Kategorie: Photovoltaik

Photovoltaik und Batteriespeicher

Jochens Solar-Report 2020.7

Schon wieder sind 2 Monate vorbei.

Schon wieder sind 2 Monate vorbei.Solaranlage und Speicher arbeiten super.
Für Juni steht ein Bezug von 131 kWh auf dem Stromzähler, PV-Eigenverbrauch 815kWh (Gesamtverbrauch 946kWh). Im Mai waren es nur 71kWh Bezug bei 822kWh Eigenverbrauch (Gesamt 893).
Der Mehrverbrauch im Juni liegt daran, dass ich öfter bis in die Nacht gearbeitet habe und die 10kWh des T10 bei einer Last von 1,5kW nicht durch die Nacht reichen. Außerdem gab es im Juni mehr Schlechtwettertage als im Mai.
Ins Netz gingen zusätzlich noch 888kWh bzw. 618kWh, der Ertrag war also bei weitem größer als der Verbrauch.
Für Juni bedeutet das eine Autarkie von 86%, im Mai sogar 92%


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Jochens Solar-Report 2020.5

Jochens Solar-Report 2020.5

Die Zeit vergeht wie im Flug. Es ist Mai 2020, Corona / Covid-19 lähmt das Land. Die Politiker würgen durch Verschleppung einer Neuregelung nach Ende des EEG (52GW-Deckel) den Solar-Neubau ab und wünschen sich, das alle Bürger gefälligst ihren Strom wieder bei den großen Konzernen kaufen, insgesamt ist es also eher dunkel.


Aber bei unserer Solaranlage gibt es Sonnenschein und wieder einige Neuigkeiten:

Im März haben wir nochmal 6kWp PV-Module angebaut.

Im April waren wir mit insgesamt 12kWp und unserem Storion T10 mit 10 kWh fast autark!

6 kWp – Verdoppelung der PV-Anlage

Wie in meinem Blog zu lesen ist, hatten wir bisher 6 kWp Photovoltaik-Leistung mit Überschusseinspeisung (dazu noch eine 5kWp-Anlage mit Volleinspeisung, die hier aber nicht berücksichtigt wird).

An der Garage befand sich eine Holz-Pergola, bei der ein Hagelsturm die Plastikabdeckung zertrümmert hat. Nach langem Überlegen haben wir das ganze “Gerümpel” entsorgt und die an/auf der Garage angebaute Solaranlage vergrößert.

Jochens Solar-Report 2020.5

Dazu haben wir die vorhandenen 10 Module* ein Stück auf der Garage verschoben und das Gestell für die neuen Module von der Firma Stahlwerk Bulling komplett neu machen lassen. Die Unterkonstruktion ist perfekt und sieht absolut edel aus.
Zudem sollte das jetzt mindestens 20-30 Jahre halten.
(*die vorhandenen 6kWp bestehen aus 23 Modulen an der Fassade und 10 Modulen auf der Garage)

Da die Anlage übersteht, haben wir uns für teiltransparente Glas-Glas-Module entschieden.
Das heißt, statt einer rückseitigen Folie sind die Silizumplatten zwischen zwei Glasscheiben eingebunden. Die “Fugen” sind durchsichtig.

Wer jetzt anhand der Bilder meint, wir hätten die Module verkehrt herum montiert, dem kann ich Entwarnung geben. Das sind Bifaciale Module, die sehen von vorne und hinten gleich aus. Diffuse und reflektierte Strahlung, die von hinten auf die Module trifft, soll den Stromertrag erhöhen.

Gesamt wurden 20 Module mit zusammen 6,3kWp verbaut.
Die vorhandenen 10 Module (2kWp) wurden auf der Garage weiter hinter das Haus verschoben.

Jochens Solar-Report 2020.5

Die Solarkabel könnte man fast unsichtbar verstecken, allerdings haben wir uns für ein System von Solaredge entschieden, das für jedes Solarmodul noch einen Optimierer vorsieht. Diese Optimierer werden von unten an die Module oder die Unterkonstruktion montiert. Diese Geräte lassen sich leider nicht unsichtbar montieren, aber es fällt kaum auf. In der Regel schaut man auch nicht nach oben, daher stört das nicht weiter.

Solar-Edge

Die Besonderheit der Solar-Edge-Wechselrichter besteht in den Optimierern, die an jedes einzelne Photovoltaik-Modul angeschlossen werden. Dadurch kann das System jedes Modul im optimalen Bereich fahren und Verschattungen einzelner Module führen nicht zu einem Leistungsverlust im gesamten String, wie es bei herkömmlichen Anlagen der Fall ist.
Außerdem wird jedes einzelne Modul überwacht und man sieht sofort, ob ein Modul Probleme macht.
Diesen Komfort erkauft man sich allerdings mit etwas mehr Elektronik-Aufwand.
Für normale Solaranlagen, die voll in der Sonne stehen, benötigt man so ein System nicht, da nimmt man eher herkömmliche Wechselrichter. Bei komplexen Schattensituationen ist so ein Solaredge-System aber genial.
Auf dem Foto der Anlage sieht man die Optimierer, die ich an die Träger geklebt habe. Das stört optisch nicht weiter.

Das Solar-Edge-System haben wir aus 2 Gründen gewählt:

Schattenmanagement.

Jochens Solar-Report 2020.5
Bild: Schattenwurf auf den Solarmodulen

Durch die Verschiebung der alten Module auf der Garage liegen diese ab ca. 12 Uhr im Schatten des Hauses. Der Schatten bewegt sich dann über Mittag langsam über das gesamte Modulfeld. Vorher mit Solarmax 2000S Wechselrichter war das komplette System mittags offline, sobald ein Modul im Schatten lag. Der neue Wechselrichter regelt die Module einzeln aus, sodass einfach nur die Module im Schatten wegfallen, der Rest der Anlage aber volle Leistung bringt. Das funktioniert erstaunlich gut.

Ab Ende April kommt interessanterweise abends die Sonne auf der NW-Seite wieder hinter dem Haus hervor, damit steigt im Sommer gegen Spätnachmittag die Leistung sogar wieder an!

Mischbetrieb der Module

Die 10 alten 230W-Module hingen an einem Solarmax 2000S Wechselrichter. Ab Mittag war das System verschattet und hatte quasi keine Leistung mehr. Mit der Verschiebung auf dem Garagendach weiter nach Westen stieg natürlich das Verschattungsproblem. Aber da das Solaredge-System über die Optimierer Spannung und Strom immer im Optimum halten kann, darf man hier verschiedene Module mischen!
Das ist eine faszinierende Möglichkeit. Der alte Wechselrichter wurde abgebaut und alle 30 Module (10x230W, 20x 310W) laufen jetzt am Solar-Edge-System. Das funktioniert erstaunlich gut. Mit herkömmlichen Wechselrichtern wäre so etwas nicht möglich.

Sonnenterrasse

Unter den Modulen soll eine Sitzecke eingerichtet werden.
Leider verzögern sich die Gartenbauarbeiten durch Corona, daher konnten wir bisher nur provisorisch unsere Lounge unter das Modulfeld stellen.
Aber schon jetzt lässt sich erkennen, dass der Platz unter den Modulen irre gemütlich ist. Ein Freund meinte sogar, das wäre ein Fall für “schöner Wohnen”, dabei ist der Bereich noch gar nicht fertig.

Speicher und Autarkie

Mit unserem Alpha ESS Storion T10, ausgebaut auf 10kWh konnten wir seit Installation in 7.2019 schon recht viel Strombezug sparen, von Dezember bis März brachte die 6kWp-PV-Anlage aber leider viel zu wenig Ertrag, meistens reichte es gerade für den Eigenverbrauch.
Unser täglicher Verbrauch liegt bei ca. 30kWh, nachts liegen ungefähr 600W Grundlast an. Das liegt natürlich an der gewerblichen Nutzung – es laufen einige IT-Geräte, die sich nachts nicht abschalten lassen und tagsüber laufen Maschinen, die viel Strom verbrauchen.

Ab Mitte März, mit der zusätzlichen PV-Anlage und damit Aufrüstung auf 12kWp Solarleistung, änderte sich alles komplett. Zudem war es ab Mitte März extrem sonnig. Im April gab es über 300 Sonnenstunden, zum Vergleich: 2019 waren es im April 199 Sonnenstunden.
Das sind im Schnitt 10 Sonnenstunden pro Tag – im April! – in Hinblick auf den Klimawandel eher erschreckend!
Trotz hohem Verbrauch war damit täglich ein voller Speicherzyklus möglich, d.h. voll laden und bis früh am Morgen war der Speicher leer.
Es dauerte täglich nur bis 10 Uhr (mit Wolken auch mal etwas länger) und der Speicher war voll. Faszinierend.
Je höher die Sonne stieg, desto kürzer war die Zeitspanne morgens zwischen leerem Speicher und Beginn der Versorgung aus Sonnenstrom.
Ein paarmal gab es sogar mehr als einen vollen Zyklus, wenn Mittags Wolken aufzogen und der Betrieb aus dem Speicher versorgt wurde, danach aber wieder die Sonne herauskam. Dadurch gab es bei einem 10kWh-Speicher mehrere Tage mit bis zu 12kWh aus dem Speicher.

Speicher-Optimum

Die ideale Auslegung des Speichers hängt immer davon ab, was man damit machen will. Für eine schnelle finanzielle Amortisation braucht man viele PV-Module und einen kleinen Speicher. Der Speicher sollte idealerweise täglich einen vollen Zyklus machen, dann wird er optimal ausgenutzt.
Aber aus finanziellen Gründen kauft man sich aktuell eher keinen Speicher.

Im April, dem ersten vollen Monat mit der neuen PV-Anlage hat der Speicher 317,9kWh geladen und 313,1kWh entladen. Das entspricht über 10kWh pro Tag, mehr geht bei einem 10kWh-Speicher kaum.
Der Wirkungsgrad errechnet sich damit zu 98,5%, das ist ein sehr ordentlicher Wert. Im Internet schwirren hier viel geringere Werte herum.

Ausfälle oder Auffälligkeiten gab es seit Inbetriebnahme des Storion T10 keine. Die Kiste läuft einfach.

Der Netzbezug lag im April mit 890kWh Verbrauch bei gerade einmal 76kWh! Zusätzlich wurden noch 833kWh eingespeist.
Das ist ein Autarkiegrad von 92%

Mehr Speicher!

Ich habe mich trotzdem dazu entschieden, den Speicher auf volle 20kWh aufzurüsten.

Mit 10kWh ist die Lade-/Entladeleistung auf 5kW beschränkt und Speicher kann man eigentlich nie genug haben.
Bei Vollausbau steigt die verfügbare Leistung auf 10kW und bei unserer Grundlast sollte es locker durch die Nacht reichen.
Mit 20kWh wäre der April 2020 vermutlich zu 100% autark gewesen und auch im Mai, der bisher eher wechselhaft ist, wäre bis zur Monatsmitte mit 20kWh volle Autarkie möglich gewesen. Mit 10kWh Speicher mussten bisher (15.5.) 57kWh aus dem Netz geladen werden (bei 337kWh Überschuss-Einspeisung).
Je geringer der Hub, desto mehr Zyklen kann das System, mit 20kWh wird also theoretisch der Gesamtspeicher entlastet, was der Lebensdauer zugute kommt.


Es ist faszinierend, wieviel Energie auch an teilweise bewölkten Tagen vom Himmel kommt und durch den Speicher reicht es auch, wenn die Wolken mal zu dicht werden.

Die Aufrüstung des Speichers ist vergleichsweise günstig, denn die ganze Steuertechnik+Wechselrichter ist ja bereits vorhanden, man muss nur 4 Batterieblöcke zusätzlich einbauen. Mit dem zusätzlichen Speicher erhöht sich auch die Versorgungssicherheit für mein Büro, denn der Storion T10 läuft hier auch als USV+Backupsystem.

Volle Autarkie?

[ Ein kleiner Gedankengang, der vielleicht gar nicht so unsinnig ist, wie er scheint, obwohl manche das sicher als Spinnerei bezeichnen würden]

Man könnte meinen, volle Autarkie über das ganze Jahr wäre noch utopisch. Wenn man genau hinschaut, erkennt man aber, dass es technisch bereits möglich wäre!
Ob es sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt, aber wenn man sieht, was die Industrie-Marionetten in Berlin alles dafür tun, damit der einfache Bürger möglichst in der Zwangsversorgung der großen Versorger bleibt (suche im Internet nach 52GW-Deckel, Smartmeter, Post-EEG, usw.), da kommt schon mal die Frage auf, ob man sich nicht einfach abklemmen könnte.
Und tatsächlich – technisch wäre es heutzutage möglich!
Finanziell ist es natürlich Unsinn. Ökologisch sowieso.

Unsere Dach-Anlage aus 2006 fällt 2027 aus der EEG-Vergütung.
Würde man die Anlage durch eine neue ersetzen, dann würden mit aktueller Technik ungefähr 16kWp auf das Dach passen. Damit hätten wir gesamt 28kWp.
Nimmt man den schlechtesten Monat seit Aufzeichnungsbeginn als worst case, dann könnte man mit 28kWp ungefähr 820kWh erzeugen. Das würde bei etwas Optimierung reichen. (Die alten 6kWp könnte man auch noch auf 8kWp repowern, bis 2027 haben die Module mehr Leistung und vielleicht gibt es noch irgendwo Platz für ein paar Module.
An Speicher wären ungefähr 100kWh nötig. Für ganz dunkle Wochen holt man im Baumarkt einfach ein Dieselaggregat. (das wäre aber nach meiner Berechnung in den letzten 10 Jahren hier nicht nötig gewesen!)

Verrückt?

