Projekt: Geschwindigkeitsüberwachung durch Hilfskräfte

April-April!

Sorry Leute, Geschwindigkeitskontrollen sind auch weiterhin Aufgabe des Staates.
Nachdem ich darauf hingewiesen worden bin daß ein privater Blitzer im Garten in Deutschland NICHT zulässig ist möchte ich den April-Scherz hiermit auflösen und darauf hinweisen: Nicht selber basteln, private Verkehrsüberwachung ist verboten. Die Kamera stand nur für die 2minütige Fotosession in der Einfahrt, es fuhr zu der Zeit kein Auto vorbei.

Da ich aber eindeutig schrieb daß es sich NICHT einfach nur um das Aufstellen einer privaten Kamera handelt und es sich NICHT um eine Handlungsanleitung zum Eingriff in den Straßenverkehr handelt sollte die Sache mit der Auflösung als Aprilscherz erledigt sein. Es stand im Text eindeutig daß man eine Lizenz bei der Gemeinde beantragen muss. Spätestens dort wäre der Aprilscherz aufgeflogen.

Also nochmal: keine privaten Blitzer in den Garten stellen – ist verboten!

Aprilscherz 2019

Im Land Baden-Württemberg gibt es zur Zeit Überlegungen, ob und wie private Geschwindigkeitsüberwachung zugelassen werden kann.

Wegen der dauerhaften Überlastung der Polizei und Verkehrs-überwachungsbehörden können Geschwindigkeitsverstöße leider nicht ausreichend verfolgt und geahndet werden.

Daher wurde jetzt ein Projekt gestartet in dem Privatpersonen für die Verkehrsüberwachung eingesetzt werden um die Verkehrssicherheit durch die Ausweitung von Geschwindigkeitskontrollen zu erhöhen.

Aus Sicherheitsgründen ist das Projekt derzeit auf die Überwachung von 30er-Zonen und Spielstraßen beschränkt. Insbesondere vor Schulen und Kindergärten besteht ein erhöhter Bedarf zur Kontrolle der von den Behörden aus Personalmangel nicht ausreichend abgedeckt werden kann.

Für diese Bereiche sollen zukünftig geschulte Privatpersonen eingesetzt werden.

Die Studie läuft zwar noch bis Ende 4/2019. Wegen der äußerst positiven Resonanz soll das System aber nächsten Monat in den Regelbetrieb übergehen.

Ich mach mit!

Soweit der offizielle Text. Ich durfte an diesem Projekt teilnehmen und möchte hier kurz meine Erfahrung mitteilen.

Da wir gegenüber einem Kindergarten wohnen und in der Straße oft gerast wird war ich gleich dabei als ich die Möglichkeit zur Teilnahme an diesem Projekt erhielt. Es wurden 50 Bereiche gewählt die als besonders überwachungsbedürftig gelten. Jeder Projektteilnehmer bekam einen Bereich zugewiesen. Dabei wurde natürlich darauf geachtet, daß der Bereich zu Fuß erreichbar sein muss um nicht zusätzlichen Verkehr zu erzeugen.

Im Regelbetrieb sollen später Straßenblöcke ausgewiesen werden auf die sich Interessenten bewerben können. Die Begrenzung ist nötig um eine Überschneidung der Kontrollbereiche zu vermeiden. Für einen solchen Block kann man sich dann bewerben und bei Zusage erhält man das Exclusivrecht zur Geschwindigkeitsüberwachung in diesem Bereich.

Voraussetzungen

Damit das alles auch korrekt abläuft und rechtlich einwandfrei funktioniert gibt es ein paar Hürden. Diese sind aber relativ einfach und sollten von den meisten Menschen zu schaffen sein:

  • Man darf den Verkehr nicht privat überwachen sondern benötigt eine Lizenz, diese ist bei der zuständigen Gemeinde zu erwerben.
  • Man darf selbst keine Punkte in Flensburg haben
  • Man muss weniger als 3 Strafzettel in den letzten 3 Monaten erhalten haben (erhält man mehr als 3 Strafzettel in 3 Monaten verfällt die Zulassung zur Überwachung)
  • Man muss die offizielle Schulung und Einweisung mit Abschlusstest erfolgreich abschliessen. Darin werden Kenntnisse im Straßenverkehr abgefragt, ähnlich wie bei der Führerscheinprüfung. Ausserdem erfolgt eine Einweisung in das Überwachungsgerät.
  • Da man als Aufwandsentschädigung für die Überwachung anteilig vergütet wird muss man ein Gewerbe anmelden (Kleingewerbe reicht, Anmeldung bei der Gemeinde)
  • Man muss pro Woche mindestens 10 Verstöße dokumentieren und abliefern.

