Jochens Wetterblog am 25.7.2019

Rückblick
Es hat geregnet. Knapp 2l/qm in der Nacht zum Sonntag. Das war es dann aber auch schon mit Niederschlag. Die Trockenheit hat uns wieder fest im Griff. Bei Höchsttemperaturen von 29°C bis 37°C war die körperliche Belastung enorm. Gut wer eine Klimaanlage hatte oder ins Freibad konnte. Nachts kühlte es zum Glück auf Werte zwischen 11°C am Mittwoch bis 19°C am Sonntag ab. Aber sobald die Sonne aufging wurde es schnell wieder drückend heiß. Die Sonne brannte insgesamt über 76 Stunden vom Himmel. Hitzebelastung und UV-Index lagen auf Höchstwerten. Auch der Wind brachte kaum Abkühlung. Teilweise lagen die Temperaturen bei uns über den Werten von Mallorca.

Ausblick
Es ist keine Entwarnung in Sicht. Im Gegenteil: die Hitzwelle verstärkt sich. Bis 40°C sind vorhergesagt. Tropennächte sind möglich. Vielleicht werden in den kommenden Tagen sogar Temperaturrekorde geknackt. Zum Wochenende wird es zunehmend gewittrig. Die neue Woche startet dann mit “nur noch” 30°C.

Batteriespeicher Teil3: Elektroinstallation und Inbetriebnahme

Im Ersten Teil ging es um die Vorgeschichte zum Batteriespeicher

Im Zweiten Teil ging es um die Montage in Eigenleistung

Im Teil3 geht es um die Elektroinstallation und Inbetriebnahme des Speichers.

Nachdem ich das Speichersystem in Eigenleistung aufgebaut hatte kam der Elektriker und erledigte die Elektroinstallation.
Verkabeln, ans Netz anschliessen, Zähler einbauen, usw.

Das Bild rechts zeigt unser Storion T10 Speichersystem betriebsfertig aufgebaut noch ohne die Abdeckungen.

Die elektrische Installation unseres Alpha ESS Storion T10 Hybridspeichers habe ich natürlich dem Profi überlassen.
Erstens weil der das viel besser kann und zweitens weil ich das sowieso garnicht darf.

Als Nicht-Elektrofachkraft lässt man da lieber die Finger davon. In so einem Speicher ist jede Menge Energie gespeichert.
Das ist nicht ungefährlich. Also als Laie Finger weg!


Ich steh lieber daneben, schaue zu, stelle Fragen und lerne.

Unser Elektriker war sehr engagiert in Sachen PV und Speicher.
Er hatte auch schon alle möglichen Systeme installiert.
So war auch der Anschluss des Storion T10 für ihn kein Problem.
Das gefällt mir wenn die Leute sich auch für das Material interessieren das sie installieren und nicht nur Strippen ziehen.

Als erstes wurden die Batteriemodule verkabelt.
Dazu muss an der Frontseite der Batterien ein Deckel abgenommen werden.
Eine Leitung für Plus, eine Leitung für Minus und eine Steuerleitung für die Kommunikation zwischen Steuergerät und den Batterien. Dazu muss jede Batterie per DIP-Schalter auf einen eigenen Wert eingestellt werden. Maximal 8 Speichermodule können an den Storion T10 angeschlossen werden, das entspricht einer nutzbaren Kapazität von ca. 20kWh. Unser System hat 4 Batteriemodule und damit 10kWh nutzbare Kapazität.

Die Batteriekabel werden an die Steuereinheit angeschlossen.
Alle Kabel wurden bereits fertig konfektioniert mitgeliefert.
Von der Steuereinheit gehen auch die Anschlüsse für den Hybrid-Wechselrichter ab.
Der Rest der Anschlüsse befindet sich auf der anderen Seite.

Die Schnallen an der Seite vorne sind zum Öffnen der Frontabdeckung.
Darunter verbergen sich die Hauptsicherungen des Systems. Braucht man normalerweise eigentlich nicht. Einmal einschalten und läuft.

Auf der rechten Seite der Steuerung sieht man eine Menge Anschlüsse.

Anscheinend ist in dem Gerät ein Mini-PC verbaut, sogar ein VGA-Ausgang und USB-Anschlüsse sind vorhanden.
Vielleicht irgendein ARM-Minirechner auf Linux-Basis?
Wäre schon interessant zu wissen was da dahinter steckt. Für den Betrieb ist das aber unwichtig, das ist nur für Nerds interessant.

