Ladewüste am Europapark

Teil 1: Ladehemmung am Hotelparkplatz.

Die Elektromobilität verbreitet sich immer mehr. Allerdings gibt es auch einige Punkte die bei weitem noch nicht optimal sind und deutlicher Verbesserung bedürfen.
Heute will ich Euch von unseren Problemen mit dem Laden am Europapark in Rust erzählen.

Der Europapark in Rust ist Deutschlands größter und vielleicht auch schönster Freizeitpark. Der Park erhebt in seiner Werbung hohe ökologische Ansprüche. Nur die Elektromobilität ist dort leider noch nicht angekommen.
Der Europapark bietet aktuell im Oktober 2019 keinerlei Lademöglichkeit für Elektroautos an.
Damit ist er aber nicht alleine. Auch für den Erlebnispark Tripsdrill bei uns in der Nähe sind Elektroautos Neuland. Wer nicht mit dem Auto oder der Pferdekutsche anreist sondern mit einem eMobil darf dort nicht auf moderne Ladeinfrastruktur hoffen.
Ein Blick in die Niederlande zeigt daß es auch anders geht. Der Freizeitpark in Efteling bietet aktuell mehr als 50 Lademöglichkeiten. Da kann man bedenkenlos und ohne Vorplanung mit dem Elektroauto anreisen.
Der folgende Bericht handelt nur von der Ladesituation am Europapark.
Der Park selbst ist supertoll und jederzeit zu empfehlen.
Nur mit dem Elektroauto muss man sich bei Bedarf vorher eine Ladestrategie erarbeiten. Einfach anreisen, während dem Parkbesuch laden und dann wieder heimfahren geht leider nicht. Das ist so ähnlich wie beim Internet: Während der Rest von Europa Glasfaser nutzt gibt es in Deutschland noch weit verbreitet Steinzeittechnik auf Kupferbasis.

Lademöglichkeiten am Europapark in Rust

Am Europapark gibt es aktuell (10.2019) Lademöglichkeiten für Elektroautos für Hotelgäste (2 Ladepunkte pro Hotel – wobei die 2 Ladeboxen an denen wir standen für 2 Hotels waren – 2 Anschlüsse, 4 Parkplätze, also eigentlich nur eine Lademöglichkeit pro Hotel), 2 Lademöglichkeiten im Bereich “reserviertes Parken” und 2 Säulen mit insgesamt 4 Ladepunkten am Sportplatz hinter den normalen Parkplätzen. Alle diese Lademöglichkeiten haben aber gemeinsam daß sie NICHT vom Europapark angeboten werden. Bei Problemen fühlen sich die Mitarbeiter nicht zuständig und weisen nur darauf hin daß das keine Installationen des Europapark sind. Wer mit dem Elektroauto anreist ist selbst schuld. Irgendwelche Hilfe von Seiten des Parks bei Problemen ist nicht zu erwarten.
Eine solche Einstellung ist sehr schade.

So viel Energie – aber keine funktionierende Lademöglichkeit für E-Autos

Der Europapark Rust hat in 10.2019 keine Ladesäulen
(zumindest keine zuverlässig funktionierenden)
Konkret:
der Europapark wirbt mit Lademöglichkeiten.
Es sind Lademöglichkeiten vorhanden.
Diese werden aber NICHT vom Europapark betrieben.
Betreiber der Ladesäulen ist Badenova.

Bei Problemen ist der Europapark NICHT zuständig. Hilfe oder Alternative gibt es nicht, das Personal ist zwar sehr freundlich, es gibt aber leider niemand der sich auskennt. Elektromobilität scheint für den Europapark #Neuland zu sein.
Die bei Problemen vergeudete Zeit und der Ärger schmälern das Park-Erlebnis leider deutlich, auch wenn der Europapark sonst einer der besten Freizeitparks ist.

Ladehemmung am Hotelparkplatz.

Wir haben Jahreskarten für den Europapark. Unser Junior hat sich zum Geburtstag eine Übernachtung im Hotel gewünscht. Daher sind wir Anfang September 2019 von Sonntag auf Montag in den Europapark.
Ganz toll fanden wir die angebliche Lademöglichkeit auf dem Hotelparkplatz.
Allerdings verspricht die Werbung mehr als die Realität hergibt:
Nach einer problemlosen Anreise haben wir die Wallbox auch schnell am Eingang der Hoteltiefgarage gefunden. Karte geholt, eingesteckt und – nichts. Kein Ladevorgang.
Die Wallbox leuchtet in grüner Bereitschaft, eine Ladung findet nicht statt.
Da die Boxen keinerlei Anzeige haben habe ich den fatalen Fehler gemacht, im Auto den Bereitschaftsmodus herzustellen (Power-Knopf drücken).
Das Auto brachte darauf die Meldung “Für Fahrbereitschaft Ladekabel abziehen”. Nur – das Kabel liess sich nicht abziehen.

Dummerweise liesst sich der Bereitschaftsmodus auch nicht mehr beenden. Ein Druck auf den Power-Knopf brachte nach kurzem Neustart des Displays wieder die Bereitschaftsanzeige: “Für Fahrbereitschaft Ladekabel abziehen”. Das Auto liess sich nicht mehr ausschalten.
Das Ladekabel war verriegelt und liess sich nicht abziehen.
Da das Auto im Bereitschaftsmodus war liessen sich aber auch die Türen nicht abschliessen, das Auto stand offen – mit samt allem Gepäck, den Einchecken ging erst ab 14 Uhr.

Dieses Verhalten ist sicher auch mit ein Problem des Kona, das Auto sollte sich aus jedem Zustand ausschalten lassen.


