Leider bringt der Garten jetzt zum Ende der Saison nicht mehr viel.
Daher überlegte ich eine Alternative die mir schon früher öfters durch den Kopf ging – Anbau von Salat, Tomaten, Gurken und was einem sonst noch einfällt im Büro.
Dazu gab es natürlich wieder die üblichen Kommentare „Du spinnst“, „Schwachsinn“, „Du hast zuviel Zeit“, usw. Also genauso wie damals mit dem PC (1980), Internet, Photovoltaik, Elektroauto. Alles sinnlose Dinge ohne Zukunft.
Allerdings haben viele Leute Pflanzen in der Wohnung ohne daß sich jemand darum Gedanken macht. Was spricht dagegen daß man statt Zierpflanzen was eßbares anbaut?
Mittlerweile gibt es erstaunlicherweise einige Menschen die ähnliches probieren.
Vor allem in Städten mit wenig Platz ist der Heimanbau von Salat und Gemüse mittlerweile richtig Hip.
Sogar Bars mit Salat-Schränken im Hintergrund gibt es schon, da kommt alles frisch aus dem Regal.
Richtig Schwung bekommen solche Projekte durch die immer besser und billiger werdende LED-Technik.
Denn ohne Beleuchtung wachsen Pflanzen nicht. Nur war das bisher mit extrem viel Energieverbrauch gekoppelt.
Eine 100W Pflanzenlampe lässt den Salat im Wohnzimmer zu einem teuren Vergnügen werden, immerhin muss die Lampe 14-16 Stunden täglich brennen. Mit LED-Leuchtmittel lässt sich der Energiebedarf um 90% reduzieren, da wird es dann interessant.
Erde im Büro ist allerdings nicht so mein Ding. Wegen Schimmelneigung dachte ich eher an Hydrokultur, Hydroponing oder ähnliche Anbaumethoden in denen die Gewächse ohne Erde angebaut werden. Ikea bietet mittlerweile so ein System an. Växer heisst das System. Sieht gut aus, scheint zu funktionieren, ist aber sehr teuer. Für ein komplettes Set incl. Beleuchtung kann man gut 150,- Euro oder mehr ausgeben. Das muss billiger gehen!
Der Anfang
als erstes benötigt man Behälter und Licht.
Licht
Normale Leuchten sind kaum für die Anzucht von Pflanzen geeignet. Spezielle Pflanzenlampen gibt es aber in allen erdenklichen Ausführungen im Internet zu kaufen. Leider gibt es keinerlei Hinweise, welche Leuchtmittel auch wirklich funktionieren. Ich habe mich dann für eine hochwertige Lampe für 35,- Euro entschieden mit der ich hauptsächlich meine Kaffeepflanzen durch den Winter bringen will und einen 2er-Pack einfacher Leuchten für 30,- Euro (15,- pro Leuchte).
Aufgehängt habe ich die Leuchten mit Mikrofonständern, da ich früher Beschallung gemacht habe stehen davon noch viele zur Verfügung.

Dank höhenverstellbarem Stativ und Längenverstellbarem Galgen ist man da sehr flexibel. Alternativ tut es natürlich jede andere Konstruktion mit der man die Leuchten aufhängen kann. Geschaltet wird das Licht mit einer Zeitschaltuhr. Bei mir in der Luxusausführung einer Fritz! DECT Funksteckdose. (Die lag noch rum).
Das waren dann auch schon alle Ausgaben für Hartware.
Die Bilder sind übrigens deswegen so lila-stichig weil die Pflanzenlampen überwiegend rotes und blaues Licht erzeugen.
Die nächsten Aufnahmen mache ich dann bei Tageslicht, versprochen.
Von aussen sieht das aus wie eine Drogenplantage, bin gespannt ob ich da mal Besuch von der Staatsgewalt oder potentiellen Kunden bekomme 🙂
Pflanzbehälter
Für die Bepflanzung gibt es unterschiedliche Meinungen ob es eher Tongranulat oder Bimsstein sein soll. Ich habe einfach beides gemischt.
Als Behälter für die Pflanzen verwende ich kleine Körbchen die ich mit meinem 3D-Drucker gedruckt habe.
Damit lassen sich alle möglichen Größen und Formen drucken und die verschiedenen Teile gut vergleichen.
Natürlich könnte man solche Pflanzenkörbchen einfach und billig kaufen. Allerdings eignen sich die Teile prima für Testdrucke und Optimierung des 3D-Druckers – man braucht viele davon und wenn der Druck nicht ganz so sauber ist macht es nichts. Ausserdem kann man Restfilament verdrucken für das man sonst keine Verwendung mehr hat. Und Spass macht das Selberdrucken auch nocht.
Gedruckt wird übrigens nur tagsüber, dann kommt der Strom von der PV-Anlage. Kostet nichts und schadet der Umwelt nicht.
Als Aufnahme für die Körbchen haben sich 1L-Eisschachteln als ideal herausgestellt.
Eine große Plastikbox für mehrere Körbchen ist mir zu unflexibel und lässt sich auch nur schwer woanders hinstellen oder öffnen wenn die Pflanzen mal gewachsen sind, da ist dann das Risiko groß daß man eine Pflanze beschädigt.
In die Eisschachteln passen immer 2 große Körbchen oder auch mehrere kleine. Da bin ich noch am experimentieren.
Damit bin ich startbereit. Fehlen nur die Pflanzen.
Pflanzen
Natürlich darf Salat nicht fehlen. Für die Aussaat habe ich ein altes Minigewächshaus mit Anzuchterde gefüllt und verschiedene Salat-Samen  ausgestreut. Aber das Keimen dauert viel zu lange. Was tun?
Ich bin dann einfach in den Garten und habe ein paar Erdbeerpflanzen ausgerissen und von Gurken und Tomaten ein paar Blätter abgerissen. Diese in mein „Anzuchtsystem“ gestellt und schon ist es ein bisschen grün. Dazu habe ich noch 2 Minigurken gesät, 2 normale Gurken und einen Kürbiskern in die Erde gedrückt.
Nach ca. 1 Woche sind die Salat-Setzlinge so weit gekeimt und gewachsen daß man sie in die Körbchen umpflanzen kann. Leider gefällt denen das Umpflanzen nicht wirklich, die Hälfte hat es nicht überlebt.
Daher habe ich jetzt neuen Salat gesät und neben dem Anzuchtbeet einfach 5 Pflanzkörbe direkt mit Samen versehen. Mal sehen ob das funktioniert.
Die Kosten
Man kann natürlich viel Geld ausgeben oder sich auf das Wesentliche beschränken.
Bei mir stehen als Kosten die 30, -Euro für die Pflanzenleuchten auf der Liste, die andere Leuchte ist ja für den Kaffeestrauch und nicht für das Gemüseexperiment. Die Eisbehälter waren Abfall, für den Druck der Körbchen habe ich Restmaterial verwendet. Für 20 Körbchen Material und Energie um die 5,- Euro.
Die Samen mann man im Baumarkt kaufen oder im Internet bestellen. Insgesamt habe ich 3,- Euro ausgegeben und da sind noch viele Samen übrig, das reicht auch für das Frühjahr im Garten.
Fixkosten damit keine 40,- Euro wobei das Licht der größte Posten ist. Ohne Licht wären es keine 10,- Euro gewesen. Und statt der Körbchen hätte man auch alte Joghurtbecher recyclen können. Einfach rundum viele kleine Löcher reinstechen und man kann die Teile prima verwenden. Nur standen das leider keine zur Verfügung.
Laufende Kosten entstehen durch die Beleuchtung. 30 W (2x15W LED) x 15 Stunden sind groß 0,5kWh am Tag. Also ca. 15cent pro Tag. Ein großer Teil kommt von der PV-Anlage, ist also bei mir noch etwas weniger.
Für ein Experiment jedenfalls kann man das investieren.
Ob es Sinn macht? Billiger als Salat aus dem Supermarkt wird es vermutlich nicht. Aber gegen den Energieverbrauch für das Licht steht der Transport aus fernen Ländern und vieles wird auch dort in Gewächshäusern statt im Freiland angebaut. Daher vermute ich mal daß der Heimanbau die Umwelt eher geringer belastet als die Ware aus dem Supermarkt. Lehrreich ist es auf jeden Fall und Spass macht es auch.
Und garantiert 100% Gift- und Genfrei. Einziges Risiko ist natürlich daß alles vor der Ernte eingeht.
 