Alles in Allem käme man für die Aufrüstung auf volle Autarkie mit aktuellen Preisen bei unserer Anlage auf ca. 60.000 Euro.
Bei einer konservativ gerechneten Lebensdauer von 10 Jahren und 10.000 kWh Jahresverbrauch wären das 100.000kWh
Entsprechend einem Preis pro kWh von 60cent.
Aktueller Strompreis 30cent. (In Österreich übrigens weit weniger als die Hälfte!). Zum Strompreis kommt aber noch die Grundgebühr und demnächst bekommt jeder seinen Smartmeter. Das ist nicht besser als ein Ferraris-Zähler, aber teurer. Der Netzbetreiber soll ja nicht verhungern.

Aktuell ist volle Strom-Autarkie also Unsinn. Aber ich gehe von einem großen Preisverfall bei den Speichern aus, einer Steigerung der Energiedichte und einer Erhöhung der Leistungsfähigkeit der PV-Module.
Wenn die Politiker weiterhin so gegen das Volk und für die Energiewirtschaft arbeitet, wie bisher, dann könnte ich mir durchaus vorstellen, in 2027 den Stromanschluss abzuklemmen.
Vielleicht liegt dann die kWh im Bezug ja schon bei 50cent, der Speicher kostet aber schon 30% weniger, oder 50%? Dann könnte man auch einen 200kWh-Speicher in den Keller stellen.

Es ist finanziell derzeit noch absolut unsinnig, technisch wäre es schon machbar und in 7 Jahren?
Man muss nur bei den Elektroautos schauen: 2015 i3 mit 20kWh, 2019 Hyundai Kona mit 64kWh zum gleichen Preis.

Für die Umwelt wäre es natürlich Quark, im Sommer die Überschussenergie wegzuwerfen, wobei man da sicher auch einiges zusätzlich verbrauchen kann.
28kWp schaffen bei uns im Jahr ca. 30.000 kWh, da würde man 20.000kWh verschenken.

Aber wie gesagt – wenn die Politiker vor der Kamera Umweltschutz heucheln und hintenherum Windkraft und Sonnenenergie in Bürgerhand bekämpfen, dann könnte das bald eine Option werden.
Vielleicht gibt es aber doch noch eine brauchbare Lösung für nach dem EEG.
Vielleicht werden Insel-Anlagen (so nennt man autarke System) bis 2027 ja auch verboten und es gibt einen Zwang zum Netzanschluss.
Nicht, dass sich irgendwer der Solidargemeinschaft zur Finanzierung der Energiekonzerne entzieht. Das geht ja gar nicht!

[Ende Gedankengang]

Storion T10

Unser Speicher läuft, wie bereits geschrieben, seit Inbetriebnahme unauffällig und zur vollsten Zufriedenheit. Der Support funktioniert super schnell und sehr freundlich, auch wenn man nur eine Frage hat.
Einzig die Überwachungsfunktion als Cloudlösung ist nicht so toll.
Da ist Alpha-ESS aber nicht allein, quasi alle Hersteller zwingen ihre Kunden in die Cloud.
Es ist mir bis heute ein Rätsel, warum die Hersteller so etwas machen.

Cloud ist Mist!
Das gilt auch für andere IT-Bereiche und das wird jeder bestätigen, dessen Daten schon aus der Cloud geklaut wurden.
Bei einem System mit Backup-Funktion und automatischer Umschaltung auf Inselbetrieb ist es unsinnig, wenn man bei Stromausfall nicht mehr auf die Daten zugreifen kann, weil man dafür einen Internetanschluss benötigt.

Hab ich noch genug Energie im Speicher? Mit ausgefallener Cloud muss man für diese Information in den Keller gehen und am Display schauen. Mit FHEM, IOBROKER oder Homematic, wäre das deutlich eleganter. Ausserdem könnte man die Daten in Echtzeit anzeigen lassen.
Damit könnte man beim Einschalten eines Verbrauchers sofort sehen, wieviel Strom dieser benötigt.

Das Überwachungsportal hatte auch schon ab und zu leichten Schluckauf. Das ging bisher recht schnell wieder. Aber was, wenn der Hersteller (was ich nicht hoffe) mal nicht mehr existiert? Oder einfach die alten Systeme in 10 Jahren nicht mehr unterstützen will?
Wie Philips und Osram, die für ihre Lichtsysteme die alten Bridges nicht mehr unterstützen. Da muss man dann eben nach ein paar Jahren was Neues kaufen.
Da bevorzuge ich einfach lokale, unabhängige Lösungen.

[Gerade ein paar Stunden, nachdem ich diesen Blogbeitrag geschrieben habe, ist das Überwachungsportal für eine geplante, angekündigte Wartung offline.
Natürlich muss das ab und zu sein, aber da wird die Abhängigkeit vom Cloud-Anbieter wieder sehr offensichtlich!]

Update 19.5.: Am 16.5. gab es ein angekündigtes Update, seither funktioniert die Online-Überwachung nicht mehr korrekt. Wie zur Bestätigung meines Blog-Beitrags vom 15.5.
Der Speicher funktioniert immer noch einwandfrei, aber die angezeigten Daten sind fehlerhaft oder fehlen ganz. Genau deswegen benötigt man eine lokale Lösung und keine Cloud!

Jochens Solar-Report 2020.5
fehlerhaftes Logging

Lokales Monitoring des Storion T10

Zum Glück hat der Storion T10 einen RS485/Modbus-Anschluss.
Der wird zwar offiziell noch nicht unterstützt, das sei noch in der Entwicklung.
Aber der Hersteller hat nichts dagegen, dass findige Benutzer den Anschluss heute schon ausprobieren.
Das ist schon mal sehr löblich, denn viele andere Hersteller blockieren alles, was nicht aus dem eigenen Haus kommt.
Damit gibt es sicher bald viele brauchbare Lösungen zum lokalen Monitoring und zur Einbindung in Hausautomationssysteme.
Im Alpha-ESS Kundenforum gibt es aktuell (5.2020) Lösungsansätze für die Anbindung an Loxone und FHEM, andere Systeme dürften sicher bald folgen.

Damit wäre der Storion T10 dann fast eine eierlegende Wollmilchsau für die Energieversorgung.
Überwachung intern im Hausnetz mit Visualisierung, Datensammlung- und Aufbereitung ist das Eine.
Die weiteren Möglichkeiten wären aber fast unbegrenzt:
Herstellerübergreifende Steuerung per Hausautomation für die Verwendung von Überschussstrom oder Begrenzung im Batteriebetrieb.

Faszinierende Möglichkeiten

Unser Hyundai Kona könnte immer dann automatisch geladen werden, wenn der Speicher voll ist und Strom im Überfluss erzeugt wird – unbhängig vom Hersteller der Wallbox.

Die Klimaanlage im Büro könnte mit Überschussstrom gesteuert werden:
Viel Überschuss = schnell kühlen, wenig Überschuss= nur ein bisschen kühlen.
Im Herbst könnte bei Strom-Überschuss eine Wärmepumpe betrieben werden (auch ein Heizstab wäre möglich, aber bei 10cent Einspeisevergütung für ein kWh Strom gegen 6cent für ein kWh Gas rechnet sich das noch nicht)

Ein Pool könnte mit Überschussstrom betrieben werden, Pumpe und Poolheizung werden nur bei vollem Akku eingeschalten.

Moderne Maschinen (Waschmaschine, Spülmaschine, etc.) könnten abhängig vom Stromüberfluss gesteuert werden.

Da gibt es sicher noch viele weitere Möglichkeiten.

Gut, dass der T10 so eine Schnittstelle hat und noch besser, dass es Leute gibt, die dafür Lösungen austüfteln.

Die Energiewende leben!

Man kann erneuerbare Energien doof finden oder befürworten – wir leben einfach unsere Energiewende.
Sicher, man kann auch billigen Kohlestrom oder Atomstrom nehmen, aber das wollen wir nicht. Wir versuchen, unseren ökologischen Fußabdruck möglichst kleinzuhalten.
Einiges sieht vielleicht nach Spinnerei aus, aber als ich mit Mailbox, Computer und Internet angefangen habe (da gab es noch kein WWW!), meinten meine Eltern noch “Junge, lerne was Anständiges, das Computerzeug hat keine Zukunft”. Bei PV-Anlagen meinte der Chef eines Energieversorgers damals “damit könnte man nicht mal ein Ipad laden”. Gut, das lag dann eher an den fehlenden Fähigkeiten des Anwenders.
Beim Hybrid-, später beim Elektroauto haben auch alle den Kopf geschüttelt.
Warum aber nicht mal was Neues wagen?

Aktuell bin ich mit der Photovoltaikanlage und dem Storion T10 sehr zufrieden.
Ich werde weiter berichten.

Sind Speicher sinnvoll?
Viele meinen nein. Ich meine ja!
Sprechen wir einfach in 5 oder 10 Jahren nochmal darüber.

Wer meint, dass wir einfach mit Kohle, Öl und Gas weitermachen können, der soll einfach mal die Statistik meiner Wetterstation anschauen, interpretieren und verstehen.

Es muss sich was ändern!
Photovoltaik und Stromspeicher sind ein wichtiger Baustein für die Zukunft!


Vielen Dank fürs Lesen – bleibt gesund!

Batteriespeicher Teil6: USV und Backup

Batteriespeicher Teil6: USV und Backup

Teil 6 meiner Speicher-Reihe hat etwas länger gedauert.
Die Backup-Box meines Alpha ESS Storion T10 Speichersystems war längere Zeit nicht lieferbar.

Aber jetzt Ende Oktober ist das Ding eingebaut und ich kann vorab schon sagen: Es funktioniert genau wie gewünscht!

Allerdings gab es ein paar nervige Kleinigkeiten und ein paar Hürden zu umschiffen.

Ursprünglich dachte ich, es wäre das einfachste die Backup-Box einfach direkt nach der Hauptsicherung einzubauen, dann würde das komplette Haus bei Stromausfall einfach auf Notstrom umschalten.

Leider hat sich herausgestellt, dass die Backup-Box nur 20kW verträgt. Der Hausanschluss ist mit 63A-Sicherungen abgesichert, damit sind über 40kW möglich. Das hätte geändert werden müssen. Zwar haben wir bisher noch nie diese Leistung benötigt, aber wer weiss was die Zukunft bringt und haben ist besser als brauchen!

Das größere Problem besteht aber darin, daß die Notstromleistung des Storion T10 von der verbauten Batteriegröße abhängig ist. Die vollen 10kW Notstrom stehen nur bei Vollausbau mit 20kWh-Akku zur Verfügung. Bei meinen 10kWh sind leider nur 5kW möglich.
Das ist arg knapp wenn das ganze Haus an der Anlage hängt.
Sollte der Strom mal ausfallen wenn gerade der Backofen an ist oder das Elektroauto lädt, dann würden die Sicherungen fliegen. Da bringt dann die schnellste Umschaltung nichts.

Batteriespeicher Teil6: USV und Backup
Batteriespeicher Teil6: USV und Backup

Außerdem ist die Backup-Box deutlich größer als ursprünglich gedacht.
In der Breite passt das Teil auf eine Standard-Reihe im Zählerkasten.
In der Höhe reicht eine Hutschienen-Reihe aber nicht. Da die Anschlüsse deutlich überstehen benötigt man 3 Reihen übereinander.
Damit passt die Box leider nicht in den Zählerschrank. Der ist voll.

Zum Glück befindet sich der Speicher direkt im Raum hinter dem Zählerkasten, daher konnte direkt auf der Rückseite des Zählerschranks ein kleiner extra Kasten für die Backup-Box installiert werden. Das Loch durch die Wand für die benötigten Leitungen war zum Glück bereits groß genug, das ersparte größere staubige Arbeiten.


Die Anschlusskabel sind bei der möglichen Leistung der Geräte auch nicht gerade dünn. Der Elektriker hat die Box mit 10qmm verkabelt.
3phasig, das heißt 5 Adern. Und diese für den ankommenden Strom, Weiterführung zum Speicher (Netzanschluss), dann noch den USV-Ausgang des Storion T10 ebenfalls mit 5x10qmm und die mit Notstrom versorgten Verbraucher müssen ja auch wieder irgendwie dran.

Nach längerer Überlegung, was denn alles auf Notstrom laufen sollte, wurden folgende Geräte entsprechend umgeklemmt:
Das komplette Büro (Ein Stockwerk, 3phasig – alle Computer, Maschinen, Licht, usw.). In der Regel werden da beim Arbeiten ca. 1,5kW benötigt, das sollte passen.
Der Serverschrank im Keller (ca. 300W im Dauerbetrieb).
Die Heizungsanlage.

Eventuell klemme ich später noch den Kühlschrank um.

Mehr braucht es im Augenblick nicht. Kann aber jederzeit geändert werden.

Die Installation erfolgte abweichend von den normalen Einbauvorschlägen. Offiziell wird die Box direkt hinter die Hauptsicherung montiert und dient auch als Stromsensor/-zähler.
Das geht aus oben genannten Gründen bei uns leider nicht.

Batteriespeicher Teil6: USV und Backup
10kw/10kWh Backupsystem

Als Stromzähler habe ich bereits einen normalen Sensor verbaut. Das funktioniert alles einwandfrei.
Die Backup-Box wird in einem eigenen kleinen Sicherungskasten installiert. Die Verbraucher, die auf Notstrom laufen können sollen, werden einfach umgeklemmt.
Der Speicher bietet an seinem Wechselrichter einen 3phasigen USV-Ausgang mit Batterieversorgung.
Damit könnte man eigentlich bereits alle Geräte auf Batteriebetrieb umstellen. Aber wenn der Speicher außer Betrieb genommen wird, z.B. für Wartungsarbeiten, dann ist dieser Anschluss natürlich stromlos. Ich vermute auch, dass hier gewisse Wandlerverluste auftreten. Dazu fehlen mir aber die entsprechenden Informationen.

Es gibt mit dem Storion T10 damit 2 Stromquellen: 1. den Netzstrom. 2. den USV-Strom aus dem Storion T10.
Die Backup-Box wird an beide Stromquellen angeklemmt und schaltet bei Ausfall des Netzstromes vollautomatisch und angeblich in weniger als 20ms auf den USV-Strom um.