Dazu gibt es noch eine SD-Karte und ein Feld Dip-Schalter. Vielleicht kann man ja mehrere Systeme koppeln?

Im unteren Bereich werden die ganzen Komponenten angeschlossen wie Netzwerk, Kommunikation zum Hybrid-Wechselrichter und die Stromzähler (damit das Gerät weiß wann Stromüberschuss oder -Mangel im Hausnetz anliegt)

Über die Klemmen oben kann man wohl zukünftig noch Funktionen erweitern. In der Überwachungssoftware lassen sich da schon verschiedene Schaltfunktionen programmieren, z.B. könnte man damit eine Sirene bei Netzausfall ansteuern, einen Heizstab bei vollem Akku und sicher noch viel mehr.

Im Bild noch die Sicherungsautomaten für den Netzanschluss und das Backup-System.

Man kann an den Alpha ESS Storion T10 direkt eine USV-Last anschliessen, z.B. über Steckdose oder einen kleinen Unterverteiler.

Die angeschlossene Last wird dann mit Dauerstrom versorgt, auch bei Ausfall des Stromnetzes.
Mit der optionalen Backup-Box kann man dann sogar das komplette Hausnetz im unterbrechungsfreien USV-Betrieb weiterführen wenn das Netz ausfällt. Einen Bericht zur Backup-Box liefere ich nach, leider war das Teil nicht verfügbar und wird erst im August nachgeliefert.

Der Hybrid-Wechselrichter ist ein schweres Monster.

Es handelt sich um einen Hybrid Inverter GW 10K-ET von GOODWE.
Vermutlich kennt den Hersteller bei uns kaum jemand, in China scheint das aber ein recht großer Hersteller zu sein.
Auf der Webseite stehen zum Zeitpunkt der Installation immerhin angeblich 388.000 installierte Wechselrichter als Online.

Der Anschluss für das Steuerkabel ist innenliegend, daher musste der Elektriker die Abdeckung abnehmen. Das habe ich gleich für ein Foto genutzt.
Der innere Aufbau ist einwandfrei.
Da kann man nicht von China-Schrott reden.
Denke da gibt es deutlich schlechtere Geräte aus europäischer Herstellung.
Absolut sauberer Aufbau und feine Verkabelung.
Und das Ding kann richtig viel:
13000W max PV-Generator, 11000VA AC Output zum Netz, 15.000VA Aufnahme vom Netz (bei Nachrüstung und AC-Betrieb oder Hybrid-Betrieb kann das Gerät die Akkus auch von der Netzseite her laden. Maximale Backup-Power 10.000VA, das ist eine recht anständige USV.

Angeblich kann das System eine komplette Insel darstellen, also PV-Nachladung der Batterien auch bei Netzausfall. Leider nur wenn die PV-Module direkt DC am Wechselrichter angeschlossen sind. Bei uns handelt es sich um eine Nachrüstung, die Module haben einen eigenen Wechselrichter und hängen direkt am Netz. Das ist bei unserer PV-Anlage mit EEG2010 und Eigenverbrauchsabrechnung die sinnvollere Anschlussvariante.
Aber für die Zombie-Apykalypse habe ich immerhin passende Kabel und könnte die PV-Module bei Bedarf umstecken.

Der größte Aufwand bei der Elektroinstallation war unser Verteilerschrank. Für die korrekte Messung von Verbrauch, PC-Erzeugung , Einspeisung, usw. mussten 2 Energy-Meter eingebaut werden die dem Storion T10 die entsprechenden Daten liefern damit dieser weiß ob er laden oder entladen muss, ob Überschuss da ist oder Strommangel oder gar Netzausfall.
Da musste leider einiges verschoben und umgebaut werden. Es hat dann aber alles reingepasst und das System konnte in Betrieb genommen werden.

Unser Elektriker hat sehr sauber gearbeitet. So macht das Spass.
Alles perfekt angeschlossen, Saubere Arbeit, Kunde zufrieden.

Für die Inbetriebnahme kam dann allerdings noch jemand vom Hersteller dazu. Unser Elektriker hatte zwar schon sehr viele Speicher installiert, aber noch keinen Storion T10.