Was tun? Es gibt eine Notentriegelung am Auto. Die sei aber sehr empfindlich und sollte wirklich nur im äussersten Notfall verwendet werden, so die Info aus dem Internet.
Eine auf den Ladeboxen ausgewiesene Hotlinenummer des Betreibers Badenova war natürlich am Sonntag nicht besetzt. Trotz mehrfachem Durchklingeln ging niemand ran.
Über den Wallboxen hing ein Sicherungskasten.
Ich bin also zum Hotel und habe dort das Problem geschildert und gefragt ob eventuell der Hauselektriker die Sicherung rausmachen könnte damit unser Kabel freigegeben wird.
Frau und Kind habe ich schon mal in den Park geschickt.
Der Elektriker kam nach knapp 30min zum Parkplatz.
Er hat die Sicherung entfernt und daraufhin liess sich das Kabel aus der Wallbox ziehen. Nur am Auto hing es immer noch fest.
Ich habe dann doch die Notentriegelung probiert und das Kabel aus dem Auto bekommen. Viel später habe ich dann im Internet von einem ähnlichen Problem gelesen und daß man beim Ausschalten in diesem Fall NICHT wie üblich zum Ein-/Ausschalten die Bremse drücken soll, dann würde es funktionieren. Narrensicher ist das leider nicht, zumindest war ich offensichtlich (laut Internet) weder der erste noch der einzige mit diesem Problem beim Kona.

Da wir aber die Ladung benötigten wollte ich im Beisein des Elektrikers noch einen Versuch starten. Netterweise hat er 5 Minuten seiner Zeit für mich geopfert.
Aber auch von ihm die Aussage: die Ladesäulen sind nicht vom Europapark, er kann mir da auch nicht weiterhelfen. Immerhin das mit den Sicherungen konnte er machen.
Alternativ hätte ich sonst noch die Ladesäule am Sportplatz oder auf der Heimfahrt an der Autobahn ausprobiert.
Auto ausgeschalten und abgeschlossen. Kabel angesteckt. Karte an die Ladesäule und – lädt!
Ich habe mich beim Elektriker bedankt und bin in den Park.
Die maximale Höchstladedauer beträgt 4 Stunden.
Das ist etwas stressig, denn die Säule kann maximal 11kW. Mit unserem einphasig ladenden Kona nur 3,5kW. In 4 Stunden also etwas über 12kWh. Das wird knapp für die Heimfahrt.
Zurück am Auto der Schock: es wurden genau 0kWh geladen. Die Ladung muss direkt nach dem Start wieder abgebrochen sein.
Am zweiten Ladeplatz stand ein i3, eingesteckt aber NICHT ladend (Säule grün statt blau)
Was tun – ich bin also wieder an die Rezeption und habe das Personal mit meinem Problem genervt. Ausserdem auf den i3 hingewiesen daß der Fahrer eventuell informiert werden sollte. Die Europapark-Mitarbeiter waren sehr freundlich, haben aber darauf hingewiesen daß der Europapark nur den Platz zur Verfügung stellt, die Ladesäulen sind NICHT vom Europapark und sie hätten damit nichts zu tun. Für einen erneuten Versuch wurden mir freundlicherweise erneut 4 Stunden eingeräumt.
Also Ladung erneut gestartet und wieder in den Park.

Hotline: Problem schon länger bekannt

In der Warteschlange des CanCan-Coasters (Dunkelachterbahn) klingelte plötzlich mein Handy. Irgendwer rief mich da an und beschwerte sich daß ich doch bitte die Musik ausmachen sollte damit man mich verstehen könne. Ich habe mir eine halbwegs leise Ecke gesucht und dann erklärt daß ich die Musik nicht ausmachen kann da diese vom Europapark kommt und wir in der Warteschlange stehen.
Der Anrufer stellte sich als ein Hotlinemitarbeiter von Badenova vor.
Als ich meine Probleme geschildert habe meinte er: “das ist in letzter Zeit öfters vorgekommen, anscheinend müssen wir da mal hin und die Wallboxen überprüfen“.
Das ist ja eine wirklich tolle Aussage: die lassen gammelige halbdefekte Wallboxen in Betrieb, nicht einmal das Hotelpersonal weiß von diesem Problem und die Ladekunden dürfen diese Nachlässigkeit ausbaden. Da wäre es besser die Boxen ganz abzuschalten. Das wäre weit weniger ärgerlich als die 1,5 Stunden vergeudete Zeit incl. Stress und Ärger.
Ich habe mitgeteilt daß unser Auto gerade “vielleicht” lädt und wir haben das Gespräch dann freundlich beendet, mehr ging sowieso nicht weil es in der Warteschlange einfach zu laut war. Machen konnte er am Sonntag auch nichts. Aber immerhin: es war doch kein Bedienfehler von mir.

Doch noch geladen

Nach den erlaubten knapp 4 Stunden standen wir gerade in einer Warteschlange. Also beim Hotel angerufen und gefragt ob man auch etwas überziehen könne, wir würden auch gerne auf dem Rückweg ins Hotel noch etwas essen. Antwort: kein Problem, das geht in Ordnung.
Nach insgesamt etwas über 5 Stunden zurück am Auto hatte die Ladung diesmal geklappt. Fast 20kWh geladen. Zwar nicht voll aber genug für die Heimfahrt. Ausgesteckt, umgeparkt und zurück ins Hotel. Neben dran stand ein Audi e-Tron – man ahnt es schon: eingesteckt aber NICHT ladend (Wallbox grün statt blau).
Später stand dann noch ein Tesla dort. Auch hier das gleiche: eingesteckt, nicht ladend. Die Wallboxen sind eindeutig defekt. Schade daß das nicht entsprechend kommuniziert wird.
Da hatten wir wohl großes Glück daß es bei uns beim letzten Versuch mit dem Laden geklappt hat.