Das funktioniert tatsächlich einwandfrei.
Die Box schaltet unabhängig vom Speicher zwischen Netzstrom und Notstrom.

Andere Hersteller können zwar auch Backup, aber meistens nur mit Umschaltzeiten die NICHT für USV-Betrieb taugen.
Computer stürzen dabei definitiv ab.
Bei der Backup-Box funktioniert der USV-Betrieb dagegen super.
Alles läuft weiter.
Daher beim Kauf aufpassen:
USV = Dauerbetrieb auf Batterie
Backup = Notstromversorgung mit Umschaltzeit.
Für PCs braucht man USV.

Wie bereits geschrieben wäre der reine USV-Betrieb ohne Backup-Box möglich.
Aber eine automatische Umschaltung ist besser, da kann man den Speicher bei Bedarf außer Betrieb nehmen ohne die Verbraucher abschalten zu müssen.

Funktionstest

Zum Test habe ich alle Geräte eingeschalten (ca. 1KW Last) und dann einfach die Hauptsicherung raus. Alle PCs, Licht und sonstigen Geräte, die an den gesicherten Stromkreisen hingen, liefen weiter.
Sogar die SWR1-Hitparade im Livestream lief ohne Unterbrechung weiter
(Internet -> Router – > Switch -> PC -> JBL-Aktivboxen, komplett batteriegepuffert)
Beim Wiedereinschalten der Netzsicherung gab es auch keinerlei Ausfälle.
Alles funktionierte problemlos weiter.

Genau so wollte ich das immer haben.

Ausfallszenario

Das geregelte Herunterfahren meiner Geräte für die Installationsarbeiten hat insgesamt ca. 10 Minuten benötigt (mehrere PCs mit virtuellen Maschinen, Server, NAS,..). Das wieder Hochfahren dauerte ca. 20 Minuten und ich hab später noch 2 Systeme gefunden die ich vergessen hatte.
Bei einem ungeregelten Absturz durch Stromausfall dürfte das deutlich länger dauern.
Sollten Daten verloren gehen müssen Backups eingespielt werden.
Bei Datenverlust können erhebliche Störungen und Kosten entstehen.
Ein durchgehender Betrieb ist daher sehr angenehm.

Bisher hatte ich eine kleine 750VA APC-USV am Server.
Die ist damit obsolet, der Storion T10 versorgt das gesamte Büro.

Theoretisch ist sogar Inselbetrieb möglich, d.h. Solarmodule die direkt an den Storion T10 angeschlossen sind können auch im Notstrombetrieb den Akku nachladen!
Leider geht das in meiner Installation nicht.
Meine Solaranlagen sind per AC gekoppelt. Bei AC-Kopplung müssten die Wechselrichter der verschiedenen Hersteller miteinander kommunizieren. Das geht leider nicht.
Bei Stromausfall sind die an AC angeschlossenen Wechselrichter aus.
Diese Installation lässt sich nicht ändern da ich dafür noch recht gute EEG-Vergütungen bekomme.
Sollte es aber mal zur Zombie-Apokalypse kommen, dann kann ich einfach umstecken. Und spätestens wenn der Strom mehr kostet als die Einspeisevergütung bringt oder wenn die Anlagen aus der Vergütung fallen, dann wird umgeklemmt.

Ein bisschen Gemecker

Natürlich ist auch der Storion T10 Speicher nicht perfekt. Aber das sind Kleinigkeiten die sicher noch nachgebessert werden können:

Die Anleitungen sind sehr spärlich. Für die von mir verwendete Anschlussart gibt es überhaupt keine Anleitung – aber das ist laut Elektriker so zugelassen und funktioniert.

Da die Backupbox bei mir nicht als Stromzähler arbeitet, gibt es keine Verbindung zum Speicher. Daher blinkt dauerhaft die Error-LED an der Box. Unschön, aber wenn man den Deckel zumacht, stört es nicht weiter. Dazu warte ich noch auf Informationen, ob man das ändern kann, ob die Box evtl. zusätzlich mit dem Speicher kommunizieren kann.

Das Onlineportal funktioniert zwar recht gut, es gibt aber keine tiefergehende Auswertung über den Spannungsverlauf und auch keine Informationen bei Stromausfällen.
Zwar entsteht ein Loch in der grafischen Darstellung, wenn der Strom ausfällt, irgendwelche LOG-Einträge würden mir da aber schon gefallen.
Außerdem fehlt noch eine Auswertung der USV-Last.
Beim Test der Backup-Box gab es keine Aufzeichnungen im Log.

Etwas schade ist die Tatsache, dass die Backupleistung vom Batterieausbau abhängt.
Bei 10kWh-Akku gibt es nur 5kW Leistung. Für die vollen 10kW benötigt man einen 20kWh-Akku.
Aber die Nachrüstung ist bereits angedacht. Davor muss allerdings erst mehr Generatorleistung (mehr PV) her. Ich werde berichten.

Das sind aber alles Kleinigkeiten, die sich beseitigen lassen.
Das System Alpha ESS Storion T10 funktioniert einwandfrei.
Bis jetzt bin ich voll zufrieden. Während ich hier schreibe, scheint die Sonne und der Speicher füllt sich.

Strompreiserhöhung? CO2-Besteuerung? Umweltabgabe?
Atomstrom- und Kohlestrom-Subvention?

Nicht mit mir – Ich mach mein eigenes Ding!

Mit dem Storion T10 bin ich in 2019 einen großen Schritt in die Zukunft gegangen. Und es wird weitergehen.

Machen statt Motzen!

Photovoltaik-Anlage Nr. 4

(Beitrag aus 2011, übernommen von der alten Webseite)

Photovoltaik-Anlage Nr. 4

(24.5.2011)

Ob es sich bei unserem neuesten Bastel-Projekt um die Anlage Nr. 3 oder Nr. 4 handelt ist nicht so einfach festzustellen.
Nach der 5kW-Dach-Anlage die wir uns von Handwerkern aufs Dach bauen liessen haben wir in Eigenmontage eine Anlage erstellt, die aus 2kW an der Südseite und 2kW an der Ostseite unseres Hauses besteht.

Installation- und Anmeldetechnisch wäre das Anlage 2, nach Datenlogger und weil es 2 getrennte Anlagenteile sind schreibe ich aber lieber von Anlage 2 und 3.

Damit wäre die neue Anlage dann die Nr.4

Photovoltaik-Anlage Nr. 4
Photovoltaik-Anlage Nr. 4

Der Reinfall mit professionellen Solarteuren konnte mich nicht davon abhalten, eine weitere Photovoltaik-Anlage an die Fassade zu montieren. Schon da wusste ich daß hinter der Garage eigentlich auch noch was hin müsste, allerdings fehlten bei den notwendigen Ressourcen vor allem Zeit und Euros.
Und da ich weder Griechenland noch Portugal, Irland oder gar eine Bank bin musste ich leider erst mal sparen bevor es weitergehen konnte.

Doch im April 2011 konnte ich dann endlich noch eine Anlage bestellen. Und im Gegensatz zu 2010 war die Anlage diesmal auch überraschend schnell lieferbar, inklusive Untergestell hat es keine 6 Wochen gedauert!

Hinter unserer Garage befindet sich ein überdachter Freisitz mit ca. 5x3m. Überdacht mit Acrylglas auf einem Gestell aus Vierkant-Eisenrohren.

Dieses Gestell hatte ich vor 3 Jahren bereits mühsam abgeschliffen und neu gestrichen, aber leider rosteten die Rohre auch von innen, daher sah es in 2011 bereits wieder ziemlich übel aus.

Die Dachneigung war damals (wohl um 1970) auch falsch oder garnicht berechnet worden.
Es gab einfach keine Dachneigung, so daß das Wasser nicht richtig ablief und man eigentlich nichts unter das Dach stellen konnte weil es überall durchtropfte.

Photovoltaik-Anlage Nr. 4

Das Untergestell für die PV-Anlage lieferte wieder die Firma Ebinger-Metallbau. Montiert haben wir selbst.

Das Schwierigste daran war das korrekte Messen um alle Winkel korrekt hin zu bekommen, die Montage der Ständer und Träger mit Einschlagdübeln an der Garage und am Betonfundament des Freisitzes war dagegen eine leichtere Übung.

Die PV-Anlage ist relativ flach, die Neigung entspricht der Garage, so daß hier ein sauberer Übergang besteht.

Die Up-Solar-Module (UP-M230) sind 164x99cm groß, zwei Stück reichen gerade um den Freisitz mit 15cm Überstand zur Garage und zum Garten zu überbrücken. In der Breite passt es mit 5 Metern fast perfekt.

Zwar hätte man auch noch eine größere Fläche belegen können, aber dann hätte es wieder ein größeres Gestell benötigt, die Nachbarn hatten auch schon Bedenken und teurer wäre es auch geworden.

Daher: genauso groß wie vorher, nur korrekte Neigung und neues Untergestell (4mm Stahlprofile vollverzinkt).

Photovoltaik-Anlage Nr. 4

Als Wechselrichter dient ein Solarmax 2000S, damit habe ich jetzt etwas über 11kWp Gesamtleistung, davon 6kWp über Eigenverbrauchsabrechnung und 5kWp Volleinspeisung.

Und das lohnt sich – unser Strombezug von durchschnittlich 900kWh/Monat konnte bis April auf 370kWh gesenkt werden und wird nach Installation des neuen Anlagenteils vermutlich unter 300kWh/Monat fallen.

Photovoltaik-Anlage Nr. 4

Die relativ flache Montage der Anlage muss sich erst noch bewähren, aber da man problemlos auf die Garage gelangt ist eine Reinigung ohne Gefahren problemlos möglich.

Übrigens – wer wissen will, warum das 3 Jahre alte Garagendach auf den Bildern so fleckig aussieht, der kann gerne meine Handwerkerseite lesen.
Überall wird nur gepfuscht.

Dicht muss es sein!

Damit man auch was drunterstellen kann muss das Dach natürlich auch dicht sein.

Photovoltaik-Anlage Nr. 4

Dafür haben wir die Standard-Montageklammern durch eine Schiene mit 330cm ersetzt, also eine durchgehende Klammer. Die Querfuge wurde in Rücksprache mit einem Fensterbauer einfach mit einem Dichtband und Spezialdichtmittel aus dem Wintergarten-Bau verfugt und schon ist alles dicht.

Bei Gelegenheit kommt auf der Gartenseite noch eine kleine Dachrinne und eine Wassertonne hin, bei 15qm lohnt sich das bereits.

Die Anlage wird ab ca. 15.30 Uhr durch unser Haus verschattet. Ich habe daher mit ca. 70% der Leistung einer Süd-Anlage gerechnet.

Erstaunlicherweise ist die Anlage aber besser als die PV-Anlage an der Südfassade, vermutlich da die Anlage morgens viel früher anläuft. Nach 18 Uhr bekommt die Anlage auch aus Westen wieder Sonne, das ist aber für den Gesamtertrag vernachlässigbar. Im Winter dürfte aber bei niedrigem Sonnenstand der Ertrag etwas schlechter sein, da muss man erst mal ein Jahr abwarten. Im Augenblick läuft das Teil jedenfalls erstaunlich gut.

(Süd: 12x185W= 2220W, Ost 11x185W=2035W, Pergola 10x230W = 2300W, Wechselrichter jeweils 1x Solarmax 2000S)

Stauraum

Photovoltaik-Anlage Nr. 4

Zu den Nachbarn hin habe ich die alten Acrylglas-Wellplatten wiederverwertet, die Ecke unter der Photovoltaik-Anlage sieht jetzt schon ganz gemütlich aus.

Ob das Teil 100% dicht ist muss sich noch zeigen.

Mir gefällt die Installation jedenfalls sehr gut und das Selbermachen hat Spass gemacht.

Für die Lagerung von Rasenmäher Werkzeug und Spielzeug ist die Ecke auf jeden Fall ideal.

Ein paar Optimierungen stehen noch an:

Photovoltaik-Anlage Nr. 4

– Zwischen Garagendach und Photovoltaikanlage ist ein kleiner Abstand, da muss beobachtet werden ob da bei starkem Wind und Regen evtl. Wasser durchkommt, dann müsste da noch ein Blech montiert werden.

– durch die neuen Halter für die Überdachung gibt es genug Spiel, die Regenrinne umzukehren, also nach hinten laufen zu lassen. Dann würde die 1000L Wassertonne nicht mitten auf der Terasse stehen sondern hinten neben der Photovoltaik-Anlage.

Der Abfluss ist vorne, aber den könnte man dicht machen, sonst muss man ja ab demnächst auch für die Versiegelungsfläche Abwasser zahlen. Das überschüssige Wasser könnte dann einfach im Garten versickern.

Peak-Leistung der ersten 2 Wochen war übrigens 12,9kWh, also 6,1kWh/kWp.
(Tagesleistung bei gutem Wetter)

Da gibt es manche Dachanlagen die schlechter laufen.

Potentialausgleich

Potentialausgleich im Garten

Bei der Abnahme der Photovoltaik-Anlage hat sich leider herausgestellt daß der Hauserder nicht mehr ganz in Ordnung war, entweder durch die Jahrzehnte in der feuchten Erde abgefault oder vielleicht auch damals schon schlampig installiert und nie überprüft. Genaues weiss man nicht..

Jedenfalls musste für den Potentialausgleich ein wenig Nachbesserung durchgeführt werden.

Da traf es sich gut daß ich unter der Terasse hindurch vom Keller in den Garten ein 150er Rohr verlegt hatte, für Wasser, Strom und sonstige Leitungen in weißer Voraussicht für eine Gartenhütte oder sonst irgendeine Installation im Garten.

Dadurch liess sich relativ einfach ein Kabel vom Potentialausgleich im Keller in den Garten verlegen und dort mit einem Erdspiess eine anständige Erdung herstellen.

Der Vorteil daran:

Kaum Bohr- oder Stemmarbeiten im Keller und im Bedarfsfall einfach im Zugriff.