Die Arbeit wurde begutachtet und für gut befunden (das fand ich dann auch gut). Hauptsicherung rein, einschalten, läuft.

Das wars?
Das wars!

Der Speicher lief und fing auch sofort an zu laden.

Es folgte noch die Registrierung für das Anwenderportal und die Überwachung sowie für die Garantie.
Dazu gab es noch viele Erklärungen und Informationen. Besser kann der Service eigentlich nicht sein.
Die Überwachung läuft über die Cloud von Alpha-ESS.
Das ist noch ein kleiner Punkt für den ich mir Verbesserung wünsche.
Erstens sind die Informationen dort recht einfach aufbereitet und die Übertragung erfolgt nur alle 5 Minuten.
Das soll aber noch deutlich verbessert werden, für den T10 ist das noch im Aufbau.
Ich würde mir eine lokale Lösung wünschen, z.B. mittels Raspberry Pie.
Damit könnte man das System in Echtzeit loggen (was passiert wenn ich den Föhn ein-/ausschalte, wieviel Leistung benötigt die Kaffeemaschine, usw.), Integration in die Hausautomation.

Aber das kann ja noch werden.
Mit dem Gesamtsystem bin ich bis jetzt sehr zufrieden.
Jetzt muss erst einmal Langzeit-Erfahrung gesammelt werden.

Immerhin seit Inbetriebnahme vor 3 Tagen mussten bisher nur 5kWh vom Netz bezogen werden (die Inbetriebnahme erfolgte am Spätnachmittag, der Speicher hatte nur 20%, lud dann noch auf 40% das reichte nicht durch die erste Nacht). Seither bereits über 48h kein Bezug mehr vom Netz. Und da liefen neben meinen Produktionsmaschinen auch Waschmaschine, Trockner, Spülmaschine, Backofen und TV.
Zumindest im Sommer braucht man da wohl kaum noch Strom aus dem Netz.




Batteriespeicher Teil2: Selbstmontage

Im ersten Teil meines Batterie-Blogs habe ich Euch erzählt warum wir einen Speicher gekauft haben und warum genau diesen.

In Teil2 geht es um die Montage des Speichers.

Die Lieferung des Alpha ESS Storion T10 erfolgte sehr fix.
Keine 2 Wochen nach der Bestellung klingelte die Spedition und stellte mir eine Palette in den Hof.
Die einzelnen Module (Wechselrichter, Systemmanager, 4x Akku-Block und Kleinteile) waren sauber verpackt und liessen sich problemlos von 2 Personen einzeln in den Keller tragen.

Eine Anleitung war leider nicht dabei, aber die wurde mir auf Nachfrage innerhalb von 10 Minuten per Mail zugesandt.

In Rücksprache mit dem Elektriker habe ich dann den mechanischen Teil der Installation selbst in die Hand genommen.
Das ist nicht schwer und kann problemlos von Laien erledigt werden (wenn man nicht 2 linke Hände hat).


Ausgepackt und aufgebaut

Die Einzelteile waren sauber verpackt. Mehrlagiger Karton und dicke Polsterung schützten beim Transport.

Die unterste Batterie sollte auf den Boden gestellt werden.
Dazu waren leider keine Gerätefüße dabei. Auf Nachfrage hieß es, man könne die Teile einfach auf den Boden stellen, die werden sowieso an der Wand verschraubt.
In der Anleitung waren aber Füße abgebildet und da der Raum ab und an feucht gewischt wird wollte ich da schon etwas Abstand. Nicht um unter den Batterien zu wischen sondern falls beim Wischen mal Feuchtigkeit unter die Batterie gelangt. Nicht daß das anfängt zu gammeln.

Im Baumarkt gab es passende Gerätefüße, allerdings teuer und mit Plastikkappen. Bei den Schrauben habe ich dann passendes Material aus Vollmetall gefunden. Das sollte stabil genug sein. Mit M8-Gewinde kosten 4 Stück schlappe 2,50 Euro. Das sollte eigentlich der Hersteller dazulegen. Kontermutter drauf und ab an die unterste Batterie.
Damit die Metallfüße die Fliesen nicht beschädigen habe ich noch eine zurechtgeschnittene 1cm Gummimatte daruntergelegt (Waschmaschinen-Unterlage)

Das erste Batteriemodul war das schwierigste:
Da ich nichts falsch machen wollte habe ich ewig hin und her gemessen, mit der Wasserwaage in alle Richtungen ausgeglichen (eine Baumarkt-Wasserwaage zeigte je nach Ausrichtung (180° gedreht) unterschiedliche Neigungen an). Mit einer älteren Wasserwaage ging es dann hinreichend genau.