Insgesamt hat mich der Spass (Warten auf den Elektriker, hin und her am Empfang, aus dem Park, in den Park, usw. deutlich über 1,5 Stunden gekostet die ich eigentlich lieber in den Parkbesuch investiert hätte.
Mit einer einfachen Tageskarte wäre der Ärger weit höher, aber auch so knapp 20% des Erlebnistages mit Warten und Ärgern verbringen ist kein schönes Erlebnis.
Für einen Park der bei allem auf 100% Perfektionalität setzt ist hier deutlich Verbesserungspotential vorhanden.

Steckdosen statt Wallboxen!

2 Ladeplätze sind deutlich zu wenig.
Und wieso aufwändige Wallboxen mit Karten-Freischaltung bei denen man nach 4 Stunden den Park verlassen und umparken muss?
20 Parkplätze (oder nach Bedarf mehr) mit einfachen Steckdosen ausstatten. Hotelgäste sind sowieso über Nacht da, nach über 24 Stunden sind auch an einer normalen Steckdose alle Autos geladen.
Günstig, einfach, effektiv und funktional.
Und wenn bei 20 Anschlüssen einer ausfällt gibt es noch 19 andere.
Genug für alle Elektroautos, bei Bedarf rüstet man Steckdosen nach. Umparken ist dann auch nicht mehr nötig.
Ausreichend Strom sollte im Europapark das geringste Problem sein.
Wenn es sein muss einfach eine Ladepauschale verlangen. Damit würde der Park jedenfalls weit besser fahren als mit diesen halblebigen Wallboxen.

Jochens Wetterblog am 3.10.2019

Rückblick

Ein heftiger Sturm ist in der Nacht von Sonntag auf Montag über uns hinweggezogen.
Böen bis über 82km/h wurden von meiner Wetterstation gemessen. Dabei steht diese relativ windgeschützt im Ortskern von Ingersheim. Das ist immerhin Windstärke 9 (Sturm).
In exponierten Lagen dürfte der Wind noch deutlich heftiger gewesen sein.

Das typische Herbstwetter änderte sich immer wieder sehr rasch zwischen 
wolkenverhangen, regnerisch und sehr sonnigen Abschnitten.
Überwiegend war es aber stark bewölkt.

Die Temperaturen sanken nachs unter Wolken nicht so stark ab, die Tiefstwerte erreichten 8 bis 14°C. Tagsüber stieg das Thermometer auf Werte um die 20°C. Von Mittwoch bis Samstag gab es jeden Tag etwas Niederschlag.

Ausblick

Die Temperaturen werden kühler. Mehr als 15°C ist die nächsten Tage 
nicht drin. Dafür gibt es Nachts einstellige Werte bis um die 5°C. Für 
das Wochenende ist regnerisches Wetter angekündigt und am Samstag soll 
es auch recht windig werden.

Photovoltaik 2.0

(Beitrag aus 2010 – Übertrag von der alten Webseite)

Auch die negativen Erfahrungen mit den Handwerkern konnten den Photovoltaik-Virus nicht bekämpfen.

Es macht einfach Spass, mit der Sonne Strom zu erzeugen.

Das Problem an der Sache ist nur, daß unser Dach voll ist und woher ein zweites Dach nehmen!?

Neben den Überlegungen zur PV-Anlage ergab sich das Problem, daß die Kellerwand an der Ostseite des Hauses bei Regen immer feucht wurde. Zwar wurde hier von Handwerkern aufgegraben und abgedichtet, aber leider eben totaler Pfusch und daher für die Katz.

Meine Überlegung war ein Vordach als Regenschutz an die Fassade.

Und weil der Gedanke mit der Photovoltaik mich nicht in Ruhe liess wollte ich statt Doppelstegplatten oder ähnlichem Plastik-Zeugs einfach Solarmodule als Abdeckung.

Das Problem an der Sache war leider nur, daß kein Mensch mir sowas anbieten wollte.

Mit Dach kein Problem, das ist 0815 und das kann jeder. Aber an der Fassade?

Viel zu klein, rentiert sich nicht, bringt nix. – Da kombiniert sich Faulheit mit übervollen Auftragsbüchern, niemand wollte sich an die Anlage trauen.

Fast hatte ich schon aufgegeben, bis ich an die Solarberatung Haug aus Besigheim geraten bin.

Herr Haug ist ein Profi und kümmert sich speziell um exotische Lösungen, 0815 will er nicht. Genau die richtige Firma für mich.

Statik

Photovoltaik an der Fassade

Meine Recherche im Netz hat mich zu diversen Montagesystemen aus Alu geführt, nur leider hielt Herr Haug nicht viel davon und hat zurecht auf einen Statiker bestanden, nicht daß die Anlage später irgendwem auf den Kopf fällt.

Der Statiker hat dann eine recht “dicke” Konstruktion aus Vierkant-Stahlrohren entworfen (siehe Foto) und weil es so schön ist habe ich gleich für die Südseite an den Balkon auch noch eine PV-Anlage beauftragt.
Meine Frau war nicht wirklich begeistert und die Optik gefällt sicher nicht jedem.
Aber es ist ein Beitrag zum Umweltschutz, für eine bessere Zukunft und mein Motto lautet seit jeher: Machen statt Motzen!

Auf den beiden Seiten wurden jeweils ca. 2kWp installert. Für die Ost-Anlage gehe ich von einer Minderleistung von ca. 30% aus weil diese ab ca. 14.30 Uhr vom Haus verschattet wird. Allerdings startet sie morgens auch um über eine Stunde früher. Eigentlich ist die Ost-Anlage nach Berechnung nicht wirklich wirtschaftlich, aber sie soll ja auch die Fassade gegen Schlagregen und den Keller vor eindringender Feuchtigkeit schützen.

