{"id":2956,"date":"2020-09-01T13:35:00","date_gmt":"2020-09-01T11:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bastel-bastel.de\/blog\/?p=2956"},"modified":"2020-09-01T13:35:00","modified_gmt":"2020-09-01T11:35:00","slug":"akku-5-0-kapitel-9","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bastel-bastel.de\/blog\/index.php\/2020\/09\/01\/akku-5-0-kapitel-9\/","title":{"rendered":"Akku 2.0 &#8211; Kapitel 9"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Kapitel 9 &#8211; Umzug<\/strong><\/p>\n\n\n<p>Am Abend packte Jan alles zusammen, was er mitnehmen wollte. Er besa\u00df nicht viel. Seine Habseligkeiten passten in einen kleinen Reisekoffer und in einen Rucksack. Ein paar Kleidungsst\u00fccke, Waschsachen, sein Handy und ein Tablet. 3 B\u00fccher, die er f\u00fcr das Studium gekauft hatte, lie\u00df er auf dem Tisch liegen und legte einen kleinen Zettel dazu. Vielleicht freute sich ja irgendjemand dar\u00fcber. Alle anderen B\u00fccher hatte er als eBook in digitaler Form. <\/p>\n\n\n<p>Seine beiden Kommilitonen, die mit ihm die letzten 3 Jahre die WG bewohnt hatten, waren nicht da. Im Gegensatz zu ihm, hatten die beiden direkt nach dem Abschluss zu feiern angefangen und waren seither kaum noch in der gemeinsamen Unterkunft aufgetaucht. Jan \u00fcberlegte, wie er sich verabschieden sollte. Dann schrieb er einfach einen weiteren Zettel mit einem kurzen Gru\u00df und legte diesen ebenfalls auf den Tisch. Sie hatten ja Kontaktdaten ausgetauscht und sicher w\u00fcrde sich sp\u00e4ter noch ein Zeitpunkt finden lassen, um gemeinsam den Studienabschluss zu feiern und \u00fcber die Zukunft zu plaudern. <\/p>\n\n\n<p>Seine neue Adresse wollte er besser nicht dazuschreiben. Bei der Geheimniskr\u00e4merei des Professors musste niemand wissen, dass er jetzt dort wohnte. Au\u00dferdem war ihm der Gedanke zu peinlich, dass die beiden dort auftauchen und in der Villa versuchen k\u00f6nnten, eine Party zu starten. Nein, das wollte er auf keinen Fall. Handynummer und eMail-Adresse schien im ausreichend, denn auch w\u00e4hrend des Studiums hatten sie wenig Gemeinsamkeiten. <\/p>\n\n\n<p>Jan war der flei\u00dfige Streber, immer bem\u00fcht, das Beste aus Allem herauszuholen, die anderen beiden feierten lieber und hangelten sich von Pr\u00fcfung zu Pr\u00fcfung. Der Abschied von der WG-Wohnung fiel ihm nicht schwer. Zum Monatsende h\u00e4tte er sowieso ausziehen m\u00fcssen. Er legte seinen Schl\u00fcssel zu den Zetteln auf den Tisch. Dann verlie\u00df er den Raum und zog die T\u00fcr zu, ohne sich noch einmal umzudrehen. Jetzt w\u00fcrde ein neues Kapitel in seinem Leben beginnen. <\/p>\n\n\n<p>Eine halbe Stunde sp\u00e4ter stieg Jan vor der Villa aus einem Taxi. Das letzte Mal war er mit \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln gefahren. Das hatte aber \u00fcber eine Stunde gedauert, au\u00dferdem hatte er dieses Mal Koffer und Rucksack dabei. Er versp\u00fcrte den Drang, m\u00f6glichst schnell an seinem neuen Zuhause anzukommen. Die Kosten f\u00fcr diese Taxifahrt waren der erste Luxus, den sich Jan in den letzten 3 Jahren geleistet