4 Wochen nach Start des Experiments
Ein vom Garten eingebautes Gurkenblatt hat mittlerweile mächtig Wurzeln ausgetrieben und fängt an, oben auszutreiben, sehr spannend. Was das wohl wird?
3 Tomatenästchen aus dem Garten sind ebenfalls angewachsen und treiben Wurzeln und teilweise neue Triebe aus.
Die selbst gesäte Wassermelone sieht wunderschön aus.
Die gesäten Minigurken haben sehr lange und dünne Triebe, immerhin wachsen sie in meinem Hydro-System.
Die Erdbeerpflanzen aus dem Garten wollen nicht ins Büro, von 4 eingepflanzen ist nur noch eine übrig.
Salat hatte ich um die 10 gekeimte Pflanzen, davon sind noch 5 übrig. Vermutlich habe ich es mit dem Giesen zu gut gemeint. Ein Salat sieht schon richtig gut aus, die 4 anderen scheinen zu wachsen. Von einer Ernte sind wir aber noch weit entfernt.
Salat, Gurken und Tomaten an Weihnachten aus dem Büro, das wäre ein Spass!
Das Experiment geht weiter.
 

3D-Drucker – Teil5: Drucksache!


Seit Teil 4  meines Blog-Beitrags zum Creality 3D-Drucker CR-10 sind schon wieder 2 Monate vergangen.
Ich bin überrascht wie oft die 4 Beiträge bisher aufgerufen wurden – und mittlerweile werde ich sogar gefragt wann es weitergeht. Daher will ich mal loslegen 🙂
 
Geduld
Das Wichtigste was ich in den letzten Wochen zum 3D-Druck gelernt habe ist Geduld!
Ohne Geduld geht garnichts, denn 3D-Drucker sind vor allem eins – langsam.
Selbst kleinste Druckobjekte rechnet man eher in Stunden denn in Minuten.
Aber wenn man sich die Zeit nimmt und in Ruhe arbeitet, dann kommen auch tolle Dinge zustande.
Mein kleiner Lord Vader hat jetzt endlich ein Lichtschwert bekommen.
Damit ist er jetzt im Dschungel unterwegs und kämpft mit wilden Wassermelonen.
 
Material
Darth ist mit schwarzem PLA gedruckt, dem einfachsten Material und ideal für Einsteiger. Allerdings auch das am wenigsten haltbare.
Da die Temperaturbeständigkeit nicht besonders hoch ist sollten Objekte aus PLA nicht unbedingt im Freien eingesetzt werden. Meine aus PLA gedruckten Stäbe für eine Drahthalterung hat es mit der Zeit alle verbogen.
Das ist natürlich nicht so toll. Da ist man stolz etwas sinnvolles gedruckt zu haben und nach ein paar Wochen ist das Zeug schon wieder defekt. Denn lange bevor das Material schmilzt wird es weich. Und dann ist die Belastbarkeit nur noch minimal. Wirkt dann noch eine mechanische Belastung (Zug durch den Draht), dann verbiegt sich das Objekt eben. Die Drahthalter sind nicht kaputt, sie sehen aus wie frisch gedruckt, nur eben jetzt nicht mehr gerade sondern krumm.
ABS wäre eine Alternative, Aber dafür ist ein geschlossenes Gehäuse nötig und das Zeug stinkt beim Verarbeiten.
Daher habe ich auf PETG umgestellt.
PETG vereint die Vorteile von PLA und ABS:
Es ist relativ einfach zu verarbeiten, fast wie PLA. Aber es hat eine höhere Temperaturbeständigkeit fast wie ABS.
Man benötigt kein Gehäuse, es stinkt nicht beim Drucken, das Material ist ungiftig, angeblich sogar lebensmittelecht (wohl abhängig vom Hersteller). Insofern derzeit mein Lieblingsmaterial.
Allerdings neigt das Material vermehrt zum Stringing, d.h. Fadenbildung beim Druck. (Wenn man druckt und dann der Druckkopf ohne Materialvorschub zum nächsten Druckpunkt fährt bilden sich vermehrt feine Fäden.) Die lassen sich aber später relativ problemlos entfernen.
Da ich zum Anfang einiges PLA gekauft habe (man braucht ja verschiedene Farben) wird das natürlich verdruckt. Aber ansonsten ist PETG mein aktuelles Lieblings-Material.
Das Laserschwert ist dann auch aus PETG gedruckt – Graues PETG für den Griff und rotes, teiltransparentes Material für die Spitze.

