Kategorie: Bastel-Blog

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Akku 2.0 – Kapitel 5

Kapitel 5 – Vollmond

Als Jan zu später Stunde wieder einmal mit Suzan ins Gespräch kam, fragte er „Sag mal, wieso hast Du nur die Kollegen eingeladen? Und Deine Mutter konnte nicht mitfeiern?“
Suzan schaute ihn traurig an „Wir sind ein kleines, eingespieltes Team. Wegen unserer Forschung und der vielen Arbeit kommen wir kaum mit anderen Menschen in Kontakt.
Dieses Haus hier haben wir auch erst vor ein paar Wochen bezogen, als mein Vater die Leitung des Labors übernommen hat. Vorher waren wir, das heißt das ganze Team, in Korea. Daher kenne ich hier noch niemanden und für die Freunde aus Korea war leider der Weg zu weit.
Meine Mutter lebt in China, die kann da leider nicht raus.“ Jan schaute sie verlegen an „Ich verstehe…“
Suzan unterbrach ihn „Ich glaube nicht, dass Du das verstehst. Aber ich freue mich auf jeden Fall riesig, dass Du vorbeigekommen bist.“
Sie sprang auf. „Darf ich Dir das Haus zeigen?“ Jan stand ebenfalls auf. Es war ihm etwas peinlich, vielleicht hätte er sie nicht auf ihre Mutter ansprechen sollen. „Gerne, das würde mich sehr interessieren“.

Suzan führte Jan herum und je mehr er sah, desto mehr staunte er. Ein Wohnzimmer von über 200 Quadratmetern, mehrere Schlafzimmer, eine Küche die sicher für über 100 Personen ausreichen würde und ein Speisesaal der bequem 50 Personen fasste.

„Ihr wohnt zu Zweit in dieser riesigen Villa?“ Suzan lächelte „Wir haben noch eine Haushälterin. Die heißt Maria und arbeitet schon für meinen Vater, so lange ich mich erinnern kann. Sie ist auch immer mit uns umgezogen und gehört praktisch zur Familie.

Eigentlich wollten wir kein so großes Haus. Das Gebäude gehört dem Staat und die haben schon Jahre lang versucht, es zu verkaufen. Leider erfolglos. Das liegt wohl daran, dass es ursprünglich ein Hotel war. Dafür ist es aber aus baurechtlichen Gründen nicht mehr geeignet. Durch die Hanglage ist es zu gefährlich und entspricht nicht den aktuellen Vorschriften. Die Balkonbrüstungen müssten umgebaut und die Fenster nachgerüstet werden. Die Umbaukosten würden in die Millionen gehen. Als Villa ist es eigentlich viel zu groß. Aber als vorübergehende Unterkunft für uns ist es gerade recht. Zum Glück müssen wir den Unterhalt des Hauses nicht selbst bezahlen.

Zur Leitung des Institutes gehört ein Haus dazu, das war direkt neben dem Institut neu gebaut worden, hatte aber erhebliche Baumängel und wird wohl erst in ein bis zwei Jahren fertiggestellt. So wurde uns, quasi als Notunterkunft, diese bescheidene Bleibe angeboten. Mein Vater meinte, dass das als Zwischenlösung ganz brauchbar wäre.“

„Wow, so eine Notunterkunft wollte ich auch mal gerne. Ich wohne noch im Studenten-Wohnheim. Da muss ich bald raus. Steht noch irgendwo so eine Bude zur Verfügung?“

„Du musst mal mit meinem Vater reden. Für die Institutsmitarbeiter gibt es eine kleine Siedlung, vielleicht ist da noch eine Wohnung verfügbar. Sonst könnten wir Dich vielleicht auch bei uns einquartieren, Zimmer gibt es genug, das war ja, wie bereits gesagt, vorher ein Hotel.“ Suzan blieb vor einer Glasfront stehen und drückte auf einen Knopf.

Hinter dem Glas ging das Licht an und die Glasfläche schob sich zur Seite. Jan erkannte erst jetzt, was sich dahinter verbarg. Ein riesiger Pool von bestimmt 20 m Länge und 10 m Breite, wie er auch zu einem öffentlichen Schwimmbad gut passen würde. Über dem Pool war alles komplett verglast. Man konnte den Vollmond sehen und am wolkenfreien Himmel blinkten die Sterne. Jan staunte.

Zuerst über den Pool, dann über Suzan die begann, sich auszuziehen. „Was hast Du vor?“, fragte er sie. „Nach was sieht es denn aus?“ Suzan lachte und warf ihm ihr T-Shirt über den Kopf. Jan war etwas verwirrt „Du willst jetzt schwimmen?“ „Ja klar, Du nicht?“ „Ja, das wäre schon lustig, aber ich habe keine Badesachen dabei!“ Suzan lachte „wir schwimmen nackig. Oder bist Du verklemmt?“

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Akku 2.0 – Kapitel 1

Kapitel 1 – Vorstellungsgespräch

Seit ein paar Tagen hatte Jan seinen Master in Chemie in der Tasche.

Eigentlich wollte er nach seinem Studium eine Auszeit nehmen und als Rucksacktourist durch Asien reisen. Er hatte schon lange von einer Weltreise geträumt und besonders China hatte es ihm angetan. Die fernöstliche Lebensweise gefiel ihm und die andersartige Kultur zog ihn irgendwie an.

Aber er wollte auch einen Job in der Erforschung von Zukunftstechnologien und die Zahl attraktiver Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien waren leider, durch den Zickzack-Kurs der Bundesregierung, während seiner Studienzeit arg geschrumpft.

Als dann bekannt wurde, dass direkt neben seiner Uni ein neues Forschungsinstitut eröffnet werden sollte, hatte er sich sofort beworben.

Deswegen saß Jan gerade im Vorzimmer von Professor Schmidt. Schmidt war der Leiter des neuen Instituts zur Erforschung von Speichertechnologien, das die Regierung als Leuchtturmprojekt ausgewählt und gefördert hatte.

Einhundert neue Arbeitsplätze in der Spitzenforschung sollten hier geschaffen werden. Auf diese 100 Stellen gab es über 3000 Bewerber.

Jan hatte sich zuvor noch nie irgendwo beworben und wusste nicht genau, was da auf ihn zu kam. Immerhin hatte er es durch die Vorauswahl geschafft und war zu einem persönlichen Gespräch eingeladen worden.

Aufgeregt saß er in einem großen, weichen Polstersessel und wartete darauf, aufgerufen zu werden. Dann öffnete sich die Tür und endlich wurde er hereingebeten.

Jan trat mit klopfendem Herzen in den Raum. Professor Schmidt begrüßte ihn persönlich. Der Professor sah jünger aus, als Jan ihn sich vorgestellt hatte. Ein sportlicher Typ von ungefähr 60 Jahren, schlank und hochgewachsen. Nur die Haare waren schon ziemlich licht und schneeweiß. Kleine, verschmitzte Augen versteckten sich hinter einer dicken Hornbrille.

Lächelnd streckte Professor Schmidt Jan die Hand entgegen. „Willkommen in unserem Institut. Ich bin Professor Erich Schmidt und das hier ist meine Assistentin Suzan“. Er zeigte auf eine junge Frau mit leicht asiatischen Gesichtszügen, die sich eifrig auf einem Tablet Notizen machte und Jan freundlich anlächelte.

Jan fühlte sich wie vom Blitz getroffen. Da saß seine Traumfrau. Das brachte ihn total aus dem Konzept. Alle Texte, die er sich zuvor überlegt hatte, alle Szenarien, wie das Vorstellungsgespräch ablaufen würde, waren auf einmal aus seinem Kopf verschwunden. Ihm wurde heiß. Ein Gefühl breitete sich in seinem Körper aus, das allerdings für ein Vorstellungsgespräch genauso wenig förderlich war, wie die Aufregung davor.

In jeder anderen Situation hätte er sich gefreut, Suzan kennenzulernen, aber hier im Vorstellungsgespräch war das der denkbar unpassendste Moment für die Gedanken, die von ihm Besitz ergriffen hatten.

Die Fragen des Professors beantwortete er wie in Trance. Sein Kopf schien mit Watte gefüllt. Jan konnte keinen klaren Gedanken fassen. Erst als der Professor aufstand und ihm die Hand reichte, mit den Worten „Vielen Dank für Ihre Vorstellung. Sie hören von uns“, fand er wieder in die Realität zurück.

Jans Gehirn hatte einen Totalausfall. Er konnte sich an die 10 Minuten des Vorstellungsgesprächs nicht mehr erinnern. Es war ein kompletter Blackout! Aber er wusste, dass „Sie hören von uns“ gleichzusetzen war, mit einer Absage.

Frustriert verabschiedete er sich und verließ den Raum.

Ein weiteres Gefühl machte sich in im breit und das kannte er zu gut. Wut! Er ärgerte sich über sich selbst, dass er das Vorstellungsgespräch so komplett vergeigt hatte. Ja, es musste wohl so sein, denn, egal wie sehr er sich auch anstrengte, sich zu erinnern, die 10 Minuten waren weg. Wäre es gut gelaufen, dann müsste er das doch wissen.

Diese Suzan hatte ihn völlig aus der Bahn geworfen. So etwas war ihm vorher noch nie passiert. Mit einem Mal wusste er genau, was er wollte. In diesem Institut arbeiten, mit Suzan und nichts anderes. Aber jetzt war es zu spät. Nur ein paar Minuten, in denen sein Leben total aus der Spur geraten war. Jan konnte es nicht fassen.

Er hatte versagt.

Als Jan am nächsten Tag einen Brief von Professor Schmidt erhielt, wollte er diesen ungelesen entsorgen. Aber irgendetwas in ihm drängte ihn dazu, das Schreiben zu öffnen und die vernichtende Absage zu lesen.

Er hielt die Luft an und öffnete den Brief.

Um so erstaunter war er, als er die Zeilen las. Und nochmal las. Und noch ein drittes Mal: „Herzlichen Glückwunsch, ich freue mich, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass wir Sie als Mitarbeiter in unserem Forschungsteam ausgewählt haben.“ Persönlich unterschrieben von Professor Erich Schmidt.

Jan musste sich setzen. Er hatte eine Absage erwartet, aber das Gegenteil war eingetreten. Er war nicht nur in das Institut aufgenommen worden, sie wollten auch, dass er direkt in der Arbeitsgruppe des Professors arbeitete. Damit hatte er nicht gerechnet. Verzweifelt versuchte er sich erneut an das Vorstellungsgespräch zu erinnern. Wodurch hatte er sie wohl überzeugt? Die 10 Minuten im Büro des Professors waren wie ausradiert. Das einzige, an das er sich erinnern konnte, war diese Suzan und der Satz des Professors „Sie hören von uns“.

Er versuchte sich einzureden, dass er wohl sehr überzeugend gewesen sein musste. Aber die Ungewissheit nagte an ihm. Trotz allem war er glücklich, er hatte erreicht was er wollte. Am kommenden Montag sollte es losgehen. Jan freute sich riesig auf seine neue Arbeitsstelle.

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Akku 2.0 – Kapitel 26

Kapitel 26 – Mutter

Kurze Zeit später wurden sie abgeholt und in der Tat handelte es sich um einen beeindruckenden Konvoi aus 3 gepanzerten Fahrzeugen und 2 Motorrädern. Das vordere und hintere Auto war jeweils ein Militärfahrzeug, mit 4 bewaffneten Sicherheitsleuten besetzt. In der Mitte befand sich ein großer, schwarzer VAN mit getönten Scheiben, durch die man nicht ins Innere sehen konnte. Sie durften in das mittlere Fahrzeug einsteigen und kaum hatten sich die Türen geschlossen, ging es auch schon los.

Jan staunte, wie organisiert die Fahrt ablief. Die beiden Motorradfahrer fuhren immer voraus und sperrten Kreuzungen ab, bis die Autos vorbei waren. So hatten sie immer Vorfahrt und kamen recht schnell voran. Trotzdem war es eine weite Strecke und es dauerte über 2 Stunden, bis sie ihr Ziel erreicht hatten. Es handelte sich um ein riesiges Gebäude, dem man schon aus der Ferne ansah, dass es der Regierung gehörte.

Dort angekommen, stiegen sie aus und wurden in einen großen, geschmackvoll eingerichteten Raum geleitet. Suzan wippte vor Aufregung von einem Bein auf das andere. Jan bewunderte die antiken Kriegerfiguren aus Ton, die zur Dekoration im Raum standen und gut ein Museum füllen könnten.