Den Auslass des Rohres im Garten habe ich mit einem Kanalstein aus dem Baumarkt realisiert (keine Ahnung wie das Teil genau heisst, einfach ein Betonstein mit Anschluss für das Erdrohr). Oben drauf ist eine Waschbetonplatte und weil die hässlich aussieht ist genau darüber mein Hochbeet aufgebaut. Die Tomaten sind also gut geerdet.

Batteriespeicher Teil5: 3 Monate in Betrieb

Batteriespeicher Teil5: 3 Monate in Betrieb
Der Storion T10 mit 10kWh

Die Zeit vergeht rasant.
Unser Storion T10 ist jetzt schon 3 Monate in Betrieb.

Zum Speicher gibt es nichts Aufregendes zu berichten.
Das Teil läuft problemlos und unauffällig. Ich schaue täglich die Werte an und freue mich über den Strom aus eigener Erzeugung.
Ausfälle gab es bisher nicht. Nach den ersten 3 Monaten bin ich mit der Maschine sehr zufrieden. Das darf gerne noch 20 Jahre so weitergehen.

Das Web-Portal hat mittlerweile fast wöchentlich Updates erhalten, da wird anscheinend fleissig gebastelt.

Immer wieder gibt es neue Funktionen und Verbesserung. Manchmal fallen die Neuigkeiten erst beim zweiten Blick auf.

Fazit nach 3 Monaten Betrieb des Storion T10

Batteriespeicher Teil5: 3 Monate in Betrieb

Das Gerät funktioniert bisher einwandfrei, unauffällig und zuverlässig.
Der Strombezug ist deutlich gesunken, der Eigenverbrauch gestiegen.

Dank der Logging-Funktionen hat sich mittlerweile auch bestätigt was ich bereits vermutet habe:

Unsere PV-Anlage ist zu klein.
Wir haben insgesamt 11kWp PV-Generatorleistung installiert.
Davon sind allerdings 5kWp aus 2006 mit Volleinspeisung.
Die Vergütung ist doch zu gut um diese umzustellen. Durch eine Umstellung würde die EEG-Vergütung komplett entfallen. Daher stehen diese 5kWp erst ab 2027 zur Verfügung.


Die restlichen 6kWp reichen an schönen Sommertagen problemlos für eine tägliche Speicherfüllung. Bei Herbstwetter bringen die Module aber deutlich zu wenig Leistung um meine Maschinen zu betreiben und gleichzeitig den Speicher zu laden.
Daher habe ich die Installation einer zusätzlichen 6kWp-Anlage geplant.
Damit sollte dann ein weitgehend unabhängiger Betrieb von April bis Oktober machbar sein.
Danach werde ich dann auf 20kWh Speicherkapazität aufrüsten.
Denn mit 600W Grundverbrauch ist der Speicher morgens leer.
Das ist zwar gut für eine hohe Zyklenzahl. Mir geht es aber eher um einen hohen Eigenstromanteil. (Also nicht um hohe Rendite sondern möglichst wenig Strom aus dem Netz)

Messwerte

Natürlich wollen sicher alle meine Verbrauchswerte sehen.
Hier sind die Daten vom 17.7.2019 bis 9.10.2019.
Dabei ist zu beachten daß für einen korrekten Vergleich ganze Jahre oder zumindest Monate verglichen werden sollten.
Dann muss man natürlich noch das Wetter berücksichtigen.
Aber einen ersten Trend kann man schon mal herauslesen.

Daten laut Storion T10 (gerundet):
PV-Erzeugung 1690kWh
Einspeisung 238kWh
Last: 2093kWh
Netzbezug 690kWh
Speicherladung (ECharge): 603kWh
Aus dem Speicher entnommen (EDischarge): 592kWh

Bei den letzten beiden Werten bin ich nicht ganz sicher, das wären 98% Wirkungsgrad und damit richtig gut.

Das heisst von 1690kWh PV-Strom wurden ca. 1450kWh selbst verbraucht.
Ohne Speicher hätten ca. 850kWh direkt verbraucht werden können.
Das ist schon ein deutlicher Unterschied.


Eigenverbrauchsanteil: 86%
D.h. von 17.7. bis 9.10 habe ich 86% des selbst erzeugten PV-Stroms verbraucht und nur 14% eingespeist.

Autarkiegrad: 69,4%
D.h. 69,4% des verbrauchten Stromes konnten mit PV und Speicher gedeckt werden.

Strombezug:
August 2019: 148kWh (August 2018: 411kWh)
September 2019: 258kWh (September 2018: 467kWh)

Der Autarkiegrad gefällt mir noch nicht ganz. Das liegt aber nicht am Speicher sondern an der kleinen PV-Anlage. Wie bereits geschrieben plane ich die Vergrößerung um weitere 6kWp.

Im Winter wird der Eigenverbrauchsanteil sicher gegen 100% gehen. Bei weniger Erzeugung kann das meiste selbst verbraucht oder gespeichert werden.
Dafür wird der Autarkiegrad weiter sinken, ich brauche mehr Solarmodule 🙂

In den ersten 10 Oktobertagen gab es leider fast keinen Sonnenschein. Damit dann auch leider kaum eine Möglichkeit zur Speicherfüllung. Aber immerhin: alles was erzeugt wurde wurde auch selbst verbraucht (bis auf 1,8kWh).

Am Strombezug sieht man deutlich: Der Speicher könnte mehr. Aber wenn die Sonne in der dunklen Jahreszeit nicht so oft scheint und die PV-Anlage zu klein ist wird einfach nicht genug gespeichert.
Mit der geplanten Erweiterung der PV-Anlage um 6kWp (auf dann 12kWp) ist da sicher deutlich mehr drin.

Lohnt es sich?
Finanziell? Frag mich in 20 Jahren wieder. Wenn die reGIERung weiter an der Abgabenschraube dreht, dann vielleicht schneller als viele glauben.

Für die Umwelt? Auf jeden Fall

Für mich selbst? Auf jeden Fall

Aus Renditegründen braucht man keinen Speicher.
Aber wenn man sich das Kasperltheather unserer reGIERung anschaut, der ganze Schwachsinn Gesetze deren Sinn ich nicht verstehe. Da sollte man doch selbst was machen wenn man kann.
Das sind wir unseren Nachkommen schuldig!

CO2-Steuer auf Heizkosten und Stromkosten?
Da kann ich bei unserem Speicher nur sagen: dachte nicht daß so schnell bestätigt wird daß ich das Richtige mache:
Mehr PV, mehr Speicher = mehr Eigenverbrauch und weniger Steuern und Abgaben.
Wobei die reGIERung sicher Wege findet, die Sonne zu besteuern.
Entgegen dem offiziellen Gelaber ist Eigeninitiative in Deutschland NICHT erwünscht. Wo käme man denn hin wenn Privatpersonen sich aus der Abgaben-Sklaverei entziehen wollten.
Ich sag nur: Stammdatenregister (da werden alle Anlagen für erneuerbare Energien erfasst. Wird vermutlich bald für die Erhebung von Abgaben verwendet)

Trotzdem – einen Versuch ist es wert!

Natürlich können wir alleine nicht die Welt retten.
Vermutlich wird sich die Menschheit sowieso über kurz oder lang selbst auslöschen.
Ich will auch nicht über die Dämlichkeit vieler Menschen schimpfen oder irgendjemanden zurechtweisen.
Aber wenn man garnichts macht, dann kann man auch gleich mit Atmen aufhören.

Ich mache einfach das was ich kann, was ich für gut befinde.
Und ich gehe meinen Weg.

Statt Freitags mit dem SUV zur Demo zu fahren und von anderen zu fordern gehe ich in den Garten oder Keller und bastle an meiner eigenen Energiewende.

Es ist einfach ein tolles Gefühl etwas Sinnvolles zu machen!

Backup-Box

Zur Backup-Box kann ich aktuell leider noch nichts schreiben, die hatte Lieferprobleme und kam erst diese Woche an, jetzt warte ich auf einen Termin mit dem Elektriker.
Sobald das Teil eingebaut ist gibt es einen weiteren Blog-Beitrag.
Für die Zombie-Apokalypse wäre aber auch so bereits ein manueller Inselbetrieb möglich:
Die PV-Anlage die derzeit mit eigenem Wechselrichter betrieben wird auf den Storion T10 umstecken, notwendige Verbraucher auf den Backup-Anschluss klemmen und weiter geht es im Inselbetrieb.
Die Backup-Box hat den Vorteil daß die Umschaltung vollautomatisch funktioniert.
Und zwar mit USV-Speed, d.h. ohne Aussetzer beim Umschalten.

Die PV-Anlage kann ich im regulären Betrieb leider nicht umstecken weil sonst die EEG-Abrechnung nicht mehr funktioniert. Daher wird bei mir im Backup-Betrieb derzeit nicht nachgeladen.

D.h.
USV+Backup gibts in Kürze (mit Backup-Box bis der Akku leer ist)
Automatische Umschaltung auf Insel (mit Nachladung von PV) leider erst wenn die EEG-Förderung ausläuft. Alternativ wenn der Strompreis über die EEG-Vergütung steigt, dann kann ich darauf verzichten und umstecken.
Aber alles zu seiner Zeit. Ein Anfang ist gemacht 🙂

Photovoltaik 2.0

Photovoltaik 2.0

(Beitrag aus 2010 – Übertrag von der alten Webseite)

Auch die negativen Erfahrungen mit den Handwerkern konnten den Photovoltaik-Virus nicht bekämpfen.

Es macht einfach Spass, mit der Sonne Strom zu erzeugen.

Photovoltaik 2.0

Das Problem an der Sache ist nur, daß unser Dach voll ist und woher ein zweites Dach nehmen!?

Neben den Überlegungen zur PV-Anlage ergab sich das Problem, daß die Kellerwand an der Ostseite des Hauses bei Regen immer feucht wurde. Zwar wurde hier von Handwerkern aufgegraben und abgedichtet, aber leider eben totaler Pfusch und daher für die Katz.

Meine Überlegung war ein Vordach als Regenschutz an die Fassade.

Und weil der Gedanke mit der Photovoltaik mich nicht in Ruhe liess wollte ich statt Doppelstegplatten oder ähnlichem Plastik-Zeugs einfach Solarmodule als Abdeckung.

Das Problem an der Sache war leider nur, daß kein Mensch mir sowas anbieten wollte.

Mit Dach kein Problem, das ist 0815 und das kann jeder. Aber an der Fassade?

Viel zu klein, rentiert sich nicht, bringt nix. – Da kombiniert sich Faulheit mit übervollen Auftragsbüchern, niemand wollte sich an die Anlage trauen.

Fast hatte ich schon aufgegeben, bis ich an die Solarberatung Haug aus Besigheim geraten bin.

Herr Haug ist ein Profi und kümmert sich speziell um exotische Lösungen, 0815 will er nicht. Genau die richtige Firma für mich.

Statik

Photovoltaik an der Fassade

Meine Recherche im Netz hat mich zu diversen Montagesystemen aus Alu geführt, nur leider hielt Herr Haug nicht viel davon und hat zurecht auf einen Statiker bestanden, nicht daß die Anlage später irgendwem auf den Kopf fällt.

Der Statiker hat dann eine recht “dicke” Konstruktion aus Vierkant-Stahlrohren entworfen (siehe Foto) und weil es so schön ist habe ich gleich für die Südseite an den Balkon auch noch eine PV-Anlage beauftragt.
Meine Frau war nicht wirklich begeistert und die Optik gefällt sicher nicht jedem.
Aber es ist ein Beitrag zum Umweltschutz, für eine bessere Zukunft und mein Motto lautet seit jeher: Machen statt Motzen!

Photovoltaik 2.0

Auf den beiden Seiten wurden jeweils ca. 2kWp installert. Für die Ost-Anlage gehe ich von einer Minderleistung von ca. 30% aus weil diese ab ca. 14.30 Uhr vom Haus verschattet wird. Allerdings startet sie morgens auch um über eine Stunde früher. Eigentlich ist die Ost-Anlage nach Berechnung nicht wirklich wirtschaftlich, aber sie soll ja auch die Fassade gegen Schlagregen und den Keller vor eindringender Feuchtigkeit schützen.

Zieht man die Kosten für ein normales Vordach ab sieht es mit der Wirtschaftlichkeit schon wieder ganz gut aus.

Photovoltaik 2.0

Mit der Zeit kann ich hier sehr schön die herkömmliche Anlage auf dem Dach mit der Süd-Fassade und der Ost-Fassade vergleichen. Dank dem Solarview Datenlogger gibt es die Daten für jeden im Internet zum Anschauen. (Nachtrag 2019: die Funktion ist mittlerweile nicht mehr öffentlich)

Das Untergestell der Photovoltaik-Anlage wurde von der Firma Ebinger Metallbau hergestellt und montiert.
Professionell und von höchster Qualität.

Mittels Laser und hochmotivierter Mitarbeiter ist der Versatz über die ganze Fassade bei weniger als 3mm, wobei die Fassade schon über 5cm vom Ideal abweicht. Da musste also ein bisschen ausgeglichen werden.

Diese perfekte Vorarbeit machte natürlich die spätere Installation recht einfach.

Die Photovoltaik-Anlage stammt von der Firma Orange Solar aus Bönnigheim, wobei ich über die Firma selbst nichts sagen kann, da alles über die Solarberatung Haug abgewickelt wurde.

Aufgebaut ist die Anlage aus 23 Modulen UpSolar UP-M185M mit je 185W, entsprechend einer Peak-Leistung von 4255W.

Auf der Ostseite sind 11 Module installiert, auf der Südseite 12.

Zusammen mit Herrn Haug habe ich die Module selbst installiert, wobei es eher heissen sollte er hat installiert und ich habe geholfen. Gemeinsam hat das aber sehr gut funktioniert.