Zur Montage an der Wand habe ich dann doch lieber Schrauben aus dem eigenen Vorrat verwendet.
Die mitgelieferten Schrauben und Dübel halte ich für subobtimal. Senkkopfschrauben mit Unterlegscheibe?
Ich weiss nicht ob das Stand der Technik ist. Als Laie würde ich sagen das passt nicht so recht zusammen.

Die Dübel habe ich testweise probiert, die hatten in meiner Ziegelwand aber keinerlei Halt, daher habe ich sie durch “die guten Fischerdübel” ersetzt. In diesen roten Steinen bohrt man übrigens besser ohne Schlagwerk, dann gibt es auch saubere Löcher.
In der Anleitung steht man solle die Batterie beim Bohren abdecken.
Die unterste Batterie hatte ich vor dem Bohren entfernt. Bei den oberen ist das natürlich nicht sinnvoll wenn man immer den gesamte Stapel wieder entfernen muss. Da geht es dann schon besser mit einer Abdeckung. Aber eine Absaugung bringt gegenüber einer Abdeckung nochmal deutlich Vorteile, da bleibt alles sauber. Daher habe ich noch einen Sauger dazu genommen.

Für die Montage habe ich M8er-Dübel genommen, gleiche Größe wie die Originale, nur von Fischer.
Die Schrauben habe ich durch größere ersetzt. Für den schweren Wechselrichter bin ich dann später sogar auf M10-Dübel gewechselt, da fällt dann ganz sicher nichts von der Wand.

Bild: das erste Batterie-Modul steht. Alles sauber ausgerichtet und in allen Richtungen im Wasser. (das Teil steht gerade, sieht nur durch die Perspektive etwas schräg aus)

Die Installation der Folgemodule war dann ganz einfach:
Batterieblock auf die bereits installierten Module stellen, ausrichten (das geht quasi automatisch da die Module entsprechende Aussparungen besitzen).
An der Wand anzeichnen, bohren, festschrauben, fertig.

Beim Bohren immer sauber mit Absaugung arbeiten.

Und immer wieder kontrollieren ob auch alles noch im Wasser steht. Die Installation der Batterien bekommt eine einzelne Person problemlos hin.

Übrigens: ich habe versucht alles auf den Millimeter genau auszurichten. Wäre aber eigentlich garnicht nötig.
Die Deckel gleichen später kleinere Ungenauigkeiten problemlos aus.
Trotzdem: sauber Arbeiten ist nie verkehrt.

Nach den Batteriemodulen kommt die Aufhängung für den Steuerungskasten und den Wechselrichter.
Dabei handelt es sich um Metallgitter-Elemente die an die Wand geschraubt werden. Durch kleine Zapfenverbinder zu den Batterieaufhängungen kann man da eigentlich nicht viel falsch machen: Zapfen einhängen, ausrichten, Löcher bohren, festschrauben.


Das Metallgitter für den Wechselrichter sollte mit 6 dieser seltsamen Schrauben (Bild ganz oben) an der Wand befestigt werden.
Da bin ich dann doch lieber auf Nummer Sicher gegangen und habe statt dieser M8-Dübel gleich Fischerdübel M10 genommen und deutlich größere und stabilere Schrauben.

Ausserdem ist in der Mitte ein weiteres Loch über dem ein Metallgitter sitzt. Man kann aber trotzdem eine weitere Schraube eindrehen. Somit habe ich 7 statt 6 Schrauben verwendet und auch noch stabileres Material als vorgegeben.

Damit sollte das Gitter auf jeden Fall halten.
Mit der Originalbefestigung hält das bestimmt auch, aber ich nehme das Material gerne eine Nummer stabiler, sicher ist sicher.

Der Steuerungskasten ist eine Einheit vergleichbar mit den Batterien, nur viel leichter und mit etwas anderer Montage.
In dem Gerät ist unter anderem ein Minicomputer verbaut.

Ich habe es mir aber verkniffen das Ding aufzuschrauben und nachzusehen was da alles drin ist.

Die Informationen findet man bei Bedarf sicher irgendwo. Für mich ist das vorerst nicht so wichtig.