Nach kurzer Wartezeit kam eine festlich gekleidete Chinesin in den Raum, die mit ausgestreckten Armen auf sie zu lief „Meine liebe Suzan, endlich sehen wir uns. Ich habe so lange auf diesen Augenblick gewartet und nun bist Du tatsächlich hier.“

Jan sah wie Suzan erstarrte. Er trat einen Schritt näher an sie heran und frage leise „was ist los?“ Suzan zeigte abweisend auf die Frau und sagte laut „Das ist nicht meine Mutter!“

Die Frau blieb vor ihnen stehen. Jan schaute Suzan ungläubig an „Bist Du Dir sicher?“

Suzan nickte „Ich habe nur alte Fotos von Dad und Bilder aus dem Internet. Diese Frau ist meiner Mutter sehr ähnlich, aber sie ist es nicht. In den Briefen, die sie mir geschrieben hat, da hat sie mich auch niemals Suzan genannt. „

Plötzlich hörten sie hinter sich eine fragende Stimme „Su?“

Suzan und Jan drehten sich erschrocken um. Hinter ihnen hatte eine weitere Frau den Raum betreten. Sie war schon etwas älter. Jan schätzte sie auf ungefähr Mitte 50. Am meisten beeindruckte ihn jedoch ihr Äußeres. Tatsächlich gab es beim ersten Hinsehen eine leichte Ähnlichkeit mit der anderen Frau, aber diese Person vor ihnen hatte eine ganz andere Ausstrahlung. Hier stand keine Arbeiterin vor ihnen, sondern eine Frau die Macht und Stärke ausstrahlte.
Was Jan allerdings besonders verblüffte: Sie sah aus, wie die ältere Schwester von Suzan.
„Mum?“ Jan sah, dass Suzan Tränen über die Wangen liefen. Dann fielen die beiden Frauen sich schluchzend in die Arme.

Suzan fand zuerst ihre Fassung wieder „Jan, das ist meine Mutter, Gracia Wong. Mum, das ist Jan, mein Freund“.

Gracia Wong streckte ihm beide Hände entgegen, dann umarmte sie ihn „vielen Dank, dass Du mir meine Tochter gebracht hast.“

Gracia löste sich von Jan und wischte sich die Tränen ab „Ich musste sicher sein, dass Du es bist, Su. Wir leben in unsicheren Zeiten. Daher haben wir eine Doppelgängerin vorgeschickt. Man kann nie sicher sein.“ Gracias Gesicht begann zu strahlen. „Was haltet Ihr davon, wenn wir uns zum Mittagessen begeben? Wir haben uns so viel zu erzählen.“

Suzan und Jan nickten, die letzte Mahlzeit war schon ewig her. In der Aufregung hatten sie es nicht bemerkt, aber jetzt machte sich bei beiden ein großer Hunger bemerkbar. Die drei verließen gemeinsam den Raum, gefolgt von mehreren Bodyguards und Bediensteten.

Beim Essen ließ sich Gracia von Suzan aus ihrem Leben erzählen. Sie konnte nicht genug davon hören, wie Suzan aufgewachsen war, wie es ihr in all den Jahren ergangen war und was sie und ihr Vater alles erlebt hatte. Ab und zu rollte eine Glücks-Träne über Gracias Wangen.

Hifi-Rack für die Dachschräge

2020 aus dem alten Blogsystem übertragen

Hifi-Rack selbstgebaut

Für unser Schlafzimmer im Dachgeschoss musste für den Fernseher noch ein Regal oder ein kleiner Unterbau her.

Nur ist die Auswahl bei Buche-Echtholz ziemlich beschränkt und da der Raum unter der Dachschräge doch recht begrenz ist passt da auch nichts herkömmliches.

Also wieder selber bauen…

Aus 19mm stabverleimten Buche-Arbeitsplatten passend zurechtgesägt und verleimt, 5 Rollen darunter, fertig ist der Fernsehwagen mit Platz für Receiver, Wii und Audio-Geräten.

Sägen und Fräsen

Beim ersten Abmessen der Arbeitsplatten dann die fast übliche Feststellung daß Baumarkt-Ware einfach nix taugt. Die Platte war nicht im Winkel gesägt. Das ist natürlich für die späteren Feinarbeiten hinderlich.

Als erstes mussten daher die Winkel korrigiert werden.

Dafür war die Platte im Abverkauf schön billig – unter 20,- Euro für Buche Echtholz Stabverleimt 260x80cm ist ok.

Nervig ist es trotzdem.

Nach dem Korrigieren der Winkel und Nachmessen der Grundplatte habe ich dann mit der Kreissäge Boden und Deckel sowie Seitenwände und Mittelwand zurechtgesägt. Außerdem kleine Leisten für hinten als Anschlag damit die Hifigeräte nicht beim Reinschieben hinten wieder hinausfallen.

Die Mittelwand ist etwas kürzer, damit die Verkabelung sauber innerhalb des Wagens liegt.

Dübeln und Leimen

Nach dem Zurechtsägen der Platten habe ich Löcher für die Dübel gefräst. Die Fräse ist ein Billig-Gerät aus dem Internet, reicht aber für Heimwerker vollkommen aus. Die Dübel sind dafür Original Lamello. Ebenfalls aus dem Internet und billiger als der Fernost-Müll aus dem Baumarkt.

Lamello-Dübel gefallen mir übrigens sehr gut weil man doch beim Montieren immer noch etwas Spiel hat und trotzdem alles gut hält.

Im TV-Wagen wurde übrigens ausser den Rollen nichts verschraubt sondern alles gedübelt und geleimt.

Immerhin ist der Aufbau aus Echtholz und da soll man möglichst keine Schrauben sehen.

Nach dem Fräsen wurde dann alles auf Passung getestet und anschliessend verleimt.

TV-Wagen selbst gebaut

Leim trocknen

Wichtig beim Verleimen ist Sauberes Arbeiten und die Fixierung bis zur vollständigen Durchtrocknung des Leims.

Nach dem Leimen und Zusammenbau habe ich den TV-Wagen mit Zwingen fixiert (Resthölzer dazwischenlegen, sonst gibt es böse Abdrücke von den Zwingen!). Der mittige Druck ist immer etwas schwierig, aber da nehme ich einfach einen Spriess der normalerweise für den Türeinbau gedacht ist und spanne das zwischen Holz und Raumdecke.

TV-Wagen selbst gebaut

Funktioniert einwandfrei und gibt genug Druck für die Verleimung.

Wenn alle Schraubzwingen fest sind am besten mehrfach prüfen ob alles noch genau passt und nichts verrutscht ist.

Und dann erstmal ein paar Tage Pause – lieber zu lange als zu wenig, auch wenn man gleich weiterbauen will…

Schleifen, Ölen, Rollen, Fertig

TV-Wagen selbst gebaut

Nach dem Durchtrocknen des Leims steht die aufwendigste Arbeit an:

Alle Kanten werden mit Schleifpapier abgerundet, der ganze TV-Wagen sorgfältig abgeschliffen.

Danach wird nicht einfach lackiert sondern wie es sich für Echtholz gehört geölt.

Nach dem Trocknen des Öls nochmal schleifen und erneut ölen.

Mir gefallen geölte Oberflächen einfach besser als lackierte. Außerdem sind Ausbesserungen einfacher.

Ansonsten ist das eher eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Wenn alles fertig ist kann man den TV-Wagen auf den Kopf stellen und unten die Rollen anschrauben.

Die Ausführung ist natürlich abhängig vom Boden. Ich habe für unser Kork-Laminat passende Rollen gewählt.

Da wir einen 42″ Fernseher haben habe ich in der Mitte noch eine 5. Rolle mittig angeschraubt.

Nicht, dass der TV-Wagen mit der Zeit in der Mitte durchhängt.

Geölte Oberflächen sollten übrigens lange trocknen. Vor allem die Gummi-Füße am Fernseher können sonst schnell festkleben. Am besten ist es sowieso wenn man irgendeine Unterlage dazwischenlegt.

Jetzt noch passend aufstellen, Fernseher und Receiver drauf, fertig.

Heimkino3: Endlich Kino

Das Fernsehzimmer war natürlich immer noch weit von einem Heimkino entfernt.
Leider erwies sich das Provisorium aus zeitlichen und finanziellen Gründen doch als ziemlich langlebig.

Zwischenzeitlich habe ich noch ein paar Bilder aufgehängt.

Auf dem Bild sieht man auch den geschlossenen Beamerkasten (zwischenzeitlich mit einem Sanyo Z4 bestückt).
(Update: seit 2017 mit einem Epson EH-TW6700)

Auf den Fliesen liegt mittlerweile ein dicker, flauschiger Teppich und für das linke Fenster habe ich einen Stoff, der beim Film-schauen angebracht wird, um Reflexionen zu vermeiden.
Aber so wirklich „Heimkino“ ist das immer noch nicht.
Daher habe ich etwas mehr umgebaut…

Beamer-Aufhängung

Als Erstes musste die Kiste für den Beamer dran glauben.

Denn zwischenzeitlich hatte ich einen neuen Projektor, der deutlich leiser war und auch ohne Gehäuse, mitten an der Decke über dem Sofa hängend, nicht mehr störte.

Außerdem hatten wir mittlerweile das Dach über dem Heimkino ausgebaut und dabei war die Lüftung des Beamergehäuses durch die Decke im Weg.

Ohne Lüftung musst die Beamer-Kiste aber sowieso offen sein und ich hatte auf der Rückseite 2 große Löcher hineingesägt (nicht sichtbar) und mit Lautsprecher-Gittern abgedeckt. Optisch nicht so ganz der Bringer.

Inzwischen war HDMI der Anschluss der Wahl und ich hatte Anfangs nur VGA und S-Video verlegt. Deswegen mussten neue Kabel verlegt werden.

Also weg mit der Beamer-Kiste. Anschließend habe ich neue Kabel eingezogen und gleich noch einen Kabelkanal verlegt, man weiß ja nie, was in der Zukunft noch an neuen Kabeln dazukommt.

Die Kabel laufen vom Beamer durch den Rolladenkasten in den Kabelkanal und dort hinter dem noch zu bauenden Regal nach unten bis zum Receiver.

Die neue Halterung ist aus stabverleimter Buche (geölt), die obere Platte wurde mit starken Schrauben an der Decke verankert und hat 4 Einschlagmuttern eingebaut. In diese Muttern habe ich von unten 4 M8-Gewindestangen eingedreht und damit unten eine Bodenplatte für den Beamer eingehängt. Mit den Gewindestangen kann man problemlos Unebenheiten der Decke ausgleichen und den Beamer perfekt zur Leinwand ausrichten.

Damit die Wand hinter dem Beamer nicht durch die Abluft mit der Zeit schwarz wird und auch um die Kabeldurchführungen in der Wand zu verdecken habe ich hier einfach noch eine weitere Buche-Platte angebracht.
Fertig ist die Do-It-Yourself-Beamerhalterung.

Eigenbau-Leinwand

Besonders störend im bisherigen Heimkino-Provisorium war der mäßige Klang. Bedingt durch die Abmessungen des Raumes war das Kino sehr anfällig für Dröhn- und Störfrequenzen. Da man Filme doch gerne mal mit lauterem Ton anschaut, war das schon extrem nervig.

In der Rollo-Leinwand störten zudem einige Wellen, die sich mit der Zeit gebildet hatten. Besonders bei Kamera-Schwenks trat das ziemlich unangenehm in Erscheinung. Das war extrem nervig, wenn z.B. ein Raumschiff quer durch das Bild flog und dabei Falten warf. Das ging einfach gar nicht.
Nach meinen Recherchen gibt es so gut wie keine Rollo-Leinwand, die nicht irgendwann Falten wirft.

Daher wollte ich erst eine Leinwand mit Spannrahmen bauen. Nach einigem Hin und Her wollten wir dann das Experiment wagen und die Leinwand direkt auf die Wand malen – Gipskarton-Platten sauber verspachteln, streichen, fertig!

Damit konnte man auch gleich das Ton-Problem etwas verbessern.

Die alte Leinwand wurde abmontiert und direkt an die Wand wurden Metallständer aufgestellt. Die Zwischenräume wurden mit Akkustik-Dämmwolle gefüllt und darauf Gipskartonplatten geschraubt.

Das Streichen, Spachteln und Schleifen der Leinwand war ziemlich aufwendig, es sollte ja alles sehr glatt sein. Hat aber schlussendlich recht gut funktioniert. Die Farbe hat einen ganz leichten Grauton und ist ganz normale Wandfarbe.

Schwieriger war es, schwarze Farbe zu bekommen, im Baumarkt gab es die nur als Abtönfarbe, nicht aber in Tief-Schwarz für das Streichen ganzer Wände. Anscheinend macht das sonst kaum jemand.

Ich wollte aber die störenden Reflexionen an den Wänden und Decken beseitigen. Daher hab ich den Bereich bis 2 Meter vor der Leinwand einfach tiefschwarz gestrichen.