Da die Anlage recht weit unten am Gebäude montiert wurde waren keine Gerüstarbeiten nötig. Eine Arbeitsbühne und Leitern haben problemlos ausgereicht um sicher zu arbeiten. Auf der Südseite konnte man die Module sogar vom Balkon aus montieren.

Die Solarkabel habe ich selbst durch Kabelkanäle in den Keller verlegt und dort weiter bis zu den Wechselrichtern.

Photovoltaik 2.0

Dabei handelt es sich um zwei Sputnik Solarmax 2000S.

Die Anlage haben wir betriebsfertig montiert und von der Firma Elektro-Weigel aus Ochsenbach abnehmen und in Betrieb nehmen lassen.

Als Besonderheit und Unterschied zur ersten Anlage wollte ich unbedingt die neue Möglichkeit zur Eigenverbrauchsabrechnung nutzen, daher musste von der ENBW noch der Bezugszähler durch einen 2-Richtungs-Zähler ausgetauscht werden.

Bei immer weiter steigenden Strompreisen ist die Eigenverbrauchsregelung sehr interessant.

Vor allem da ich mein Büro im eigenen Haus habe und tagsüber durch meinen Computer-Service einen recht hohen Stromverbrauch habe.

Die Abrechnung von September bis Dezember 2010 ist zwar nicht wirklich repräsentativ, aber der Eigenverbrauch in dieser Zeit liegt immerhin bei 80%.

Für die Sommermonate habe ich mir eine Klimaanlage im Büro installiert, einige PCs und Drucker heizen doch schon recht gut. Da ist es toll wenn diese Anlage mit Sonnenstrom betrieben wird.

Seit Installation der Anlage gab es natürlich auch wieder eine Strompreiserhöhung die ich dank dem selbst erzeugten Strom nun etwas abfedern kann.

Wintersonne

Photovoltaik 2.0

Als Risiko für den Südteil der Anlage hatten wir vorab Dachlawinen durchüberlegt, aber durch das relativ flache Dach rutscht da erfahrungsgemäß nicht viel Schnee auf einmal ab und wegen der steilen Fassadenanlage trifft es dort auch nicht so schwer auf.

Der Abstand Traufe bis Fassadenanlage beträgt ca. 2m. Und wirklich viel Schnee hat es hier normalerweise sowieso nie – bis auf diesen Winter der gleich einmal richtig extrem war.

Im Dezember hatten wir soviel Schnee wie die letzten 30 Jahre nicht mehr, im Garten habe ich 45cm gemessen. Der Schnee ist zwar öfters vom Dach gerutscht und auf die darunterliegende Anlage gefallen, aber trotz der enormen Schneemenge gab es keinerlei Probleme.

Es ist auch relativ unwahrscheinlich daß größere Schneemengen auf einmal herunterkommen, normalerweise sind es immer nur kleinere Bereiche die abrutschen.

Aufgrund der guten Erreichbarkeit habe ich die Anlage im Winter mit einem Besen vorsichtig vom Schnee geräumt und damit hat die Anlage sogar mehrere Tage volle Leistung gebracht während die Dach-Anlage in derselben Zeit unter dickem Schnee ruhte.

Anlage online

Photovoltaik-Anlage an der Fassade

Die Live-Daten meiner Anlage konnte man anfangs unter www.ingersheimwetter.de einsehen. Das habe ich mittlerweile eingestellt.
Die Software kann kein HTTPS und eine Umstellung auf eine andere Software wäre zu aufwändig. Daher gibt es die Daten seit 2017 nur noch hausintern.

Über die Optik der Anlage gibt es natürlich unterschiedliche Meinungen, aber ich möchte nicht schuld sein für unser atomare Erbe, weder soll Putin sich am Gas eine goldene Nase verdienen noch die Scheichs in Öldollars schwimmen und schuld an der Umsiedlung der Menschen in den Braunkohlerevieren will ich auch nicht sein.

Ganz frei von Schuld zu werden ist schwierig, aber ein Anfang ist gemacht.

Und wem die Optik nicht gefällt, der darf mit mir gerne über Ästhetik reden, aber dazu bitte die letzte Stromrechnung zum Vergleich mitbringen. Und gerne auch eigene Vorstellungen von einer umweltfreundlichen Energieversorgung erklären.

Update 2019

Der Blog wurde auf WordPress umgestellt und nach und nach baue ich die alten Beiträge ein.
Die Photovoltaik-Anlage ist zwar optisch immer noch gewöhnungsbedürftig, aber der Ertrag ist weit besser als erwartet!

Pro kWp installierter Leistung gab es im Schnitt jährlich über 1000 kWh. Zum Vergleich: die Dachanlage brachte zwischen 1100kWh und 1200kWh pro kWp.
Der Eigenverbrauch pro Jahr lag zwischen 2010 und 2019 bei knapp 60%, d.h. 60% des erzeugten Stroms werden direkt selbst verbraucht. Damit werden ca. 3000kWh Netzstrom durch sauberen Sonnenstrom ersetzt. Der Überschuss tagsüber wird eingespeist.
Das ganze OHNE Solar-Speicher, denn der wurde erst Ende Juli 2019 eingebaut.

Photovoltaikanlagen sind eine tolle Sache

(dieser Beitrag ist aus 2006 – Übernahme aus dem alten Blog)

Photovoltaikanlagen sind eine tolle Sache
Bild: unsere 5,1kWp-PV-Anlage

Photovoltaik-Anlagen sind was gutes für die Umwelt aber unter Umständen schlecht für die Nerven – wenn man sich für die falsche Firma entscheidet…

2006 war unser Haus soweit renoviert daß ich schon wieder nach Gimmicks schaute – eine Photovoltaik-Anlage wäre was tolles – Der Umwelt Gutes tun und damit langfristig noch Geld verdienen – das ist eine gute Sache.

Also Angebote eingeholt – leider scheinen alle überlastet zu sein, denn von 10 angefragten Firmen haben gerade einmal 2 geantwortet.
Aber nur eine davon hatte eine vertrauenserweckenden Eindruck hinterlassen und daher haben wir eine 5kWp-Photovoltaikanlage bestellt…

Und so ging der Spass mit den Handwerkern auch in diesem Gewerk los…

Photovoltaikanlagen sind eine tolle Sache

Die Installation

Photovoltaikanlagen sind eine tolle Sache
Bild: angeblich Conergy-Module

Am 28.3.2006 unterschrieb ich den Vertrag zur Lieferung einer PV-Anlage mit 5,44kWp (30 Module General Electric GEPVp-200-M). Kurz darauf wurde mir mündlich mitgeteilt, daß die angebotenen Module nun doch nicht lieferbar wären und man jetzt eine Anlage mit 5,1kWp montieren würde. Nun gut, sind 300Wp weniger aber wenn die andere nicht lieferbar ist?

Der Preis war sogar günstiger, also Auftrag erteilt…

Die Monteure kamen und installierten das Tragegestell und einige Module.
Die restlichen Module würden morgen kommen…

…kamen aber nicht – angeblich waren die Module irgendwie doch nicht im Lager, daher wurden die bereits montierten Module wieder abgebaut und ich erhielt statt der angebotenen Polykristallinen Module dieselben Module in Monokristallin – Conergy 170M – angeblich ist sowas besser, also gut.

General Electric? Conergy? Oder doch was anderes?

Die Anlage war dann auch schnell montiert und in Betrieb genommen.

Vergessen hatten die Installateure lediglich die Schnittstelle für den Datenlogger den ich unbedingt wollte und ausserdem fand ich den SB4200 etwas unterdimensioniert. (Reklamation am 11.4.2006)
Für 100,- Euro Aufpreis wurde daher ein SB5000TL mit Schnittstelle für einen Datenlogger nachgerüstet.

Die Montage der Module auf Stoss fand ich etwas ungeschickt (siehe weiter unten), die fehlende Flash-Liste wurde mir noch versprochen (auch bis 2009 nicht geliefert) und das Datenblatt zu den Modulen wollte man mir auch noch zusenden – das kam 1 Jahr später – für Conergy CP170M-Module (sieh unten)

Nachdem meine Bank aber eigenhändig den kompletten Betrag an die Firma überwiesen hatte passierte garnichts mehr.

Warum überweist eigentlich die Bank eigenmächtig das Geld?
Der Kredit müsste doch auf mein Konto und dann gebe ICH die Freigabe!?
Und dann auch noch über mein Privatkonto statt über das Geschäftskonto!!
Gut daß das Finanzamt das trotzdem akzeptierte.


Aber was solls – die Anlage läuft und so ein Ding ist was tolles – erstmal…

Nie ohne Datenlogger!

Photovoltaikanlagen sind eine tolle Sache
Bild: Glasbruch bei PV-Modul

Der Solarlog 100 war die beste Anschaffung an der Anlage, denn dadurch konnte ich feststellen, daß an der Anlage irgendetwas nicht in Ordnung war.

Ein String hatte deutlich weniger Leistung als der andere…

Eine Reklamation hatte ich dann am 9.2.2007 und noch eine am 14.2.2007 sowie am 16.2. an den Installateur gesandt – ohne Antwort.
Daher habe ich dann eine Frist gesetzt, daß sich jemand die Anlage anschauen sollte – immerhin hatte ein String nur 1800W gebracht während der andere 2300W brachte – bei identischer Bestückung.

Anfang März kam dann tatsächlich ein Monteurtrupp vorbei und bemerkte daß 2 Module defekt waren.

Diese wurden dann auch getauscht und für mich war die Welt soweit wieder in Ordnung – bis ich für den Tausch und die Ersatzmodule eine Rechnung bekam!

Angeblich unsachgemäße Handhabung!

Wahrscheinlich bin ich Nachtwandler und jede Nacht über die Module gelaufen – bei 6m Traufhöhe…

Ausser den Handwerkern war niemand auf dem Dach.
Und daß die Montage auf Stoss suboptimal ist hatte ich damals schon moniert.
Als Laie würde ich sagen das Dach (Holzkonstruktion) bewegt sich naturgemäß, die auf Stoß montierten Module können nicht mit und das Glas bricht dann.
“Noe – sowas passiert nicht – wir montieren immer so!” war die Antwort.
Na gut, dann eben Materialfehler. Immerhin waren die Module noch in der Garantie. Zahlen wollte ich nicht und habe das schriftlich mitgeteilt (29.3.2006)

Photovoltaikanlagen sind eine tolle Sache

Von Conergy wollte ich eine Erklärung warum die Module nicht auf Garantie getauscht wurden. Die Antwort war verwirrend, denn auf einmal hiess es von Conergy daß alles ein Missverständnis wäre, aber eigentlich hätte man garnichts damit zu tun, denn die Module sind nicht von Conergy!

Photovoltaikanlagen sind eine tolle Sache

Als ich vom Monteur am (1.4.2006 schriftlich) die defekten Module für einen Gutachter zurückwollte waren diese nicht mehr auffindbar. Auf die Zahlung der Rechnung wurde großzügig verzichtet.Sicher würde niemand von Betrug reden wenn die auf dem Dach verbaute Anlage garnicht die wäre, für die man über 25.000 Euro bezahlt hat.Nach einigen Beschwerde-Faxen und Anrufen habe ich dann die Mitteilung erhalten, daß es sich um Sharp NU-R0E3E Module handeln würde.Die wären aber baugleich zu den Conergy-Modulen also wäre ja eigentlich alles in Ordnung und ich solle mich nicht so anstellen.Auf meine Bedenken zur Montage auf Stoss habe ich bis heute (2009) trotz mehrfacher Nachfrage per Fax keine Antwort erhalten.

– keine Datenblätter
– keine Flash-Liste
– keine Liste mit Seriennummern

Wieder defekt

Photovoltaikanlagen sind eine tolle Sache

Im Sommer 2007 zeigte sich schon wieder ein deutlicher Unterschied in der Stringleistung. War wohl wieder irgendwas defekt.

Auf mehrfache Reklamationen bekam ich keine Antwort.
(10.4.2007 wg. Montage auf Stoss, 24.8.2007 wegen Leistungsunterschied von 120W)

Photovoltaikanlagen sind eine tolle Sache
Bild: Hot-Spot bei PV-Modul

Irgendwann habe ich dann eine böse Beschwerde an die übergeordnete Firma geschickt (unter diesem Namen treten deutschlandweit einige Solateure auf).

Daraufhin habe ich eine Mail vom Geschäftsführer des Installationsbetriebes bekommen, daß man ja eigentlich schon dabei wäre die Sache zu bearbeiten, aber wegen meiner bösartigen, rufschädigenden Mail jegliche weitere Bearbeitung einstellen würde, da ich ja sowieso nur auf Streit aus wäre und man doch alle Probleme bisher sofort beseitigt habe.

Photovoltaikanlagen sind eine tolle Sache

Daraufhin habe ich nochmal ein Schreiben mit allen bisher aufgetretenen Problemen an die Firma gesandt mit der Bitte um nochmalige Prüfung.



Antwort:
Sharp übernimmt das jetzt…


Photovoltaikanlagen sind eine tolle Sache
Bild: nur 6m Fallhöhe

Zäh – Zäher – Sharp

Von Sharp kam dann ein Mitarbeiter mit einer Wärmebildkamera und stellte bei 3 Modulen Hot-Spots fest.
Die Überprüfung der Daten stellte sich dann aber als sehr zäh heraus bis schliesslich am 17.7.2008 – also ein Jahr nach der Reklamation doch noch Monteure kamen und 3 Module auf Garantie austauschten.

Die Montage war sehr abenteuerlich, einfach mit einer Leiter die 6m bis zum Dach, dann quer über die Module gelatscht und ohne Fallschutz die Module ausgetauscht.
Was da wohl die Berufsgenossenschaft dazu sagen würde?

Seither scheint die Anlage zu funktionieren.
Aber ein Gutes Gefühl und Vertrauen in die Technik hat man da natürlich nicht mehr.

Bin ich böse?

