Gasgrill Napoleon Rogue R525SIBPSS

Heute mal ein ganz anderes Thema:
Vorstellung meines Napoleon Rogue R525SIBPSS.

Eigentlich müsste es ja “unser” Grill heißen, es ist ja der Familiengrill. Aber meine Frau meinte, das sei “Dein Männerspielzeug”.

Nun gut, hiermit stelle ich also meinen/unseren Grill vor.

Entscheidungsfindung

Mein erster Grill war ein Elektrogrill. So ein 20,- Euro-Teil mit 30x25cm wie man ihn heute noch überall kaufen kann. Ideal für den Balkon einer kleinen Wohnung aber geschmacklich nicht so der Bringer. Das Fleisch schmeckte eher gekocht als gegrillt.
Mit dem eigenen Haus kam dann ein Aldi Säulengrill zum Einsatz.
Besser als das Elektroteil aber auch nicht besonders toll.
Und vor allem nicht sehr standfest. Als unser Nachwuchs in die Entdeckerphase kam musste daher der Grill weichen.
Es gab einen Kugelgrill von Rössle. 50cm Durchmesser sollten für 3 Personen genug sein. Aber leider hat sich herausgestellt daß dem nicht so ist:
Wenn man Besuch einlädt ist der Grill zu klein
Will man mehr als eine Grillzone ist der Grill zu klein
Gemüseschale + Fleisch – der Grill ist zu klein.
Insgesamt ein qualitativ guter Grill für den schmalen Taler aber mit jedem Grillen wuchs der Wunsch nach Ersatz.
Zudem das lästige Anheizen von Holzkohle, die schwierige Temperaturkontrolle. Nein, es sollte etwas “Richtiges” her. Idealerweise Elektro. Leider gibt es da nicht wirklich viel brauchbares.
Der einzige Kandidat den ich gefunden habe war der Weber Pulse 2000.
Nur leider für den Preis zu viel Plastik und viel zu klein.
Und 2200W sind jetzt auch nicht so der Bringer. Aber mit einer normalen Haushalts-Steckdose geht nicht viel mehr. Für Drehstrom fehlt dann vermutlich wieder die ausreichend große Zielgruppe.

Damit musste es dann ein Gasgrill werden.

So ein riesiges Grill-Ungetüm wollte ich eigentlich garnicht.
Aber nach Auflistung aller Wünsche (mehrere Zonen, große Grillfläche aber auch mal nur für 3 grillen, diese Sizzle-Zone wäre toll. Schnelles Aufheizen, …), da blieb nicht mehr viel an Alternativen übrig.

In diversen Foren habe ich mich ewig durchgelesen.
Je mehr man liest, desto mehr verschiedene Geräte bekommt man in die Auswahl. Dabei ist allerdings schwierig zu unterscheiden was wirklich wichtig ist. Was braucht man als Anfänger, was soll der Grill können wenn man dann etwas weiter ist und was braucht man vermutlich eher nicht?

Nach vielen Überlegungen fiel die Wahl auf den Napoleon Rogue R525SIB.

Um das Gerät auch mal in Live anschauen zu können sind wir zu Grill&Co nach Sachsenheim. Und da stand genau dieser Grill direkt am Eingang als Sonderangebot.

Nach einer guten Beratung haben wir trotzdem noch die Runde durch den Laden gemacht. Wahnsinn was alles für Geräte angeboten werden und was für Preise da aufgerufen werden.
Aber für uns sollte der R525SIB passen.
Bei der Produktbezeichnung muss man übrigens genau aufpassen, es gibt viele verschiedene Ausführungen: Edelstahl, Emailliert (hat nix mit eMail zu tun sondern mit Emaille), mit Sizzle-Zone, Backburner (Brenner hinten), usw. Da kann einem schon schwindelig werden.

Gekauft und geliefert

Also einen Knoten dran gemacht und das Gerät gekauft.
In unseren Kona passt der Karton leider nicht, das hatte ich vorher schon überprüft. Macht aber nichts, die kostenlose Lieferung ist dabei.
Die Abdeckhaube und eine 5kg-Gasflasche habe ich gleich mitgenommen. 11kg kann das Gerät und wird auch empfohlen. Aber ich hab noch nie mit Gas gegrillt und wollte mit der kleinen Flasche anfangen. Naja, ob einem eine 5kg-Flasche oder eine 11kg-Flasche um die Ohren fliegt ist wohl kein großer Unterschied.