hatte. Aber das war es ihm wert. <\/p>\n\n\n<p>So stand Jan dann wie ausgemacht, mit Koffer und Rucksack, vor der Villa. Er sah dem Taxi hinterher, wie es den gro\u00dfen Hof vor dem ehemaligen Hotel verlie\u00df und stellte sich vor, wie lebhaft es hier wohl zugegangen war, als die Luxusherberge noch in Betrieb war. Jetzt war alles still, nur ein paar V\u00f6gel zwitscherten und der Wind raschelte in den Bl\u00e4ttern der B\u00e4ume. Die Natur hatte bereits angefangen, den einst prachtvollen Vorplatz zu \u00fcberwuchern. Jan l\u00e4chelte bei dem Gedanken, dass nichts Menschengemachtes f\u00fcr die Ewigkeit ist. Als das Taxi verschwunden war, drehte er sich um, und dr\u00fcckte auf die Klingel. <\/p>\n\n\n<p>Einen Augenblick sp\u00e4ter \u00f6ffnete ihm Maria. Sie freute sich, Jan zu sehen. Er folgte ihr zu einem Zimmer, das sie f\u00fcr ihn vorbereitet hatte. Der Raum war noch viel gr\u00f6\u00dfer als das Zimmer, in dem er am Vortag \u00fcbernachtet hatte. Die Haush\u00e4lterin wollte ihm seinen Koffer abnehmen, um seine Kleider in den riesigen begehbaren Kleiderschrank einzur\u00e4umen, doch Jan lehnte dankbar ab. Er war \u00fcberw\u00e4ltigt vom Anblick des Zimmers, das viel gr\u00f6\u00dfer war als seine WG und locker als komplette Wohnung durchgehen k\u00f6nnte. Maria ging zur T\u00fcr und erkl\u00e4rte ihm im Gehen, dass er sich gerne etwas frisch machen k\u00f6nne und dann in einer halben Stunde zum Abendessen in den Speisesaal kommen sollte. <\/p>\n\n\n<p>Jan dankte ihr und lief staunend durch sein neues Zuhause. Ihm fiel ein, dass sie noch gar nicht \u00fcber die Miete f\u00fcr diese luxuri\u00f6se Unterbringung gesprochen hatten. Er war sich nicht sicher, ob er sich das \u00fcberhaupt leisten konnte. Das angebliche Zimmer war eine Suite aus mehreren Zimmern, mit Bad, K\u00fcche und sicher \u00fcber 100 Quadratmetern Fl\u00e4che. Dazu noch die Dienste einer Haush\u00e4lterin? Er musste den Professor dringend darauf ansprechen. <\/p>\n\n\n<p>Zuerst aber packte Jan seinen kleinen Koffer aus und verstaute seine Kleidung im Schrank. Das sah witzig aus. Der begehbare Schrank war gr\u00f6\u00dfer als das Zimmer in seiner bisherigen WG und seine Kleider lagen verloren auf einem riesigen Regal. Jan \u00fcberlegte, wer wohl hier schon alles gewohnt hatte und welche Geschichten diese Suite erlebt haben k\u00f6nnte. <\/p>\n\n\n<p>Er ging ins Bad, stand kurz unter die Dusche, dann zog er frische Kleidung an und machte sich auf den Weg zum Abendessen.<\/p>\n\n\n<p>Als Jan im Esszimmer eintraf war er \u00fcberrascht, dass au\u00dfer Suzan und dem Professor sonst niemand anwesend war. Die beiden sa\u00dfen ziemlich verloren an einem gro\u00dfen Tisch in diesem riesigen Speisesaal. &#8222;Wo sind denn die anderen?&#8220;, fragte er erstaunt. <\/p>\n\n\n<p>&#8222;Hallo Jan&#8220;, der Professor schaute ihn freundlich an, &#8222;es gibt keine anderen. F\u00fcr mein Projekt ben\u00f6tige ich kein Team, nur einen Assistenten. Noch ist es Zeit f\u00fcr Dich, abzuspringen. Das Zimmer und Dein Arbeitsplatz im Institut stehen Dir dann nat\u00fcrlich trotzdem weiter zur Verf\u00fcgung. Aber wenn Du f\u00fcr das Projekt zusagst, dann gibt es kein Zur\u00fcck mehr. Dann bist Du dabei, inklusive aller Konsequenzen!