Photovoltaikanlagen sind eine tolle Sache
PV-Module auf Stoß montiert

Stellt sich nur die Frage:ist man wirklich so ein schlechter Mensch wenn man das möchte was man bezahlt hat? Wenn man sich beschwert wenn man bemerkt daß etwas anderes geliefert wurde als man bezahlt hat? Wenn man die einem gesetzlich zustehende Nachbesserung einfordert?

Aussage Metallbauer: klarer Fall von fehlerhafter Montage
Aussage Solateur: das machen wir immer so
Aussage Sharp: keine
Aussage Photovoltaikforum: keine eindeutige, einige meinen das sei kein Problem, andere halten das für die Schadens-Ursache.

Photovoltaikanlagen sind eine tolle Sache

Mein Verständnis:
Dachkonstruktion aus Holz, kann sich bewegen – Alu kann sich bei Sonneneinstrahlung ausdehen – Module sind direkt auf Stoss montiert – Ausdehnung kann nicht abgefangen werden, Module wölben sich – Glas bricht.

Aber ich bin ja nur ein Laie…

20 Jahre…

Photovoltaikanlagen sind eine tolle Sache
Biofil-Bildung durch fehlerhafte Montage – Wasser kann nicht ablaufen!

20 Jahre sollte die Anlage halten.
Ich glaub nicht wirklich dran, wer weiss welche versteckten Mängel und Materialfehler die Zeit noch aufdeckt.

Falls ich wieder mal sowas installieren lasse werde ich wohl eine Videokamera davor aufstellen. Und die Finanzierung geht garantiert über eine andere Bank.

Dann wird nämlich erst gezahlt wenn alles läuft!

Update 6.5.2010

Bis heute fehlen:

– Flash-Listen

– Datenblätter der verbauten Module (ich habe Datenblätter von Sharp NU-R0e3e mit 180W erhalten, verbaut sind aber Module mit 170W)

– Nachweis daß Montage auf Stoß OK ist.

– Korrigierte Rechnung mit Ausweisung der verbauten Module, d.h. bis heute ist etwas anderes verbaut als berechnet! (sieh Auszug Bild oben)

Im April 2010 gab es wieder gut Sonne, leider auch wieder einen Leistungsunterschied bis 150W, also anscheinend wieder irgendetwas defekt.


Zufälligerweise hat sich ein netter Mensch bei mir gemeldet der Schulungsunterlagen von Conergy besitzt.

Darin ist die Montage auf Stoss eindeutig als Mangel bezeichnet!

Abgesehen von den 150W Differenz hat sich auf dem oberen Modul im Bild oben das ca. 1cm unter dem unteren Modul montiert ist mittlerweile durch die mangelhafte Montage ein dünner Biofilm gebildet (seitlich sieht man die Vermoosung, auf dem Glas wird es auch langsam grün!).

Auf meine erneute Reklamation bekam ich ein Fax mit folgendem (zusammengefasstem) Inhalt:

die Ertragsminderung müsse ich durch die Jahresabrechnung 2009 nachweisen (Spassig wenn das Problem in 2010 auftritt).

Die Montage auf Stoss ist OK, “wir machen das schon immer so”.

Update 2012

Unser Solarlog ist Schrott

Eigentlich sollte ein Gerät das eine Anlage mit 20 Jahren Laufzeit protokolliert auch 20 Jahre halten.
Tat das Solarlog-Teil aber nicht. Der Flash-Speicher vertrug die vielen Schreibzugriffe nicht und gab einfach den Geist auf. Toll. Problem ist bekannt, kommt bei den “älteren” Geräten öfter vor. Lösung gibt es keine. Garantie, Gewährleistung, Kulanz? Man könne ein neues Gerät kaufen.
Nein Danke!
Ich bin dann auf Solarview umgestiegen. Einen Software-Datenlogger.
Das Teil funktioniert bis heute trotz Umzug über verschiedene PCs, mittlerweile in 2019 in einer virtuellen Windows-Maschine unter Linux.
Der USB-Port wird von Linux an Windows durchgereicht, am USB-Port hängt ein USB-Seriell-Wandler und daran per RS232 der Wechselrichter.
Die Software wird zwar für PC seit längerem nicht mehr weiterentwickelt, funktioniert aber noch einwandfrei.

Update 2019

Wir schreiben das Jahr 2019, die Zeit rennt davon.
Vom Solateur habe ich nie wieder was gehört. Die Firma gibt es aber nach wie vor und wirbt damit:
“XXX ist eines der führenden Unternehmen, das sich für die Technologie zur effizienten, sicheren, umweltschonenden und wirtschaftlichen Gewinnung von Energie spezialisiert hat.”

Die Anlage läuft nach den Anfangsproblemen bislang unauffällig im 13. Jahr.
Aus heutiger Sicht hätte ich die Anlage damals trotzdem wieder demontieren lassen und die Sache über einen Anwalt regeln sollen.
Aber da die Bank damals ohne Freigabe den Kaufbetrag überwiesen hat fehlte natürlich das Druckmittel.

Unabhängig davon: Die Anlage hat sich innerhalb 8 Jahren finanziell amortisiert und erzeugt fleissig umweltfreundlichen Strom der zu guten Konditionen vergütet wird (Volleinspeisung).
Mittlerweile sind auf den Modulen die vom Dachfenster aus sichtbar sind ganz leichte “Schneckenspuren” zu sehen. Vermutlich Mikrorisse durch das “Drüberlaufen” durch die Solateure damals. Oder wegen der “Auf Stoß”-Montage. In der Leistung ist aber noch nichts davon zu sehen. Hoffen wir daß es noch ein Weilchen funktioniert.

Nach Ablauf der EEG-Vergütung werden wir vermutlich die Anlage komplett austauschen lassen. Denn aktuelle Module bringen auf derselben Fläche fast die doppelte Leistung und die Fläche der weitgehend unnützen Warmwasser-Solaranlage kann dann auch mitgenutzt werden. Insgesamt könnten da statt 5kWp dann fast 15kWp auf das Dach passen.
Aber das dauert noch bis 2026.

Ohne EEG-Vergütung benötigt man natürlich ein eigenes Konzept.

Beispielsweise Eigenverbauch und Zwischenspeicherung.
Dazu haben wir uns für unsere andere Photovoltaikanlage (mit Eigenverbrauchsabrechung) einen Speicher zugelegt, einen Alpha ESS-Storion T10.
Den Erfahrungsbericht zum Solarspeicher gibt es hier.

Batteriespeicher Teil4: die erste Woche in Betrieb

Batteriespeicher Teil4: die erste Woche in Betrieb

Schon ist eine Woche vergangen seit wir unseren Alpha-ESS Storion T10 Batteriespeicher in Betrieb genommen haben.

Daher wird es Zeit für einen ersten kleinen Bericht über den täglichen Betrieb und die ersten Erfahrungswerte zum Speichersystem.

Das Teil ist sehr spannend und lehrreich und es lohnt sich!

Seit Inbetriebnahme funktioniert der Speicher einfach und unauffällig. Man merkt eigentlich nicht daß er da ist. Ausser wenn man auf das Logging schaut und sich freut daß man auch in der Nacht mit eigenem Strom arbeitet.
In der ersten Woche gab es keinerlei Störungen oder Probleme.
Tagsüber wurde der Speicher aufgeladen, nachts wurde der komplette Stromverbrauch aus dem Speicher gedeckt.
Allerdings hat sich gezeigt, daß bei unserem Strombedarf 10kWh Speicher etwas knapp sind.
Es reicht gerade so über die Nacht.
Und man kann den Storion T10 ja auf 20kWh Speicherkapazität erweitern 🙂

Batteriespeicher Teil4: die erste Woche in Betrieb

Optimierung

Unser Grundstromverbrauch lag bei ca. 750W.
Dank der Monitoring-Fähigkeit des Speichers kann man den kompletten Stromverbrauch überwachen. Leider nicht in Echtzeit sondern nur über ein Portal mit Zeitversatz und in 5min-Intervallen.
Hier würde mir eine lokale Erweiterung (Raspberry-Pie oder ähnliches) gefallen, mit der man alles in Echtzeit beobachten kann.

750W klingt viel, aber wir reden ja von gewerblichem Einsatz!
Beispielsweise läuft der Server dieser Webseite mit im Haus. Dazu noch ein paar andere Server und Geräte die in einem Privathaushalt in der Regel nicht zu finden sind.

Trotzdem kann man mit Nachdenken viel verbessern:
Ein Druckrechner lief 24h, sei es aus Bequemlichkeit oder warum auch immer. Da hatte ich schon öfters über Virtualisierung nachgedacht.
Jetzt mit dem Monitoring hatte ich einen Anlass das durchzuziehen. Rechner virtualisiert, Kiste aus – spart 50W rund um die Uhr!
Ein weiterer Druckrechner liess sich leider nicht virtualisieren weil die Druckmaschine via USB angeschlossen ist.
Aber abends ausschalten kann man. Ist nur eine kleine Intel NUC-Kiste, aber immerhin 15W für 12h am Tag gespart.
Der Büro-PC lief auch 24h weil ich auf diverse Dienste per Remote vom Laptop zugreifen wollte.
Die Dienste liessen sich auch auf eine virtuelle Maschine übertragen, der Rechner wird jetzt abends ausgeschalten. Nochmal 50W für 12h am Tag gespart.
Die ganzen VOIP-Telefone am Schreibtisch, Kleingerümpel mit USB-Netzteil, Labeldrucker, Paketlabeldrucker, usw.
Alles hing dauerhaft am Netz. Alles auf Steckerleiste mit Schalter umgestellt.
Insgesamt ist der Grundstromverbrauch nachts von 750W nur durch Nachdenken und Optimierung auf jetzt 550W gesunken.
Das geht natürlich auch ohne Speicher, aber durch das Monitoring war eben der Anreiz da. Der Akku sollte ja die ganze Nacht durchhalten.

In Betrieb

Der Speicher hat ca. 10kWh nutzbare Speicherkapazität, 1kWh davon werden als USV-Reserve zurückbehalten. Bleiben 9kWh übrig.
Das reicht gerade so durch die Nacht bei unserem Grundverbrauch von 550W und dem fast täglichen Betrieb irgendwelcher Großverbraucher am Abend oder am frühen Morgen: Spülmaschine, Waschmaschine, Trockner. Neulich war ich überrascht: früh am Morgen wurden knapp 4000W aus dem Speicher gezogen. Die Ursache: Aufbackbrötchen im Backofen!
Die Last tagsüber liegt meistens zwischen 1,5kW und 4kW, je nachdem welche Geräte laufen. Dabei wird dann auch tagsüber schon auf den Speicher zugegriffen wenn die PV-Leistung nicht ausreicht. Ziel ist immer die Minimierung des Netzbezuges.
Maximal war bisher eine Last von 7,5kW auf dem Monitoring, dabei liefen Spülmaschine, Trockner, Waschmaschine, meine Maschinen und die Klimaanlage gleichzeitig. Da es früh am Morgen war (noch 30% im Speicher) konnte die PV-Anlage davon nur 2kW abdecken, der Rest von 5,5kW kam aus dem Speicher. Das wäre für die kleineren Modelle (Smile 5 und ähnliche) schon zuviel. Der Storion T10 hat das locker aus dem Speicher bedient. Später bei steigender Solarleistung (und sinkender Last) ging der Strom dann wieder in den Speicher. Abends waren es dann wieder 100%.

Blick über den Tellerrand

Solange die Menschheit alles in Geldeinheiten berechnet geht es weiter Richtung Abgrund. Eine finzanzielle Betrachtung gibt es weiter unten. Lohnen kann sich der Speicher auch aus anderen Gründen.
Bei uns ist es vor allem die USV- und Backup-Funktion.
Bei 2 Stromausfällen im Jahr rechnet sich der Speicher bei meinen Maschinen innerhalb von 5 Jahren finanziell. (Ausfallkosten)

Der Speicher lohnt sich aber auf eine ganz andere Weise:
während die Kasper in Berlin von Energiewende reden und sonst nur heiße Luft erzeugen machen wir unsere Energiewende einfach selbst!
Und das ist unbezahlbar!
Netzbezug in der ersten Woche nach Speicherinstallation:
schlappe 17kWh
Damit benötigen wir für den Rest GARANTIERT keinen Kohle- oder Atomstrom. Alles selbst geernteter Solarstrom vom Dach.
Das ist ein gutes Gefühl.
(Natürlich ist das nicht im ganzen Jahr möglich, vor allem im Winter gibt es wenig Solar-Ertrag, aber wir arbeiten dran :-))


Wir entlasten die Netze!
Gerade die letzten Tage ist ein Hubschrauber an den Hochspannungsleitungen entlang geflogen, früh morgens um 6 Uhr. Sehr nett. Ich vermute daß da die Leitungen überprüft wurden. Bei den aktuell heißen Temperaturen dürften die Leitungen ziemlich belastet sein. Wir helfen gerne indem wir unseren eigenen Strom nutzen und die Netze schonen!

Wir entlasten die Kraftwerke!
Ganz aktuell Ende Juli 2019:
über 40°C, die Flüsse haben extremes Niedrigwasser, die Wassertemperatur ist zu hoch, die Kraftwerke haben nicht mehr genug Kühlwasser.
In Frankreich wurden bereits 20 Kernkraftwerke abgeschalten, 12 laufen mit begrenzter Leistung.
Netzsuche und sogar Nachrichten liefern auch Informationen für Deutschland (Quellen kann mit Tante Google & Co. jeder selber rausfinden):

26.7.2019:
Karlsruhe Kohlekraftwerk RDK7 – muss gedrosselt werden, Kohlekraftwerk Bergkamen A muss die Leistung drosseln – der Kühlturm kann bei der aktuellen Lufttemperatur kein ausreichend kühles Kühlwasser erzeugen!
Einige Atomreaktoren stehen wegen zu hoher Wassertemperaturen kurz vor der Abschaltung oder müssen die Leistung reduzieren!

Der Schweizer Reaktor Beznau musste wegen fehlender Kühlung gedrosselt werden.
usw.