Ich bin ein Gük!

Hat man die Zulassung für die Verkehrsüberwachung, dann ist man offiziell eine Geschwindigkeits-Überwachungs-Kraft (abk. GÜK). Dafür gibt es natürlich auch einen Ausweis.

Das ist nötig damit man sich bei Problemen mit Verkehrsteilnehmern ausweisen kann.

Kosten/Nutzen

Neben der Gewerbeanmeldung ist noch der Erwerb eines zertifzierten Überwachungsgerätes notwendig. Für die Projektteilnehmer wurde ein Geschwindigkeitsmessgerät kostenlos zur Verfügung gestellt. Im Regelbetrieb soll das Gerät 1419,- Euro kosten, Miete soll wohl auch möglich sein.

Pro Temposünder erhält man abhängig von der Geschwindigkeitsübertretung gestaffelte Erfolgsprämien. ab 10km/h zu schnell 10,- Euro, ab 20km/h zu schnell 20, -Euro, ab 30km/h zu schnell 30,- Euro.

Ich habe während der Studie pro Woche ungefähr 800, -Euro netto Einnahmen mit dem Gerät erzielt. Dazu muss ich anmerken daß der Standort bei uns im Hof ideal ist: Kindergarten gegenüber, breite Straße die zum Rasen einlädt. Einfach Gerät in den Hof stellen und warten. Der Rest erfolgt vollautomatisch.

Überwachungshardware

Es handelt sich dabei um das Kodak DC 50 Traffic Control System.

Das Gerät enthält eine hochauflösende Digitalkamera mit Zoomobjektiv (im Foto mitte Links) sowie ein 3D-Infrarot-Laser-Messsystem für die Geschwindigkeitsmessung (die 2 Knubbel ganz links). In der Mitte befindet sich die Sucher-Optik und Ultraschall Geschwindigkeitsmesser. Ganz rechts befindet sich der Blitz für Aufnahmen bei Dunkelheit (reicht für Entfernung max. 30m).

Hersteller ist Kodak ds (Digital Science). Das Gerät arbeitet mit Künstlicher Intelligenz und ist in der Bedienung dadurch sehr einfach.

Dank GPS, Funkzeit und verschlüsselter Übertragung über 5G Funknetz sind die Geräte DSGVO-konform. Die Fotos werden in der Amazon-Cloud gespeichert, das hat sich schon bei den Bodycams der Polizei bewährt. Lokal werden keine Fotos gespeichert. Die Bilder werden mit einer eindeutigen Kennung versehen und anonym ausgewertet. Die Auszahlung der Geschwindigkeits-Überwachungs-Kräfte (GÜK) erfolgt über die Gemeinde die von der Überwachungszentralbehörde dazu entsprechende Daten zur Verfügung gestellt bekommt.

In den USA werden solche Geräte schon lange eingesetzt. Die NTSB (National Transportation Safety Board) bekämpft damit sehr erfolgreich Geschwindigkeitsübertretungen.

Nach Einweisung darf man das Gerät sogar an Kinder (ab 9 Jahren) aushändigen. Ideal zur Überwachung an Schulen – welcher Raser achtet schon auf Kinder!

Kinder sind technischen Geräten gegenüber in der Regel sehr aufgeschlossen. Ausserdem kann man mit einer Taschengelderhöhung locken. Da kann bei fleissigen Kindern locker das Geld für eine Playstation oder ein neues Fahrrad pro Monat drin sein.

Da jede GÜK (Geschwindigkeits-Überwachungs-Kraft) für bis zu 3 Systeme und Bezirke zugelassen werden kann kann man damit schon sehr gut leben. 800-1000 Euro Einnahmen pro Gerät und Woche sind problemlos möglich, dazu muss man pro Tag ca. 3-4 Stunden aufwenden. Leider gehen davon dann wieder 42% Einkommensteuer, 5,5% Soli und evtl. Kirchensteuer ab. Bleiben ca. 500, -Euro pro Woche. Bei 3 Geräten sind das immerhin 6000,- Euro im Monat netto! Da kann man die Verkehrsüberwachung schon mal als Haupterwerb in Erwägung ziehen.