Zieht man die Kosten für ein normales Vordach ab sieht es mit der Wirtschaftlichkeit schon wieder ganz gut aus.

Mit der Zeit kann ich hier sehr schön die herkömmliche Anlage auf dem Dach mit der Süd-Fassade und der Ost-Fassade vergleichen. Dank dem Solarview Datenlogger gibt es die Daten für jeden im Internet zum Anschauen. (Nachtrag 2019: die Funktion ist mittlerweile nicht mehr öffentlich)

Das Untergestell der Photovoltaik-Anlage wurde von der Firma Ebinger Metallbau hergestellt und montiert.
Professionell und von höchster Qualität.

Mittels Laser und hochmotivierter Mitarbeiter ist der Versatz über die ganze Fassade bei weniger als 3mm, wobei die Fassade schon über 5cm vom Ideal abweicht. Da musste also ein bisschen ausgeglichen werden.

Diese perfekte Vorarbeit machte natürlich die spätere Installation recht einfach.

Die Photovoltaik-Anlage stammt von der Firma Orange Solar aus Bönnigheim, wobei ich über die Firma selbst nichts sagen kann, da alles über die Solarberatung Haug abgewickelt wurde.

Aufgebaut ist die Anlage aus 23 Modulen UpSolar UP-M185M mit je 185W, entsprechend einer Peak-Leistung von 4255W.

Auf der Ostseite sind 11 Module installiert, auf der Südseite 12.

Zusammen mit Herrn Haug habe ich die Module selbst installiert, wobei es eher heissen sollte er hat installiert und ich habe geholfen. Gemeinsam hat das aber sehr gut funktioniert.

Da die Anlage recht weit unten am Gebäude montiert wurde waren keine Gerüstarbeiten nötig. Eine Arbeitsbühne und Leitern haben problemlos ausgereicht um sicher zu arbeiten. Auf der Südseite konnte man die Module sogar vom Balkon aus montieren.

Die Solarkabel habe ich selbst durch Kabelkanäle in den Keller verlegt und dort weiter bis zu den Wechselrichtern.

Dabei handelt es sich um zwei Sputnik Solarmax 2000S.

Die Anlage haben wir betriebsfertig montiert und von der Firma Elektro-Weigel aus Ochsenbach abnehmen und in Betrieb nehmen lassen.

Als Besonderheit und Unterschied zur ersten Anlage wollte ich unbedingt die neue Möglichkeit zur Eigenverbrauchsabrechnung nutzen, daher musste von der ENBW noch der Bezugszähler durch einen 2-Richtungs-Zähler ausgetauscht werden.

Bei immer weiter steigenden Strompreisen ist die Eigenverbrauchsregelung sehr interessant.

Vor allem da ich mein Büro im eigenen Haus habe und tagsüber durch meinen Computer-Service einen recht hohen Stromverbrauch habe.

Die Abrechnung von September bis Dezember 2010 ist zwar nicht wirklich repräsentativ, aber der Eigenverbrauch in dieser Zeit liegt immerhin bei 80%.

Für die Sommermonate habe ich mir eine Klimaanlage im Büro installiert, einige PCs und Drucker heizen doch schon recht gut. Da ist es toll wenn diese Anlage mit Sonnenstrom betrieben wird.

Seit Installation der Anlage gab es natürlich auch wieder eine Strompreiserhöhung die ich dank dem selbst erzeugten Strom nun etwas abfedern kann.

Wintersonne

Als Risiko für den Südteil der Anlage hatten wir vorab Dachlawinen durchüberlegt, aber durch das relativ flache Dach rutscht da erfahrungsgemäß nicht viel Schnee auf einmal ab und wegen der steilen Fassadenanlage trifft es dort auch nicht so schwer auf.

Der Abstand Traufe bis Fassadenanlage beträgt ca. 2m. Und wirklich viel Schnee hat es hier normalerweise sowieso nie – bis auf diesen Winter der gleich einmal richtig extrem war.

Im Dezember hatten wir soviel Schnee wie die letzten 30 Jahre nicht mehr, im Garten habe ich 45cm gemessen. Der Schnee ist zwar öfters vom Dach gerutscht und auf die darunterliegende Anlage gefallen, aber trotz der enormen Schneemenge gab es keinerlei Probleme.

Es ist auch relativ unwahrscheinlich daß größere Schneemengen auf einmal herunterkommen, normalerweise sind es immer nur kleinere Bereiche die abrutschen.

Aufgrund der guten Erreichbarkeit habe ich die Anlage im Winter mit einem Besen vorsichtig vom Schnee geräumt und damit hat die Anlage sogar mehrere Tage volle Leistung gebracht während die Dach-Anlage in derselben Zeit unter dickem Schnee ruhte.

Anlage online

Photovoltaik-Anlage an der Fassade

Die Live-Daten meiner Anlage konnte man anfangs unter www.ingersheimwetter.de einsehen. Das habe ich mittlerweile eingestellt.
Die Software kann kein HTTPS und eine Umstellung auf eine andere Software wäre zu aufwändig. Daher gibt es die Daten seit 2017 nur noch hausintern.

Über die Optik der Anlage gibt es natürlich unterschiedliche Meinungen, aber ich möchte nicht schuld sein für unser atomare Erbe, weder soll Putin sich am Gas eine goldene Nase verdienen noch die Scheichs in Öldollars schwimmen und schuld an der Umsiedlung der Menschen in den Braunkohlerevieren will ich auch nicht sein.