&#8220; <\/p>\n\n\n<p>&#8222;Ich m\u00f6chte nichts Illegales machen&#8220;, erwiderte Jan unsicher. Erich lachte &#8222;Die Menschheit zu retten ist garantiert nicht illegal und wir machen auch nichts Verbotenes. Allerdings ist das Projekt derma\u00dfen revolution\u00e4r, dass wir trotzdem mit Allem rechnen m\u00fcssen. Geheimdienste, ein Leben im Untergrund, das wird alles wie in einem Film. Bist Du dabei?&#8220; <\/p>\n\n\n<p>Suzan und Erich sahen Jan fragend an. Dieser zuckte mit den Schultern, \u00fcberlegte noch einmal kurz, dann sagte er &#8222;Ach was solls, ich bin dabei. Das wird bestimmt spannend und deswegen bin ich ja auch hergekommen&#8220;. Suzan klatschte begeistert in die H\u00e4nde und Erich reichte ihm die Hand &#8222;Herzlichen Gl\u00fcckwunsch und willkommen im Team. Aber jetzt setz Dich erst mal, Du hast bestimmt Hunger.&#8220; <\/p>\n\n\n<p>Jan sp\u00fcrte pl\u00f6tzlich, wie Recht der Professor hatte, sein Magen knurrte. Sein Mittagessen war heute sp\u00e4rlich ausgefallen und das Fr\u00fchst\u00fcck lag schon recht lange zur\u00fcck. Maria trug ein leckeres Abendessen auf. Das war um Welten besser, als alles, was er sich die letzten Monate immer abends selbst zubereitet hatte. W\u00e4hrend des Essens schossen Jan viele Fragen durch den Kopf, es gab so viele Dinge, die er gerne wissen wollte. Er nahm sich noch ein St\u00fcck von diesem leckeren Braten, dann wandte er sich an Erich. &#8222;Darf ich fragen, warum Ihr mich ausgew\u00e4hlt habt, und nicht die anderen? Die arbeiten doch schon viel l\u00e4nger mit Euch zusammen?&#8220; <\/p>\n\n\n<p>Erich l\u00e4chelte. &#8222;Das ist leicht zu erkl\u00e4ren. Ich brauche jemand, dem ich vertrauen kann und bei dem ich sicher bin, dass er beim Projekt dabei bleibt, auch wenn es Schwierigkeiten gibt.&#8220; <\/p>\n\n\n<p>&#8222;Du vertraust Deinem Team nicht? Die kennst Du doch schon viel l\u00e4nger, als mich.&#8220; Jan schaute den Professor fragend an. Hatte er sich geirrt und hier war nur ein naiver kleiner Assistent gesucht, den man im Zweifel schnell und einfach wieder loswurde? War die Freundlich von Suzan nur gespielt?<\/p>\n\n\n<p>Eric atmete tief, dann antwortete er &#8222;Die Frage ist durchaus berechtigt. Aber ich kann Dich beruhigen.Gehen wir doch die einzelnen Mitglieder des Teams durch:<br \/>Nun ja, Franco Gelati ist super intelligent, aber ein wenig durchgeknallt und schwer einzuordnen. F\u00fcr meine Zwecke ist er viel zu zappelig. <\/p>\n\n\n<p>Uwe Anderson ist ein Patriot, allerdings ein amerikanischer Patriot. Ich vertraue ihm nicht wirklich, da ich wei\u00df, dass er alle unsere Forschungsergebnisse mit der NSA teilt. Das ist nicht wirklich schlimm, es wird ja sowieso alles ver\u00f6ffentlicht. Aber er macht das heimlich und denkt, ich bemerke es nicht. Bei diesem Projekt brauche ich aber absolutes Vertrauen und die NSA ist die letzte Einrichtung, der ich vertrauen w\u00fcrde. <\/p>\n\n\n<p>Patrick M\u00fcller, der hat Familie. Da