Reaktionen

Leider gewöhnen sich die Raser mit der Zeit an den Standort. Das ist zwar gut für die Verkehrssicherheit aber schlecht für die Einnahmesituation. Daher muss man doch ab und an den Standort wechseln. Aber da das Gerät sehr mobil ist stellt das ein größeres Problem dar.

Probleme mit Autofahrern gab es während der Projektzeit keine. Allerdings könnte ich mir vorstellen daß die Menschen mit der Zeit genervt sind wenn das System flächendeckend eingesetzt wird. Die Kinder waren allerdings alle begeistert. Immer wenn das Gerät installiert war wurde vor dem Kindergarten nicht mehr gerast.

Weitere Projekte

Das ist zwar noch nicht offiziell, aber mir wurde im Vertrauen gesagt daß Planungen bestehen, das System auch auf die Parkraumüberwachung auszudehnen. Die Behörden sind mit Falschparkern hoffnungslos überlastet. Durch private Initiative würde das Problem endlich offensiv angegangen. Die Menschen müssten sich nicht mehr beschweren sondern könnten gleich aktiv Anzeigen erstatten. Die Gemeindekassen würden damit deutlich aufgestockt, das Personal entlastet und dem Wildparken vorgebeugt. Ich habe da schon mal mein Interesse zur Projektteilnahme angemeldet.

Fazit

Alles in allem eine Win-Win-Situation:

Die Gemeinden werden entlastet, trotzdem steigen die Einnahmen durch Verkehrsüberwachung.

Die Bürger müssen sich nicht mehr bei der Gemeinde beschweren sondern können Geschwindigkeitsverstöße selbst ahnden.

Fußgänger werden besser vor Rasern geschützt, vor allem Kinder finden das System toll.


Jochens Wetterblog am 28.3.2019

Rückblick
Pünktlich zum Frühlingsanfang gab es wunderschöne Frühlingstage. Von Mittwoch bis Samstag schien die Sonne täglich bis zu 11 Stunden. Die Temperaturen stiegen von max. 14°C am Mittwoch langsam an und erreichten am Freitag knapp 21°C, danach wurde es wieder etwas kühler. Nachts fielen die Temperaturen bei klarem Himmel allerdings deutlich ab. Der Tiefstwert lag am Mittwoch bei -2°C. Am Sonntag gab es auch noch 8 Sonnenstunden, aber der Himmel war nicht mehr ganz so klar und Mittags zogen Wolken auf. Montag und Dienstag waren wechselhaft und deutlich kühler, der Dienstag erreichte nur knapp 10°C. Unter den Wolken blieben dafür aber die Nächte frostfrei. Am Montag gab es auch viel Wind und knapp 2l/qm Niederschlag. Durch Graupel und leichtem Hagel wurde es dabei kurzfristig noch einmal weiß im Garten. Nach kurzer Zeit war der Spuk aber wieder vorbei.

Ausblick
Zum Wochenende wird es wieder wärmer. Die 20°C-Marke kommt in Reichweite und es soll wieder viel Sonnenschein geben. Das Niederschlagsrisiko ist sehr gering. Der Wind wird abgesehen von einigen frischen Böen nur schwach wehen. Das Wochenende soll richtig schön werden.

Jochens Wetterblog am 21.3.2019

Rückblick
Eine Woche mit ungemütlichem Aprilwetter liegt hinter uns. Viele Wolken, viel Wind, teilweise Sturmböen und immer wieder Regen prägten die letzte Woche. Die Temperaturen lagen bis zum Samstag nachts bei Werten um 5°C und auch tagsüber gab es Mittwoch und Donnerstag nur einstellige Werte. Danach wurde es langsam wärmer. Am Sonntag stieg die Temperatur bis auf 18°C. Die Wolken wurden weniger und es gab mehr Sonne. Bei klarem Himmel wurde es nachts allerdings deutlich kälter, die Tiefstwerte lagen bei 1°C und auch tagsüber wurden Montag und Dienstag nur noch knapp über 10°C erreicht. Dafür liess der Wind deutlich nach und mit 5 Sonnenstunden am Montag sowie bis über 7 Sonnenstunden am Dienstag wurde es trotz der kühlen Temperaturen richtig Frühlingshaft. Am Sonntag schaute sogar der Storch kurz vorbei, wurde aber leider durch Glockengeläut wieder vertrieben.