Fertigstellung meines Heimkinos

Die selbstgebastelte Leinwand ist einwandfrei und zeigt ein Super Bild. Dazu war sie auch extrem günstig.

Theoretisch könnte man vor die Wand auch jederzeit eine richtige Leinwand hängen, aber das ist überhaupt nicht nötig.

Und wenn der Raum doch mal für was anderes genutzt werden soll, kann man die Ständerwand rückstandsfrei wieder entfernen.

An der vorderen Wand habe ich unterhalb des Bildbereichs ein kleines Podest gebaut in dem die Lautsprecher (Links, Mitte, Rechts und Subwoofer) und die Verstärker verschwinden.
Der Subwoofer ist 170cm breit, daneben war noch Platz für Equalizer und Endstufe. Damit werden Explosionen im Film fühlbar und bei vorbeifliegenden Raumschiffen wackelt das Sofa.
In der 2. Ebene sind die Lautsprecher für Links, Rechts und Center versteckt.
Die Bildfläche hat eine Diagonale von genau 3 Metern, mehr ging leider nicht.

Das Podest ist einfach aus Dachlatten zusammengeschraubt, die obere Platte ist eine Spanplatte, die ich mit schwarzem Filz beklebt habe. Anfangs hatte ich etwas Bammel, ob ich das sauber hinbekomme, war dann aber doch recht einfach und sieht fast professionell aus.

Den vorderen Abschluss habe ich mit geölten Buchen-Brettern abgedeckt, das gefällt mir besser, als eine durchgehend schwarze Front.

An der Vorderseite habe ich 3 Rahmen nach Art meiner Drempeltüren gebastelt: Holzrahmen mit Querverstrebung, schwarzen Akkustik-Stoff darüber gespannt und in den Holzrahmen eingepasst. Als Halter habe ich dabei einfach Klett-Bänder verwendet. Hält einwandfrei und lässt sich bei Bedarf jederzeit abnehmen.

Auf dem Boden liegt ein schwarzer Flauschteppich, den ich geschenkt bekommen habe (schwarz scheint nicht so in Mode zu sein).

Nicht im Bild: links und rechts die Glasfenster (links mit einem schwarzen Stoff abgedeckt) bekommen noch kleine Vorhänge damit das Glas beim Film schauen nicht störend reflektiert. Dann ist der Bereich um die Leinwand dunkler als im Kino. Und das merkt man beim Bild wirklich extrem – je dunkler, desto besser!

Der Front-Bereich ist für die gegebenen Verhältnisse damit optimal ausgebaut.

Ein richtiger Heimkinoraum wäre zwar noch toller, aber da der Raum seitlich zu meinem Büro offen ist, passt es so recht gut und ist unauffällig.

Und hinten?

Das vorhandene Sofa blieb bestehen, super bequem und ausreichend für 3-4 Kinozuschauer.

Die neue Beamer-Aufhängung kann man im Bild auch gut sehen und für die Ecke habe ich mir noch ein kleines Regal gebastelt – für Bücher, DVDs und für den Receiver bzw. Blu-Ray-Player.

Sieht vielleicht komisch aus, aber mir war einfach nach Basteln zumute und da habe ich einfach mal mit dem Tisch unten angefangen und oben ein Regal daraufgestellt – einfach so, ohne Plan, nur mit einem Bild im Kopf.

Unter dem Tisch ist übrigens ein Platten-Absorber, oben das Teil mit den Löchern ist ebenfalls ein Akkustik-Element.

Die gelochte Frontplatte des Akkustik-Elements ist von hinten mit einem schwarzem Stoff bezogen und innen mit Dämmwolle gefüllt.

Gebaut habe ich das Regal aus den bereits mehrfach erwähnten Billigst-Buche-Platten aus dem Baumarkt.

Was soll ich sagen – nach der Renovierung macht das Heimkino viel mehr Spaß, Bild und Ton sind deutlich besser und gemütlicher ist es auch

Update 12/2019
Dieser Heimkino-Bericht ist ein Übertrag aus meiner alten Webseite.
Seit 2017 arbeitet im Heimkino ein Epson TW-6700 Beamer. Als Zuspieler wird eine X-BOX One S verwendet.
Bild- und Tonqualität sind super. Für die Zukunft ist trotzdem ein Update auf 4K in Planung. 1x wöchentlich ist Kino-Tag mit Freunden und der Junior weiß das Heimkino mittlerweile auch zu schätzen. Die Auslastung steigt.

Und die Zeit rast dahin – schon wieder ein Update – Besseres Bild inclusive 4K und mehr Bass!
Heimkino – Big meets Bigger… 🙂

Heimkino 2: Basst scho!

Ein bisschen Bass muss sein!
Ein bisschen Bass muss sein!

Bass kann man im Heimkino nie genug bekommen.

Da der alte Subwoofer nicht wirklich der Kracher war – Bei 350,- Euro für das komplette 5.1-Set konnte man das eigentlich auch nicht erwarten – musste irgendwie etwas Besseres her.

Im Keller standen noch 2 alte Lautsprecher, die mit je 2x 10″ Isophon-Chassis bestückt waren. Nicht wirklich optimal, aber mit der geeigneten Anpassung als Zwischenlösung durchaus brauchbar.

Zeit für etwas Neues

Irgendwann hatte ich dann während der ganzen Renovierungsarbeiten doch noch Zeit einen kleinen Subwoofer mit richtigen Bass-Chassis zu bauen.

Brauchbare Subwoofer gibt es fertig für um die 1000,- Euro. Das war mir zu teuer.
So etwas kann man auch selber bauen.
Für 150,- Euro Materialpreis habe ich mir ein Gehäuse gebaut in das ich 4 Stück 12″ Basslautsprecher verarbeitet habe.

Materialkosten: ca. 150,- Euro.

Davon 4×30,- Euro für die 12″-Chassis und 30,- Euro für Holz. (Press-Span-Platten 28mm)

Den Lautsprecher habe ich mit 170 cm Breite so geplant, dass er genau unter ein vorhandenes Sideboard passen sollte.

Die Bretter habe ich bei OBI fertig zuschneiden lassen.
Länge und Breite haben auch gut gestimmt.
Als wir aber dann die 4. Seite einpassen wollten hat das irgendwie nicht gepasst.
Nach mehrfachem Nachmessen haben wir dann bemerkt, dass zwar Länge und Breite von OBI korrekt gesägt worden sind, nicht aber die Winkel!
Die Bretter waren schief gesägt!

Das war natürlich sehr ärgerlich, da 3 Seiten bereits verleimt waren. Wer geht denn schon davon aus, dass beim Zuschnitt die Winkel nicht stimmen.

Mit einigen Mühen haben wir die Bretter im verleimten Zustand noch gerade gesägt – bei uns geht es um Millimeter, nicht um Zentimeter!
Wenn wir Lautsprecher bauen dann muss das perfekt sein – zumindest optisch.

Seither messe ich bei Baumarkt-Zuschnitten nicht nur die Länge und Breite, sondern auch die Winkel genau nach, wer weiß, wer da wieder an der Säge steht.

Für die Verstrebungen haben wir Reste eines alten Schranks zersägt, die Bassreflex-Rohre sind von vorherigen PA-Basteleien übrig.

Lackiert habe ich das Gehäuse mit Metallic-Farbe für Metall von Aldi.
Funktioniert einwandfrei und sieht sehr edel aus.

Da ich mittlerweile das Sideboard meiner Frau im Fernsehzimmer stehen hatte, habe ich davon kurzerhand die Füße abgeschraubt und den Subwoofer genau passend darunter eingearbeitet. 170cm breit – passt genau 🙂

Für den „Antrieb“ habe ich eine alte Yamaha-Endstufe mit 2x50W recycelt und eine aktive Frequenzweiche von Behringer eingebaut, mit der man gleich noch ein paar Eigenheiten der Raumakustik ein bisschen ausbügeln kann.

2x 50W klingt zwar nach recht wenig im Vergleich mit kommerziellen 1000W-Subwoofern, aber wenn der Wirkungsgrad der Chassis stimmt und alles richtig berechnet ist, reicht das bei weitem aus. Der Raum ist ja auch nicht besonders groß.
Der Subwoofer bringt einen derartigen Druck, dass die Endstufe noch nie voll aufgedreht war.

Beim Podrace in StarWars hat man das Gefühl, der Boden würde Wellen schlagen und bei Flags of Our Fathers hebt es einen aus den Sitzen.
Das Alles für nur 150,- Euro Materialpreis.
Für das ersparte Geld kann man viele Filme leihen und Knabberzeug essen 🙂

Nachdem ich mittlerweile auch die JBL-Boxen durch die alten ASW-Standboxen ersetzt habe, erkennt man den Nachteil, wenn man bei der Installation von Kabelkanälen nicht konsequent genug ist – da die Boxen jetzt am Boden stehen und nicht mehr wie die JBL-Teile an der Decke hängen, musste ich die Lautsprecherkabel am Boden entlang neu verlegen. Das sieht natürlich nicht wirklich toll aus.

Aber ich bin ja auch noch nicht fertig…

Hauptsache, es BASST 🙂


Heimkino 1: Damals

Ganz am Anfang

Der Heimkino-Virus hat mich irgendwann in den 1990er Jahren gepackt. Mehr als ein kleiner Röhrenfernseher und VHS-Videorecorder waren aber leider nicht möglich. In 1998 habe ich meinen ersten Beamer gekauft – ein Gerät von Infocus mit 800×600 Bildpunkten, 700 Ansi-Lumen und eigentlich für die Projektion von Präsentationen gedacht. Und das ganze für 12.000 DM (= ca. 6000 Euro).

Dazu kam ein DVD-Player von Sony, eine Yamaha-Stereo-Endstufe und 2 ASW-Lautsprecher.

Damit war das Geld für den Möbelkauf auch bereits ausgegeben – denn der Beamer war für meine neue Wohnung gedacht – und da muss man halt Prioritäten setzen 🙂

Ich hatte damit:
eine neue Wohnung mit Einbauküche, eine Matratze, 3 Rollcontainer, einen Schreibtisch, ein Sofa und eine Heimkino-Anlage.
Mehr braucht kein MANN!

Die nächsten Anschaffungen

Die nächsten Anschaffungen waren dann ein Surround-Verstärker, zusätzliche Lautsprecher (Center + Surround) und eine Leinwand.

Irgendwann kam dann auch was nützliches dazu – ein Wohnzimmer-Regal.
Genau erinnern kann ich mich nicht mehr, aber meine Idee war das damals nicht.

(im unteren Bild sieht man die Aufhängung meines Beamers – der war zu der Zeit wieder mal unterwegs)

Einen Subwoofer wollte ich auch gerne, aber in einem Mehrfamilienhaus ist sowas nicht wirklich gut. Und Geld hatte ich auch keins mehr – ich hatte ja schliesslich das Wohnzimmerregal kaufen müssen.

Jedenfalls fand ich dann eine recht lustige Alternative…

Bodyshaker

Bodyshaker für 20,- DM das Stück – sollten durch Körperschall über das Sofa ein „Bassgefühl“ vermitteln. Der Preis war heiß und daher musste ich das haben 🙂

Die Dinger wahren sogar erstaunlich gut – besser als erwartet – das Abschlusselement meines Sofas war ein geschlossenes Gehäuse und hatte in der Mitte ein 20cm großes Loch. Hört sich vielleicht komisch an, aber durch die Bodyshaker die ich daran montierte hatte ich irgendwie einen Subwoofer gebaut.
Jedenfalls war ich ein paar Tage damit zufrieden…

Lustig war es als ich dann Gäste einlud:
Es lief der Film „Die Mumie“ und ich wollte natürlich die Bodyshaker präsentieren.

Dummerweise hatte ich die Auslenkung dieser Teile nicht ganz korrekt berechnet. Jedenfalls kam eine Szene in einer Höhle in der die Hauptdarsteller herumstehen und hinter ihnen ein Sarg von der Decke fällt.
Beim Aufschlag des Sarges haben die Bodyshaker voll ausgeschlagen – und mangels Abstand mit voller Wucht gegen das Sofa gebollert  – die 3 Damen auf dem Sofa fielen fast in Ohnmacht. Der Effekt war zwar ungewollt aber gut gelungen 🙂

Unterwegs

Der Beamer war damals noch nicht fest montiert und daher auch oft im mobilen Einsatz dabei:

Mehrfach versammelte sich die gesamte Hausgemeinschaft in der Tiefgarage zum Grillen (natürlich vor der Garage) und Formel1-schauen in der Garage.
Das war immer eine riesige Gaudi.