Den kleinen Vader habe ich übrigens auf Thingiverse.com gefunden, genauso wie diese hübsche kleine Schildkröte die sogar federnde Beine hat.
Und diese Beine haben es in sich – irgendwie laufen die Viecher dauernd davon. Ich musste schon mehrere nachdrucken weil die nach Besuchen von Freunden verschwunden waren (natürlich mit meiner Zustimmung 🙂
 
Tja und dann gibt es ja noch Wood-PLA, Stone-PLA und sonstige exotischen Materialien. Aber alles zu seiner Zeit.
 
 
Druckeinstellung
Überhaupt die Druckeinstellung ist ein schwieriges Thema.
Einfach Werte aus dem Internet übernehmen geht leider nicht, denn Materialien verschiedener Hersteller, selbst verschiedene Lieferungen desselben Herstellers haben unterschiedliche Druckeigenschaften. Und nicht zu vergessen die Toleranz der Geräte. Hat der Temperatursensor nur eine Genauigkeit von +/- 5%, dann bringen Importierte Einstellungen gleich garnichts wenn schon 2-3°C Temperaturänderung deutliche Änderungen im Druckbild bewirken.
Beispiel: Ich drucke PETG mit 238°C mit 0.12mm Layer Height, Wall-Speed 20mm/s, Infill-Speed 40mm/s. Das funktioniert sehr gut.
Im Web habe ich zum gleichen Material andere Einstellungen gefunden. Aber schon 240°C funktionieren bei meiner Maschine nicht mehr richtig. 2°C entscheiden zwischen gutem und schlechtem Druck. Bei 240°C sind aber 5% Toleranz schon 12°C Unterschied zwischen 2 Maschinen! Daher kann man die Angaben anderer Anwender nur als groben Richtwert nehmen und muss sein Gerät und sein Material individuell einmessen.
Wenn man dann seine Einstellung hat und beispielsweise die Layer-Dicke ändern will damit das Gerät schneller druckt (dickere Schicht = schnellerer Druck, dünnere Schicht  = saubererer Druck) oder man ändert die Druckgeschwindigkeit, dann kann man gleich wieder von vorne anfangen.
Denn mehr Materialvorschub heisst anderes Schmelzverhalten, wenn schneller gedruckt wird muss die Düse mehr heizen, also höhere Temperatur. Zu heiss darf es aber auch nicht werden, sonst tropft es, zieht Fäden oder im schlimmsten Fall verbrennt das Material und verstopft die Düse. Da heisst es gleich wieder ausprobieren.
Hat man seine Einstellungen mal gefunden, dann sollte man diese am besten aufschreiben.
Eine optimale Einstellung ist wichtig:
zu geringe Temperatur: die Schichten verbinden sich nicht richtig, das Objekt wird brüchig. Es gibt Aussetzer im Druck weil nicht genug Material nachkommt, d.h. im Druck entstehen Löcher und unschöne Oberflächen.
zu hohe Temperatur: gedruckte Objekte verbiegen sich bevor sie abkühlen, insbesondere bei freitragenden Objekten wie überdruckten Öffnungen, da hängen dann einzelne Materialfäden durch, das sieht häßlich aus und ist auch sonst nicht so gut. Ausserdem kann es zu Tropfen- und Fadenbildung kommen.
 
Druckbett – die erste Schicht ist entscheidend.

Für das Gelingen des Drucks ist die erste Schicht die Wchtigste.
Denn ohne guten Halt kann sich das Objekt beim Druck vom Träger lösen, verschieben oder umkippen und damit den Druck zunichte machen. Ganz ärgerlich ist das wenn es erst nach mehreren Stunden Druck passiert.
Im Internet gibt es jede Menge Vorschläge und Ideen für die optimale Haftung.
Beim Creality CR-10 wird eine Glasplatte mit 30x30cm mitgeliefert die leider oft in sich verbogen ist.
Aber auch sonst hält so ein Druckbett nicht ewig. Daher sollte man sich also rechtzeitig Ersatz besorgen.
Nach vielen oft ziemlich frustigen Versuchen hier ein Tipp von mir (der so sonst noch nirgends zu finden ist, aber zumindest bei meiner Maschine hervorragend funktioniert):
Man nehme Ikea-Spiegel 30x30cm, aktuell kosten 4 Stück 6,99 Euro. (ok, der Tipp ist bekannt)
Den Spiegel beklebt man aber mit Transfer-Tape für Beschriftungen (das ist neu und von mir!)
Im Web kursieren viele Tipps zu Maler-Krepp und vor allem zu sündhaft teurem blauen Klebeband.
Fahrzeugbeschriftungen werden meistens geplottet. Und um die geschnittenen Buchstaben auf das Zielobjekt zu transferieren nimmt man Transfer-Tape. Das ist im Prinzip nichts anderes als das besagte Maler-Tape. Nur eben viel billiger und ganz wichtig: es ist in 30cm Breite erhältlich! Man muss also nicht das Druckbett in 5cm-Streifen abkleben sondern kann den ganzen Spiegel am Stück abdecken.. Mein Tape ist das Gronal Rapid Transfertape. Das gibts beim Werbetechniker des Vertrauens. Sollte Bedarf bestehen kann ich das auch in meinen Shop unter www.drucker-onkel.de aufnehmen.

Die Haftung ist perfekt, die Methode ist sehr günstig und wenn sich mal ein Druckobjekt nicht vom Träger löst einfach ins Wasserbad damit. Für die Zwischenzeit hat man ja noch die 3 anderen Spiegel.
 