Ganz frei von Schuld zu werden ist schwierig, aber ein Anfang ist gemacht.

Und wem die Optik nicht gefällt, der darf mit mir gerne über Ästhetik reden, aber dazu bitte die letzte Stromrechnung zum Vergleich mitbringen. Und gerne auch eigene Vorstellungen von einer umweltfreundlichen Energieversorgung erklären.

Update 2019

Der Blog wurde auf WordPress umgestellt und nach und nach baue ich die alten Beiträge ein.
Die Photovoltaik-Anlage ist zwar optisch immer noch gewöhnungsbedürftig, aber der Ertrag ist weit besser als erwartet!

Pro kWp installierter Leistung gab es im Schnitt jährlich über 1000 kWh. Zum Vergleich: die Dachanlage brachte zwischen 1100kWh und 1200kWh pro kWp.
Der Eigenverbrauch pro Jahr lag zwischen 2010 und 2019 bei knapp 60%, d.h. 60% des erzeugten Stroms werden direkt selbst verbraucht. Damit werden ca. 3000kWh Netzstrom durch sauberen Sonnenstrom ersetzt. Der Überschuss tagsüber wird eingespeist.
Das ganze OHNE Solar-Speicher, denn der wurde erst Ende Juli 2019 eingebaut.

Freitag für Streuobstwiese

Friday for Schoolstrike, Friday for Future.
Streiken, Schule schwänzen, meckern.

Schuld sind immer die anderen!

Ja, das Klima geht den Bach runter und es ist wird langsam höchste Zeit daß man etwas für die Umwelt macht.

Daß dem Thema jetzt erweitere Aufmerksamkeit geschenkt wird ist sinnvoll und wichtig.
Allerdings erinnert einiges mittlerweile schon an Hysterie.
Ganz besonders ärgerlich ist es aber daß pauschal die heutige Generation der Eltern beschimpft wird, sie hätte der Jugend die Zukunft gestohlen.

Es sind die Konzerne und Politiker die die Welt in den Abgrund führen.
Es ist NICHT eine bestimmte Generation.
Denn genauso wie bei weitem nicht alle Kinder sich um die Umwelt kümmern gibt es auch bei den Älteren einige die sich bereits seit Jahren Gedanken machen.

Mein Motto: MACHEN – Nicht meckern.

Unser Ökologischer Fußabdruck

Man kann nicht immer nur mit dem Finger auf andere zeigen.
Ich mache daher seit Jahren mein Ding:
Unsere Photovoltaikanlage erzeugt mehr Strom als wir verbrauchen.
Den jahreszeitlich bedingt benötigten Reststrom kaufen wir bei der EWS-Schönau. Mit der Beteiligung am Ingersheimer Windrad und weiteren Öko-Investitionen ist unsere Energiebilanz insgesamt CO2-Neutral!
Mein Büro habe ich zuhause, meine Frau fährt mit dem Fahrrad ins Geschäft.

Ja, da gibt es noch den Zeitversatz zwischen Verbrauch und Erzeugung, aber da die Industrie sich das genau so schönrechnet kann ich hiermit sagen:
Unser Haushalt ist Bilanziell CO2-Neutral!

Liebe Jungs und Mädels, liebe Kinder, wie sieht das in Euren Familien aus? Beziehen Eure Eltern Ökostrom? Lasst Ihr Euch mit dem SUV zur Demo fahren? Ich hoffe doch daß Ihr alle schon am Optimieren der eigenen CO2-Bilanz seid.

Machen statt wollen!

Demonstrationen sind wichtig und es ist toll wenn sich viele Menschen für eine wichtige Sache engagieren. Nur meckern, motzen und mit dem Finger auf andere zeigen bringt aber nicht viel.
Man muss auch mit gutem Beispiel voraus gehen!
Den anderen zeigen daß etwas geht das die nicht für möglich halten.

Die Polit-Kasper werden uns nicht helfen, das sieht man ja an der aktuellen Politik. Die können es nicht oder wollen es nicht.

Natürlich kann man nicht von heute auf morgen eine Revolution starten, aber irgendwie muss man anfangen.

Daher habe ich einen Vorschlag:

Friday for Streuobstwiesen!

Der Wald stirbt, die Insekten auch. CO2 ist böse und Softdrinks ungesund.
Daher meine Idee: Mach was für die Umwelt:
Bäume pflanzen auf der Streuobstwiese!

– Neue Bäume braucht das Land
– Bäume binden CO2 und sind gut für Insekten.
– Äpfel und Birnen lassen sich zu leckerem Saft verarbeiten, das ist besser als jeder gezuckerte Softdrink

Ich glaube zwar nicht daß die Aktion viel erreicht, aber hiermit starte ich heute am 27.9.2019 folgende Challenge:

Machen statt Motzen – Freitag für Streuobstwiesen!
(Kann auch Samstags sein)

Ich könnte eine Wiese zur Verfügung stellen (in Ingersheim).
Dort könnte man ein paar Obstbäume pflanzen (Streuobstwiese), aktuell sind auf der Wiese noch 3 alte halblebige Bäume vorhanden.

Benötigt werden:
1. Ein Landwirt oder eine fachkundige Person die erklärt was auf der Wiese möglich ist, wo man passende Bäume bekommt, was man sonst noch dazu benötigt und wie das alles funktioniert.

2. Kinder die lieber Machen statt Motzen.
(Natürlich gerne mit Eltern, unser Sohn ist jedenfalls dabei!)

Wer Pappschilder hochhalten und Parolen brüllen kann sollte auch ein Loch graben und einen Baum pflanzen können.