Auf dem Bild sieht man die fertige Montage wie man sie als Einzelperson problemlos an einem Nachmittag hinbekommt. (ohne Wechselrichter)

Der Wechselrichter ist ziemlich schwer. Das Teil wollte ich nicht alleine an die Wand wuchten. Bei über 40kg hab ich lieber Hilfe für die Montage besorgt.

Zu Zweit ging es problemlos.

Für das Foto habe ich testweise die Abdeckungen montiert. Sieht doch schon ganz gut aus.

So weit kann man das in Eigenleistung installieren. Für die Verkabelung lasse ich dann lieber die Profis ran.

Nach Anleitung ist das auch nicht schwer, aber ich bin Informatiker und kein Elektriker und damit darf ich das sowieso nicht und der Elektriker kann das ausserdem viel besser und spätestens am Sicherungskasten hat man als Laie nichts zu suchen.
Da dürfen nur Elektro-Fachkräfte ran.
Dann passt es auch mit der Garantie und der Versicherung.

Ich finde das sieht schon supergut aus 🙂

Bis jetzt bin ich sehr zufrieden. Schnelle Abwicklung, guter Service (Zusendung der Anleitung nach 10 Minuten). Kleinigkeiten wie die fehlenden Gerätefüße und die seltsamen Schrauben sind nicht schlimm. Wenn das ein Elektriker installiert hat er die Teile vermutlich bereits dabei und der Kunde merkt das garnicht. Aber ich wollte eben selber installieren.


PS.: Die gelben Teile sind ältere Solarmax-Wechselrichter.

Hier gehts zum Teil1: Vorüberlegung und Auswahl

Batteriespeicher Teil1: Vorüberlegungen und Auswahl

Willkommen bei der Vorstellung unseres Stromspeichers.
Hier möchte ich aus eigener Sicht und Erfahrung über einen Stromspeicher berichten der bei uns im Keller steht.
Es geht hier um den Alpha-ESS Storion T10.
Wie bei allen meinen Projekten gilt:
In diversen Foren wird so viel Quatsch erzählt, da probier ich das lieber selber aus.
Was ich schreibe und erzähle basiert auf meiner ganz eigenen Erfahrung und Weltanschauung.
Die Informationen können fehlerhaft sein und sind nur meine persönliche Meinung. Also immer alles nochmal hinterfragen.

Warum einen Stromspeicher?
Es gibt viele Gründe einen Stromspeicher zu kaufen.

Das Denken in Geldeinheiten:
Bei der immer weiter sinkenden Einspeisevergütung und teilweise hohen Förderung für Batteriespeicher kann sich so ein Gerät finanziell lohnen.
Meistens tut es das aber noch nicht. Man muss da schon ganz genau rechnen. Das Verhältnis von Größe der PV-Anlage, Speichergröße und persönliches Verbrauchsverhalten muss stimmen.
Geht man von einer Lebensdauer von 15 Jahren aus (so lange läuft meistens die Garantie, daher nehme ich diesen Wert), dann kann ein Speicher bei neuen Anlagen schon finanziell sinnvoll sein.
Prinzipiell ist es empfehlenswert immer erst die maximal mögliche Größe der Solaranlage zu installieren. Finanziell rechnet sich das derzeit am meisten. Wenn dann noch Geld da ist kann man einen Speicher installieren.
Eine Nachrüstung bestehender EEG-geförderter Solaranlagen mit einem Speicher rechnet sich finanziell derzeit meistens nicht. Das wird sich bei älteren Anlagen ändern wenn sie aus der EEG-Förderung fallen. Da ist die Speichernachrüstung dann sehr sinnvoll da man für den Überschuss-Strom nach der Förderung kaum noch was bekommt.

Es gibt aber auch Menschen die nicht nur die finanzielle Seite betrachten.
Für einen Speicher gibt es noch weitere mögliche Gründe.
Allein das Gefühl den eigenen Strom zu verbrauchen ist unbezahlbar.