Und dann wäre da noch das Leveling, also das Einmessen des Abstandes zwischen Druckkopf und Druckbett.
Da kann man 100x messen und beim nächsten Mal ist es trotzdem wieder verstellt.
Ich habe da mittlerweile meine ganz eigene Methode: Skirt-Lines – das sind einfache Linien um das Objekt
Einfach soviel wie man zu brauchen meint – bei großen Objekten weniger, bei kleinen mehr.
Der Drucker wird grob eingemessen, dann geht der Druck los – erst einmal werden diese Skirt-Lines gedruckt.
Und die schaut man sich einfach an – die müssen schön flach, gleichmäßig und sauber gedruckt werden.
Ist die Linie zu flach, dann dreht man den Abstand auf der Seite etwas größer, gibt es eine Wurst oder hängt das Filament in der Luft, dann schnell den Abstand verringern. Mit etwas Übung hat man dann anhand der Skirt-Linien den Drucktisch perfekt ausgelevelt – und danach macht der Drucker direkt mit dem eigentlichen Druckobjekt weiter.
 

3D-Drucker: Creality 3D CR-10 – Teil4: jetzt gehts lohos…


3D-Drucker sind wirklich ein spannendes Betätigungsfeld.

Allerdings benötigt man viel Geduld wenn man problemlos einwandfreie Objekte drucken will.

Nachdem ich jetzt einiges erfolgreich gedruckt habe, wird es Zeit für den nächsten Teil meiner Blog-Serie zum 3D-Druck.

Ich rede jetzt noch gar nicht von selbst designten Dingen, dazu komme ich später noch.

Erst einmal habe ich auf Seiten wie www.thingiverse.com gewühlt.

Die Macht erwacht 🙂

Dort gibt es Tausende von druckfertigen Objekten. Die meisten sind sinnlos oder für sehr spezielle Anwendungen.

Einige aber auch hochinteressant. Das größte Problem ist das „Finden“.

Als Heimkino-Fan habe ich mir erst einmal ein paar Objekte von Star Wars ausgesucht.

Ein Darth Vader als riesige Lego-Figur. Cool.

Allerdings ist der Druck gar nicht so einfach.

Es gibt so viele Parameter die zusammenspielen:

Die Drucktemperatur muss hoch genug sein damit das Filament schmilzt. Aber zu heiß darf es nicht sein, sonst zieht es Fäden oder tropft. Die Schichtdicke muss passen. Fein sieht besser aus, dickere Schichten sind stabiler und drucken schneller. Ein schnellerer Vorschub beschleunigt den Druck, kann aber zu erhöhtem Wackeln führen das dann im Druck als Ghosting, Gewobbel oder Ausfransung sichtbar ist. Dann muss man natürlich wieder die Temperatur anpassen.

Infill benötigt man – eine Füllung für die Hohlräume. zu viel ist Materialverschwendung und verlängert den Druck, bei zu wenig Material fehlt die Stabilität. Die meisten Deko-Objekte werden mit 20-30% Infill gedruckt. Hier gibt es wieder verschiedene Einstellmöglichkeiten. Rechtecke, Linien, Dreiecke und vieles mehr. Bis man herausgefunden hat, welche Einstellungen am Besten sind, benötigt man sehr viel Übung. Aber für den Anfang funktionieren auch die vorgegebenen Einstellungen.

Support benötigt man für überhängende Teile – das sind gedruckte Stützen die man nach dem Druck wieder entfernt. Am besten wäre natürlich ein Support, der sich später automatisch entfernt. So etwas gibt es tatsächlich: Filament, das sich später mit Wasser auflösen lässt. Allerdings benötigt man dazu einen 3D-Drucker mit 2 Druckköpfen, das macht die Sache deutlich teurer und geht dann schon wieder in Richtung Profi-Bereich. Für Heimanwender ist das leider bisher nur ein Traum.

Aber ohne Support würden überhängende Teile ab einem bestimmten Winkel oder Größe einfach abbrechen oder umkippen. Frei durch die Luft drucken geht leider wegen der Schwerkraft nicht.

Das merkt man aber schnell, wenn man es mal vergessen hat.

Die Luftfeuchte muss auch passen und vieles mehr.

Es gibt also sehr viele Stellschrauben an denen man drehen kann.

Tja und dann gibt es noch verschiedenes Material: PLA, ABS, PETG.

Jedes Material mit Vor- und Nachteilen.

Und natürlich hat jeder einen anderen Drucker, die Angaben aus dem Web kann man daher auch nur als Grundlage für eigene Versuche verwenden.
Allein zwischen verschiedenen Geräten des gleichen Druckerherstellers variieren die Einstellungen gewaltig. Bei Bauteil-Toleranzen von teilweise 5-10% ist die empfohlene Einstellung von 200°C von Anwender A beim Drucker von Anwender B eben nicht geeignet, weil Gerät A mit -5% effektiv gerade mal 190°C erreicht und Gerät B mit +5% 210°C, da hilft nur ausprobieren. Außerdem ist jedes Filament anders.
Für die eigenen Versuche sind Angaben von Benutzern mit gleichen Geräten aber durchaus hilfreich.

Irgendwann hat man zwar den Bogen raus, aber bis dahin kann es ein langer Weg sein und teilweise ist es ziemlich frustrierend, wenn nach 5 Stunden Druck irgendetwas umfällt oder abbricht.

Als Einsteiger fängt man am besten mit PLA an, das ist günstig und gelingt fast immer einigermaßen auf Anhieb.

Hat man die Hürden der China-Kiste überwunden und alles einigermaßen gerade gebogen, dann kann es losgehen.

Alternativ kann man auch teurere Geräte kaufen und alles passt ab Werk – oder auch nicht.
Da hilft nur vorab informieren und dann lesen, lesen, ausprobieren, lesen. Nur Einschalten und Drucken geht bei 3D-Druckern meistens ziemlich schief.

Basteln muss man so gut wie immer.

Aber sonst wäre es ja auch langweilig.

Mein selbst gedruckter Darth Vader ist jedenfalls mittlerweile (fast) fertig.

Naja, nicht ganz. Der Lichtschwert-Griff ist ungefähr 5x schiefgegangen, bis ich gelesen habe, dass andere damit auch ihre Probleme hatten. Allerdings gibt es noch andere Designs. Der Griff ist zwar erst mal gedruckt, aber der dunkle Lord bekommt noch eine bessere Waffe. Gerade drucke ich aber mit anderen Farben, er muss also noch etwas warten.

Das größte Problem bei meinen ersten Drucken war übrigens die Haftung am Druckbett.