Bei einem Freund haben wir in der Garage öfters Filme angeschaut.
Da dort unsere PA-Boxen lagern gab es zwar nur Stereo aber dafür heftig Bumms, besonders bei so Filmen wie Starwars und ähnlichem.

Für die Projektion haben wir einfach die Garagenwand weiß angestrichen – aus Faulheit aber nicht die ganze Wand, sondern einfach den Beamer eingeschalten, ausgerichtet und die 3m breite Fläche weiß gestrichen – das sah man bis zur Garagen-Renovierung 2008 noch 🙂

Pause

In 2002 ist dann meine Freundin (heutige Frau) bei mir eingezogen.
Leider hatte sie etwas andere Vorstellung von einer korrekt eingerichteten Wohnung als ich – das Sofa und der Wohnzimmerschrank wurden umgestellt, ein Esstisch angeschafft (wer braucht sowas?) und irgendwie war dann kein Platz mehr für das Heimkino… (vorübergehend)
Das habe ich ungefähr bis 2003 ausgehalten…

Das eigene Haus

In 2002 haben wir ein gebrauchtes Haus Baujahr 1964 gekauft.

Das Haus war allerdings technisch noch auf Stand der 70er-Jahre:
2 Kachelöfen, nachträglich eingebaute Öl-Zentralheizung mit Aufputz-Leitungen und pro Stockwerk 3 Sicherungen + 1-2 Steckdosen in jedem Raum.

Daher haben wir das Haus komplett in Rohbauzustand zurückversetzt.
Weihnachten 2003 sind wir dann zwar eingezogen, renoviert haben wir aber bis ungefähr 2012. Und danach ging alles wieder von vorne los.

Das Heimkino sollte eigentlich einen eigenen Raum unter dem Dach bekommen.
Nur war auch hier wieder der Geldbeutel ein kleines Problem – der war wieder mal leer – der Dachausbau wurde in die Zukunft vereschoben und daher musste ein Raum als Behelfskino her.
Der Raum fand sich als Durchgangsbereich im OG zwischen Büro und Flur…

Räumlichkeiten

Eigentlich handelte es sich um 2 Räume – die Mini-Küche mit 2,60x2m und das Eßzimmer mit 3,5x4m waren durch eine Wand getrennt, die meiner rohen Gewalt weichen musste 🙂

Damit ist für das Heimkino ein Bereich von 2,60m x 4m verfügbar. Zu den Sitzplätzen hin verbreitert sich der Bereich auf 3,5m. Nicht besonders viel, aber Platz ist in der kleinsten Hütte. Für das Bild ist später immerhin eine Diagonale von 3 Metern verfügbar. Das reicht für ein schnuckeliges Heimkino.

Ab in den Container

Am Ende des Umbaus des Obergeschosses hatten wir insgesamt 3 Container voller Schutt „ausgebaut“ – und das war erst der Anfang.

Ab und an musste ich Pause machen, weil man vor lauter Staub einfach nichts mehr sah.

Elektrik

Nach dem Entkernen der Bausubstanz kam der angenehmere Teil:
Das Verlegen der Leitungen.

Auf den Bildern sieht man die Leitungen für Strom, Netzwerk, Audio und Video die ich in Kabelkanälen verlegt habe – leider nicht alle, einige haben wir ohne Kabelkanal direkt in die Wand verlegt, das würde sich später noch rächen…
(Nach dem Aufkommen von HDMI und DVI und dem späteren Umstieg auf Full-HD musste da nochmal nachgearbeitet werden)

Aber vorerst sah alles noch ganz gut aus.
(Keine Angst – die Kabelkanäle sind vom Statiker genehmigt)
Genug Sicherungen gab es jetzt auch, statt 3 für das gesamte Stockwerk jetzt 5 allein für den Heimkino-Bereich. Der Raum war trotz allem ein Kompromiss. Da man den später vielleicht mal vermieten könnte, wurde der Bereich hinter der Leinwand mit Wasseranschluss und Strom für Küchengeräte versehen. Eigentlich ziemlich unnötig.

Provisorium fertig

Nach mehrwöchiger Bauzeit war das „Kompromiss“-Heimkino dann vorerst fertig.

Kompromiss deswegen, weil das Kino ja eigentlich unter das Dach sollte.

Aber wir haben ja nicht nur das Heimkino gebastelt, sondern das komplette Haus (2 Stockwerke + Keller + Dach) weitgehend in Eigenregie renoviert, incl. Elektrik, Sanitär und Zubehör.

Da die ASW-Standboxen zur Wohnzimmer-Einrichtung passten und deswegen einen Stock tiefer standen, habe ich für das Heimkino ein JBL-Surround-Set incl. Subwoofer gekauft.
Dafür hatte ich auch die Leitungen oben an der Wand verlegt und diese Leitungen waren nicht in Kabelkanälen ausgeführt.
Das war natürlich für spätere Umbauten nicht so toll, denn leider merkte ich recht schnell, dass die Installation so nicht wirklich gut war.

Für den Anfang war das aber schon mal recht passabel…

Zwar noch kein Heimkino aber doch ein „Fernsehraum mit Beamer“.

Der Beamer war in einer geschlossenen Box installiert
(vorne fehlt auf dem Bild noch eine Frontblende) und durch 2 Rohre ins Dachgeschoss belüftet.
Damit war das Teil fast nicht zu hören.
Bei der Fußball-WM 2006 hat sich aber herausgestellt, dass diese Box trotz Belüftung nichts taugt. Der Beamer hat überhitzt und sich während eines Spiels abschalten. Das war nicht so lustig. Allerdings hatte es auch über 30 °C im Raum.
Mit einem Ventilator bei offener Abdeckung ging es dann 5 Minuten später weiter. Nach der WM habe ich die Box dann recht schnell entfernt.

Auf dem Sofa kann man ganz gemütlich Filme anschauen.
Die Bodyshaker sind übrigens immer noch installiert, nur nicht angeschlossen.

Sanyo Z4 Heimkinobeamer
Sanyo Z4 Heimkinobeamer

Aber das ist natürlich nur ein Zwischenstand…

Zu viele Fliesen, zu viel weiße Wand.
Zu wenig Bass…

Lautsprecher im Selbstbau

High-End PA im Eigenbau

Lautsprecher selbst bauen macht richtig Spass.

Und wenn man dann noch die richtige Anwendung dafür hat passt es um so mehr.

Wir haben vom kleinen Heimkino-Subwoofer bis zur High-End-PA schon alles selbst gebaut.

Auf den folgenden Seiten will ich Euch ein paar Projekte vorstellen…
Die Projekte standen schon auf meiner alten Webseite und wurden jetzt auf WordPress übertragen.
Bitte zu beachten: Die aufgeführte PA-Anlage ist ein Projekt aus dem letzten Jahrtausend und leider seit 2009 nicht mehr in Betrieb.

Mit der Anlage oben im Bild haben wir mehrfach Events bis über 15.000 Personen beschallt.
Unter anderem 10 Jahre lang „Die Emichsburg brennt“ im Blühenden Barock, Retro-Classic meets Barock und noch viel mehr Events. Lokale Pop-Größen und Radio-Moderatoren sowie Vorstände von DAX-Firmen waren schon bei uns am Mikrofon.

www.soundprofi.de
www.soundprofi.de

Seit der Geburt unseres Sohnes im September 2009 habe ich mich aber aus der Beschallung zurückgezogen – es gibt jetzt Wichtigeres zu tun…

Die Lautsprecher sind immer noch vorhanden (falls die jemand kaufen will), Beschallungen bieten wir seit 2009 nicht mehr an. Aus nostalgischen Gründen und zur Erinnerung habe ich hier aber ein paar Bilder von unserer PA-Anlage mit eingebaut. Das war eine tolle Zeit.

www.soundprofi.de

Meine alte Webseite www.soundprofi.de habe ich abgeschaltet, die Domain verweist jetzt auf www.bastel-bastel.de, also hier auf diese Seite.

www.soundprofi.de im Blüba
www.soundprofi.de

Über 10 Jahre lang haben wir im Blühenden Barock verschiedene Veranstaltungen beschallt. Das war eine schöne Zeit. Retro-Classic meets Barock, Feuerwerk, die Emichsburg brennt.
2010 war dann Schluss, weil der kleine Mann auf dem Foto einfach mehr Aufmerksamkeit benötigte.
Die ganze Woche arbeiten und am Wochenende noch Beschallung, das ging nicht mehr.

Bigband vor dem Schloss in Ludwigsburg
Bigband vor dem Schloss in Ludwigsburg


Aber es war immer toll.
Die Lautsprecher hatten einen tollen Sound, das bekamen (und bekommen) viele große kommerzielle Hersteller nicht hin.

Tontechnik vor  2010
Retro-Technik 🙂
Abends war es dann ziemlich voll :-)
Abends war es dann ziemlich voll 🙂


Bass-Mitten-Hörner 2×12″ BMS12N810

Bass-Mitten-Hörner
Bass-Mitten-Hörner

Nach unseren Bass-Mitten-Hörnern mit 4×12″ haben wir in 2006 etwas Kompakteres und Leichteres bauen wollen. 4×12″ im massiven Holz-Gehäuse sind doch schon ziemlich schwer und wuchtig.

Herausgekommen sind unsere Bass-Mitten-Hörner mit 2×12″ BMS12N810 (HxBxT 74x50x44cm).

Super Klang und viel Druck im Mittenbereich.

Ideal für PA-Anwendungen bei kleineren und mittleren Events.

Lässt sich auch gut mit unseren Sub-Bins oder den 4×12″-Hörnern kombinieren. Auf dem Bild der PA-Anlage oben sind es die beiden Teile in der Mitte.

Bass-Mitten-Hörner
Bass-Mitten-Hörner

Der Klang ist über jeden Zweifel erhaben.
Klang war bei uns immer wichtiger als Lärm.
Laut machen kann jeder, Sound in klanglicher Vollendung beherrschen dagegen nur wenige.
Einziger Nachteil: Die Dinger sind extrem schwer.

Manchmal geht übrigens auch etwas schief.
Kleine Anekdoten aus der Vergangenheit, alle schon verjährt (aus dem letzten Jahrtausend):

Wenn man beim Testen der Anlage etwas übertreibt oder nicht aufpasst, dann kann das bei so einer Anlage heftig werden. Zum Glück ist das nur ein Mal in über 30 Jahren passiert. Kurz nicht aufgepasst und 8x 15″ (4x Beyma und 4x Fane Colossus 15XB) Chassis verblasen. So etwas tut weh. Aber hinterher ist man immer schlauer und aus Fehlern lernt man.

Die Bass-Bins (Im obigen Foto der PA-Anlage die unteren 4 Teile) hatten ordentlich Druck. Kein Bassreflex-Gedröhn, sondern Bauchmassage ohne Hörverlust.
Die Bass-Lautsprecher haben beim Test in einer Disco in einer Halle in 30m Entfernung im Takt 5 Sekt-Gläser aus einem Regal hüpfen lassen, bis jemand auf die Idee kam, die Schiebetür des Geschirrschranks zu schließen.
Beim Test der Anlage gab es Gänsehaut und der Puls beschleunigte sich. 2 Testhörer bekamen Panik-Attacken und Kartons auf einem Schrank, 5m entfernt von der Anlage machten sich selbständig.
Allerdings war die Musik abgesehen von den Wirkungen auf den Kreislauf in keinster Weise unangenehm und man konnte sich trotz des Bass-Drucks noch problemlos unterhalten! Es gab keine Dröhnung oder ein Gefühl, dass die Musik zu laut wäre.
Bei einem 30-Sekunden Probelauf für eine Open-Air-Beschallung gab es von Passanten Beifall und Zugabe-Rufe.

Natürlich wurden im Publikum-Betrieb alle Grenzwerte eingehalten.
Aber wenn keiner da ist, kann man ja mal seine Späßchen machen.

Einige Beschaller waren – ohne die Anlage je gesehen oder gehört zu haben – der Meinung, dass das alles Murks wäre. Dagegen reicht mir ein einziges Wort einer einzigen Person, Chef einer großen englischen PA-Herstellerfirma: „Great!“

Das ist der Unterschied zwischen Lärm und Sound!

Heute wäre das alles nicht mehr möglich. Es war eine schöne Zeit!

Das war wohl eindeutig zu laut!
Das war wohl eindeutig zu laut!


511 – Vertraue Niemandem – Vorschau

Hier gibt es einen kleinen Blick in mein Buch.
Kapitel 1-4 zum Reinlesen. Viel Spaß!

Kapitel 1 – Am Bahnhof
Die große alte Uhr des Stuttgarter Bahnhofs stand auf 5 Uhr 11 als Hannes Meier den Bahnsteig betrat.
Er zuckte kurz zusammen, dann schaute er auf seine Armbanduhr und entspannte sich wieder.
3:30 zeigte seine Funkuhr. Darauf konnte er sich verlassen. Hannes war zwar Informatiker, aber von modernen Smartwatches hielt er nicht viel.