Ausblick
Pünktlich zum Frühlingsbeginn am 20.3. wird das Wetter deutlich freundlicher. Für die nächsten Tage ist sehr viel Sonnenschein angesagt. Die Temperaturen steigen langsam an, am Wochenende könnte sogar die 20°C-Marke erreicht werden. Nur nachts wird es bei klarem Himmel empfindlich kühl. Es kann auch noch zu leichten Nachfrösten kommen. Der Wind bläst nur schwach und Niederschlag soll es die nächsten Tage keinen geben.

Jochens Wetterblog am 14.3.2019

Rückblick
Eine Woche mit Aprilwetter im März. Ein wilder Mix aus Sonne, Wolken, immer wieder Regen und sehr viel Wind prägte die letzte Woche. Der Mittwoch war mit knapp 17°C, 7 Sonnenstunden und Windstärke 4 noch am freundlichsten.
Ab Donnerstag drehte der Wind wieder mächtig auf, viele Böen erreichten Sturmstärke (Windstärke 8). Am Sonntag gab es sogar schwere Sturmböen bis über 92km/h (Windstärke 10). Da es am Sonntag ausserdem viel Sonnenschein gab erreichte die erneuerbare Stromerzeugung Spitzenwerte.
Ungewöhnlich sind Stürme im März nicht, daß es über mehr als eine Woche solche Windgeschwindigkeiten gibt aber schon. Am Dienstag beruhigte sich das Wetter etwas, in der Nacht zu Mittwoch zog aber schon der nächste Sturm heran. Immerhin gibt es durch den vielen Wind aktuell keine Feinstaubbelastung.
Die Nächte blieben frostfrei, tagsüber stiegen die Temperaturen auf Werte um 8°C am Montag und bis zu 17°C am Mittwoch.

Ausblick
Für Donnerstag gibt es schon wieder Unwetterwarnungen vor Sturmböen bis Windstärke 9. Ab Freitag lässt der Wind dann langsam nach. Bis Samstag ist es wechselhaft und regnerisch, die Temperaturen steigen bis zum Wochenende auf zweistellige Werte. Am Sonntag soll es dann bis zu 16°C und viel Sonnenschein
geben.

Hyunda Kona Elektro – die ersten 1000km

Am 7.1.2019 haben wir unseren Kona beim Autohaus Weller in Bietigheim-Bissingen abgeholt. Mittlerweile sind 2 Monate vergangen und ca. 1200km auf dem Tacho. Zeit für ein erstes Urteil zum Auto.

Das Wetter war in Januar und Februar überwiegend recht kalt. Dadurch lag der Verbrauch meistens bei 18kWh bis 22kWh pro 100km. In Dinopampe umgerechnet wären das um die 2l/100km!

Dabei muss man beachten daß es sich hauptsächlich um winterliche Kurzstreckenfahrten handelte, also immer mit Heizung. Die Heizung ist im Vergleich zum Verbrenner genial. Da muss man nicht warten bis der Motor warm genug ist, die Wärmepumpe bringt Wärme direkt nach dem Start. Eine feine Sache. Bei den 2-5km Strecken brachte der Verbrenner manchmal erst Wärme wenn man schon am Ziel war. Auch sicherheitstechnisch ist das nicht zu verachten, die Scheiben sind viel schneller frei. Wobei unser Kona zuhause in der Garage parken darf.

Seit die Temperaturen Anfang März etwas angestiegen sind ist der Verbrauch deutlich gesunken. Im Schnitt liegt das Auto aktuell (mit Winterreifen und Heizung) bei 16kWh, einzelne Strecken wurden aber auch schon mit nur 12kWh/100km zurückgelegt. Da bin ich auf die Sommerverbräuche gespannt.

Kostenpunkt

Wer meint Elektroautos sind teuer, der sollte nochmal genau nachrechnen. Zumindest gewerbliche Nutzer könnten mit einem Elektroauto deutlich günstiger dastehen als mit dem Verbrenner.