Die bei meinem Drucker mitgelieferte Glasplatte war absolut ungeeignet weil krumm!
Die Chinesen nehmen es beim Creality CR-10 nicht ganz so genau. Dabei liegen zwischen Gelingen und Ausschuss nur 1/10mm. Da ist es ärgerlich, wenn die Druckplatte nicht ausreichend eben ist.

Man soll den Drucker so ausrichten daß ungefähr 0,1mm Platz zwischen Düse und Druckfläche ist.

Das geht natürlich garnicht, wenn die Druckfläche in sich schon fast 2mm Toleranz aufweist.

Abhilfen gibt es viele – Druckplatten aus Glas, Keramik, Kunststoff, beschichtet und unbeschichtet.

Und irgendwie macht jeder andere Erfahrungen. Also muss man auch hier ausprobieren.

Mit dem richtigen Druckbett – ich arbeite gerade mit einem Ikea-Spiegel (Tipp aus dem Internet) und Klebefolie – haftet der Druck perfekt und löst sich beim Druck nicht ab. Das ist schon mal eine wichtige Hürde.

Denn nichts ist schlimmer als wenn der Druck nach 5 Stunden umfällt und alles umsonst war.

Die Haftung habe ich mittlerweile im Griff.

Aber das war sehr nervig. Einige Male war ich kurz davor, den Drucker aus dem Fenster zu werfen.

Mein System fürs Druckbett:

Ikea-Spiegel 30x30cm (4 Stück für 6,99 Euro) und einfaches Malerkrepp. Haftet sehr gut und ist eine günstige Lösung.

Bei größeren Objekten kam es schon vor, dass die Objekte sich nicht mehr lösen ließen. Da habe ich den Spiegel mitsamt dem Objekt einfach in Wasser gelegt.

Nach einiger Zeit hat sich die Klebefolie gelöst und alles war perfekt.

Manchmal war die Haftung aber so fest, dass sich beim Ablösen Glassplitter aus der Spiegeloberfläche gelöst haben, das war nicht wirklich erfreulich.

Da die Spiegel im 4er-Pack verkauft werden hatte ich bei fest haftenden Objekten in der Zwischenzeit einfach mit einem anderen Spiegel weitergedruckt.

Mittlerweile habe ich natürlich auch sinnvolle Dinge gedruckt (alle von thingiverse.com).

Ein Insektenhotel für den Garten.

Die kleinen Krabbelviecher sind ja leider stark unter Druck. Überall wird gerodet und Monokultur angepflanzt. Damit es dem Mensch gefällt wird gespritzt und bearbeitet, da wird der Platz für die Insekten immer weniger.

Daher erst mal was für Wildbienen und Co. gedruckt. Hoffe das Hotel gefällt.

(Nach einer Saison muss ich leider sagen, dass es doch nicht ganz so sinnvoll ist, denn die Insekten mögen das Ding anscheinend nicht)

Natürlich mitten in die Himbeeren gehängt, damit es genug Futter (Blüten) gibt – und später viele Himbeeren für uns.

Beim Füllen des Plantschbeckens mit dem Außenwasserhahn gab es wie immer nur kaltes Wasser (Leitungswasser hat leider nur ca. 8°C).

Die Vorjahre haben wir warmes Wasser mit der Gießkanne geholt. Nur war das sehr mühsam und anschließend war die ganze Küche vertropft.

Dieses Jahr habe ich einfach einen Adapter ausgedruckt und den Schlauch in der Küche am Wasserhahn angeschlossen.
Auch hier gab es fertige Druckvorlagen direkt im Internet.

Nicht ganz perfekt und unbeaufsichtigt wollte ich das lieber nicht verwenden. Der gedruckte Adapter mit direktem Schlauchanschluss war auch nicht wirklich fest. Aber es hat funktioniert. Auf der To-do-Liste steht ein anderer Adapter mit Gardena-Anschluss. Dann hält das besser.

Für die kurze Zeit der Pool-Füllung war das OK.

Und bevor Kritiken kommen: wir haben einen 1000l-Solartank, der ist im Sommer mittags wegen Überhitzung voll. Da kann man gut einen Pool mit warmem Wasser füllen, ohne irgendwelche fossile Energie zu verbrauchen.

Und das Pool-Wasser wird nach 2 Tagen zum Gießen verwendet.

Der Printserver aus Raspberry Pi und Octoprint funktioniert auch einwandfrei:

Mit Octoprint kann der Drucker stundenlang laufen, ohne dass man einen PC benötigt.

Stundenlange Drucke sind bei diesen Geräten eher die Regel.

Für 3D-Drucke benötigt man viel Geduld.

Für die 3 Teile des Windrades in unserem Garten wurde zusammen über 2 Tage gedruckt. Im Bild ein Rotor des Windrades.

Nach den Fehlschlägen am Anfang druckt man immer mit der Angst, dass zwischendrin etwas umkippt, abreißt, sich der Druck vom Druckbett löst, die Düse verstopft oder sonst etwas passiert.

Aber es ist alles gut gelaufen und das Windrad funktioniert einwandfrei. Mit 2 Kugellagern aus diesen komischen Fidget Spinnern und einer alten 8mm-Gewindestange eine nette Deko für den Garten. Jedenfalls so lange, bis bei der ersten Gartenparty die Gäste auf die Idee kamen, dass man Fußball spielen müsste. Einen direkten Treffer hat das selbst gedruckte Windrad leider nicht überlebt. Aber dafür hat man ja den 3D-Drucker. Da druckt man einfach ein neues – oder etwas anderes.

Als nächstes gab es dann einen Blumentopf. Natürlich ebenfalls aus dem Web (www.thingiverse.com).

Gedruckt in blauem PLA sieht das Ding obercool aus.
Wenn die Sonne darauf scheint, leuchtet es und sieht leicht durchschimmernd aus.

Davon will ich noch mehr drucken – andere Designs, andere Farben. Nicht diesen Einheitsbrei aus dem Baumarkt. Übertöpfe finde ich nicht so toll und die direkt bepflanzbaren Teile sind meistens nur langweilig.

Selber drucken macht da viel mehr Spass.

Aber erst mal muss die Dichtigkeit überprüft werden. Nicht, dass irgendwann die Wohnung unter Wasser steht. Für den Garten druckt man solche Töpfe besser in PETG. PLA ist nicht wirklich UV-stabil und auch kaum hitzebeständig. Da reicht schon ein heißer Sommertag mit 40°C, um bei den gedruckten Objekten Verformungen hervorzurufen.

