Wüstentage, Heiße Tage, Sommertage…

Heute früh gab es im Garten die erste rote Tomate.
Datum: 9.7.2026.
Ungefähr 4 Wochen früher, als in den Vorjahren!
Im Internet drehen die Klimaleugner voll auf.
Schauen wir also mal, was die Daten sprechen…
Aus frei einsehbaren Daten kann man folgendes lesen:
Heiße Tage sind Tage mit einer Höchsttemperatur von über 30 °C
In Ingersheim wurden im Zeitraum 1971 bis 1981 im Schnitt nur 6,5 heiße Tage pro Jahr gezählt.
Der aktuelle Durchschnitt liegt heute bei 18 bis 25 heißen Tagen.
Jahresstatistik 2026 Wetterstation www.ingersheim-wetter.de
Wie wir aus meiner Statistik ablesen können (ganz unten), haben wir bis 8.7. in Ingersheim die 25 heißen Tage für 2026 erreicht.
Das hört aber nicht auf.
Vermutlich kommen noch viele heiße Tage dazu.
Vielleicht auch noch ein paar Wüstentage.
Die wurden vor einiger Zeit neu definiert.
Das sind Tage mit Höchstwerten über 35 °C
Temperaturwerte über 40 °C gab es in Deutschland bis 2025 insgesamt nur 4x, im Juni 2026 kamen gleich 3 Tage dazu, inklusive neuem Allzeit-Rekord (Seit Beginn der DWD-Aufzeichnungen)

Auch die Niederschlagswerte sind nicht besonders toll:
Regenmenge Juni -77% zum langjährigen Mittel
Regenmenge Mai -44% zum langjährigen Mittel
Regenmenge April -79% zum langjährigen Mittel
Regenmenge März -36% zum langjährigen Mittel
Klimaanlage
Unsere beste Anschaffung in letzter Zeit war eine Split-Klimaanlage.
Früher hat man so etwas nicht benötigt.
Im ersten Jahr lief das Ding kaum, letztes Jahr schon öfter und seit Mitte Juni 2026 ist die Klimaanlage im Dauerbetrieb.
Natürlich wird das System mit Solarstrom betrieben. Alles andere wäre ziemlich dumm.
Tropennächte
Im Internet findet man folgende Aussage zu Tropennächten, also Nächten, in denen die Temperatur nicht unter 20 °C fällt:
„Historischer Durchschnitt: In der Vergangenheit waren Tropennächte in der Region Ludwigsburg absolute Ausnahmen, die in besonders heißen Sommern ein- oder zweimal vorkamen.“
Bis zum 9.7.2026 hatten wir dieses Jahr bereits 7 Tropennächte!
Klimawandel?
Nicht das Wetter mit Klima verwechseln.
Wetter ist kurzfristig, Klima langfristig.
Klima ist quasi die Statistik für das Wetter über lange Zeit gesehen.
Aus den aktuellen Daten meiner Wetterstation kann man keinen Klimawandel ableiten, nur einen Wettertrend.
Aber dieser Trend ist deutlich sichtbar:
Es wird immer wärmer und trockener.
Übrigens: Wenn diverse wetterbeeinflussenden Faktoren zusammenkommen – und das deutet sich wohl schon an – dann wird zwar die Erde wärmer, aber bei uns in Europa kann es deutlich kälter werden!
Im schlimmsten Fall frieren wir dann wegen der Erderwärmung.
Hört sich schräg an, das kann aber durchaus passieren!
Wer genaueres wissen will, sollte sich mal zur Nordatlantischen Strömung schlau machen.
Im englischen heißt das Ding Atlantic Meridional Overturning Circulation, abgekürzt AMOC.
Die Bezeichnung passt perfekt. Wenn das Ding ausfällt, dann ist bei uns AMOK-Lage.
Dann müssen wir uns warm anziehen.
Kurze (unvollständige) Erklärung:
Die AMOC ist eine Ausgleichströmung.
Sie transportiert warmes Wasser aus dem Süden in den Norden und gibt die Wärme dabei stetig an die Atmosphäre ab. Dadurch ist es in Europa kuschelig warm.
Ohne die Strömung hätten wir ein Klima, wie in Kanada.
Die AMOC ist also unsere Heizung!
Durch die Erderwärmung wird diese Ausgleichströmung schwächer.
Irgendwann kippt das System. Dann hört diese Umwälzung auf und obwohl es auf der Erde insgesamt wärmer wird, wird es bei uns deutlich kälter!
Klar, solche Änderungen gab es in der Erdgeschichte schon immer.
Nur ist das für alle, die aktuell in Europ leben, eben ziemlich unangenehm.
Besonders doof ist es natürlich, wenn die Menschen dieses System quasi selbst abschalten.
Es wird also kurzfristig erst einmal viel wärmer, aber langfristig wird es vielleicht zapfig kalt.
Fazit:
Die Erde heizt sich auf – zieht Euch warm an!
PS.: dieses Jahr gibt es wieder El Ninjo, ein Phänomen, das alle paar Jahre auftritt und das weltweite Wetter ordentlich durcheinander werfen kann.
In 2026 soll es besonders krass ausfallen.
Mit dem aktuellen Wetter hat das aber nichts zu tun, denn seine Auswirkungen beginnen erst.
Für Europa sind die Auswirkungen in der Regel zudem auch recht gering.
Wörtlich übersetzt heisst El Ninjo „Kind“, oder „Junge“, abgeleitet vom Christkind, denn der Höhepunkt ist meistens um die Weihnachtszeit spürbar.
Mit dem aktuellen Wetter in Europa im Juni / Juli 2026 hat El Ninjo aber nichts zu tun!