Zwar gibt es bei Elektrofahrzeugen kaum Rabatt auf den Listenpreis, durch die aktuell noch mögliche Bafa-Förderung und verschiedene Landes-Förderungen wird das Auto aber schon mal etwas günstiger.

Seit 1.1.2019 zahlt man für die Privatnutzung bei Elektrofahrzeugen nur noch den halben Satz (50% der 1-Prozent-Regel), das macht auf die Gesamtlaufzeit einiges aus. Und KFZ-Steuer fällt die ersten 10 Jahre auch nicht an.

Man sollte also nicht nur den Listenpreis anschauen sondern eine Vollkostenrechnung über die Gesamtlaufzeit machen.

Beispiel:
Kona Verbrenner “1x mit allem” ca. 30.000 Euro = 24300,- Euro netto
Kona Elektro Premium (vollausgestattet) ca. 45.000 Euro = 36450 Euro netto

Elektro sieht teuer aus.

Aktuell gibt es aber vom Bund 2000,- Euro Förderung und vom Land für Gewerbetreibende ebenfalls 3000,- Euro. Anschaffungskosten Elektro damit 31450,- Euro

Zur Förderung der e-Mobilität muss der Eigenverbrauch bei Elektro nur mit 0,5% des Listenpreis gerechnet werden. Das sind monatlich statt 364 Euro nur 182 Euro (netto) zu versteuern. Je nach Steuersatz ist dann das Elektrofahrzeug auf einmal garnicht mehr so teuer.


Betriebskosten?

In unserer Garage wäre eine Lademöglichkeit vorhanden, die wurde aber schon seit langer Zeit nicht mehr benutzt. Denn dank kostenloser Lademöglichkeiten bei Kaufland und Ikea lagen die Stromkosten über die 1200 Kilometer bei genau 0,0 Euro! Sonstige Betriebskosten? Bisher keine. Allerdings werden die kostenlosen Lademöglichkeiten über kurz oder lang weniger. Denn die Anzahl der e-Fahrzeuge wird deutlich schneller wachsen als die Zahl der Ladesäulen. Aber solange es geht ist das eine feine Sache.

Reichweite

Mit dem i3 in 2015 (20kWh-Akku) hatten wir schon manchmal Reichweitenangst. Selbst bei kleinen Ausflügen habe ich mehrfach nachgerechnet ob es reicht. Gereicht hat es zwar immer, aber dieses Gefühl der Reichweitenangst war immer dabei. In 2018 kam der Nissan Leaf mit 40kWh-Akku. Das war schon deutlich entspannter, bei Ausflügen in den Schwarzwald, oder auch mal 200km ins Technik-Museum hat man vorher am Ziel eine Lademöglichkeit ausgewählt, die Angst war weg aber Planung war nötig.

2019 mit dem Kona muss man sich eigentlich nicht mehr um die Reichweite kümmern. Über 400km bei vollem Akku reichen für unsere Zwecke locker aus.
(64kWh-Akku, Verbrauch im März ca. 15kWh/100km, im Januar bei Frost ca. 18-20kWh/100km)
Natürlich gibt es vor allem in Auto-Foren rasende/reisende Vertreter die täglich 1000km mit Tempo 200 über die Autobahn brettern.
Für die ist der Kona nicht geeignet.
Aber für unsere Zwecke ist das Auto perfekt. Wäre Deutschland ladesäulentechnisch nicht so ein Entwicklungsland, dann wäre auch eine Fernreise überhaupt kein Problem. Aktuell sollte man bei Strecken mit Ladebedarf aber immer mindestens einen Reserve-Ladepunkt einplanen. Die einzelnen Schnell-Lader sind leider oft defekt, zugeparkt oder auf andere Art nicht benutzbar. In anderen Ländern ist es durchaus möglich, mehrere Säulen an einem Standort aufzubauen und auch in Deutschland schafft das zumindest Tesla mit seinen Superchargern. Die deutschen “Premium-Hersteller” mit ihren Ladepartnern setzen aber immer noch auf Verzögerungstaktik. Statt einfach eine 50kW-Ladesäule zu bauen bringt man lieber eine Studie in die Presse daß man doch ganz bald ganz sicher ganz tolle 350kW-Lademöglichkeiten anbietet. So in 3-5 Jahren dann. Trotzdem – Langstrecke ist mit dem Kona möglich. Für die Urlaubsreise ist das kein Problem. Für Berufsweitschnellfahrer dauert es aber noch etwas bis die Ladestruktur passt. Wohlgemerkt: das ist kein Problem des Fahrzeugs sondern der deutschen Infrastruktur. Die ist genauso rückständig wie das Glasfasernetz und der Mobilfunk-Ausbau. Unsere Telefonkabel im Hausanschluss sind immer noch aus Kupfer und papierummantelt! Aber immerhin träumt die Merkel von einem deutschen Flugzeugträger. Man muss halt Prioritäten setzen.