Nach über 1 Woche ist bei diesem blauen Blumentopf jedenfalls noch alles dicht. Und ich glaube, die Pflanze fühlt sich wohl. Vielleicht mag sie blau?

Bei den Designs kann man sich richtig austoben. Da kann man sich gar nicht entscheiden. Und das Coole – man kann die Vorlagen auch anpassen – an die Größe des Fensterbretts, an die Pflanze, die Farbe, das Material. Alles ist frei wählbar.

Serienfertigung

Für den Einsteiger eignen sich übrigens am besten die kleinen Druckobjekte, wie beispielsweise Kühlschrankmagnete. Die Druckobjekte sind meistens in weniger als einer Stunde gedruckt und passende Magnete gibt es bei Amazon, eBay oder aus China für wenig Geld. Bei Thingiverse gibt es Geckos als Kühlschrankmagnete, davon habe ich mittlerweile bestimmt 20 Stück gedruckt. Allerdings verschwinden die Dinger auch relativ schnell. Sobald Besuch da war, sind oft keine mehr da. Auch andere lustige Objekte kommen als kleines Geschenk gut an. Es muss nicht gleich ein großer 20 Stunden Druckjob sein. Mit den kleinen Dingen kann man auch gut an den Einstellungen basteln und es ist nicht so schlimm, wenn mal etwas schief läuft.

Zurück zu Octoprint:

Gegenüber dem Druck von Chipkarte hat man einen deutlich gesteigerten Komfort, weil die wichtigsten Dinge per Netzwerk erreichbar sind.

Und gegenüber einem PC benötigt die Lösung viel weniger Ressourcen, spart vor allem Strom und das Ding bootet nicht wie ein Windows-Rechner unkontrolliert neu, weil Microsoft meint, es sei mal wieder Zeit für irgendein unsinniges Update.

Mit einer uralten Webcam aus der Grabbelkiste im Keller habe ich sogar ganz einfach eine Video-Überwachung dazu basteln können. Octorpint erstellt mir auf Wunsch von jedem Druckjob sogar eine Zeitraffer-Aufnahme.

Das ist toll, denn erstens hat man lustige Zeitraffer-Videos von seinen gedruckten Objekten. Und zweitens kann man bei Fehlschlägen sofort erkennen, wann und wo etwas passiert ist.

Drittens kann man aus der Ferne sehen, ob der Druckjob noch sauber läuft – und bei Bedarf erst mal stoppen. Wäre ja sonst schon doof, wenn man aus der Ferne sieht, dass der Drucker Mist macht, man aber erst 3 Stunden später ausschalten kann.

Mittlerweile habe ich mich auch um die helle Seite der Macht gekümmert:

Eine kleine Yoda-Figur ziert seit kurzem mein Film-Regal. Natürlich mit grünem Filament gedruckt.

Der erste Druck ist leider schiefgelaufen. Da stand wohl die Vader-Figur zu nah am Drucker.

Aber beim zweiten Versuch „Gelungen es ist!“

Im nächsten Blog-Beitrag geht es dann um weitere „Fehlschläge und Probleme“ sowie den Druck mit anderen Materialien.

Nach dem einsteigerfreundlichen PLA  habe ich mich auch mal an andere Dinge gewagt.

Zum Beispiel an den Druck mit Holz.

Ja richtig gelesen – man kann mit Holz drucken.

Ok da werden keine Bretter eingelegt, aber das Filament enthält Holzstaub und der Druck sieht aus und riecht ähnlich wie Holz. Sehr spannend.

Damit habe ich mir zuerst mal einen Schreibtisch-Ständer für meine Füllhalter gedruckt und dann (wieder von Thingiverse) einen Baby-Groot (aus Guardians of the Galaxy)

Aber dazu mehr im nächsten Teil…

3D-Drucker: Creality 3D CR-10 – Teil3: Lust und Frust

Mein CR-10 3D-Drucker
Hier kommt wie versprochen der 3. Teil zu meinem 3D-Drucker.
Der Druck der obligatorischen Glückskatze hat ja erstaunlich gut funktioniert.
Die Katze wird als Test auf einer Chipkarte mit dem Drucker mitgeliefert. Allerdings ist die Datei defekt, daher verliert die Katze beim Druck den Kopf. Daran erkennt man im Internet wer sich vorher schlau macht und wer einfach drauf los bastelt – die Foren zum CR-10 sind voll von verzweifelten Anwendern die nur kopflose Katzen drucken können – ich habe zum Glück vorher eine korrigierte Version aus dem Netz geladen.
Nächste Anlaufstelle sind 3D-Portale wie z.B. Thingiverse.com.
Dort gibt es Tausende vorgefertige Druckdateien die man direkt ausdrucken oder als Vorlage für eigene Kreationen verwenden kann. Da die Erstellung eigener Vorlagen in 3D doch sehr aufwändig ist kann man da auch erst mal einiges ausdrucken um den Drucker kennenzulernen. Denn ganz so einfach wie mit der Katze funktioniert es nicht immer.
Ich habe mir bei Thingiverse einen Account angelegt und erst mal alles was mir gefallen hat in eine Sammlung gezogen (Eigene Sammlungen sind ganz gut weil man sonst schnell den Überblick verliert).
Für den Einstieg habe ich erst mal ein paar Sharkz-Klammern ausgedruckt, kleine Universalklammern die man als Wäscheklammer, Papierklammer oder auch für viele andere Dinge verwenden kann.
Mit der Katze bin ich dann erst mal ganz stolz zu meiner Frau: „Schau mal – es funktioniert!“
Antwort: „was willst Du denn mit der Katze?“
Frauen verstehen einfach nicht was ein „TESTDRUCK“ ist.
Mein Sohn war da schon besser drauf: „Papa, darf ich die Katze haben und mit in die Schule nehmen?“
Klar, dafür habe ich das Ding doch gedruckt 🙂
Während die Klammern gedruckt wurden habe ich entschieden, daß das mit der Speicherkarte nichts taugt, einen PC wollte ich aber für die stundenlange Arbeit auch nicht opfern und am Arbeitsplatzrechner will ich keine Drucksoftware im Hintergrund laufen lassen, der wird öfters m
al rebootet und wenn so ein Druckjob läuft ist das nicht so toll.