Falls das Projekt klappt (wovon ich eher NICHT ausgehe) könnte man gemeinsam Obstbäume pflanzen, eine Baum-Patenschaft übernehmen.
Damit kann man etwas für die Umwelt tun und in ein paar Jahren gibt es vielleicht leckere Früchte. Man könnte auf der Wiese auch Insektenhotels aufstellen oder ähnliches.

Nur bei der Demo mitlaufen und schimpfen daß einem die Zukunft gestohlen wird zählt nicht – man muss seine Zukunft selbst in die Hand nehmen!

Falls irgendwer wirklich Interesse hat darf er/sie gerne Kontakt mit mir aufnehmen.

Ab 20 ernsthaften Anfragen werde ich das Projekt weiterentwickeln.

Wenn sich genug MACHER melden kann die Challenge starten.

Und wenn wider Erwarten mehr Interesse da ist als auf die Wiese passt gibt es sicher irgendwo die Möglichkeit für ähnliche Projekte.

Jemand da der mitmachen will? Oder doch lieber nur Demo und Schilder hochhalten?

Heizung optimieren mit Lüftern

Projekt:
Optimieren der Heizungsleistung mit Hilfe von Lüftern am Heizkörper.
Ziel:
Reduzierung der Vorlauftemperatur, Optimierung der Brennwertleistung, mehr Raumtemperatur bei geringerer Heizkörpertemperatur.

Vorgeschichte:
Jede Heizungsanlage in einem Gebäude sollte optimal eingestellt sein. Die meisten werden aber vermutlich weit ab vom Optimalbetrieb arbeiten.

Als wir unser Haus 2003 gekauft haben hatten wir noch keine Ahnung und uns daher auf die Heizungsbauer verlassen. Im zuerst renovierten Obergeschoss lagen die Heizungsleitungen noch Aufputz. Nach Aussage des Heizungsbauers waren die noch einwandfrei.
Also haben wir bei der Totalsanierung die vorhandenen Leitungen einfach tiefergelegt, in den Estrich.
Immerhin bekamen wir den Tipp die Leitungen zu isolieren, vor allem damit kein direkter Kontakt zwischen Leitung und Boden besteht.
Später haben wir dann erfahren daß es sich um ein 1-Rohr-System aus ca. 1974 handelt und nicht wirklich Stand der Technik ist.
Da bin ich heute noch sauer über diese schlechte Beratungsleistung.
Die paar Heizkörper und Leitungen auszutauschen hätten uns sicher nicht umgebracht.
Aber jetzt liegen die alten Rohre unter den Fliesen, man müsste das gesamte Stockwerk umbauen. Keine Chance.

So sah die Wohnung bei Übergabe aus

2004 kam das Erdgeschoss dran. Da waren wir schon etwas schlauer und haben alle Heizkörper ausgetauscht.
Hauptsächlich lag das allerdings daran daß die vorherigen Mieter Kettenraucher waren und die Heizkörper unrettbar mit Teer und anderem Schmodder zugesetzt waren.
Da ging nur Austausch.
Überhaupt sind wir froh daß die Wohnung nach Tapetenentfernung und Abschleifen aller Wänder überhaupt wieder bewohnbar war. Türen und Fenster wurden ebenfalls komplett erneuert.
Eines meiner leckersten Erlebnisse überhaupt:
Befeuchten der Deckentapete mit Pumpsprüher um diese zu entfernen. Das gab widerliche Tropfen wie man sie selbst in Alpträumen selten sieht.
Seither habe ich ein etwas gestörtes Verhältnis zu Rauchern.

Es wurde ein moderneres Zweirohrsystem verlegt und die alte Ölheizung durch eine moderne Gas-Brennwertheizung Solvis Max mit Solarer Heizungsunterstützung installiert.
Das Chaos mit dieser Anlage habe ich in einem anderen Beitrag beschrieben und soll hier kein Thema sein.
Die Anlage kann zwar mehrere Heizkreise, aber der Heizungsbauer hat ganz schlau beide Stockwerke an einen Heizkreis angeschlossen, also 1-Rohr und 2-Rohr gemischt! Was für eine Meisterleistung. Damals haben wir das leider nicht bemerkt und heute ist es zu spät.

Der Vorlauf zum 1. Stock geht kurz nach dem Kessel nach oben, der Rücklauf ist nach dem letzten Heizkörper vom EG angeschlossen. Im Prinzip ist das 1-Rohr-System des OG also wie ein Heizkörper an das 2-Rohr-System des EG angeschlossen. Leider hatte ich mich damals auf die Kompetenz der Heizungsfirma verlassen. Heute wäre das nur mit extremem Aufwand umzubauen. Schade.

Hydraulischer Abgleich?

Fehlanzeige!
Die Heizung läuft und macht warm. Fertig!

So wird es vermutlich in den meisten Häusern sein.

Irgendwann war die Renovierung abgeschlossen und ich konnte mich in die Heizung einarbeiten. So habe ich nach und nach viele Dinge gefunden die überhaupt nicht toll waren.

Ein Punkt war der Energieverbrauch. Den wollte ich optimieren.
Die alte Öl-Heizung hatte angeblich einen Jahresverbrauch von 3500L für 160qm
Die neue Gas-Heizung musste durch Dachausbau 220qm beheizen und benötigte dafür 30.000kWh (Haus ungedämmt, Dach gedämmt in 2006, BJ1964)
Vorlauftemperatur vom Heizungsbauer auf 70°C eingestellt.


Erste Optimierung
Nach viel Recherche im Internet habe ich mir irgendwann zugetraut, die Heizung selbst zu optimieren. Zuerst kam der Hydraulische Abgleich. Das scheint mir recht gut gelungen zu sein, denn mittlerweile konnte ich die Heizkurve auf maximal 55°C Vorlauf einstellen. Mit einer optimierten Heizkurve liegt die Vorlauftemperatur die meiste Zeit unter 50°C.
Der Energiebedarf sank damit auf ca. 25.000kWh.