Auch Autobahnfahrten mit dem Kona machen Spass. (wenn man auf den vollen Straßen noch von Spass reden kann)
Zwar ist die Höchstgeschwindigkeit auf 170 abgeregelt. Aber im Raum Stuttgart kann man das sowieso nicht ausfahren. Dafür reicht die Leistung für sehr angenehmes Fahren. Das Auffahren auf die Autobahn, flotter Spurwechsel, immer ist genug Power da. Und dann fährt man mit 100-130 flüssig im Verkehr mit. Im Windschatten von LKW hängen damit die Reichweite stimmt, sowas braucht man mit dem Kona nicht mehr.
Die eigene Blase hat eine geringere Reichweite als das Auto. Und bei der Pinkelpause kann man dann gleich noch etwas Reichweite in den Akku packen – falls die Ladesäule funktioniert. Dafür sind aber deutsche Hersteller zuständig, daher kann es da ab und an noch etwas haken.

Fahrvergnügen

Elektroautos machen einfach Spass. Lautloses Dahingleiten oder Power bis zum Abwinken aus dem Stand, das können Verbrenner einfach nicht.

Natürlich gibt es PS-Protze mit Hubkolben-Mechanik die den Kona fahrtechnisch nass machen. Aber mit aufheulendem Motor an der Ampel davonrasen ist einfach nur peinlich. Klappenauspuff ist was für Schwachmaten. Leises, gediegenes Beschleunigen ist einfach besser. Und da muss ich gestehen daß das durchaus Spass macht. Wieso auch nicht. Das Auto ist auch bei Vollstrom lautlos, stört also keinen.

Na gut, es gibt Leute die sich provoziert fühlen auch wenn das nicht meine Absicht ist. Für Ampelrennen bin ich zu alt. Neulich aber an der B27 in Bietigheim-Bissingen hab ich einfach mal draufgetreten, einfach nur so weil die Kraft aus dem Stand Spass macht. Nur für mich und meinen Sohn dem das auch gefällt. Als ich bei Tempo 50 bereits wieder vom Pedal runter bin hörte man auf einmal ein Brüllen und Lärmen und ein Porsche raste auf der linken Spur vorbei (deutlich schneller als erlaubt). Direkt vor mir ist er auf meine Spur gewechselt und hat gebremst. Der hat sich wohl provoziert gefühlt und wollte zeigen wo der Hammer hängt. Naja, wenn es dem Ego gut tut.

Fahrten mit dem Kona sind sehr entspannend. Kein Ruckeln, kein Zuckeln, kein Brummeln. Beim Beschleunigen ist sofort Leistung vorhanden. Durch den Akku liegt der Schwerpunkt recht tief, das Auto liegt für seine Größe überraschend satt auf der Straße. Eine Probefahrt sollte man nur einplanen wenn man wirklich ein Elektroauto will. Denn das Fahrerlebnis macht süchtig. Nach einem Elektroauto will man nicht mehr zum Verbrenner zurück.

Aufmerksamkeitsfaktor

Der Kona ist auffällig unauffällig. Bis auf den geschlossenen Kühlergrill und den fehlenden Auspuff ist kaum ein Unterschied zum Verbrenner-Modell feststellbar. Um den I3 hatten sich damals manchmal mehrere Menschen versammelt um das Auto zu bestaunen. Beim Kona passiert das nicht mehr. Elektromobilität ist normal geworden. Ausser beim Losfahren auf dem Parkplatz. Die gesetzlich vorgeschriebene Doofenbeschallung hat Hyundai recht originell ausgeführt. (angeblich muss ein Auto Lärm machen weil die Smombies nicht nach Autos schauen und sonst evtl. überfahren werden wenn sie über die Straße wandern)

Der Kona erzeugt einen Sound der eher an eine Raumfähre erinnert als an ein Auto. Die erstaunten Gesichter der Passanten sind da schon manchmal recht lustig anzusehen . Da drehen sich die Leute oft um wenn man vorbeifährt. Lautlos wäre mir zwar lieber. Aber das ist halt Vorschrift. Glücklicherweise ist noch kein Politiker auf die Idee gekommen daß ein Elektroauto auch noch stinken muss und einen Abgasgenerator benötigt.