Der Umweltgedanke:
Zugegeben, es ist schwierig den Umweltaspekt eines Speichers zu berechnen. Immerhin muss das Ding hergestellt werden, dafür werden Ressourcen benötigt. Im Betrieb fallen Speicherverluste an (ca. 15-20%).
Allerdings gibt es diese Verluste im Stromnetz auch! D.h. wenn ich den überschüssigen Solarstrom einspeise wird der zwar physikalisch in der näheren Umgebung verbraucht.
Den Strom den ich dann aber nachts beziehe, der muss quer durch das Stromnetz geliefert werden und da gibt es offiziell auch 14% Verlust.
So schlimm ist ein Speicher daher garnicht.
Im Gegenzug braucht man dann aber ein ganz kleines Eck eines Kohle-Tagebaus weniger oder es wird weniger Atommüll erzeugt, insofern ist ein Speicher gut für die Umwelt.
Ausserdem entlasten Speicher das Stromnetz, das ist unser persönlicher Beitrag zur Energiewende.
In der Abwägung aller Vor- und Nachteile ist ein Batteriespeicher für die Umwelt positiv.

Ökostrom:
Natürlich haben wir einen “grünen” Stromtarif, Braunkohle und Atom lehne ich ab. Unseren Strom beziehen wir von der EWS-Schönau.
Das ist richtiger Ökostrom, denn für neuen Bedarf wird neue Erzeugungskapazität erstellt und nicht einfach ein 100 Jahre altes Wasserkraftwerk umgelabelt.
Rein rechnerisch bekommen wir von der EWS also 100% erneuerbaren Strom.
Physikalisch allerdings gibt es trotzdem einen Strommix. Den von uns bezahlten Ökostrom bekommt dann vielleicht irgendein Atomkraft-Junkie und wir bekommen weiterhin den Strom aus dem AKW Neckarwestheim gleich um die Ecke.

Der gespeicherte Strom ist aber zu 100% selbst erzeugter Solarstrom, da gibt es keine Kohle-Abgase und keinen Atommüll. Es wird keinerlei CO2 oder sonstiger Dreck im Betrieb erzeugt. Mehr Umweltfreundlichkeit bringt nur der Verzicht auf Energie.

Ich bin Kritiker alter Techniken wie Atom oder Kohle aber kein Gegner der alles verteufelt.
Das Zeug ist derzeit leider noch nötig.
Ich bin aber der Meinung daß der Umstieg auf Erneuerbare möglich ist. Statt dem Gebrabbel von Politikern und Experten zu lauschen mache ich meine Energiewende daher einfach selber – im Rahmen unserer Möglichkeiten.
Natürlich ist eine hundertprozentige Autarkie (noch) nicht möglich und vermutlich auch in Zukunft nicht sinnvoll, aber es ist spannend zu sehen was möglich ist. Und daher probieren wir das einfach aus.

Der NERD
Vielleicht ist es einfach nur Spinnerei, vielleicht haben die Speicher-Gegner recht. Aber ich war schon im Internet als es Google, Amazon und Facebook noch nicht gab (O-Ton meiner Eltern: Junge, lern was anständiges, Computer haben keine Zukunft!), wir haben eines der ersten Elektroautos am Ort. Bei Installation unserer PV-Anlage hielten mich viele für einen Spinner und Speicher halten ebenfalls viele für sinnlos.
Egal, mögen die Menschen mit ihren SUV durch die Gegend brausen, mit Ölheizungen die Wohnung erwärmen und sich freuen daß die Umweltschäden des Kohleabbaus weit weg geschehen. Ich für meinen Teil kann das nicht mit meinem Gewissen vereinbaren.
Und ich will nichts hören wenn die Umwelt zurückschlägt.
Von den Kriegen ums Öl garnicht erst zu reden.

Welche Techniken wirklich gut sind sind wird erst die Zukunft zeigen.

In meinen Augen macht so eine Kiste für mich Sinn und ich bin für Neues offen, also wird das ausprobiert. Schliesslich kann man nur drüber reden wenn man es selbst ausprobiert hat. Meinungen Nachplappern ist nicht so mein Ding, ich möchte lieber über eigene Erfahrungen reden.


Wenn einem die Technologie zu neu ist einfach mal drüber nachdenken ob 50 Jahre alte Technologie besser ist.
Beispiel:
Das AKW Neckarwestheim wurde in den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts geplant, in den 70er-Jahren gebaut und ging 1976 ans Netz (Block II etwas später). Ganz ehrlich: technische Anlagen die 40-50 Jahre alt sind gehören ins Museum. Vor allem wenn es sich um Hochrisiko-Technologie handelt.