Die Lieferung erfolgte 3 Tage später direkt vom Verkäufer-Team bis auf die Terasse. Topp.
Für Samstag war schon erstes Grillen geplant. Experimentierfreudige Freunde die zur Not auch mit einer Bestell-Pizza zurechtgekommen wären. Hab das ja noch nie gemacht.

Zusammenbau

Am Samstag früh begann ich mit dem Zusammenbau. Laut Internet habe ich so 2-3 Stunden eingeplant. Erst mal alles aus dem Karton herausgenommen, auf der Terasse verteilt und dann angefangen.
1. Teil: Bodenplatte
2. Teil: Linkes Seitenteil – oder Rechtes? Die Anleitung war leider nicht besonders hilfreich. Aber anscheinend sind die Teile links und rechts identisch.
3. Teil: passt nicht?!? Doch falsch zusammengebaut? Nein – das Teil war total verbogen.
Sehr ärgerlich! Das 3. Teil und schon am Ende. Bei der Beschädigung handelte es eindeutig nicht um einen Transportschaden, das war vermutlich schon vor dem Lackieren so. Es waren keinerlei Beschädigungen der Lackschickt zu erkennen. Also vermutlich so durch die Qualitätskontrolle geschlüpft. Von Hand liess sich das auch nicht zurückbiegen und mit Werkzeug wollte ich nicht ran.

Also bei Grill&Co angerufen und vom Problem erzählt.
Da war man so nett daß man mir das defekte Teil natürlich sofort austauschte. Immerhin waren für den Abend Gäste zum Grillen geladen.

Nur leider gingen für die Fahrt auch schon 40 Minuten drauf.

Aber immer noch besser als bei einer Internetbestellung, da wäre der Zusammenbau nach dem 3. Teil jetzt erst einmal beendet.

Jetzt konnte es endlich weitergehen.
Die Seitenteile passten ohne die Verbiegung gut zusammen.
Schnell war der Unterschrank montiert. Rollen dran (naja, ein bisschen einfache Rollen für so einen Grill, kann man aber bei Bedarf problemlos tauschen) und fertig ist der Unterschrank.
Gut, Türen müssen noch dran, ein Einhängekorb für die Gasflasche (habe ich gleich auf die Einstellung für die 11kg-Flasche gesetzt). Die Anleitung war zwar recht übersichtlich aber leider nicht immer eindeutig. Für den ersten Gasgrill hab ich lieber immer 2x hingeschaut.

Nach dem Überprüfen des Unterbaus durfte meine Frau dann beim Aufsetzen des Grills auf den Unterschrank helfen.
Der sah damit schon fast fertig aus. Das ging einfacher als erwartet. Allerdings kamen die schwierigen Teile noch. Schwierig nicht wegen der Montage sondern wegen der sehr vereinfachten Anleitung.

Nach Anleitung musste erst der Grill aufgesetzt werden und dann die Gasleitung zur Sizzle-Zone (seitlicher Anbau). Das ging aber nicht. Man muss dazu den Grill anheben, steht aber nicht in der Anleitung.
Der Gasanschluss der Sizzle-Zone ist auch nur mit einem kleinen Bild in der Anleitung. Muss der Gas-Anschluss wirklich nirgends “reingesteckt” werden? Einfach nur in die Aufnahme gesteckt ist vorne Platz zum Brenner. Aber so steht es in der Anleitung. Nach kurzer Recherche im Internet ist das aber so korrekt. Auch bei der Batterie ist nicht eindeutig wie herum die eingebaut werden muss. Bei der Gasflasche die nächste Frage: mit Werkzeug anziehen oder von Hand? Von Hand ist richtig, aber die Info ist sehr versteckt.

Aufheizen!

Ungefähr 2,5 Stunden hat der Aufbau gedauert. Mit einer einsteigerfreundlicheren Anleitung wäre es sicher schneller gegangen. Aber wir sind ja nicht auf der Flucht. Und lieber 3x getestet als etwas falsch gemacht. Die zusätzliche 40 Minuten für den Teiletausch sind ärgerlich, aber das kommt vor.
Noch kurz eine Dichtigkeitsprüfung – und noch eine – als Gas-Anfänger ist man da doch etwas unsicher. Da hätte ich vielleicht besser noch jemand gefragt der sich damit auskennt. Aber es ging auch so. Andere können das schliesslich auch.
Gasflasche aufgedreht und den ersten Brenner eingeschalten – Flupp – tut!
2. Brenner – tut, 3. Brenner – tut, 4. Brenner – tut.
Stolz wie Oskar alles nochmal überprüft. Dann Deckel zu und alle 4 Brenner auf volle Pulle. 20-30 Minuten sollte man den Grill einbrennen um Rückstände aus der Produktion zu verbrennen.