Octoprint Druckserver

Die Lösung: OctoPrint!
Eine perfekte Druckserver-Lösung für den Raspberry Pie. In wenigen Minuten eingerichtet und perfekt zur Ansteuerung des Druckers geeignet. Bedienbar über eine Weboberfläche von jedem PC aus  oder von allen Geräten die einen Webbrowser haben – zur Not auch vom Handy.
Im Keller fand sich noch ein alter Raspi 1 und daneben lag eine noch viel ältere Webcam. Die wurde auch gleich reaktiviert – sonst muss man ja dauernd zum Drucker laufen um zu sehen ob er noch druckt.
Die Installation war kinderleicht. Keine 20 Minuten später lief der Printserver und auch die Webcam funktioniert einwandfrei mit Octoprint.
Nur das Einstecken des Druckers musste noch warten – da wurde ja gerade gedruckt.
Das funktioniert dann aber auch ohne irgendwelche Probleme. Nur die Baudrate der Verbindung musste manuell eingestellt werden, mit „AUTO“ funktionierte es am CR-10 nicht.
Die Klammern waren perfekt gedruckt, ich war begeistert. Gleich den nächsten Druckjob gestartet, diesmal was sinnvolles – kleine Stäbe für den Garten als Halterung für einen Elektrozaun.
Total begeistert ging ich mit den Klammern in die Wohnung, meine Mutter war gerade zu Besuch. Voller Stolz zeigte ich ihr die Klammern und sagte: Schau mal, ich habe jetzt einen 3D-Drucker.
Antwort: „was willst Du denn mit den Klammern!?“
Nein, Frauen verstehen WIRKLICH NICHT was ein „TESTDRUCK“ ist.
Aber mein Sohn, der fand die Klammern toll und konnte die natürlich auch gut gebrauchen.
SO muss die Reaktion sein!
Übrigens – seit der Drucker da steht kommt er morgens nach dem Aufstehen und Mittags nach der Schule als erstes immer ins Büro und schaut was neues gedruckt wurde.
 
Tja und dann wagte ich mich an ein etwas größere Objekt.

 
Erst mal ein Windrad, eine optische Illusion, ebenfalls von Thingiverse.
Hätte ich doch erst mal die Kommentare durchgelesen – da hatten einige Probleme mit.
Irgendwie klappte der Druck nicht so recht. Mal waren Löcher im Druck, mal Streifen und ganz fies:
 
beim Druck des Halters hat sich nach 2 Stunden einfach das Objekt von der Druckplatte gelöst und verschoben. Der Drucker hat fleissig weitergedruckt und das ging leider ziemlich daneben, denn frei in der Luft funktioniert das leider nicht so toll.
 
Nach 3 Versuchen die jeweils Stunden dauerten hatte ich zwar ein Windrad, das war aber ziemlich hässlich gedruckt und sehr spröde. Als ich dann die Kommentare gelesen habe habe ich das erst einmal zurückgestellt.
 
Als nächstes gab es einen Halter für die Hotbed-Kabel.
Die waren einfach angelötet und hingen frei in der Luft, Kurz oder später führt sowas zu Kabelbruch.
Aber auch hier gab es im Web jede Menge fertige Verbesserungsvorlagen.
Also schnell ausgedruckt, eingebaut und weiter ging es.
gescheiterter Druckversuch - sieht gut aus, funktioniert aber nicht.
gescheiterter Druckversuch – sieht gut aus, funktioniert aber nicht.

Aufgefallen ist mir bei der ganzen Druckerei die geringe Haftung am Druckbett.
Immer wieder verschob sich ein Teil beim Druck oder haftete einfach nicht an der Glasplatte.
Das war sehr nervig. Im Web war dazu einiges zu lesen.
Alle möglichen Dinge habe ich ausprobiert: Klebestick, eine Glasplatte vom Glaser, Tape. So richtig überzeugt hat mich nichts. Mit der Zeit war das ziemlich frustrierend. Funktioniert der Druck? Oder fällt das Objekt nach 5 Stunden um? Sehr nervig und sehr zeitintensiv.
Ich habe mich dann für eine Dauerdruckplatte entschieden. Eine „Minadax professionelle PEI Druckplatte“.
Für stolze 26,90 Euro hat die Platte mich optisch erst mal ziemlich enttäuscht. Das Teil sah aus wie eine einfache Kunststoffplatte aus dem Baumarkt, nur eben viel teurer. Aber als Laie kann ich natürlich nicht beurteilen ob das PLA, PET oder PEI ist. Da muss man auf den Verkäufer vertrauen.
Die Haftung war leicht besser als auf Glas, perfekt war das aber nicht. Das lag aber nicht an der Platte sondern am Druckbett! Das war nämlich nicht eben. „Chinaglump“ ist  unser heimlicher Fachbegriff für sowas. Billig zusammengeklöppelter Pfusch. Bei Geräten die im 1/10mm-Bereich arbeiten ist eine Toleranz von über 1mm absolut inakzeptabel.
Die PEI-Druckplatte ist sehr dünn und passt sich dem Untergrund an. Damit hing sie in der Mitte knapp 1,5mm durch während am Rand alles perfekt gelevelt war. Und überhaupt – bei den Versuchen kam der Druckkopf am Rand mit der Platte in Berührung und schwups gab es ein Loch – was ist das für ein Müll? Eine Druckplatte für einen 3D-Drucker der mit 200°C und mehr an der Düse arbeitet ist nicht hitzebeständig!?!
OK, das war ein Versehen, aber nach einem Testdruck mit 5 Rechtecken blieb der Drucker einfach stehen, die Düse hing direkt über dem letzten Druckobjekt. Fehler oder nicht? Jedenfalls gab es auch an dieser Stelle ein Loch in der Platte. Sowas geht überhaupt nicht. Rückgabe war leider nicht mehr möglich, das Ding hatte ja jetzt 2 Löcher.
Aber die 26,90 Euro sind erst mal für den Popo gewesen.
Zurück zur Glasplatte – auch die ist verzogen. Da bringt das feinste einmessen nichts wenn man 4 Schrauben an den Ecken perfekt nivelliert und dann die Mitte durchhängt – oder hochsteht, je nachdem wierum man die Platte einbaut.
Diese ganze Testerei hat mich sehr viel Zeit gekostet – Zeit die total unnötig ist.
Das ist wohl einer der Unterschiede zwischen „Chinaglump“ und teurer Markenware. Allerdings kann ich das mangels Markengerät nicht beurteilen und teilweise liest man auch bei den teuren Geräten von ähnlichen Problemen.
Jedenfalls sehr frustig.
3D-Druck ist nicht ganz so einfach wie es den Anschein hat.
Jedenfalls muss man viel lesen (vor allem in Foren und Gruppen im Web), ausprobieren – was beim einen funktioniert passt beim anderen noch lange nicht) und man braucht sehr viel Geduld.
Je nach Ausdauer und handwerklicher Geschicklichkeit kann man da gut mal eine Woche Lehrzeit einplanen.
Und dann kann man gerade mal PLA drucken. ABS, Flexibles Filament, Spezialmaterial mit Holz- und Stein-Anteilen bringen dann auch noch weitere Herausforderungen.
Meine Maschine ist mittlerweile an den Rändern perfekt, in der Mitte hat das  Teile leider ein Delle – oder Beule. Je nach Ausrichtung. Das ist natürlich Murks – Chinaglump.
 