Autarkie / Notstrom / USV

Wenn man einen Speicher im Keller hat, dann will man natürlich auch eine gewisse Unabhängigkeit vom Stromnetz. 100% Autarkie ist derzeit leider noch nicht möglich (und auch nicht sinnvoll), vor allem im Winter bringt die PV-Anlage kaum Ertrag. Aber im Sommer sollte bereits eine weitgehende Unabhängigkeit möglich sein.
Auch Notstrom ist ein Punkt den man beachten sollte. Gerade wenn die Gegner der Erneuerbaren Energien von “Zappelstrom” reden und recht behalten, dann könnte in Zukunft öfter mal der Strom ausfallen.
Derzeit allerdings ist eher das politisch verhunzte Preismodell an der Strombörse ein Problem. Durch Zocker die mit Wetten auf Stromreserven und Regelstrom das schnelle Geld verdienen wollen stand das Stromnetz dieses Jahr (2019) schon mehrfach vor dem Kollaps.
Die unschlauen Medien schieben das aber lieber auf den Ökostrom, dann versteht es auch jeder Leser und kann fleissig mit über “die Ökos” schimpfen.

Btw.: ich bin in keinster Weise ein Grüner, aber ich mache mir Gedanken um die Umwelt und versuche meinen Beitrag zu leisten damit auch nachfolgende Generationen eine Überlebenschance haben.

USV-Funktion

Die USV-Funktion ist für mich persönlich das wichtigste Argument für die Anschaffung eines Speichers.
Die Notstromfunktion ermöglicht bei Stromausfall die manuelle oder automatische Umschaltung auf Batteriestrom. Dadurch ist der Strom allerdings für kurze Zeit weg. Mit Notstromfunktion hat man eine sogenannte Halbinsel. D.h. bei Netzstrom arbeitet man mit Netzstrom und bei Netzausfall im Inselbetrieb. Das ist für den Katastrophenfall interessant, immer in der Hoffnung daß der Akku genau dann ausreichend geladen ist oder bei einem System das im Inselbetrieb mit Solar nachladen kann auch die Sonne scheint.
Bei der USV-Funktion funktioniert die Umschaltung dagegen ohne Unterbrechnung (<20ms), angeschlossene Verbraucher bekommen von der Umschaltung nichts mit.
Da ich gewerblich einige PC und Produktionsgeräte am Laufen habe bin ich auf eine USV-Lösung angewiesen.
Allein für das Herunterfahren meiner System vor dem Einbau des Speichers habe ich 10 Minuten benötigt. Für den Neustart nach der Installation ca. 20 Minuten. Und das war ein geplanter Termin. Bei einem Stromausfall gehe ich von deutlich mehr Zeit aus bis alles wieder funktioniert. Ausserdem gibt es bei Stromausfällen teuren Ausschuss in meiner Produktion.
Rechnet man mit 2-3 Ausfällen im Jahr dann macht sich die Anlage bei mir bereits nur durch vermiedene Ausfälle in 5-6 Jahren bezahlt.

Da die Geräte in mehreren Räumen verteilt sind ist die Lösung mit kleinen USV-Geräten nicht sinnvoll. Ich bräuchte 5-6 USV-Kisten die irgendwo in der Ecke stehen, hässlich aussehen, Strom verbrauchen und nach 3-4 Jahre neue Akkus benötigen. Ob das dann auch alles wie gewünscht funktioniert ist die andere Frage.
Eine zentrale Lösung ist daher für meinen Betrieb das Optimum.
Und dadurch war die Entscheidung auch schon klar…

Die Auswahl
Zur Wahl standen der Alpha ESS Storion Smile 5, eine Lösung mit BYD-Speicher und wahlweise SMA oder Kostal-Wechselrichter, E3/DC-Speicher sowie die Speicherlösung von Senec.