An der Ladesäule wird man aber auch mit dem Kona oft angesprochen, das Interesse für Elektromobilität ist deutlich vorhanden, auch wenn die deutschen Autobauer das nicht wollen. Und einmal wurde ich bisher auch am Parkplatz auf das Auto angesprochen.

Gibt es auch Nachteile?

Sicher gibt es die. Leider ist der Kofferraum etwas klein. Leider gibt es ausser dem Schwestermodell Kia Niro kein vergleichbares Elektrofahrzeug mit größerem Kofferraum und vergleichbarer Leistung – von Tesla mal abgesehen.
Aber das Gesamtkonzept muss stimmen: Das Autohaus ist sehr empfehlenswert und vor allem ist der Kona seit Januar unser Eigentum. Neue Bestellungen dauern leider gerne mal 12-18 Monate bis zur Lieferung. Der Leaf hatte zwar mehr Kofferraum, dafür taugte das Autohaus nichts, der Hersteller hält eine Batterieklimatisierung für unnötig und setzt auf den Chademo Ladestandard der bei uns kaum noch ausgebaut wird. Für unsere Zwecke ist der Kona das deutlich geeignetere Fahrzeug.

Was ein bisschen fehlt sind zum einen die Rundum-Kamera des Nissan Leaf, die war schon genial zum Einparken. Und zum anderen wäre ein App für das Auto zeitgemäß. Zwar ist ein Auto ohne Internet-Anbindung nicht trackbar und damit gut für den Datenschutz (wo ich fahre geht niemanden etwas an), aber die Vorheizung im Winter oder im Sommer Kühlung wenn man aus dem Freibad kommt war beim Leaf eine feine Sache. Das kann der Kona leider nicht.

Ein großer Nachteil ist der Kona für Tankstellen. Sorry Leute, aber geladen wird zuhause – oder auf dem Supermarkt-Parkplatz nebenbei.

Und wieso kein Tesla Model 3?

Ich hatte ein Tesla Model 3 reserviert, dann aber wieder verworfen. Der Kona ist für uns das eindeutig bessere Fahrzeug:
Ich will Knöpfe! Die Touch-Screen-Bedienung gefällt mir nicht.
Und der Kona ist ein Mini-SUV, man sitzt etwas höher und ich empfinde das als bequemer. Beim Model 3 sitzt man deutlich tiefer, das gefällt mir nicht.
Wäre der Kona aber nicht im Januar 2019 lieferbar gewesen, vielleicht würde ich dann jetzt über einen Tesla Model 3 schreiben. Solange es kein Verbrenner ist kann ich mir einige Fahrzeuge in unserer Garage vorstellen.

Alternativen Deutscher Hersteller?

Gibt es nicht. 2019 – Deutschland – Entwicklungsland.

Ausser Studien und heißer Luft gibt es nichts. Vielleicht nächstes Jahr? Oder 2025? Wir sind gespannt.

Zulassungszahlen KBA für Februar 2019:

Tesla Model 3: 959, Renault Zoe: 782, BMW i3 BEV 628 (immerhin), Hyundai Kona Elektro: 400, Nissan Leaf 302.

Die anderen Deutschen Hersteller? Fallen irgendwo ganz hinten aus der Liste.

Fazit?

Den Kona würde ich jederzeit wieder kaufen. Derzeit bietet das Auto für unsere Zwecke das beste Gesamtpaket.

Wobei der Markt sich durchaus schnell entwickelt.

Zur Zeit gibt es aber kaum eine Alternative, zumindest nicht lieferbar. 2 Klassen größer gibt es Tesla. BMW i3 gefällt wegen der Türen nicht und Zoe ist noch kleiner. Beim Leaf stimmt das Gesamtpaket nicht und alles andere gibts bei Bestellung frühestens in 2020.