Klimawandel gibt es nicht?

In meinen 55 Jahren zuvor habe ich noch keine Gottesanbeterin in Ingersheim gesehen.
2024 saß die erste in unserem Garten.
Mitten auf dem Rasen, sonst hätte ich sie vermutlich überhaupt nicht wahrgenommen.
Die faszinierenden Tiere sind Meister der Tarnung.
Bei der Rettung vor unserem Mähroboter, habe ich Mantis Religiosa noch kurz fotografiert und dann in den Naturbereich gesetzt, dort darf der Garten machen, was er will.
Im Herbst habe ich dann ein Eipaket an einer Pflanze gesehen.
2025 fand ich ein weiteres Exemplar.
Am 16.6.2026 dann der nächste Fund: winzige Baby-Gottesanbeterinnen in unserem Garten.
Die Tierchen haben es also definitiv schon 2x durch den Winter geschafft.

Erster Fund eines Spinnenläufers 2022 in unserem Keller.
Zuvor kannten wir diese gruseligen Tiere nur aus dem Urlaub in Italien.
Mittlerweile sind sie auch bei uns heimisch.
Die sehen aus, als wären sie einem Horrorfilm entsprungen, sind aber äußerst nützlich, denn sie fressen andere Insekten. Spinnen, Käfer, Ungeziefer.
Am 17.6.2026 saß so ein kleines Monster mitten im Wohnzimmer auf dem Fußboden.
Gruselig, denn die Tiere sind lichtscheu. Wo eins ist, sind vermutlich noch mehr?
Natürlich habe ich den Spinnenläufer in den Garten getragen.

2025 der erste Nachweis einer asiatischen Tigermücker. Die wollte mich im Garten stechen.
Leider gibt es davon kein Fotos, denn bei Stechmücken endet meine Tierliebe.
Später habe ich das Teil mit der Lupe untersucht, weil es mir verdächtig aussah und tatsächlich – die schwarz-weiss geringelten Beine waren eindeutig.
Das Vieh überträgt fiese Krankheitserreger und ist daher extrem gefährlich.
Nicht schön, wenn man so etwas im Garten findet.

Die erste Waldschabe fand ich schon vor ein paar Jahren.
Damals noch total in Panik – haben wir Kakerlakenbefall?
Heute absolut normal und weit verbreitet.
Zum Glück ziemlich harmlos, aber wer die Dinger zum ersten Mal krabbeln sieht, denkt sofort an Kakerlaken.
Im Garten in den Töpfen und unter Steinen findet man die Tierchen heutzutage sehr leicht.

Was ich zum Glück noch nicht gefunden habe, nicht finden will, was aber in der Gegend bereits bestätigt wurde:
Tapinoma Magnum – eine invasive Ameisenart.
Magnum bedeutet hier nicht groß, sondern große Anzahl – das Tier ist ziemlich gruselig, weil es in Massen auftritt und einigen Schaden anrichten kann.

Asiatische Hornisse – auch da ist es vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis so ein Vieh durch den Garten schwirrt.
Heimische Hornissen sind dagegen gerne gesehene Gäste.

All das sind deutliche Zeichen für den fortschreitenden Klimawandel.

Während sich die Menschen noch streiten, ob es einen Klimawandel gibt, oder nicht, ob der Mensch dafür verantwortlich ist, oder nicht, geht es doch eigentlich eher darum, sich auf die Folgen vorzubereiten.

Meine Wetterstation zeichnete bisher einen relativ kurzen Zeitraum von nur 20 Jahren auf
Klima ist langfristig, Wetter kurzfristig. Sind 20 Jahre schon Klima?

Der Trend ist jedenfalls sichtbar. Das Wetter verändert sich.

Vor allem wird es heißer und trockener!
Das sind unwiederlegbare Messwerte und Fakten.
Wer anderer Meinung ist, darf gerne nachweisen, dass die Messwerte fehlerhaft sind.

Ich glaube, dass der Mensch einen Anteil an der schnellen Erwärmung hat, aber für die Folgen ist das relativ egal. Wichtig ist die Vorbereitung auf das, was kommt.

Früher waren 25 °C schon sehr warm. 30 °C waren selten und alles darüber war Grund zur Freude, weil es sich wie Urlaub anfühlte.
Heute haben wir das Urlaubswetter zuhause, mit regelmäßg über 30 °C und das ist garnicht mal so lustig.
Viel zu heiß und auch viel zu trocken.

Klimawandel gab es übrigens schon immer.
Man sollte allerdings nicht zu sehr über die Ursachen streiten, sondern eher die Folgen bedenken.
Nachweislich sind in der Menschheitsgeschichte schon einige große Zivilisationen wegen Änderungen beim Klima ausgestorben.
Wer denkt, so etwas kann uns heute nicht passieren, ist schon ziemlich überheblich.
Mit unseren Smartphones, KI, Internet und dem ganzen modernen Gedöns sind wir sogar erheblich anfälliger für Störungen im alltäglichen Leben. Wenn hier mal 2 Tage der Strom ausfällt, ist schon Chaos.

Den Faktor Mensch etwas einzugrenzen, dürfte jedenfalls keine schlechte Idee sein.
Nicht nur wegen des Klimawandels, sondern auch weil durch unseren Dreck immer mehr Lebensräume vernichtet werden.
Ohne Fische keine Fischstäbchen. Kaffee und Kakao sind Luxus, aber bereits bedroht.
Bananen kämpfen mit globalem Pilzbefall.
Ohne Wälder und mit verdreckten Meeren geht uns irgendwann auch der Sauerstoff aus.
Denkt mal drüber nach!

Wir müssen weder die Umwelt, noch das Klima schützen.
Der Erde ist unser Verhalten relativ egal.

Wir müssen UNS schützen!

Wenn wir so weitermachen, dann hat nicht die Natur ein Problem, sondern die Menschheit.
Pinguine und Eisbären interessieren die Natur nicht.
Immer wieder sterben Arten aus und neue, angepasste, kommen dazu.
Sterben niedliche Arten aus, dann jammern wir im Kollektiv, während irgendwelche Krabbeltiere still aus der Welt verschwinden. Da sind wir ziemlich selektiv, wenn es um Aufmerksamkeit und Mitgefühl geht.

Es ist nur fraglich, ob in 100 Jahren der Mensch noch ausreichend Lebensraum findet.
Wir müssen UNS schützen, damit meine ich unsere Art!
Dummerweise sind die Entscheidungsträger meistens Menschen, die in ihrem letzten Lebensabschnitt leben und denen das relativ egal ist, wie es in 50 Jahren aussieht.
Wer als Präsident seinen 80. Geburtstag feiert, kann so richtig die Sau rauslassen.
Es ist unwahrscheinlich, dass er die Folgen seines Handelns in 20 Jahren noch erlebt.
Die Jüngeren werden uns aber noch verfluchen, das ist sicher.