Er wollte nicht, dass alle seine Bewegungen getrackt und ins Internet übertragen werden. Außerdem war die Laufzeit dieser modernen
Spielzeuge lächerlich gering. Deswegen war er stolz auf seine alte Uhr die mit einem kleinen Akku und einer Solarzelle im Ziffernblatt seit
Jahren ohne externes Nachladen und ohne Batteriewechsel funktionierte.
Dazu kam eine absolut zuverlässige Anzeige der Zeit die per Funk von der Atomuhr in Braunschweig ausgestrahlt wurde.
Die Bahnhofsuhr musste irgendwann stehen geblieben sein. Vielleicht war auch einfach bei der Renovierung vergessen worden sie abzureißen. Seit Hannes sich erinnern konnte wurde an diesem Bahnhof gebaut und ein Ende war nicht in Sicht. Er hatte mit seinen Freunden
Wetten am Laufen, ob der Stuttgarter Bahnhof oder der Berliner Flughafen früher fertiggestellt sein würden.
Unter seinen Freunden stand S21 für „21 Jahre später als geplant“.
Hannes Meier war ein schlaksiger junger Mann von 24 Jahren. Mit seinen sonst immer freundlich leuchtenden blauen Augen blickte er
so früh am Morgen müde in der Bahnhofshalle umher.
3 Uhr 30 war sonst eher die Zeit, zu der er zu Bett ging, das war nicht seine Zeit um aufzustehen. Und um zu verreisen, passte es schon gar nicht.
Aber bald würde er hoffentlich im Zug etwas schlafen können.
Um 3:50 sollte der ICE abfahren, mit dem er seine Reise antreten wollte.
Allerdings war bisher weit und breit nichts von diesem Zug zu sehen. Es war überhaupt kein Zug am Bahnhof. Der Bahnsteig lag verlassen vor ihm.
Hoffentlich war er am richtigen Gleis. Die Pläne und Anzeigen der Bahn stimmten nicht immer mit den tatsächlichen Gegebenheiten überein. Oft wurden per Lautsprecher kurzfristige Änderungen durchgesagt.
Aber heute umgab ihn Totenstille. Als ob die Baustelle vor Vollendung des Bahnhofs aufgegeben worden wäre. Leider war auch niemand unterwegs den er hätte fragen konnte. Er kam sich sehr verlassen vor, zwischen all den Gleisen, Bauzäunen und Maschinen auf dieser riesigen Fläche.
Auch wenn er sonst eher der Einzelgänger war, hier am Bahnhof wünschte er sich doch etwas mehr als die leere halbfertige Halle über den Schienen. Nur ein paar verirrte Tauben flogen ab und zu leise gurrend durch das große unterirdische Gebäude.
Ein seltsames Gefühl durchflutete seinen Körper. War es Angst? Müdigkeit? Oder eine Mischung aus Beidem?
Egal. Er hatte es angefangen, jetzt musste er durch.
Zurück konnte er sowieso nicht mehr.
Er war in einer dringenden Angelegenheit unterwegs nach Hannover.
Dort gab es einen Fachverlag für Computertechnik, den er unbedingt persönlich aufsuchen wollte.
Als Informatikstudent hatte er an einer Semesterarbeit über Künstliche Intelligenz (KI) gearbeitet. Die Arbeit war zwar beendet, aber das Thema hatte Hannes derart fasziniert, dass er in seiner Freizeit daran weiter forschte und das System weiterentwickelte und verbesserte.
Nach seinem Online-Zähler gerechnet war er die letzten 4 Semester mittlerweile länger online am Computer als im realen Leben unterwegs. Das Thema KI hatte ihn vollständig in seinen Bann gezogen.
Von den Vorlesungen besuchte er nur noch die Allernötigsten. Ansonsten bestand sein Leben fast nur noch aus Nahrungsaufnahme, Schlafen und seinem Projekt.
Dabei machte er erstaunlich rasche Fortschritte.
Natürlich wusste er von der Existenz kommerzieller KI-Projekte und deren erstaunlichen Fähigkeiten. Aber wenn man die Systeme näher analysierte, kam man doch immer sehr schnell an den Punkt, an dem man erkennen konnte, dass es sich keineswegs um Intelligenz handelte.
Alle Programme arbeiteten immer nur stumpf Regeln und Prozeduren ab. Egal wie schlau sie einem Anwender vorkamen, sie waren im
Grunde genommen doch ziemlich dumm.
Eine Steigerung der gefühlten Intelligenz basierte immer nur auf noch mehr Rechenleistung oder einer größeren Datenmenge die zur Verfügung stand.
Selbstlernende Software war der Heilige Gral der Informatik. Aber alle bisherige Programme blieben doch sehr speziell auf einzelne Probleme zugeschnitten. Von wirklicher Intelligenz war man noch sehr weit entfernt.
Bei seiner eigenen KI-Software, er nannte sie EVE (seine Abkürzung für Erste Virtuelle Existenz), hatte er jedoch irgendwann das seltsame Gefühl, dass sich das System selbständig entwickelte.
Er war immer mehr davon überzeugt, dass die Software ein Eigenleben hatte. Sie reagierte auf Eingaben dermaßen intelligent, dass er sie kaum noch von realen Menschen unterscheiden konnte.
Es gab Aktivitäten, die weder programmiert waren, noch sich durch die verwendete Datenbasis erklären ließen. Als würde EVE selbständige Überlegungen anstellen und eigene Schlussfolgerungen daraus ziehen.
Hannes war sich nicht sicher, ob es daran lag, dass seine KI kurz davor war ein Bewusstsein zu erlangen oder einfach, weil er kaum noch mit realen Menschen kommunizierte.
Und wenn er das tat, dann nur noch über Webseiten und Messenger-Dienste. Direkte menschliche Kommunikation wurde ihm immer fremder. So war es schwierig für ihn, die Entwicklung seiner Software einzuschätzen. Er war an einem Punkt angekommen an dem er Hilfe benötigt. Er musste sich an irgend jemanden wenden der EVE objektiv überprüfen konnte. Jemand der einen Turing-Test mit ihr durchführte und ihr Aufgaben stellte die ihre Fähigkeiten auf die Probe stellen würden.
Sollte die von ihm entwickelte KI wirklich ein Bewusstsein entwickelt haben, dann wäre das eine Sensation.
Damit wäre die technische Singularität in Reichweite.
Ein Punkt, an dem die technische Intelligenz die des Menschen erreicht hätte und – viel bedeutender noch – ab diesem Zeitpunkt vermutlich in rasanter Geschwindigkeit über die Menschheit hinauswachsen würde.
So etwas konnte er nicht mit irgendwelchen Internet-Freunden besprechen, das Thema war zu heiß.
Seine Professoren würden das Projekt vermutlich einkassieren und als Leistung der Universität darstellen.
Schließlich hatte er das Uni-Netzwerk gehackt und nicht unerhebliche Rechenkapazitäten aus dem Rechenzentrum heimlich für seine Zwecke umgeleitet.
Mittlerweile gab es bereits Untersuchungen der Universität, warum mehrere Supercomputer weit hinter ihrer theoretischen Leistung zurückblieben.
Bisher konnte er sein Projekt noch verstecken, aber er war sich nicht sicher wie lange das noch gut ging.
Sollte er sich an einen Professor wenden, würde sein Spiel sofort auffliegen. Das war leider keine Option.
Wer weiß, was das für Folgen haben würde. Der Verweis von der Uni wäre da noch das geringste Problem. Die rechtlichen Konsequenzen und finanziellen Forderungen für die abgezweigte Rechenleistung dürften weit schlimmer sein, vielleicht würden sie ihn dafür auch einsperren.
Computersabotage war seit ein paar Jahren immerhin ein Straftatbestand.
Das schlimmste wäre natürlich die Aberkennung aller Rechte an seinem Projekt. Sollte seine KI-Software wirklich ein Bewusstsein entwickelt haben, dann wäre das bestimmt mindestens einen Nobelpreis wert.
Den konnte er sich unter keinen Umständen entgehen lassen.
Hannes träumte gerne von Ruhm und Anerkennung. Aber vorerst hatte er andere Probleme zu meistern.
Vor der Veröffentlichung durften andere Personen von seinem Projekt nichts erfahren. Sollte es sich wirklich um ein künstliches Bewusstsein handeln, dann hätten sicher viele Parteien daran Interesse.
Er wollte sich gar nicht vorstellen, welche fiesen Organisationen sich dann an ihn heften würden. Dafür hatte er schon zu viele Thriller gelesen. Mafia, internationale Konzerne oder staatliche Organisationen. Ein Gedanke erschreckender als der andere. Er musste sein Proj ekt im Geheimen von zuverlässigen Stellen überprüfen lassen und durfte erst an die Öffentlichkeit, wenn er hundertprozentig sicher war, dass er mit seiner Vermutung Recht hatte.
Die Veröffentlichung musste dann mit einem Paukenschlag erfolgen, damit alle Welt gleichzeitig davon erfahren könnte. So sollte sichergestellt sein, dass niemand die alleinige Kontrolle über das System erlangen konnte.
Ein solches Programm würde ungeheure Macht in die Hand derjenigen legen die es kontrollierten.
Verhindern konnte er die Veröffentlichung nicht. Wenn er sein Projekt nicht der Welt vorstellte, irgendjemand würde sicher bald eine ähnliche Arbeit fertigstellen. Oder vielleicht gab es ja bereits etwas Vergleichbares?
Aus diesem Grund musste er nach Hannover zu diesem Computerverlag. Dort erhoffte er sich kompetente Ansprechpartner zu finden, denen er sein Projekt vorstellen konnte. Immerhin gab es dort auch eine anonyme Ansprechstelle für Whistleblower. Er hatte zwar keine Staatsgeheimnisse zu verraten, aber war seine Entdeckung nicht etwas ähnlich Bedeutungsvolles?
Hoffentlich nahm man ihn dort ausreichend ernst und machte sich nicht über ihn lustig. Er hatte keine Idee, an wen er sich sonst wenden könnte.
Es blieb ihm keine andere Wahl.
Wenn er falsch lag, machte er sich höchstens lächerlich und hatte immerhin etwas für sein Leben gelernt. Falls er aber recht hatte, dann war das eine Sensation. Über die normalen
Kommunikationskanäle konnte er sein Projekt nicht offenlegen.
Jeder wusste seit Wikileaks und Edward Snowden, dass es keine sichere
Kommunikation über das Internet gab. Zumindest keine mit der er irgendjemanden erreichen konnte dem er vertraute.