ist es schwierig und gef\u00e4hrlich, ihn einzuweihen. Unser Projekt wird sicher einige Ortswechsel mit sich bringen, das kann ich ihm nicht zumuten. Eine Familie birgt immer auch das Risiko der Erpressbarkeit in sich. <\/p>\n\n\n<p>Andrea Witte und Rainer Klostermann sind zu bekannt. Das sind anerkannte Spitzenkr\u00e4fte, die selbst oft in der \u00d6ffentlichkeit stehen. Die arbeiten schon so lange mit mir zusammen. Es w\u00fcrde auffallen, wenn ich die in ein Geheimprojekt hineinziehen w\u00fcrde. Die k\u00f6nnen nicht einfach von heute auf morgen den Ort wechseln. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass die beiden von Uwe Anderson und seinen NSA-Kollegen genau beobachtet werden. Uwe wei\u00df, dass ich denen mehr vertraue als ihm. Er versucht immer, herauszufinden, ob es irgendetwas gibt, das sie wissen, aber er nicht.&#8220;<\/p>\n\n\n<p>Jan unterbrach ihn irritiert: &#8222;Aber wenn der Leiter des Teams einfach so das Institut verlassen m\u00fcsste, das w\u00e4re nicht auffallend?&#8220;<\/p>\n\n\n<p>Eric nickte: &#8222;Da hast Du recht, aber es gibt genug M\u00f6glichkeiten, um so einen Abgang glaubhaft zu machen. Seien es Differenzen mit Auftraggebern, vielleicht k\u00f6nnte ich mich ja auch darauf berufen, unzufrieden zu sein. Einzelne Personen sind viel flexibler, als ein ganzes Team. Aber lass uns weiter \u00fcber die Gruppe reden. Wir waren bei Andrea und Rainer. Die Beiden scheiden aus den genannten Gr\u00fcnden aus. <\/p>\n\n\n<p>Tatjana Sonjakova hat leider nur einen russischen Pass. Das schr\u00e4nkt ihre Bewegungsfreiheit zu sehr ein. Au\u00dferdem steht sie mit dieser Staatsb\u00fcrgerschaft ebenfalls unter scharfer Beobachtung diverser Geheimdienste. Die w\u00fcrden sofort merken, wenn Tatjana \u00f6fter mit mir zu tun h\u00e4tte, als die anderen Kollegen. <\/p>\n\n\n<p>Ich brauche einen Assistenten, den noch niemand kennt, der unverbraucht ist, der nicht \u00fcberwacht wird. Und falls Du verschwindest, dann kann ich ja sagen, Du warst einfach nicht gut genug.&#8220;<\/p>\n\n\n<p>Jan l\u00e4chelte gequ\u00e4lt und schluckte &#8222;werden wir denn wirklich \u00fcberwacht?&#8220; Erich lachte &#8222;Das kann man nie so genau wissen. Dass Uwe Anderson ein Spitzel der NSA ist, das ist sicher. Es sind auch schon seltsame Dinge passiert. Datentr\u00e4ger sind verschwunden. Computer, die wir abends ausgeschaltet hatten, waren am n\u00e4chsten Morgen wieder an. Arbeitsutensilien lagen an anderen Orten, als wir sie abgelegt hatten. Alles deutet darauf hin, dass irgendwer spioniert. Unser Forschungsprojekt ist der Schl\u00fcssel zur Zukunft, da schauen viele Menschen ganz genau hin und ich meine jetzt nicht unser Geheimprojekt, sondern die Forschung am Institut.&#8220; <\/p>\n\n\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/19bdb549b51446f0b3b46209f8a02b59\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\">\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kapitel 9 &#8211; Umzug Am Abend packte Jan alles zusammen, was er mitnehmen wollte. Er besa\u00df nicht viel. 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