Für das Haftungsproblem habe ich folgendes ausprobiert:
Direkt aufs Glas:
von „geht nicht mehr ab“ bis “ hält überhaupt nicht“ alles mitgemacht.
Die Ausrichtung ist wohl entscheident, Bei verzogenem Glas bringt das leider garnichts.
Ganz wichtig: es muss peinlich auf Sauberkeit geachtet werden, ein Fingerabdruck reicht für schlechte Haftung.
Erfolg: 70%
 
3M Sprühkleber (blaue Kappe – da gibt es verschiedene!)
Klebt gut, hält aber nur 1-2 Drucke und muss dann wieder neu aufgebracht werden, muss erst 30min trocknen, sonst funktioniert es nicht. Aufbringen nur draussen – Sprühkleber ist sonst eine Sauerei.
Haftet 90%
 
Haarspray
funktioniert bei mir nicht, evtl. falsche Marke. Ist auch eine ziemliche Sauerei.
Klebrig, Nur 1 Versuch, hat nicht gehalten.
 
3M Sprühkleber grüne Kappe
funktioniert nicht – 3 Versuche – 3x abgelöst
 
Klebestift (wird im Web empfohlen)
Hält für kleinere Objekte sehr gut. Trocknet aber mit der Zeit, längere Druckjobs verlieren dann ihre Haftung weil der Kleber bröselig wird. Evtl. funktionieren Stifte anderer Hersteller. 60% Erfolg
 
normales Glas vom Glaser
War leider zu dünn und hat sich dem Druckbett „angepasst“, d.h. ebenfalls Höhenunterschiede und damit unbrauchbar. 50% Erfolg
 
angerauhtes Glas
mit 800er Schleifpapier angeschliffen funktioniert sehr gut, besser als das Originalglas. Muss aber ebenfalls immer sehr sauber gehalten werden. 90% Erfolg
 
Malerkrepp
funktioniert hervorragend. 100% aller Versuche halten.
Allerdings geht der Druck dann kaum mehr vom Druckbett ab. Fast schon zuviel Haftung.
Das blaue 3M-Band dürfte dafür die Lösung sein, das haftet nur schwach, dann geht es insgesamt besser ab.
Das habe ich aber derzeit nur in 1cm Breite da. Muss ich noch in Breiter bestellen.
 
 
Als nächstes probiere ich die IKEA LOTS Spiegelfliesen aus. Die sollen ein Geheimtipp sein.
Spiegel sind normalerweise ziemlich plan, sonst sieht das Spiegelbild verzerrt aus. 4 Stück für 6,99, da kann man auch etwas experimentieren.
 
Derzeit drucke ich mit Malerkrepp.
Was am besten funktioniert muss jeder für sich selbst ausprobieren.
Eine Lösung zu finden kann aber ganz schön frustig sein, vor allem weil ohne Haftung am Druckbett alle anderen Einstellungen und Versuche überflüssig sind. Wenn das Objekt nicht haftet braucht man garnicht erst weiter zu probieren.
 
Aber mit Malerkrepp läuft es erstmal. Wobei mir da die Haftung zu stark ist.  Aber immerhin – jetzt kann ich erst mal drucken und an den weiteren Einstellungen schrauben.
 
Die Einstellungen.
Tja, da gibt es einige Parameter die wichtig sind.
Dickere Schichten drucken schneller und halten besser, sehen aber nicht so toll aus wie feine Schichten.
Wieviel Füllung sollte man reinpacken? Zu wenig wird instabil, zu viel wird teuer und dauert lange.
Braucht man Stützen (für überhängende Teile)? Welche Haftungsgrundlage sollte man drucken? Eine Linie aussenherum (damit die Druckdüse sich „warmläuft“, einen breiten Rand aussenrum um Warping (Verziehen an den Ecken und Kanten beim Abkühlen)  zu verhindern  oder besser gleich eine massive Platte drunterdrucken?
Welche Temperatur sollte man nehmen?  Usw.
Nicht jede Einstellung taugt für jedes Objekt gleich gut.
Meistens funktioniert der Druck, auch wenn die Einstellungen nicht 100% sind.
Aber ich glaube das Feintuning kann zu einer Lebensaufgabe werden – zumal sich die Materialqualität ändern kann, die Luftfeuchte hat ebenfalls einfluss auf den Druck, die Raumtemperatur, Zugluft ist ganz schlecht.
Und ein bisschen Voodoo ist auch dabei 🙂
 
 
Demnächst gibts dann einen weiteren Teil mit den ersten gelungenen Objekten – auch richtig große sind dabei.
An eigenen Kreationen arbeite ich noch. Dazu schreibe ich dann auch noch was – Fusion360 und Co. sind für den Anfang auch nicht ganz einfach.
 
Aber trotz den vielen fehlgeschlagenen Versuchen – es macht Spass!
Geduld ist allerdings eine Grundvoraussetzungen. Aufstellen – Einstecken – losdrucken. Das geht garnicht.
Naja, geht schon – die Katze war ja gleich hervorragend. Aber früher oder später muss man sich reinknien.