Er musste EVE aus dem Rechnernetz der Universität irgendwo anders hin verlagern. Die Untersuchungen der Universität kamen ihm zu schnell zu nahe. Das wurde ihm zu heiß. Die Software musste von außen erreichbar sein, durfte aber trotzdem von niemandem außer ihm selbst gefunden werden. Das war eine ziemlich heikle Sache. Da durfte er keine Fehler machen.
Aber für einen einzelnen PC war die Software bei weitem zu groß. Entwickelt auf dem Supercomputer-Netz der Uni waren es mittlerweile mehr Daten als ein einzelner Computer speichern konnte. Als Ausweg blieb nur eine Cloud.
Eigentlich war ihm nicht ganz wohl dabei, sein System im Internet zu verstecken. Jedes Gerät, das mit dem Internet verbunden war, musste quasi bereits als kompromittiert angesehen werden. Das heißt, alles, was am Internet hängt, lässt sich hacken und muss auch so betrachtet werden, als wäre es bereits gehackt worden.
Absolute Sicherheit gibt es nicht.
Konnte er sein System in so einem unsicheren Umfeld verstecken?
Leider hatte er keine andere Wahl.
Die Alternative war nur EVE, zu löschen. Und das kam nicht infrage. Kommerzielle Clouds konnte er sich in der benötigten Größe nicht leisten. Glücklicherweise war er früher schon oft auf fremden Systemen unterwegs und wusste wie man unauffällig Rechner knacken konnte. Er musste einen Weg finden, seine Daten zumindest für die nähere Zukunft so im Netz zu verstecken, dass niemand außer ihm Zugriff darauf hatte.
Die Lösung waren Script-Kiddies. Das sind Leute, die mit im Darknet erhältlichen, anwenderfertigen Schadprogrammen fremde Rechner angreifen, ohne wirklich Ahnung zu haben.
Deren Server waren meistens selbst nicht besonders gut gesichert, boten aber Zugriff auf extrem viele Systeme die bereits von Trojanern befallen waren.
Er musste also nichts weiter tun als sich mit dranzuhängen. Allerdings hütete er sich davor, diese Server zu übernehmen, er wollte niemanden misstrauisch machen. Nur ein bisschen von jedem System zweigte er für sich ab.
Dadurch konnte er recht schnell ausreichend fremde Rechenkapazität für EVE zusammenstellen. Ob die übernommenen Rechner virtuelles Geld schürften, automatisiert weitere Rechner angriffen oder einfach nur für sein Projekt rechneten, das merkten die betroffenen Anwender nicht.
Dafür hatte er seine EVE so im Netz verteilt und versteckt, dass er jederzeit darauf zugreifen konnte.
Einfache Anwender waren in seinen Augen sowieso nur Internetausdrucker, Menschen ohne irgendeine Ahnung von moderner
Technik.
So standen ihm nach nur einem Abend bereits hunderte Rechner zur Verfügung. Das sollte ausreichen, für eine Demo-Installation und für die sichere Zwischenlagerung von EVE.
Es war Zeit, sein Projekt aus dem Uni- Rechnernetz zu entfernen. Allerdings musste auch der Ausstieg langsam und behutsam erfolgen. Sonst würde auffallen, wenn auf einen Schlag die gesamte Rechenkapazität wieder vorhanden wäre.
Er installierte verschiedene Spiele und Testprogramme auf den gehackten Accounts. Anwendungen, die einfach nur Rechenzeit fraßen, teilweise ließ er die Großrechner Bitcoins und andere Cyber-Währungen berechnen. Je weniger Kapazität EVE im Uni-Netzwerk benötigte, desto mehr Müllprogramme liefen. Niemand bemerkte den Austausch.
Erst im letzten Augenblick hatte er für seine Zwecke zusätzliche Benutzer eingerichtet, die es an der Fakultät nicht gab. Ansonsten hätte es für die gehackten User sicher mächtig Ärger gegeben, wenn sie hätten erklären sollen, warum unter ihrem Namen Bitcoins auf einem Supercomputer geschürft werden. Er wollte ja eigentlich niemandem schaden. Es ging ihm nur um sein Projekt.
Nachdem er die Daten und die Rechenlast seiner EVE durch viele sinnlosen Programme ersetzt hatte, löschte er alle Spuren. Dann startete er mehrere Timer welche die Programme nach und nach beendete und immer mehr Rechenzeit zurückgeben sollten bis nichts mehr von seiner Existenz auf den Großrechnern zu finden war.
Ganz zum Schluss koppelte er sich ab und schaltete seinen Rechner aus. Keiner konnte seine Spuren finden, da war er sich sicher.
EVE war jetzt im Internet. Verteilt auf viele Rechner, unauffindbar für Menschen, die davon nichts ahnten. Und nur er wusste, wie er Verbindung aufnehmen konnte.
So stand er nun also 3 Tage nachdem er offline gegangen war verlassen auf dem Stuttgarter Bahnhof. Hatte er alles richtig übertragen? Alle Spuren verwischt?
Kann irgendwer außer ihm EVE im Internet finden? Sein Projekt lag verteilt auf hunderten Computern, niemand würde von seiner
Existenz erfahren, wenn er nicht bereits davon wusste.
Und nur er hatte die Information, wie er Zugriff darauf erlangen könnte.
Aber er war sich auch im Klaren darüber, dass selbst die besten Computerfreaks Fehler machten. Und er wusste, dass er nicht der Beste war, eher nur Mittelmaß. Diese Unsicherheit nagte an ihm.
Während er in seiner Müdigkeit alleine auf dem Bahnhof stand, die Schwellen unter den Schienen zählte und überlegte, ob er alle Spuren vollständig beseitigt hatte, bemerkte er, dass er doch nicht so alleine war, wie er gedacht hatte.
Zwei Männer in langen Mänteln liefen durch den Bahnhof.
Belustigt dachte er daran, dass nur noch Schlapphüte fehlten, damit es typische Agenten, wie aus einem billigen Film, wären. Aber dann bemerkte er, dass die Männer auf ihn zukamen. Auf einmal war er hellwach. Panik brach in ihm aus. Hatte er einen Fehler begangen?
Wollten sie zu ihm, wegen EVE? Sonst war niemand auf dem Bahnsteig.
Was konnte er tun? Davonlaufen?
Wenn die Männer nur zufällig an ihm vorbei wollten, wäre das sicher lächerlich. Wenn sie es wirklich auf ihn abgesehen hätten, dann hätte er wahrscheinlich sowieso keine Chance, er war zu oft vor dem Computer gesessen, Sport war nie seine Stärke. Beim Weglaufen wäre er schnell außer Puste gewesen.
Und zu allem Übel sah er nun, dass aus der anderen Richtung zwei weitere Männer auf ihn zukamen. Über das Gleis flüchten? Keine
Chance. Dann war es auch schon zu spät. Die beiden Männer, die er zuerst entdeckt hatte, standen nun direkt vor ihm. Einer der beiden räusperte sich und fragte ihn dann: „Sind Sie Hans Meier?“

Kapitel 2 – Entführung

Hannes erschrak. Niemand nannte ihn Hans. Das war zwar sein richtiger Name und stand auch so in seinem Ausweis, aber alle nannten ihn Hannes. Das klang einfach moderner, cooler und so hatte es sich im Laufe der Zeit einfach ergeben.

Hans. Das war zu viel für ihn. 3 Uhr 40 in der Früh. Er saß in der Falle.

Mit einem Klos im Hals erwiderte er: „Wer will das wissen?“

Der Mann im dunklen Mantel wiederholte seine Frage. Oder vielleicht war es auch der andere? Eigentlich war das auch egal.

Die beiden sahen sich ähnlich wie Zwillinge. In der Dunkelheit des Bahnsteigs waren ihre Gesichter nur schemenhaft zu erkennen.

Beide waren mindestens einen Kopf größer als er und ganz offensichtlich ziemlich durchtrainiert. Beide mit einem Überraschungsangriff umhauen und dann davonlaufen war keine Option, das würde sicher schief gehen.

Vermutlich würde er sich beim Zuschlagen eher die Finger brechen als, dass einer der beiden überhaupt eine Reaktion darauf zeigen würde. Und dann waren da noch die anderen beiden Agenten, die mittlerweile ebenfalls neben ihm standen.
Vier durchtrainierte Muskelberge gegen Hannes. Das war unfair.

Ja, das mussten Agenten sein. Wer sonst kam in solcher Aufmachung nachts durch den Bahnhof, nur um ihn zu fragen ob er Hans Meier sei.

CIA? FBI? Oder doch nur der BND? Er war in einer aussichtslosen Lage.

„Wer sind Sie?“ fragte Hannes. Erneut kam als Antwort nur die dritte Wiederholung der Frage: „Sind Sie Hans Meier?“

Mit zittriger Stimme antworte er: „Ja, das bin ich. Was wollen Sie von mir? Wer sind Sie?“

Einer der Agenten sagte darauf: „Wir sollen Sie abholen, es ist wichtig!“

Hannes überlegte fieberhaft was die Typen wohl von ihm wollten. Wenn es um EVE ging war er vermutlich erledigt. Von der Uni waren die 4 nicht, das war klar. Wäre sein Treiben dort entdeckt worden hätte man sicher nur die Polizei auf ihn angesetzt was schlimm genug wäre.

Aber diese Muskelprotze in Agentenoutfit lagen jenseits dessen was er sich in seinen schlimmsten Alpträumen vorgestellt hatte.

Wie waren sie ihm auf die Schliche gekommen? Welche Fehler hatte er gemacht? Es wollte ihm einfach nicht in den Sinn kommen wie er sich verraten hatte.

Um so schlimmer waren die Gedanken die ihm jetzt durch den Kopf schossen was diese Männer mit ihm vor hatten.

War es die Mafia? Dann würden sie ihm wohl nach und nach jeden Finger einzeln abschneiden bis er den Zugang zu EVE freigab.

CIA? Die würden ihn ausfliegen, vielleicht nach Guantanamo. Vermutlich würden Sie Waterboarding anwenden. Eine Technik, bei der ihm mit einem Sack über dem Kopf Wasser ins Gesicht geschüttet würde, bis er das Gefühl hätte ertrinken zu müssen. Auch keine schöne Vorstellung.

„Habe ich eine Alternative?“, fragte Hannes.

Der Agent, der auch bisher gesprochen hatte, antwortete: „Es wäre für alle von Vorteil, wenn Sie uns unauffällig begleiten würden.“

Hannes lies einen kurzen Blick über den Bahnsteig schweifen. Kein Mensch war weit und breit zu sehen, ein Auffallen war kaum möglich. Aber das war vermutlich ein antrainierter Standardsatz.

Mit gesenktem Kopf und hängenden Schultern ergab er sich seinem Schicksal.

Die Gruppe setzte sich in Bewegung. 2 Agenten vor Hannes, 2 hinter ihm.

Sie legten ihm weder Handschellen noch Fesseln an, aber ein Entkommen schien sowieso unmöglich.

Nach einem kurzen Marsch verließen Sie den Bahnhof.

Vor dem historischen Portal das nicht dem Neubauprojekt zum Opfer gefallen war standen nur 3 einsame Taxen. Dahinter ein schwarzer VW-Bus. „Genau so habe ich mir eine Entführung durch Geheimdienste immer vorgestellt“ dachte Hannes verzweifelt.

Seit die grüne Regierung Autos in der Innenstadt verboten hatte gab es hier nur noch Fußgängerzonen.
Fremde Autofahrer zu denen er flüchten konnte waren keine vorhanden. An der Bushaltestelle war gähnende Leere, die ersten Fahrten des Tages starteten erst gegen 6 Uhr.

Das mussten welche von der Regierung sein. Alles andere wäre viel zu auffällig. Das Fahrverbot in der Innenstadt wurde streng überwacht. Einfahrt gab es nur für Behördenfahrzeuge.

Polizisten wären uniformiert oder würden sich zu erkennen geben, die Mafia würde nicht mit so einem auffälligen Fahrzeug kommen. Seine Entführer können nur von einem Geheimdienst sein dachte Hannes, aber welcher?

„Ach eine Sache noch – diese hier müssen Sie aus Sicherheitsgründen leider aufsetzen“ sagte der Wortführer der Agenten während er sich zu Hannes umdrehte und ihm eine hässliche schwarze Bommelmütze reichte. „Bitte komplett über die Augen ziehen, es ist zu Ihrer eigenen Sicherheit.“

Verwirrt und auch etwas angeekelt kam Hannes dem Befehl nach und zog die Mütze über den Kopf. Die Männer überprüften, dass er auch nichts sehen konnte, dann musste er in den Bus einsteigen.

Hannes wurde sorgfältig angegurtet, die Türen wurden geschlossen und die Fahrt ging los.

Hannes spürte wie der Motor gestartet wurde. Das Fahrzeug hatte einen Verbrennungsmotor. Antike Technik, aber immer noch weit verbreitet. Wenn das wirklich Agenten einer Behörde waren, dann musste das eine mit schlechter finanzieller Ausstattung sein oder sie wollten einfach nicht auffallen. Amerikaner waren das eher nicht. Die 4 Sätze die gesprochen wurden waren in reinem Hochdeutsch, kein Akzent. Das Fahrzeug war zu wenig protzig. Und überhaupt, die Behandlung war für eine Entführung überaus zuvorkommend.

Gut die Mütze roch ziemlich muffig und erschwerte das Atmen. Aber man hatte ihn bisher weder geschlagen noch ihm sonst irgendwie Gewalt angetan. Gefesselt und geknebelt war er auch nicht.

Außerdem war er höflich zum Mitkommen aufgefordert worden. Sehr ungewöhnlich, so hatte er sich eine Entführung nicht vorgestellt.

Diese Erkenntnis beruhigte Hannes aber in keinster Weise. Wohin führte die Reise? Was wollten die Männer von ihm? Wer hatte sie geschickt?

Er spürte, dass die Fahrt auf die Autobahn ging. Der bisherigen Strecke nach zu urteilen Richtung München. Karten konnte Hannes sich gut merken und er fuhr jede Kurve in Gedanken mit. Ja, das war eindeutig die Autobahn Richtung München.

Das Radio wurde eingeschaltet und es erklang Musik. Dann eine Verkehrsmeldung. Es war der öffentliche Sender, kein Privater. Siedend heiß fiel Hannes sein letzter Streich ein:

Während er programmierte hörte er immer Radio, dabei störten ihn die vielen Verkehrsmeldungen. Der Großraum Stuttgart war einfach zu voll. Zu viele Autos die aus allen Richtungen durch das Nadelöhr durch wollten. Jeden Tag Kilometerlange Staus.