Gut daß es den “Zappelstrom” aus Photovoltaik gibt, sonst wären vielleicht schon die Lichter aus.

Und mit unserem Speicher entlasten wir die Kraftwerke auch bei Nacht!

Natürlich kann man mit so einem kleinen Speicher nicht dauerhaft autark sein, aber es ist ein Anfang und im Augenblick ist Photovoltaik die bestmögliche Methode zur Stromerzeugung: benötigt kein Kühlwasser und läuft auch bei dieser Hitzewelle. Mit Speicher sogar in der Nacht.

Natürlich ist unser Mini-Speicher nur ein Mückenschiss.
Aber stell Dir vor, es gäbe mehr die nicht nur aus Rendite-Gier denken sondern auch an die Umwelt. Da gibt es einige Kapazitäten zu entdecken. 100% Erneuerbar ist möglich, dann muss man auch nicht in Venezuela, Irak, Syrien, Libyen, Iran oder anderen Ländern mit Ölbesitz Kriege anzetteln.


Lohnt es sich wirklich (finanziell)?

In einer Welt in der alles in Geldeinheiten gerechnet wird muss man genau rechnen ob sich ein Speicher finanziell lohnt.
Das ist abhängig von den persönlichen Bedingungen wie verbundener Photovoltaik-Leistung, Einspeisevergütung, Strompreis, usw.

Bei aktuellen Neuanlagen kann sich ein Speicher als Zusatz finanziell rechnen. Allerdings ist es finanziell besser, erst die maximal mögliche Photovoltaik-Fläche zu installieren. Danach kann man über einen Speicher nachdenken.

Denkt man nicht nur in Geldeinheiten, dann macht ein Speicher auf jeden Fall sinn (siehe die Gründe oben).

Für die Nachrüstung bei vorhandenen Anlagen muss man schon sehr genau rechnen.

Der Hersteller gibt für den Speicher >6000 Zyklen an, d.h. man kann die Kiste 6000x laden und wieder entladen. Dabei ist ein Zyklus immer 100%, d.h. nur halb geladen ist auch nur ein halber Zyklus.
Da man aber pro Tag meistens nicht mehr als 1x lädt und entlädt kann man im Jahr normalerweise nicht mehr als 365 Zyklen fahren.
Im Winter wird oft die Sonne nicht ausreichen um den Speicher zu laden, effektiv sind es also deutlich weniger Zyklen pro Jahr die möglich sind. Ich gehe einfach mal von 250 Zyklen aus.
Jetzt kommt es darauf an wieviel Lebensdauer man dem Speicher zutraut. 10 Jahre? 15 Jahre? 20 Jahre?
Gehen wir einfach mal von 15 Jahren aus, das wären dann 3750 Zyklen a 10kWh. Also 37500kWh die zwischengespeichert werden können.
Natürlich kann man auch nur mit 10 Jahren rechnen oder hoffen daß der Speicher 20 Jahre hält.
Jetzt muss man einfach den Kaufpreis seines Speichers durch die kWh teilen, einen Aufschlag für den Speicherverlust dazurechnen und kommt damit auf den Preis für die zwischengespeicherte Kilowattstunde.
Das Risiko ist dabei die Lebensdauer des Speichers.
Ich rechne für meine Zwecke mit einem Preis pro kWh von 20cent
(netto).
Dazu kommt aber noch der Preis für die Stromerzeugung.
Neue Anlagen würden ca. 10cent für die Einspeisung bekommen.
Der fällt bei Speichernutzung weg.
Bei Eigenverbrauch wäre das daher ein Strompreis über den Speicher von 10(entgangene Einspeisung)+20 (Speicherkosten) = 30cent.
Wenn sich die Strompreise weiter entwickeln wie bisher , dann lohnt sich ein Speicher für neue Anlagen innerhalb der angenommenen 15 Jahren.

Für ältere Anlagen mit höherer Vergütung lohnt sich ein Speicher als Nachrüstung finanziell eher nicht.
Aber wenn die Anlage aus der Förderung fällt und man nichts mehr für seinen Strom bekommt, dann ist speichern immer besser als verschenken.

Unsere Anlage mit Eigenverbrauchsabrechnung ist aus 2010, da gab es eine ganz spannende Vergütung: Neben der Einspeisevergütung gab es noch eine Vergütung für den Eigenverbrauch.
Für die Volleinspeisung gibt es 34cent, für die eigenverbrauchte kWh aber auch 22cent als Bonus.
D.h. 1kWh eingespeist = 34cent, nachts 1kWh bezogen 23cent (alles netto). 1kWh im Netz “gespeichert” kostet ca. 11cent

1kWh im Akku zwischengespeichert kostet 13cent (Differenz Eigenverbrauch zu Volleinspeisung) + 20cent Speicherkosten = 33cent

Finanziell lohnt es sich erst mal nicht.
Im Aktuellen Ausbau ist es eher ein “Concept of Proof”

ABER!

Die 5kWh-Anlage auf dem Dach mit Volleinspeisung fällt bald aus der Förderung, da gibt es dann bei Einspeisung nichts mehr, vielleicht 5cent?
Dann sind wir bei Stromkosten über den Speicher von 20cent – 25cent.
Ein Ausbau mit zusätzlichen Modulen ist möglich, ein kWp (selbst montiert) kostet ca. 1000,- Euro. Bei einer angenommenen Lebensdauer der PV von 20 Jahren und 1000kWh/kWp (bei uns sogar über 1100!) wären das Produktionskosten von 5cent pro kWh, also mit Speicher 25cent.

Damit liegt man auf gleicher Höhe wie der aktuelle Strompreise.
Aber – man kann den Speicher auf 20kWh nachrüsten. Dafür braucht man nur Batteriemodule. Alle sonstige Technik bleibt unverändert. Der Nachrüstpreis bringt dann Speicherkosten von 10cent pro kWh für den zusätzlichen Speicher. Der Preis pro kWh gespeicherter Energie sinkt damit im Schnitt auf 15cent! (20cent für die ersten 10kWh und 10cent für die Erweiterung, gemittelt)

Mit der Dach-Anlage oder der Erweiterung gerechnet, also mit 5cent Erzeugungskosten liegt man dann bei 20cent Stromkosten (netto)
Damit lohnt sich der Speicher auch finanziell.

Es kommt halt darauf an.

Die Unabhängigkeit (USV/Notstrom), das Wissen daß man nachts Solarstrom verbrauchen kann, das Bewusstsein daß man den Politkaspern voraus ist, der Umweltgedanke – all das ist unbezahlbar.

Rechnet man Spitz auf Knopf, dann sollte man die maximale PV-Größe aufs Dach nageln. Ansonsten Speicher dazupacken.
Speicher nachrüsten lohnt sich nur in ganz bestimmten Fällen (wie bei uns) oder wenn die Solaranlage aus der EEG-Förderung fällt (dann aber auf jeden Fall)

Spannung!

Spannend ist die Sache auf jeden Fall, vor allem aus technischer Sicht.
Immerhin kann ich jetzt eigene Erfahrungen sammeln und muss nicht Stammtischgeplapper nachquatschen wie es viele andere machen.

Batteriespeicher Teil3: Elektroinstallation und Inbetriebnahme

Im Ersten Teil ging es um die Vorgeschichte zum Batteriespeicher

Im Zweiten Teil ging es um die Montage in Eigenleistung

Im Teil3 geht es um die Elektroinstallation und Inbetriebnahme des Speichers.

Batteriespeicher Teil3: Elektroinstallation und Inbetriebnahme
Batteriespeicher Teil3: Elektroinstallation und Inbetriebnahme

Nachdem ich das Speichersystem in Eigenleistung aufgebaut hatte kam der Elektriker und erledigte die Elektroinstallation.
Verkabeln, ans Netz anschliessen, Zähler einbauen, usw.

Das Bild rechts zeigt unser Storion T10 Speichersystem betriebsfertig aufgebaut noch ohne die Abdeckungen.

Die elektrische Installation unseres Alpha ESS Storion T10 Hybridspeichers habe ich natürlich dem Profi überlassen.
Erstens weil der das viel besser kann und zweitens weil ich das sowieso garnicht darf.

Als Nicht-Elektrofachkraft lässt man da lieber die Finger davon. In so einem Speicher ist jede Menge Energie gespeichert.
Das ist nicht ungefährlich. Also als Laie Finger weg!


Ich steh lieber daneben, schaue zu, stelle Fragen und lerne.

Unser Elektriker war sehr engagiert in Sachen PV und Speicher.
Er hatte auch schon alle möglichen Systeme installiert.
So war auch der Anschluss des Storion T10 für ihn kein Problem.
Das gefällt mir wenn die Leute sich auch für das Material interessieren das sie installieren und nicht nur Strippen ziehen.

Batteriespeicher Teil3: Elektroinstallation und Inbetriebnahme

Als erstes wurden die Batteriemodule verkabelt.
Dazu muss an der Frontseite der Batterien ein Deckel abgenommen werden.
Eine Leitung für Plus, eine Leitung für Minus und eine Steuerleitung für die Kommunikation zwischen Steuergerät und den Batterien. Dazu muss jede Batterie per DIP-Schalter auf einen eigenen Wert eingestellt werden. Maximal 8 Speichermodule können an den Storion T10 angeschlossen werden, das entspricht einer nutzbaren Kapazität von ca. 20kWh. Unser System hat 4 Batteriemodule und damit 10kWh nutzbare Kapazität.

Batteriespeicher Teil3: Elektroinstallation und Inbetriebnahme

Die Batteriekabel werden an die Steuereinheit angeschlossen.
Alle Kabel wurden bereits fertig konfektioniert mitgeliefert.
Von der Steuereinheit gehen auch die Anschlüsse für den Hybrid-Wechselrichter ab.
Der Rest der Anschlüsse befindet sich auf der anderen Seite.

Die Schnallen an der Seite vorne sind zum Öffnen der Frontabdeckung.
Darunter verbergen sich die Hauptsicherungen des Systems. Braucht man normalerweise eigentlich nicht. Einmal einschalten und läuft.

Batteriespeicher Teil3: Elektroinstallation und Inbetriebnahme

Auf der rechten Seite der Steuerung sieht man eine Menge Anschlüsse.

Anscheinend ist in dem Gerät ein Mini-PC verbaut, sogar ein VGA-Ausgang und USB-Anschlüsse sind vorhanden.
Vielleicht irgendein ARM-Minirechner auf Linux-Basis?
Wäre schon interessant zu wissen was da dahinter steckt. Für den Betrieb ist das aber unwichtig, das ist nur für Nerds interessant.

Dazu gibt es noch eine SD-Karte und ein Feld Dip-Schalter. Vielleicht kann man ja mehrere Systeme koppeln?

Im unteren Bereich werden die ganzen Komponenten angeschlossen wie Netzwerk, Kommunikation zum Hybrid-Wechselrichter und die Stromzähler (damit das Gerät weiß wann Stromüberschuss oder -Mangel im Hausnetz anliegt)

Batteriespeicher Teil3: Elektroinstallation und Inbetriebnahme

Über die Klemmen oben kann man wohl zukünftig noch Funktionen erweitern. In der Überwachungssoftware lassen sich da schon verschiedene Schaltfunktionen programmieren, z.B. könnte man damit eine Sirene bei Netzausfall ansteuern, einen Heizstab bei vollem Akku und sicher noch viel mehr.

Im Bild noch die Sicherungsautomaten für den Netzanschluss und das Backup-System.

Man kann an den Alpha ESS Storion T10 direkt eine USV-Last anschliessen, z.B. über Steckdose oder einen kleinen Unterverteiler.

Die angeschlossene Last wird dann mit Dauerstrom versorgt, auch bei Ausfall des Stromnetzes.
Mit der optionalen Backup-Box kann man dann sogar das komplette Hausnetz im unterbrechungsfreien USV-Betrieb weiterführen wenn das Netz ausfällt. Einen Bericht zur Backup-Box liefere ich nach, leider war das Teil nicht verfügbar und wird erst im August nachgeliefert.

Der Hybrid-Wechselrichter ist ein schweres Monster.

Batteriespeicher Teil3: Elektroinstallation und Inbetriebnahme

Es handelt sich um einen Hybrid Inverter GW 10K-ET von GOODWE.
Vermutlich kennt den Hersteller bei uns kaum jemand, in China scheint das aber ein recht großer Hersteller zu sein.
Auf der Webseite stehen zum Zeitpunkt der Installation immerhin angeblich 388.000 installierte Wechselrichter als Online.

Der Anschluss für das Steuerkabel ist innenliegend, daher musste der Elektriker die Abdeckung abnehmen. Das habe ich gleich für ein Foto genutzt.
Der innere Aufbau ist einwandfrei.
Da kann man nicht von China-Schrott reden.
Denke da gibt es deutlich schlechtere Geräte aus europäischer Herstellung.
Absolut sauberer Aufbau und feine Verkabelung.
Und das Ding kann richtig viel:
13000W max PV-Generator, 11000VA AC Output zum Netz, 15.000VA Aufnahme vom Netz (bei Nachrüstung und AC-Betrieb oder Hybrid-Betrieb kann das Gerät die Akkus auch von der Netzseite her laden. Maximale Backup-Power 10.000VA, das ist eine recht anständige USV.

Angeblich kann das System eine komplette Insel darstellen, also PV-Nachladung der Batterien auch bei Netzausfall. Leider nur wenn die PV-Module direkt DC am Wechselrichter angeschlossen sind. Bei uns handelt es sich um eine Nachrüstung, die Module haben einen eigenen Wechselrichter und hängen direkt am Netz. Das ist bei unserer PV-Anlage mit EEG2010 und Eigenverbrauchsabrechnung die sinnvollere Anschlussvariante.
Aber für die Zombie-Apykalypse habe ich immerhin passende Kabel und könnte die PV-Module bei Bedarf umstecken.