Im EG mit dem Zweirohrsystem wäre wohl auch deutlich weniger drin, aber das Einrohrsystem im OG verlangt leider nach höheren Temperaturen. Ein Umbau kommt aber aus verschiedenen Gründen nicht in Frage.
Bei 55°C Vorlauf kommt der letzte Raum am Heizungsstrang bei Frost nur noch auf 18°C.
Das ist zwar nicht so schlimm weil es sich nicht um einen Wohnbereich handelt, aber >20°C sollten einfach theoretisch drin sein.
Nur was tun wenn man die Vorlauftemperatur nicht erhöhen will? Die Pumpenleistung erhöhen? Auch nicht so gut, das kostet Strom und irgendwann fängt es an zu rauschen.
Die Wärmeabgabe des Heizkörpers muss erhöht werden, dann klappt es auch mit geringeren Temperaturen.

Lüfterversuche

Einfach nur ein Lüfter bringt 3°C

Den Heizkörper kann man leider nicht vergrößern, höchstens austauschen. Das ist aber zu aufwändig.
Aber man kann die Wärmeabgabe erhöhen indem man dem Heizkörper aktiv Luft zuführt.
Dafür gibt es sogar (sauteure) fertige Heizkörper mit Lüftern.
Aber was ein richtiger Bastler ist, der macht sowas selbst.
Im ersten Schritt habe ich einfach einen Lüfter aus der Bastelkiste genommen: 12cm PC-Lüfter mit 12V. Dazu ein altes Netzteil und den Lüfter einfach oben auf den Heizkörper gelegt.
Ein einzelner Lüfter!
Natürlich dauert es einige Zeit bis sich die Raumtemperatur ändert.
24 Stunden sollte man dem Raum schon Zeit geben vor einer Messung.
Aber das Ergebnis war erstaunlich: Die Raumtemperatur mit Lüfter lag 3°C über der Raumtemperatur ohne Lüfter. Von 18°C ging es auf 21°C. Ohne Lüfter sank die Temperatur innerhalb eines Tages wieder auf 18°C ab. Es lag nachvollziehbar nur an diesem einen Lüfter.

3°C sind schon heftig.
Man könnte ja noch 2 oder 3 Lüfter installieren.
Wichtig ist daß die Dinger langsam drehen, sonst gibt es Wind und wird laut.

Dieser eine Lüfter lief von Januar bis März und der Raum war angenehm warm anstatt wie sonst zu kühl.

Überlegung

Durch die Verwendung von Lüftern an allen Heizkörpern müsste man insgesamt die Vorlauftemperatur senken können. Durch die schnellere Wärmeentnahme sollte auch die Rücklauftemperatur sinken und dadurch die Brennwertfunktion der Heizung verbesser werden, denn je geringer die Rücklauftemperatur, desto besser funktioniert die Brennwerttechnik.

Da die Heizung auch schon wieder über 15 Jahre alt ist gibt es auch bereits Überlegungen für ein Nachfolgesystem. Gerne würde ich eine Luft-Wärmepumpe einbauen.
Mit einer noch durchzuführenden Fassadendämmung sollte das möglich sein. Die Vorlauftemperatur muss dann aber auf jeden Fall unter 50°C bleiben.
Zu Beginn der Heizperiode 2019/2020 habe ich die Vorlauftemperatur auf 48°C begrenzt. Sollte es irgendwo zu kühl werden probiere ich einen Ausgleich mit Lüftern an den Heizkörpern. Falls es gut klappt werde ich die Begrenzung weiter absenken.
Dazu muss es aber erst mal richtig Kalt werden. Ideale Zeit für den Bau von Prototypen für meine Heizkörper-Lüfter

Erster Prototyp Heizungslüfter

Den Lüfter einfach auf den Heizkörper zu legen ist natürlich komfortabel.
Allerdings sieht das nicht so toll aus und man zieht auch den ganzen Staub durch den Heizkörper.
Bei höherer Konvektion durch die Lüfter wird mehr Staub angesaugt und aufgewirbelt. Dagegen wollte ich auch etwas machen.

Ergebnis:
mein erster Prototyp für einen Lüfter für UNTER die Heizung.
Damit wird die Luft nicht von oben durch die Heizung gesaugt sondern von unten eingeblasen. Leider ist nicht viel Platz unter der Heizung. Das Gehäuse mit 12cm-Lüfter steht etwas über. Im Büro stört das nicht. Für den Wohnbereich ist das aber nicht geeignet.
Daß der Lüfter nicht komplett unter dem Heizkörper steht ist nicht schlimm. Wichtig ist eine Bewegung der Luft und dadurch ein besserer Wärmeübergang vom Heizkörper zur Raumluft.

Um keinen Staub aufzuwirbeln habe ich einfach das Gehäuse etwas großzügiger gestaltet und rundherum offen gelassen. Damit kann ich eine billige Filtermatte zusammengelegt unter den Lüfter klemmen (der Lüfter hat ein Gitter unten dran damit die Filtermatte nicht verhakt!).
Ergebnis: Der Staub bleibt im Filter hängen und der Lüfter bläst weitgehend staubfreie Luft durch den Heizkörper.
Als Optimierung könnte man natürlich richtige Filter nehmen, die würden dann je nach Filterklasse noch mehr die Luft reinigen. Allerdings sind PC-Lüfter nicht besonders stark, ein besserer Filter könnte evtl. für den PC-Lüfter zu dicht sein.