An den Staus konnte er nichts ändern. Aber er hatte eine brillante Idee. Er schrieb dem Sender, dass es doch einfacher wäre die freien Strecken zu melden, dann wären die Ansagen nicht so lang und es gäbe mehr Zeit für Musik.

Leider fand der Sender die Idee anscheinend nicht so toll. Es gab weiter viele Staumeldungen und Hannes bekam nicht einmal eine Rückmeldung.

Das hatte seinen Stolz gekränkt und zur Rache knackte er das Verkehrsfunksystem des Senders. Dort platzierte er mehrere Fake-Staumeldungen die der Radiomoderator auch brav vorlas. Der konnte ja nicht ahnen, dass die Meldungen allesamt gefälscht waren und egal wie seltsam sie waren, sie kamen offensichtlich direkt von der Polizei.

So wurde an einem Tag vor einer Gruppe betrunkener Mönche gewarnt die sich am Aichelberg auf der Autobahn ein Bobbycar-Rennen lieferten – als Geisterfahrer wohlgemerkt.

An einem anderen Tag lief angeblich eine aus der Wilhelma ausgebrochene Elefantenherde über die B27.

Und ganz besonders stolz war er über die rüstige Oma die mit ihrem Rollator mit Düsenantrieb mehrere Polizeiabsperrungen auf der A81 durchbrochen hatte und mit Tempo 100 auf der Flucht war.

Klar, das war total unglaubwürdig. Aber es kam so im Verkehrsfunk-Ticker und der Sender musste das bringen.

Man kann ja nicht einfach eine Meldung unterdrücken nur weil seltsam klingt. Im Ernstfall hätte es ja sonst zu schweren Unfällen kommen können.

Die Meldungen waren so schräg, dass sie es sogar auf die Titelseiten mehrerer Zeitungen schafften. Der arme Sender musste sein Verkehrsfunksystem für mehrere Tage abschalten. Die Staus wurden dadurch zwar auch nicht weniger, aber immerhin gab es mehr Musik. Leider nur vorübergehend.

War das hier jetzt die Retourkutsche? Waren sie ihm auf die Schliche gekommen?

Er horchte auf irgendwelche verräterische Aktionen der Agenten. Waren es nur Schauspieler die ihm eins reinwürgen sollten?

Nein, dieser Gedanke erheiterte Hannes nur kurz. Danach kam das traurige Bewusstsein zurück. Ein Radiosender ist kein Spielkamerad. Selbst wenn sie ihm auf die Spur gekommen wären. Wieso sollten sie eine Entführung vortäuschen und ihn veräppeln. Die hätten eher einfach nur die Polizei geschickt und ihn festnehmen lassen. Das hier war keine Spass-Aktion sondern eine echte Entführung.

Aber von wem und wozu?

Hannes lauschte weiter und versuchte irgendetwas aufzuschnappen. Aber es gab keine Unterhaltung. Nur das Radio spielte weiter. Und dann verließen sie das Sendegebiet. Es wurde auf einen Bayerischen Sender umgeschaltet. Zumindest wusste Hannes jetzt sicher auf welcher Autobahn sie unterwegs waren. Das half ihm aber leider auch nicht weiter.


Kapitel 3 – die Entführer

Nach über 2 Stunden anstrengender Fahrt während der die Agenten weder untereinander ein Wort gewechselt noch mit ihm gesprochen hatten bemerkte Hannes, dass sie anscheinend die Autobahn verlassen hatten. Jedenfalls stand das Auto und er hörte das Klackern eines Blinkers.

Die anschließende Fahrt ging nur kurz weiter und der Wagen hielt erneut an. Diesmal konnte Hannes das Geräusch eines Fensterhebers erkennen und anschließend unverständliche Gesprächsfetzen.

Anscheinend waren sie kurz vor dem Ziel. Vermutlich die bewachte Einfahrt zu einem Gebäude oder Parkhaus.

Wieder ging es nur einige hundert Meter weiter bis zu einem quietschenden Garagentor.

„Erstaunlich“ dachte Hannes, wie bereits nach 2 Stunden mit verbundenen Augen die anderen Sinne geschärft waren um die fehlende Sicht auszugleichen. Die Mütze ging zwar auch über die Ohren, trotzdem konnte er recht gut hören was um ihn herum vorging.

Der Motor wurde abgestellt und die Türen geöffnet.
„Bitte aussteigen“ hörte er die Stimme des Agenten der auch schon am Bahnhof die Leitung übernommen hatte. Wieder wunderte er sich über den Ton der Stimme. Für eine Entführung viel zu freundlich. Ob das wohl ein Trick war um ihn zu beruhigen?

Sie liefen mit ihm einen langen Gang entlang, er konnte hören, dass mehrere Türen oder Durchgänge geöffnet und hinter ihnen wieder geschlossen wurden.

Dann waren sie anscheinend am Ziel, denn eine Hand legte sich auf seine Schulter und er wurde angewiesen stehen zu bleiben. „Hinsetzen“ hörte er den Agenten während ihm von hinten ein Stuhl gegen den Körper gedrückt wurde. Hannes setzte sich, nicht sicher ob er vor Angst zitterte oder ob es die Kälte im Raum war.

„Du kannst die Mütze jetzt abnehmen“. Diesmal war es eine andere Stimme.

Hannes nahm die Bommelmütze vom Kopf und blinzelte in das gleißende Licht von Neonröhren. Der Raum war leer, nur ein Tisch stand ihm gegenüber, dahinter saß ein etwas kleinerer, untersetzter Mann von vielleicht 60 Jahren mit einer dicken Hornbrille auf einem abgewetzten Sessel.
Die Agenten standen seitlich neben der Türe.

„Hallo Hannes“ sagte der Mann „ich darf Dich doch Hannes nennen? Wir sprechen uns hier alle mit den Vornamen an. Ich bin Arthur. Willkommen in unserer bescheidenen Zentrale.“

Hannes war verwirrt. Was sollte das? So hatte er sich ein Verhör nicht vorgestellt, das war eher ein Vorstellungsgespräch. Ein leise krächzendes Hallo kam aus seinem Mund. Der Mann der sich Arthur nannte fragte gut gelaunt „Wie war die Fahrt?“.

Hannes fühlte wie Ärger in ihm aufstieg, was sollte dieses Getue. Mit erregter Stimme erwiderte er: „Wie soll es mir schon gehen wenn ich morgens um 3:30 vom Bahnsteig weg entführt werde, einen Sack über den Kopf bekomme und über 2 Stunden durch die Welt gefahren werde ohne dass jemand mit mir redet. Nicht einmal etwas zu trinken habe ich bekommen. Ich habe eine Scheiß Angst, also wer sind Sie und was wollen Sie von mir?“
Mit den letzten Worten war Hannes immer lauter geworden.

Freundlich erwiderte sein Gegenüber: „Wie gesagt, Du kannst mich Arthur nennen, wir sind hier wie eine große Familie.
Du wurdest nicht entführt, Du bist freiwillig mitgekommen und das war kein Sack sondern eine Mütze“.

Hannes war sprachlos, dann setzte er an: „Aber dieser Gorilla sagte ich hätte keine Alternative und..“, „Hast er das gesagt?“ unterbrach ihn Arthur und blickte fragend zu seinen Agenten?Der Angesprochene räusperte sich und erwiderte schulterzuckend „Hannes hat gefragt ob er eine Alternative hätte worauf ich ihm geantwortet habe, dass es für alle das Beste wäre uns zu folgen.“ Da ist er freiwillig mitgegangen.

In Hannes Kopf begann sich alles zu drehen. Sie hatten ihn ausgetrickst, er hätte einfach davonlaufen können und sie wären ihm nicht gefolgt?
So einfach konnte das nicht sein. „Aber die Mütze“ stotterte er „ich musste sie über den Kopf ziehen und bin darunter fast erstickt und…“
„Das ist nicht korrekt“ unterbrach ihn der Agent „Ich sagte Aufsetzen und über die Augen. Nicht über das ganze Gesicht.“

„Aber“ stotterte Hannes, „warum haben Sie, warum hast Du mir das dann nicht gesagt? Und warum waren wir vorher per Sie und jetzt per Du? Was ist das für ein seltsames Spiel?“

Der Agent lächelte: „Wir hatten den Eindruck, dass es so viel einfacher wäre Dich zum Mitkommen zu bewegen und es hat ja ganz vortrefflich funktioniert. Das mit der Mütze war wichtig damit niemand sieht wen wir in den Bus einladen. Dass Du das Teil bis über das Kinn heruntergezogen hast fand ich lustig.
Dass Du darunter keine Luft bekommen hast – sorry – das ist mir nicht aufgefallen. Du hättest ja etwas sagen können“.

Hannes überlegte fieberhaft. Wo war er hier? War er wach oder träumte er nur? Versteckte Kamera? Er war ein Niemand, wieso sollten sie gerade ihn auswählen und entführen? War das ein Trick? Ein Streich von Freunden? Viel zu aufwändig.

Verwirrt schaute er Arthur an, dann holte er tief Luft und rief erregt: „OK, ich bin nicht entführt worden. Ihr habt mich reingelegt. Aber was um Himmels willen soll das alles, warum soll niemand wissen, dass ich in Euren Bus eingestiegen bin und was wollt Ihr von mir. Ist das ein Spiel?“

Arthur wartete bis Hannes etwas ruhiger wurde, dann antwortete er: „Das ist kein Spiel sondern unser voller Ernst. Du wurdest ausgewählt und…“
„Wozu ausgewählt? Von wem ausgewählt? Soll ich die Welt retten oder was?“ schrie Hannes dazwischen.
Arthur schaute ihm in die Augen und erwiderte knapp „Ja“

Hannes schaute verwirrt : „Was ja?“
„Du sollst uns helfen die Welt zu retten.“
Hannes war platt. Er war von 4 Typen die aussahen wie Agenten entführt worden oder wie sie behaupteten freiwillig mitgegangen und nun saß er diesem Typen gegenüber der ihn ansprach als wäre er sein Vater und der ihm lächelnd ins Gesicht sagte er sollte die Welt retten?

„Hier muss ein Missverständnis vorliegen“ krächzte er „wieso sollte ausgerechnet ich die Welt retten, ich bin kein Superheld, habe keine Superkräfte, warum gerade ich?“

„Tatsächlich gibt es ein Missverständnis“ sagte Arthur „Du sollst die Welt nicht alleine retten. Du sollst uns helfen die Welt zu retten. Als Teil unseres Teams. Du wurdest uns empfohlen und wir haben Dich natürlich schon einige Zeit beobachtet. Wir glauben, dass Du uns helfen kannst“.

„Ich brauche was zu trinken“ krächzte Hannes.

„Egon“ rief Arthur „bring unserem Gast etwas zu trinken“. Der Agent setzte sich in Bewegung. „Ach ja, ich hatte vergessen Dir Deine Entführer vorzustellen. Der gerade für Dich eine Cola holt ist Egon, das hier sind Fred, Franz und Manfred“

Kapitel 4 – Der Krieg

„Du bist Informatik-Student und hast wohl einigen Eindruck bei Deinen Professoren hinterlassen. Als wir nach geeigneten Kandidaten für unser Projekt gefragt haben, wurde mehrfach Dein Name genannt.

Nachdem wir Dich und die anderen eine Zeit lang beobachtet hatten, haben wir Dich ausgewählt“

Hannes wurde es abwechselnd heiß und kalt. Sie hatten ihn beobachtet. Wussten sie von EVE?
„Um was für ein Projekt geht es? Und wieso sollte ich Euch helfen, die Welt zu retten? Und wie?“
Arthur räusperte sich: „Dazu muss ich weiter ausholen. Wir sind im 3. Weltkrieg und wir haben praktisch verloren“.

Hannes lachte gequält: „Klar, 3. Weltkrieg. Ich sehe nirgends Panzer, Soldaten und Raketen. Der 3. Weltkrieg wird ein Atomkrieg, der ist in Minuten vorbei.“

„Nein“ widersprach ihm Arthur „Du bist doch schlau. Wir wissen von Deinen Hacks beim Radio“ Hannes schluckte „keine Angst, darum geht es uns nicht. Der Krieg ist anders als die Kriege zuvor. Keine Bomben, keine Armeen. Der Krieg tobt im Internet.“

Egon brachte Getränke für alle. Hannes trank gierig ein paar Schluck. Die kühle Flüssigkeit tat gut, aber sein Kopf brummte wie ein Bienenstock.