Es hat auch ein bisschen geraucht und nach kaum 10 Minuten war das Thermometer bereits am Anschlag. Die 370°C wurden locker erreicht.
Nach 20 Minuten alles wieder ausgeschalten, heruntergedreht.
Dann noch die Sizzle-Zone getestet, ein Seitenteil auf dem mittels Keramikbrenner Temperaturen bis 800°C erreicht werden sollen. Ideal fürs schnelle Anbraten. Im Internet stand daß es da Probleme beim Anzünden geben könnte – bei meinem Grill nicht. Gas ein, zünden, geht.
Die Gäste können kommen.

Erstes Grill-Event.

Für den ersten Grillversuch gab es viele verschiedene Fleischsorten: Rindersteak, diverse Spiese, was vom Schwein und neben Grillkäse auch ein Gemüsepfännchen.
Wahnsinn wieviel Platz die Maschine bietet. Auf den alten Kugelgrill hätte gerade mal die Hälfte draufgepasst.
Nach dem Foto fürs Album fand ich die Belegung doch etwas unsortiert. Da war doch was mit Grillzonen. Also schnell überlegt was ich gelesen habe. Die Brenner je nach Zone eingestellt und das Grillgut sortiert. So sieht es schon deutlich sortierter aus.
Beim Kohlegrill hatte ich auch immer Probleme mit “fertigem” Grillgut, das wurde mir oft leicht schwarz. Beim Gasgrill ist das nicht passiert.
Alles Grillgut war super lecker. Auf dem Foto sind einige Teile auf der Warmhalte-Ebene. Die wollte ich nicht wegen einem Foto noch ankokeln.
Der Sizzler gab den Rindersteaks eine leckere Oberfläche, eins wurde leider etwas dunkel, da muss man schon ziemlich gut aufpassen. Aber alles im essbaren Bereich. Die Brandings auf den Schweine-Teilen sind vom normalen Grillbereich.
Das Grillgut ist von der Metzgerei Schneider aus Freiberg am Neckar. (Gastro-Großhandel mit Werksverkauf, sehr empfehlenswert)

Die Kinder wollten Pommes dazu. Passt auch gut zum Steak.
Insgesamt war das Essen sehr lecker (zumindest für den ersten Versuch), die Notfall-Pizza wurde nicht benötigt. Salat und Brot gab es natürlich auch.
Aber eigentlich reicht Steak mit Pommes. Im Steak ist ja schon viel Salat enthalten 🙂

Fazit:

Der Grill ist schon ein ziemliches Monster. Aber der Unterschied beim Grillergebnis ist schon gewaltig. Die Anschaffung hat sich gelohnt. Jetzt muss erst mal eine 2. Gasflasche her (ich trau mich doch an die 11kg-Flasche). Bei ausreichend Platz im Garten eine klare Empfehlung.
Natürlich geht es immer noch eine Stufe höher. Unglaublich was für solche Maschinen teilweise für Preise aufgerufen werden. Aber der Napoleon Rouge 525 ist doch ein ideales Mittelklasse-Modell und sollte für die nächsten Jahre hoffentlich noch für viele Grill-Events zum Einsatz kommen.
Für 7 Personen (4 Erwachsene, 3 Kinder) ausreichend Grillfläche, da geht auch noch mehr. Und wenn wir mal alleine grillen kann man problemlos weniger Brenner einschalten.
Das Aufheizen geht sehr schnell. Es raucht nichts, kein Kohle-Gestank. Einwandfrei. Die Brennerabdeckungen, die Grillroste und der Fett-Ablauf unter den Brennern sind aus Edelstahl und lassen sich zum Reinigen entnehmen. Eine saubere Sache.

Ich freue mich auch auf Pizza vom Grill, Pulled-Pork und sonstige Dinge die die bisherigen Grills nicht konnten.

Weitere Berichte folgen 🙂

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