Upcycling mit 3D-Druck – Nixie modernisiert.

3D-Drucker sind wunderbare Werkzeuge für Optimierung und Upcycling an und im Haus.
Viele Dinge, die man mit Holz, Säge, Bohrer, oder anderen Werkzeugen und Werkstoffen als Heimanwender kaum hinbekommt, sind mit einem 3D-Drucker ein Klacks.

Hier zeige ich Euch ein paar meiner Optimierungen / Upcycling-Ideen mit 3D-Druck

Meine coole Nixie-Uhr

OK, eigentlich ist es keine Nixie-Uhr, sondern eine Gixie-Uhr.

Vor vielen Jahren habe ich mir so eine Gixie-Uhr gekauft.
Das ist die moderne Form der Nixie-Röhrenuhren.
Eigentlich wollte ich eine echte Röhrenuhr, aber die Dinger sind ziemlich teuer, arbeiten mit Hochspannung, haben einen hohen Energieverbrauch und die Röhren haben angeblich auch keine besonders hohe Lebensdauer.
Die Alternative war ein Gerät mit LED.
10 Scheiben aus Acrylglas sind in einer Röhre untergebracht.
Eingefräst sind die Zahlen 0-9.
Je nachdem, welche Scheibe von unten beleuchtet wird, kann man die entsprechende Ziffer ablesen.
Und mit 6 solcher „Röhren“ hat man eine Uhr.
So einfach ist das.

Damals waren die LED-Dinger noch ziemlich teuer und eine große Auswahl gab es auch noch nicht.
Die Röhren meiner Uhr sind aus Echtglas, das Gehäuse aus Metall, aber die Holzfront gefällt mir schon lange nicht mehr. (Auf dem ersten Foto ist die Originalplatte im Vordergrund zu sehen)
Als jetzt die Pufferbatterie leer war, habe ich das Teil aufgeschraubt und spontan für ein Upcycling entschlossen.

Die Frontplatte ist einfach geschraubt.
Schnell den Meßschieber genommen und abgemessen.
In Freecad nachgezeichnet und im 3D-Drucker eine Ersatzplatte gedruckt.
Ich hätte auch die Original Holzplatte nehmen können. Im Falle eines Falles hätte ich dann aber nicht mehr zurück können. So ist die Uhr zu 100% rückbaufähig.
Die 3D-Platte habe ich grundiert und dann mit 240er bis 600er Schleifpapier so lange bearbeitet, bis man die Drucklinien nicht mehr gesehen hat.
Danach mit Airbrush schwarz lackiert. Nochmal mit 2000er-Schleifpapier nass drüber.
Die glatte Oberfläche ist leicht fühlbar. Sobald das Papier fast widerstandsfrei gleitet, passt es.
Nochmal eine letzte Schicht schwarz und danach mit PU-Acryl-Klarlack per Airbrush ein Finish.
Matt gefällt mir besser, als Glanz.
Die Oberfläche sieht perfekt aus. Wie aus der Fabrik, 3D-Druck erkennt man hier nicht mehr.

Die Tasten an der Front der Uhr sind aus Metall, aber die Chinesen haben die Dinger versenkt.
Bündig mit der Front, sieht man da nicht viel.
Schade, sieht doch viel schöner aus, wenn man die Tasten sieht.
Andere bauen Plastiktasten sichtbar ein und hier werden schöne Metalltasten versteckt.
Also die Abstandshalter für die Schalterplatine in halber Länge nachgedruckt und schon stehen die Tasten etwas heraus.
Jetzt ist alles schwarz und die Ringe um die Röhren sind glänzendes Plastik.
Das passt nicht. Das Plastik stört.

Daher noch ein Schritt:
Überwurf-Hülsen gedruckt, die das Plastik abdecken.
Grundiert und mit Metallic-Wachs (Rub n Buff) eingerieben.
Das ist cooles Zeug. Nach kurzer Wartezeit poliert und die Ringe werden richtig glänzend.
Das sieht jetzt aus, wie gebürsteter Edelstahl.

Ohne 3D-Drucker wäre das Projekt zumindest viel aufwändiger gewesen. Vermutlich hätte ich es aber mit normalem Werkzeug garnicht erst gestartet.