„Es sind nicht mehr nur Länder, die sich bekämpfen. Auch Firmen, mafiöse Netzwerke und auch Einzelpersonen machen mit. Jeder gegen Jeden. Anarchie. Es geht nicht darum, Länder kaputt zu machen. Wieso sollte man etwas zerstören, das man einfach so übernehmen kann? Es geht nur um Geld. Um Daten und Informationen. Und vor allem um Macht!“
Arthur schaute Hannes an, als wollte er in seinem Gesicht lesen, ob der begriff, was er erzählt bekam.
Nach kurzer Pause fuhr er fort:

„Begonnen hat das schon vor vielen Jahren. Als Krieg kann man es ungefähr seit 2015 bezeichnen. Aber unsere Regierung beachtete das nicht. Für die war das alles Neuland. Trotz vieler Hinweise von Experten gab es nur ein paar winzige Aktionen, wie die Gründung eines Cyberabwehrzentrums.
Allerdings mit viel zu geringen Mitteln, um auch nur die nötige Mindestausstattung an Hardware anzuschaffen. Von der Rekrutierung von Spitzenpersonal gar nicht erst zu reden.

Wer einigermaßen mit Computern umgehen konnte, ging nicht zum Staat. Die Industrie zahlte ein Mehrfaches. So blieb nicht viel mehr, als etwas Beratungsleistung übrig.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik verteilte Informationen zu den größten Gefahren, erstellte Anleitungen zur Datensicherheit, die kaum jemand las und noch weniger Leute überhaupt verstanden. Unsere Wirtschaft war weitgehend ungeschützt.
Du kennst die Geschichte von diesem schwäbischen Autobauer?“

Hannes nickte: „Klar, die wurden von Beratern dazu gedrängt, ihre IT in die Cloud zu verlagern. Kurz darauf wurden sie von den Chinesen übernommen.“

„Richtig, die Berater waren von der Konkurrenz bezahlt, aber unser Staat war zu schwach. Wir konnten die Übernahme nicht verhindern. Daher gibt es jetzt die Automarke „Roter Stern“ mitten im ehemaligen Zentrum des deutschen Automobilbaus.“

Arthur nahm einen Schluck und fuhr dann fort:
„Die Politik hatte andere Probleme. Die Migrationskrise, der Dieselskandal. Dann die Umweltbewegung. Das waren aber alles nur Ablenkungsmanöver. Das Volk und die Politik wurde beschäftigt und kaum jemand erkannte die wahren Gefahren, die auf unsere Gesellschaft zukamen.
Erst Ende 2019, als die Angriffe immer heftiger und zahlreicher wurden, wachten die Politiker langsam auf. Aber da war es zu spät.“

„Aber der Staat existiert doch noch, alles läuft weiter wie bisher“ erwiderte Hannes.
Arthur lachte gequält: „klar, aber das ist nur noch eine Hülle zur Beruhigung der Bevölkerung.

Der Staat hat die Kontrolle schon längst verloren. Er ist nur noch eine Organisation, um Steuern einzutreiben, damit die gröbsten Löcher in der Infrastruktur finanziert und repariert werden können. Ansonsten beschäftigt sich die Politik vor allem mit sich selbst.“

Hannes schluckte. „Den Eindruck hatte ich schon lange, aber ich dachte immer, das wären Verschwörungstheorien“

„Nein, das ist Real. Nur hat man es bisher immer noch geschafft, die Bevölkerung so weit zu beschäftigen, dass sie es nicht bemerkt. Brot und Spiele – das wussten schon die Römer. Gib dem Volk eine Beschäftigung und es bemerkt nicht, was geschieht. Die paar, die aufgewacht sind, hat man im Griff. Die werden so lange als Spinner diffamiert, bis sie aufgeben. Was glaubst Du, wieso Großprojekte nicht mehr fertig werden, wieso Gesetze zum Wohl des Volkes immer bei den Abstimmungen durchfallen. Fremde Geheimdienste und internationale Konzerne sagen, wo es lang geht. Der Staat ist nur noch dazu da, das Volk ruhig zu halten und Steuern einzutreiben.“

Hannes schien langsam zu begreifen, was ihm erzählt wurde. Das war alles verwirrend, so abstrus, aber wenn man genau überlegte, doch so offensichtlich.

„OK, der Staat existiert angeblich nicht mehr, wir haben den Krieg verloren. Soweit klar. Aber was soll ich dann hier?“

Arthur lächelte: „Langsam kommst Du zum Punkt. Es gibt noch eine kleine Hoffnung, dass man alles zum Guten wenden kann. Dafür wurde diese Geheimabteilung gegründet. Natürlich darf davon niemand wissen. Die meisten staatlichen Stellen sind zu sehr von fremden Geheimdiensten, Konzernen und Lobbyisten durchsetzt.“

Er schaute Hannes tief in die Augen: „Wir sollen die Gegner mit ihren eigenen Waffen schlagen, im Internet – Daten und Informationen einsammeln um kriminelle Konzerne zu überführen, Penetrationstests bei den „guten“ Firmen und bei staatlichen Stellen durchführen, das heißt zu schauen ob sie über das Internet angreifbar sind.“

Hannes unterbrach: „Ich weiß was das heißt“.

„Sehr gut, denn das wird Deine Aufgabe sein. Du wirst einem Team zugewiesen, das gemeinsam versucht, die verbliebenen unabhängigen Firmennetzwerke zu hacken, Daten zu erlangen und Schwächen zu dokumentieren.
Damit können wir dann diese Firmen so weit aufrüsten und gegen Angriffe härten, dass diese weiter bestehen können. Mit der Zeit hoffen wir die Kontrolle wieder zurückerlangen zu können.“

Hannes überlegte: „und was ist mit meinem Studium?“

„Die Uni ist eine staatliche Einrichtung. Wenn Du dem Staat hilfst, dann hilft der Staat Dir natürlich auch. Lass das unsere Sorge sein. Bei uns bekommst Du freie Unterkunft, die coolsten IT-Spielzeuge, die Du Dir als Informatikstudent vorstellen kannst, dazu natürlich auch noch eine anständige Bezahlung. Es gibt nur einen Haken…“

Hannes zuckte unmerklich zusammen. Natürlich gab es immer einen Haken. „Der wäre?“

„Da wir eine Geheimorganisation sind, wirst Du natürlich auch zur größten Geheimhaltung verpflichtet. Jegliche Kontakte zu früheren Freunden, Verwandten und Bekannten sind zu unterbleiben.“

„Ich habe leider keine Verwandten mehr und Freunde, naja, nicht so viele“.
„Das wissen wir, deswegen haben wir Dich ja auch ausgewählt. Bist Du dabei?“

Hannes überlegte: „Habe ich Bedenkzeit?“

„Natürlich, aber bitte nicht länger als 3 Tage. Es gibt noch andere potentielle Kandidaten für das Angebot, Hannes.“

Fremde Systeme knacken war schon immer sein Hobby. Er hatte zwar nie irgendeinen Schaden angerichtet – abgesehen von diesem Radiosender, der sein Verkehrsfunksystem abschalten musste. Ok das mit der gestohlenen Rechenzeit an der Uni war vielleicht etwas grenzwertig – aber so richtig als Hacker arbeiten und dazu noch legal und vom Staat unterstützt, das war schon sehr verlockend.

„Ok, ich bin dabei. Allerdings will ich wissen, wie diese geheime Organisation heißt. Ich konnte nirgends Abzeichen oder ähnliches entdecken“.

„Hannes, ich beglückwünsche Dich zu Deiner Entscheidung. Willkommen bei der Abteilung für Frieden und Freiheit in Europa, kurz Affe…“

„Waaas!?“ Hannes unterbrach ihn „Ich hatte die Geschichte schon fast geglaubt und jetzt kommt so ein schlechter Scherz?“

Arthur lachte: „Das ist kein Scherz. Ihr Informatiker nennt so etwas Security by Obscurity“

„Ich weiß was das ist, aber das passt doch hier nicht. Damit werden Daten oder Schnittstellen verschleiert, damit sie niemand zufällig findet. Aber das hält nur Anfänger ab. Ich dachte Ihr seid Profis!?“

„Doch das passt schon, wir verschleiern unsere Organisation.
Stell Dir mal vor: Jeder kennt das FBI, CIA, NSA und die ganzen anderen Geheimdienste.
Die sind stolz auf sich selbst und prahlen mit tollen Logos.

In jedem Laden kannst Du mittlerweile Klamotten mit entsprechendem Design oder Aufdrucken kaufen.

Aber wir wollen ja im Geheimen arbeiten. Keiner soll uns erkennen.
So und jetzt überlege Dir mal, wenn jemand zufällig etwas von uns hört und das auf einer Verschwörungsplattform postet, in der Art – Hey Leute, ich hab hier geheime Daten über die Organisation Affe“.

Hannes überlegte: „Da ist was dran, damit würde man sich gleich lächerlich machen“

„Eben“ Arthur grinste „wir wollen kein hipper Geheimdienst sein, sondern ein erfolgreicher. Und das fängt schon bei Kleinigkeiten an. Du wirst sehen, wir haben noch viel mehr Überraschungen für Dich. Also nochmal: Herzlich willkommen bei AFFE“

Ende der Leseprobe.
Hat dir die Leseprobe gefallen?
Alle Informationen zum Buch gibt es hier.

511 – VERTRAUE NIEMANDEM

Mein erster kleiner Roman. Ein Cyberkrimi.

Hannes verbringt als junger Informatikstudent den größten Teil seiner Zeit vor dem Computer.
Er hackt gerne fremde Systeme und bastelt an einer KI-Software.
Als sein Programm anfängt, ein Eigenleben zu entwickeln, benötigt Hannes Hilfe. Da er weder Telefon noch Internet vertraut, will er mit dem Zug zu einem Computerverlag fahren, um sein Programm dort überprüfen zu lassen.
Doch am Bahnhof wird er von Agenten entführt und zu einer geheimen Organisation gebracht. Dort lernt er die junge Hackerin Eva kennen und gemeinsam sollen sie ein gut gesichertes Netzwerk knacken. Plötzlich überschlagen sich jedoch die Ereignisse und die beiden müssen fliehen. Dabei können sie niemandem vertrauen, außer sich selbst.

Die ersten 4 Kapitel gibt es hier gratis zu lesen

Online erhältlich

Erhältlich als eBook (ePub) bei Thalia, Buecher.de, Amazon oder im gut sortierten Online-Buchhandel.
Kann auch über die Onleihe bezogen worden – einfach bei der Bücherei nachfragen.

Direktlink zu Thalia: 511 – Vertraue niemandem

Direktlink zu Buecher.de: 511 – Vertraue niemandem

Direktlink zu Amazon.de: 511 – Vertraue niemandem

Erhältlich in meinem eigenen Onlineshop:
www.drucker-onkel.de – als ePub, PDF oder in gedruckter Form!

Warum ich das Buch geschrieben habe?

Ich bin früh morgens um 5:11 aufgewacht und hatte diese Geschichte im Kopf.
Es gab nur eine Möglichkeit für mich, die Geschichte wieder aus meinen Gedanken zu bekommen:
Indem ich sie als Buch aufgeschrieben habe.

Warum 511?
Eben weil ich um 5:11 aufgewacht bin und die Idee zu diesem Buch im Kopf hatte.
Und weil die Bahnhofsuhr auf 5:11 stehengeblieben ist.

Und wieso „VERTRAUE NIEMANDEM“ ?

Das müsst Ihr selbst herausfinden 🙂

Faszinierend

Beim Erstellen des Buches habe ich einiges über eBooks gelernt. Das ist ein sehr faszinierendes Thema.
Die ersten Kapitel habe ich mit LibreOffice erstellt
Danach erfolgte die Umstellung auf den eBook-Editor Sigil.
Das Programm ist kostenlos erhältlich und läuft bei mir unter Linux.
Windows kommt für mich nicht infrage. Genau wie Hannes in meinem Buch, will ich natürlich nicht, dass mein eigenes System gehackt wird, deswegen verwende ich so weit wie möglich nur Open Source Software.
Das schützt zwar auch nicht hundertprozentig, aber besser ein System, bei dem man nicht sicher ist, ob man sicher ist als ein System, bei dem man sicher ist, dass man unsicher ist 🙂

Romanvorlagen

Da ich mittlerweile von mehreren (!) Personen angesprochen worden bin, ob ich irgendwelche Vorlagen in Form von Menschen, Ereignissen oder Erinnerungen eingebaut habe, hier ein kleines Statement dazu:

Alle Ähnlichkeiten zu real existierenden Personen oder Organisationen sind rein zufällig. Alles selbst ausgedacht und von mir erfunden.

Ich bin allerdings kein Psychologe, daher kann ich nicht genau sagen, ob die Handlungen auf Erinnerungen, Wünschen, Ängsten oder sonstigen unbewussten Gedanken von mir selbst basieren. Die Geschichte entstammt meinem Kopf, irgendwie muss sie da wohl auch reingekommen sein 🙂

Viel Spaß beim Lesen….