Ausflug mit dem Elektro-Kona ins Legoland

Allgemein bekannt ist ja daß Elektroautos keine 100km weit fahren können. Auf der Autobahn braucht man ein Auto das 1000km am Stück mit Tempo 200 durch die Republik brausen kann.

Alles Quatsch:
Deutschland ist viel zu klein um 1000km am Stück zu fahren, meine Blase will nach 200km sowieso eine Pause und das mit der mangelnden Reichweite stimmt auch nicht.
Das wollen wir ausprobieren und beweisen. Auf geht es ins Legoland nach Günzburg.

Unser Sohn hatte Kommunion und daher an einem gewöhnlichen Montag schulfrei.
Ideal für einen Erlebnispark, denn da sollte hoffentlich nicht viel los sein.
Berufsverkehr war eingeplant, daher ging es recht früh los. Knapp 150km, davon 145km Autobahn, das sollte in 1,5 Stunden zu schaffen sein. Mit Berufsverkehr 2 Stunden, dann noch Frühstücken und um 10 Uhr macht das Legoland auf. So der Plan.

Früh morgens um 7.30 Uhr ging es los. Aussentemperatur um die 5°C (das Bild zeigt die Temperatur in der Garage). Voll geladen zeigt der Kona 468km Reichweite an. Das ist ordentlich und sollte hin und zurück reichen. Aber angeblich reicht es auf der Autobahn nur für die Hälfte (sagen die Kritiker), daher habe ich vorsichtshalber eine Liste mit Ladestationen an der Autobahn dabei. Davon gibt es immer mehr.

Ab auf die A81, Auffahrt Ludwigsburg Nord. Berufsverkehr, Stau, Stillstand. 3-4 Spuren voller Autos, die meisten davon Verbrenner mit laufendem Motor, sei es wegen fehlender Start-Stopp-Funktion oder weil wegen der Aussentemperatur der Motor zum Heizen lief. Der Stau ging bis Leonberg. 15-20km Auto an Auto und alle verbrennen sinnlos Treibstoffe.
Unser Kona dagegen verbrauchte kaum etwas. Nur der Strom für das Radio und etwas Heizung. Mit Schritt-Tempo ging es nach Stuttgart. Um 9 Uhr waren wir vorbei am Stau und durch den Tunnel durch. Puh, wenn ich mir vorstelle daß es auf der Strecke jeden Tag so ähnlich zugeht, morgens und abends. Wahnsinn!

Um 10 Uhr öffnet das Legoland und wir waren noch über 100km entfernt. Daher keine Rücksicht auf den Energieverbrauch und ab durch die Mitte. Die Strecke ist leider in weiten Teilen geschwindigkeitsbegrenzt, aber 10 nach 10 waren wir vor Ort. Die Autobahnfahrt mit dem Elektro-Kona ist richtig angenehm. Das Auto liegt satt auf der Straße, die Beschleunigung macht bei jedem Tempo Spass, es ist immer genug Power vorhanden. Auch wenn es bergauf geht reagiert das Fahrzeug sportlich auf das Spasspedal.

Trotz 1,5h Stop and Go und anschliessender “Nicht-Öko”-Fahrt lag der Verbrauch nach 145km Autobahn bei gerade einmal 18,6kWh/100km. Für die Fahrweise ist das ein sehr guter Wert. Von wegen “Reichweitenangst”. Mit dem Kona gibt es das nicht.

Wie bereits vermutet war das Legoland Montags fast leer. Auf dem Parkplatz steht eine Elektroladesäule. Theoretisch hätte der Strom auch problemlos wieder zurück gereicht, aber sicher ist sicher. Und die Ladesäule ist ausserdem kostenlos. Also angesteckt, Auto lädt und ab geht es ins Legoland. Vorher natürlich noch einen Zettel mit der Handynummer und einem kleinen Text ins Auto falls jemand mit Ladenot Strom benötigt (war aber nicht der Fall).

Hyundai ist Partner des Legolandes. Im Park war ein Hyundai Kona als Werbefahrzeug ausgestellt. Leider die Verbrenner-Version.
Dazu gab es “Fahrschulen” für Kinder – Verkehrsbereiche in denen der Nachwuchs das Fahren üben konnte. Dazu standen elektrisch angetriebene “Hyundai-Lego”-autos zur Verfügung. Allerdings sind die Dinger zwar elektrisch angetrieben, sollen optisch aber Verbrennerfahrzeuge nachahmen. Schade. Hier könnte Hyundai und das Legoland mal ganz modern Elektroautos zeigen. Elektroautos die Verbrennerfahrzeuge nachmachen und Fake-Tankstellen. Das könnte man heutzutage anders machen. Egal. Den Kindern macht es trotzdem Spass und besser die Autos sind elektrisch und ahmen Verbrenner nach als daß die Dinger selbst mit Verbrenner angetrieben werden.