Der größte Aufwand bei der Elektroinstallation war unser Verteilerschrank. Für die korrekte Messung von Verbrauch, PC-Erzeugung , Einspeisung, usw. mussten 2 Energy-Meter eingebaut werden die dem Storion T10 die entsprechenden Daten liefern damit dieser weiß ob er laden oder entladen muss, ob Überschuss da ist oder Strommangel oder gar Netzausfall.
Da musste leider einiges verschoben und umgebaut werden. Es hat dann aber alles reingepasst und das System konnte in Betrieb genommen werden.

Unser Elektriker hat sehr sauber gearbeitet. So macht das Spass.
Alles perfekt angeschlossen, Saubere Arbeit, Kunde zufrieden.

Für die Inbetriebnahme kam dann allerdings noch jemand vom Hersteller dazu. Unser Elektriker hatte zwar schon sehr viele Speicher installiert, aber noch keinen Storion T10.

Die Arbeit wurde begutachtet und für gut befunden (das fand ich dann auch gut). Hauptsicherung rein, einschalten, läuft.

Das wars?
Das wars!

Der Speicher lief und fing auch sofort an zu laden.

Es folgte noch die Registrierung für das Anwenderportal und die Überwachung sowie für die Garantie.
Dazu gab es noch viele Erklärungen und Informationen. Besser kann der Service eigentlich nicht sein.
Die Überwachung läuft über die Cloud von Alpha-ESS.
Das ist noch ein kleiner Punkt für den ich mir Verbesserung wünsche.
Erstens sind die Informationen dort recht einfach aufbereitet und die Übertragung erfolgt nur alle 5 Minuten.
Das soll aber noch deutlich verbessert werden, für den T10 ist das noch im Aufbau.
Ich würde mir eine lokale Lösung wünschen, z.B. mittels Raspberry Pie.
Damit könnte man das System in Echtzeit loggen (was passiert wenn ich den Föhn ein-/ausschalte, wieviel Leistung benötigt die Kaffeemaschine, usw.), Integration in die Hausautomation.

Aber das kann ja noch werden.
Mit dem Gesamtsystem bin ich bis jetzt sehr zufrieden.
Jetzt muss erst einmal Langzeit-Erfahrung gesammelt werden.

Immerhin seit Inbetriebnahme vor 3 Tagen mussten bisher nur 5kWh vom Netz bezogen werden (die Inbetriebnahme erfolgte am Spätnachmittag, der Speicher hatte nur 20%, lud dann noch auf 40% das reichte nicht durch die erste Nacht). Seither bereits über 48h kein Bezug mehr vom Netz. Und da liefen neben meinen Produktionsmaschinen auch Waschmaschine, Trockner, Spülmaschine, Backofen und TV.
Zumindest im Sommer braucht man da wohl kaum noch Strom aus dem Netz.

Die Syna (Netzbetreiber) hat mit dem Speicher irgendwie Probleme. Das liegt aber nicht am Speicher, sondern am Netzbetreiber. Der Elektriker hat alles korrekt gemeldet und es gibt dazu auch eine Bearbeitungsnummer. Trotzdem hat es fast 9 Monate gedauert, bis die Syna den Speicher akzeptiert hatte.
Mehrfach wurden die bereits eingereichten Unterlagen nachgefordert.
Die gesetzlich vorgeschriebene Eintragung im Stammdatenregister wurde natürlich gleich bei Inbetriebnahme von mir durchgeführt. 1 Jahr später kam eine Aufforderung zur Datenkorrektur. Kommentar der Syna im Stammdatenregister: “Der Speicher ist uns nicht bekannt”. Anruf bei der Hotline: “Doch, der Speicher ist korrekt im System, alles OK”.
Ich habe das so im Stammdatenregister eingetragen und dazugeschrieben, dass die Syna das bitte intern klären soll. Es kam ein paar Monate nichts mehr. In 2021 ist der Syna dann aufgefallen, dass die Speichergröße nicht stimmen würde. Eingetragen: 10kWh. Änderungsvorschlag: 10kWh.
Ich habe keine Ahnung, warum die alle paar Monate im System rumbasteln, aber anscheinend wollen die einen absichtlich ärgern.
Bei der Inbetriebnahme der Fotovoltaik-Anlage gab es ein ähnliches Spiel – ewig reagiert niemand, dann werden Unterlagen mehrfach angefordert, sind verschwunden. Einträge im Stammdatenregister werden falsch gesetzt, usw.
Der Speicher an sich ist harmlos, aber der Netzbetreiber, bei dem man das Ding melden muss, der kann echt sehr nervig sein.

Ich vermute Absicht, denn man soll ja abhängig bleiben und auf keinen Fall selbst Strom produzieren oder gar speichern. Deswegen findet die Wirtschaft ja auch Elektroautos doof – die kann man zu Hause mit Sonnenstrom laden und muss nicht mehr an die Zapfsäule.
Irgendwann kommt sicher ein Gesetz, dass man für Speicher extra Abgaben zahlen muss. So ist es ja jetzt schon teilweise mit der EEG-Abgabe auf selbst erzeugten und selbst verbrauchten Solarstrom (Kohlekraftwerke sind übrigens von der EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch befreit)





Batteriespeicher Teil2: Selbstmontage

Im ersten Teil meines Batterie-Blogs habe ich Euch erzählt warum wir einen Speicher gekauft haben und warum genau diesen.

Batteriespeicher Teil2: Selbstmontage

In Teil2 geht es um die Montage des Speichers.

Die Lieferung des Alpha ESS Storion T10 erfolgte sehr fix.
Keine 2 Wochen nach der Bestellung klingelte die Spedition und stellte mir eine Palette in den Hof.
Die einzelnen Module (Wechselrichter, Systemmanager, 4x Akku-Block und Kleinteile) waren sauber verpackt und liessen sich problemlos von 2 Personen einzeln in den Keller tragen.

Eine Anleitung war leider nicht dabei, aber die wurde mir auf Nachfrage innerhalb von 10 Minuten per Mail zugesandt.

In Rücksprache mit dem Elektriker habe ich dann den mechanischen Teil der Installation selbst in die Hand genommen.
Das ist nicht schwer und kann problemlos von Laien erledigt werden (wenn man nicht 2 linke Hände hat).

Batteriespeicher Teil2: Selbstmontage
Batteriespeicher Teil2: Selbstmontage


Ausgepackt und aufgebaut

Die Einzelteile waren sauber verpackt. Mehrlagiger Karton und dicke Polsterung schützten beim Transport.

Die unterste Batterie sollte auf den Boden gestellt werden.
Dazu waren leider keine Gerätefüße dabei. Auf Nachfrage hieß es, man könne die Teile einfach auf den Boden stellen, die werden sowieso an der Wand verschraubt.
In der Anleitung waren aber Füße abgebildet und da der Raum ab und an feucht gewischt wird wollte ich da schon etwas Abstand. Nicht um unter den Batterien zu wischen sondern falls beim Wischen mal Feuchtigkeit unter die Batterie gelangt. Nicht daß das anfängt zu gammeln.

Batteriespeicher Teil2: Selbstmontage

Im Baumarkt gab es passende Gerätefüße, allerdings teuer und mit Plastikkappen. Bei den Schrauben habe ich dann passendes Material aus Vollmetall gefunden. Das sollte stabil genug sein. Mit M8-Gewinde kosten 4 Stück schlappe 2,50 Euro. Das sollte eigentlich der Hersteller dazulegen. Kontermutter drauf und ab an die unterste Batterie.
Damit die Metallfüße die Fliesen nicht beschädigen habe ich noch eine zurechtgeschnittene 1cm Gummimatte daruntergelegt (Waschmaschinen-Unterlage)

Batteriespeicher Teil2: Selbstmontage

Das erste Batteriemodul war das schwierigste:
Da ich nichts falsch machen wollte habe ich ewig hin und her gemessen, mit der Wasserwaage in alle Richtungen ausgeglichen (eine Baumarkt-Wasserwaage zeigte je nach Ausrichtung (180° gedreht) unterschiedliche Neigungen an). Mit einer älteren Wasserwaage ging es dann hinreichend genau.

Batteriespeicher Teil2: Selbstmontage

Zur Montage an der Wand habe ich dann doch lieber Schrauben aus dem eigenen Vorrat verwendet.
Die mitgelieferten Schrauben und Dübel halte ich für subobtimal. Senkkopfschrauben mit Unterlegscheibe?
Ich weiss nicht ob das Stand der Technik ist. Als Laie würde ich sagen das passt nicht so recht zusammen.

Die Dübel habe ich testweise probiert, die hatten in meiner Ziegelwand aber keinerlei Halt, daher habe ich sie durch “die guten Fischerdübel” ersetzt. In diesen roten Steinen bohrt man übrigens besser ohne Schlagwerk, dann gibt es auch saubere Löcher.
In der Anleitung steht man solle die Batterie beim Bohren abdecken.
Die unterste Batterie hatte ich vor dem Bohren entfernt. Bei den oberen ist das natürlich nicht sinnvoll wenn man immer den gesamte Stapel wieder entfernen muss. Da geht es dann schon besser mit einer Abdeckung. Aber eine Absaugung bringt gegenüber einer Abdeckung nochmal deutlich Vorteile, da bleibt alles sauber. Daher habe ich noch einen Sauger dazu genommen.

Batteriespeicher Teil2: Selbstmontage

Für die Montage habe ich M8er-Dübel genommen, gleiche Größe wie die Originale, nur von Fischer.
Die Schrauben habe ich durch größere ersetzt. Für den schweren Wechselrichter bin ich dann später sogar auf M10-Dübel gewechselt, da fällt dann ganz sicher nichts von der Wand.

Bild: das erste Batterie-Modul steht. Alles sauber ausgerichtet und in allen Richtungen im Wasser. (das Teil steht gerade, sieht nur durch die Perspektive etwas schräg aus)

Batteriespeicher Teil2: Selbstmontage

Die Installation der Folgemodule war dann ganz einfach:
Batterieblock auf die bereits installierten Module stellen, ausrichten (das geht quasi automatisch da die Module entsprechende Aussparungen besitzen).
An der Wand anzeichnen, bohren, festschrauben, fertig.

Beim Bohren immer sauber mit Absaugung arbeiten.

Und immer wieder kontrollieren ob auch alles noch im Wasser steht. Die Installation der Batterien bekommt eine einzelne Person problemlos hin.

Übrigens: ich habe versucht alles auf den Millimeter genau auszurichten. Wäre aber eigentlich garnicht nötig.
Die Deckel gleichen später kleinere Ungenauigkeiten problemlos aus.
Trotzdem: sauber Arbeiten ist nie verkehrt.

Batteriespeicher Teil2: Selbstmontage

Nach den Batteriemodulen kommt die Aufhängung für den Steuerungskasten und den Wechselrichter.
Dabei handelt es sich um Metallgitter-Elemente die an die Wand geschraubt werden. Durch kleine Zapfenverbinder zu den Batterieaufhängungen kann man da eigentlich nicht viel falsch machen: Zapfen einhängen, ausrichten, Löcher bohren, festschrauben.


Batteriespeicher Teil2: Selbstmontage

Das Metallgitter für den Wechselrichter sollte mit 6 dieser seltsamen Schrauben (Bild ganz oben) an der Wand befestigt werden.
Da bin ich dann doch lieber auf Nummer Sicher gegangen und habe statt dieser M8-Dübel gleich Fischerdübel M10 genommen und deutlich größere und stabilere Schrauben.

Ausserdem ist in der Mitte ein weiteres Loch über dem ein Metallgitter sitzt. Man kann aber trotzdem eine weitere Schraube eindrehen. Somit habe ich 7 statt 6 Schrauben verwendet und auch noch stabileres Material als vorgegeben.

Damit sollte das Gitter auf jeden Fall halten.
Mit der Originalbefestigung hält das bestimmt auch, aber ich nehme das Material gerne eine Nummer stabiler, sicher ist sicher.

Batteriespeicher Teil2: Selbstmontage

Der Steuerungskasten ist eine Einheit vergleichbar mit den Batterien, nur viel leichter und mit etwas anderer Montage.
In dem Gerät ist unter anderem ein Minicomputer verbaut.

Ich habe es mir aber verkniffen das Ding aufzuschrauben und nachzusehen was da alles drin ist.

Die Informationen findet man bei Bedarf sicher irgendwo. Für mich ist das vorerst nicht so wichtig.

Auf dem Bild sieht man die fertige Montage wie man sie als Einzelperson problemlos an einem Nachmittag hinbekommt. (ohne Wechselrichter)

Batteriespeicher Teil2: Selbstmontage

Der Wechselrichter ist ziemlich schwer. Das Teil wollte ich nicht alleine an die Wand wuchten. Bei über 40kg hab ich lieber Hilfe für die Montage besorgt.

Zu Zweit ging es problemlos.

Für das Foto habe ich testweise die Abdeckungen montiert. Sieht doch schon ganz gut aus.

So weit kann man das in Eigenleistung installieren. Für die Verkabelung lasse ich dann lieber die Profis ran.

Nach Anleitung ist das auch nicht schwer, aber ich bin Informatiker und kein Elektriker und damit darf ich das sowieso nicht und der Elektriker kann das ausserdem viel besser und spätestens am Sicherungskasten hat man als Laie nichts zu suchen.
Da dürfen nur Elektro-Fachkräfte ran.
Dann passt es auch mit der Garantie und der Versicherung.

Ich finde das sieht schon supergut aus 🙂

Bis jetzt bin ich sehr zufrieden. Schnelle Abwicklung, guter Service (Zusendung der Anleitung nach 10 Minuten). Kleinigkeiten wie die fehlenden Gerätefüße und die seltsamen Schrauben sind nicht schlimm. Wenn das ein Elektriker installiert hat er die Teile vermutlich bereits dabei und der Kunde merkt das garnicht. Aber ich wollte eben selber installieren.


PS.: Die gelben Teile sind ältere Solarmax-Wechselrichter.

Hier gehts zum Teil1: Vorüberlegung und Auswahl