Für den Anfang reicht die Billiglösung. Kosten bisher 0,- Euro – alles war bereits im Hobbyraum vorhanden: 12cm PC-Lüfter + Netzteil, ein bisschen Holz + Schrauben und ein Stück Filtermatte.

Für den Wohnbereich taugt das Teil rein optisch natürlich nicht, aber es geht erst mal nur um den Funktionstest. Weitere Verbesserungen sind auch bereits in Planung.
Damit habe ich aber erst mal einen Heizungslüfter + Staubfilter für einen Büroraum.
Und da ich mit Papier und Folien arbeite gibt es hier eine Menge Staub.
Am offenen Filter kann man gut erkennen wann dieser gewechselt werden muss.

Der Lüfter benötigt weniger als 2W und läuft 24h. Zur Zeit ist allerdings noch kein Heizbetrieb.

Weitere Prototypen sind in Vorbereitung, es sind ja noch mehr Räume 🙂

Projekt: Freitags basteln für die Umwelt!

2. Prototyp – geschlossene Kiste

2. Version des Heizungs-Boosters

Lüfter liegen in meiner Werkstatt noch jede Menge herum, Netzteile und sonstiges Zubehör auch.
Da kann man eine Menge verschiedener Heizungs-Booster basteln.
Es sollen ja auch einige Heizkörper mit Lüftern ausgerüstet werden.
Theoretisch würde es reichen, die Lüfter offen am Heizkörper zu befestigen.
Im Büro gibt es durch die Maschinen aber auch viel Staub (Papierabrieb, etc.), daher will ich hier mit Filtern arbeiten. Ein Lüfter für die Heizung und gleichzeitig als Staubfilter, das klingt ja schon ganz nett.
Natürlich bringt so ein kleiner PC-Lüfter kaum etwas gegen Staub im Raum, dafür sind die Teile viel zu schwach. Aber jeder Fussel zählt. Und alles was nicht durch die Heizung geblasen wird verteilt sich auch nicht im Raum.

Heizungs-Booster Rückansicht

Die einfachste Version ist daher einfach ein geschlossenes Gehäuse:
Vorne genug Platz für den Lüfter, hinten ist die Box gerade so hoch daß sie unter den Heizkörper passt, dadurch wird die Luft von unten nach oben durch den Heizkörper gepustet.

Nochmal der Hinweis:
das wird kein Heizlüfter der warme Luft in den Raum blasen soll. Die Lüfter dienen der Verstärkung der natürlichen Konvektion im Heizkörper.
Ziel: Senkung der Vorlauftemperatur, bessere Ausnutzung der Heizungswärme.

Als Filter habe ich einfach ein Stück Filtermatte für eine Dunstabzugshaube genommen.
Das sollte gegen Fussel und Grobstaub ein bisschen helfen. Man wird sehen wie der Filter nach ein paar Monaten Dauerbetrieb aussieht.
Es kommt ein ausreichender Luftstrom aus der Box und sogar oben am Heizkörper kann man mit der Hand die Luftbewegung spüren.

Zwischenfazit im Herbst 2019

Da ich keine Ahnung habe wie weit ich die Vorlauftemperatur absenken kann ohne zu frieren habe ich jetzt ganz einfach auf 40°C Vorlauf begrenzt. Kann man ja schnell wieder hochstellen.
Das ist allemal besser als sich langsam ranzutasten.
Dazu habe ich die Steilheit herabgesetzt und es läuft:
Bei Aussentemperaturen von morgens 5°C bis Mittags um die 10°C läuft die Heizung aktuell mit etwas mehr als 30°C Vorlauf.
Vorher lag die Begrenzung bei 55°C, vor der Anpassung zeigte die Heizung bereits 45°C Vorlauftemperatur.
Und es reicht! Es wird angenehm warm.
Da ich vormittags alleine im Büro bin (1.OG) und der Wohnbereich im EG leer ist gibt es dort eine Absenkung auf 17°C. Ab 11 Uhr wird wieder auf 22°C geheizt. Trotz geringerer Vorlauftemperatur ist es um 12 Uhr im Wohn-/Essbereich 22°C warm, die Lüfter führen zu deutlich schnellerer Aufheizzeit, dabei sind erst 3 Stück verbaut!
Im Büro sind ebenfalls erst an 3 Heizkörpern je ein 12cm-Lüfter verbaut.
Für die schmäleren Heizkörper will ich mit einfachen 8cm-Lüftern experimentieren, dafür einfach mehrere nebeneinander. Montiert an L-Schienen die ich mittels Magnet von unten an den Heizkörper befestige. Statt Filtermatten verwende ich dann einfache Aufsteckfilter, das sollte gegen aufgewirbelten Grobstaub helfen.
Insgesamt habe ich sogar das Gefühl daß die Raumtemperatur behaglicher ist. Vielleicht verteilt sich durch die Verwirbelung die Wärme besser im Raum?

Bis jetzt bin ich jedenfalls noch sehr überzeugt daß die Heizkörper-Lüfter gut funktionieren.
Die max. 2W Stromverbrauch pro Lüfter sind dabei vernachlässigbar.

Im Internet gibt es übrigens bereits viele ähnliche Projekte. Dort wird oft mit Thermoschalten gearbeitet damit die Lüfter nur ab bestimmten Temperaturen arbeiten. Das habe ich mir gespart. Die Lüfter laufen einfach im Dauerbetrieb. Um die Lautstärke zu senken verwende ich einfache alte Lüfterregler aus dem PC-Bereich (Drehpotis). Man könnte auch Netzteile mit weniger Spannung verwenden, aber die 12V-Netzteile liegen gratis im Keller.
Für weitere Heizkörper probiere ich dann mal Netzteile mit 7V oder regelbare Geräte.