Trotz teilweise dicker Wolken blieb es trocken, der Park war menschenleer.
Das hat richtig Spass gemacht. Kein Anstellen, kein Warten.
Das Legoland ist immer einen Besuch wert.
Allerdings geht es hier um die Elektrofahrt, daher lasse ich einen Bericht zum Legoland weg und springe direkt zur Heimfahrt:
Um 18.00 Uhr schliesst der Park, wir sind kurz davor “durch” gewesen und bereit für die Heimfahrt. Mittlerweile hatte es um die 17°C, es war immer noch trocken aber recht windig. Hoffentlich gibt es nicht wieder Berufsverkehr und Stau.

Das Auto war zwischenzeitlich komplett geladen. Das Ladegerät kann 22kW, der Kona lädt aber an AC nur einphasig. Zuhause gibt es eine Begrenzung der Ladeleistung wegen Schieflast, an der Ladesäule ist das offensichtlich nicht der Fall. Mit 7kW Ladeleistung ist der Akku mittlerweile randvoll. 455km soll die Reichweite betragen.

Es geht wieder auf die Autobahn. Weil die Beifahrer müde sind und der Akku voll ist muss man mit dem Auto nicht schleichen. 130km/h ist ein guter Richtwert, das geht auch mit dem Elektro-Kona. Ab und an mal auf 170 beschleunigen geht auch gut. Das Auto zieht problemlos bis irgendwann der Begrenzer einsetzt. Aber so schnell fahre ich normalerweise sowieso nicht mehr.
Früher war ich gerne jenseits der 200 unterwegs. Aber jetzt habe ich Familie und bin älter und etwas reifer, da ist man gelassener unterwegs.
Übrigens unterstützt das elektrische Fahren die Gelassenheit ungemein. Ich weiss nicht an was es liegt. Ist es das Ruckeln und Zuckeln beim Verbrenner, das nervige Gebrumme der Hubkolbenmotoren? Im Verbrenner ist man unbewusst immer etwas gestresst. Im Elektroauto macht sich Gelassenheit breit. Lass die anderen doch rasen, wir reisen – und kommen trotzdem schnell und gut an.

Eigentlich fahre ich nicht gerne Auto, Autobahn schon zweimal nicht. Aber im Elektro-Kona ist das gut auszuhalten. Selbst der Stau oder bei schneller Fahrt kommt man nicht in Stress.
Der Albabstieg am Aichelberg war mit dem Verbrenner immer etwas stressig. Trotz Motorbremse ein dauerndes Hin- und Her mit der Bremse und dem Gas. Nicht zu schnell, es sind nur 80 erlaubt und Sicherheitsabstand zum Vordermann ist wichtig. Nicht zu langsam, sonst ist man ein Verkehrshindernis. Verbrennerfahrer stehen da über eine weite Strecke oft auf der Bremse und verheizen wertvolle Energie über die Bremsscheiben.
Der Elektro-Kona rekuperiert! D.h. er pumpt die Energie zurück in den Akku. Bremsen ist NICHT nötig. Die Strecke fährt sich total entspannt. Und unten im Tal zeigt das Auto 7 Kilometer mehr Reichweite an als oben.

Nach 1:40 Stunden sind wir zuhause. Das ist ein Schnitt von knapp 100km/h. Dazu ein Verbrauch von 15.2kWh/100km ist erstaunlich wenig. Und das Auto zeigt noch sensationelle 295km Reichweite an. Das wären knapp 450km insgesamt – auf der Autobahn!
Damit käme man nochmal ins Legoland und zurück!
Von wegen mangelnde Reichweite bei Elektroautos. Unser Mazda5 hatte nach dem Volltanken auch nur knapp über 500km Reichweite.
Natürlich reduziert sich die Reichweite bei schlechtem Wetter, bei Wind, Regen und im Winter. Aber selbst wenn es nur noch 300km sind, das reicht für unsere Zwecke locker aus. Der Elektro-Kona ist voll langstreckentauglich! Und da ich kein Vertreter oder Fernfahrer bin gibt es solche Strecken bei uns sowieso nicht öfter als 3-4x im Jahr. Passt perfekt.

Übrigens: Kritiker sagen oft Elektroautos wären subventioniert weil Strom viel billiger wäre als Benzin. Das wird zwar oft wiederholt, ist aber trotzdem falsch: Ein Liter Sprit entspricht ungefähr 10kWh und kostet zum Zeitpunkt der Beitragserstellung um 1,50 Euro. 10kWh Strom kosten dagegen 3, -Euro.
Elektrisch fahren ist nur deswegen billiger weil Stromgetriebene Fahrzeuge viel effizienter mit der Energie umgehen als Heizöl-Kisten. Die verbrauchten 15,2 kWh entsprechen etwa 1,5l Dinopampe. Das schafft kein Verbrenner.

2 Kommentare

  1. Danke, Jochen, für den Tipp mit dem Legoland! Jetzt habe ich was meinem Enkel anzubieten.
    Und das der Kona reisetauglich ist, hast Du mit der Fahrt deutlich bewiesen.

  2. Danke, sehr schöner Bericht! Kona ist ein geiles Auto und nach dem Ioniq der endgültige Schritt in die Alltagstauglichkeit. Bei Auto fehlt nichts mehr, die Abrechnung beim Laden muss noch einfacher und transparenter werden, aber damit lässt es sich derzeit leben.

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