Der Alpha ESS Storion Smile 5 hat mir am besten gefallen. Kompaktes System, alles in einer Kiste und USV-fähig!
Aber kennt die Firma irgendwer? In Deutschland ist das System bisher weitgehend unbekannt. Ausserdem “Einphasig”.
Über E3/DC habe ich mich in diversen Foren informiert und habe das Teil dann aus meiner Liste gestrichen.
Bei Senec scheint alles auf die Strom-Cloud ausgerichtet. Und genau wie bei Computern mag ich auch beim Strom Cloud-Systeme überhaupt nicht (es sei denn es ist eine eigene Cloud die ich selbst kontrolliere).
BYD-Speicher sind derzeit sehr hoch gelobt. Dazu Wechselrichter von SMA oder Kostal. 3phasige Anbindung, hohe Leistungsfähigkeit, bekannte Marken.
Bei SMA habe ich allerdings gelesen daß man als Endkunde bei Problemen teils lange warten muss. Ich kann das nicht beurteilen. Aber die Kritiken im Netz gehen derzeit eher zu Gunsten von Kostal aus. Technisch sind die Geräte auf ähnlich hohem Niveau.

Die Entscheidung fiel dann schon fast auf BYD-Speicher mit Kostal Plenticore Wechselrichter.
Allerdings ist das “nur” ein Speicher. D.h. keine USV-Funktion und auch kein Backup. Also “nur” eigenen Strom zwischenspeichern und bei Dunkelheit selbst verbrauchen. Nein, die USV-Funktion ist Pflicht.
Und da sich das finanziell als Nachrüstung nicht lohnen würde wäre es nur eine teure Spielerei.
Da ich das Teil gewerblich für meine Maschinen verwenden will ist das die Hauptfunktion die ich an einem Speicher benötige.

Und dann kam der Storion T10.
Den gibt es wohl schon länger, aber er ist erst seit kurzem auf der deutschen Seite von Alpha-ESS zu finden.
Im Prinzip ähnlich wie der Smile 5 aufgebaut aber 3phasig mit USV-Funktion und einer (optionalen) Umschaltbox die das komplette Haus automatisch und in weniger als 20ms auf Inselbetrieb schalten kann.
Bei einer Leistung von 10kW (Peak bis 14kW) sollte das in der Regel ausreichen. Soviel Last liegt hier normalerweise nicht an.

Der Alpha ESS Storion T10 scheint genau meine Maschine zu sein.

Aber eine unbekannte Firma?
Interessanterweise liegt der Vertrieb gleich bei mir um die Ecke (zur Not mit Fahrrad erreichbar) und es gibt auch einen Lieferanten der sich sehr für die Geräte eingesetzt hat, alle meine Fragen schnell und kompetent beantwortete und der dann auch den Zuschlag erhielt.
Ich konnte den Speicher vor Ort anschauen und mit anderen Speichern vergleichen.
Die mechanische Qualität hat mich überzeugt. Das Teil sieht durchgehend hochwertig konstruiert aus.
Die technischen Daten passen genau zu meinen Bedürfnissen.
Der Preis passt. Gekauft!

Bin ich halt wieder einer der Ersten (zumindest in Deutschland, im Rest der Welt scheinen die Kisten schon bekannter zu sein, in Australien ist der Hersteller wohl schon weit verbreitet)

Und damit beginnt das Abenteuer Batteriespeicher Alpha ESS Storion T10.
Über die Installation und den Betrieb berichte ich in folgenden Beiträgen hier in meinem Blog. Viel Spass beim Lesen.

Jochens Wetterblog am 18.7.2019

Rückblick
Kaum hatte ich letzte Woche geschrieben daß der Juli zu trocken sei, da hat es angefangen zu regnen. Donnerstag und Freitag fielen jeweils knapp über 4l/qm Niederschlag, Samstag nur ein paar Tropfen und am Sonntag nochmal 3l/qm. Der Donnerstag war mit nur 18°C der kühlste Tag der Woche, danach ging es mit den Temperaturen langsam wieder aufwärts. Ab Montag stiegen die Werte schon wieder auf sommerliche 26°C. Viel Sonne gab es noch am Mittwoch und dann erst wieder am Dienstag, dazwischen war der Himmel überwiegend bewölkt. Zwischen den Wolken gab es aber auch immer wieder längere sonnige Abschnitte. Nachts kühlte es jeweils auf angenehm frische Werte zwischen 14°C Freitag und nur 7°C am Mittwoch ab.

Ausblick
Die Wetterdienste melden für die nächsten Tage sommerliche Temperaturen bis 27°C. Bis Freitag gibt es noch ein paar Wolken, ab Samstag viel Sonne. Zum Wochenende soll dann wieder die 30°C-Marke geknackt werden.
Und ab Dienstag wird es voraussichtlich richtig heiß, da stehen Werte über 35°C in der Vorhersage.