{"id":2927,"date":"2020-09-01T17:06:00","date_gmt":"2020-09-01T15:06:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bastel-bastel.de\/blog\/?p=2927"},"modified":"2020-09-01T17:06:00","modified_gmt":"2020-09-01T15:06:00","slug":"akku-2-0-kapitel-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bastel-bastel.de\/blog\/index.php\/2020\/09\/01\/akku-2-0-kapitel-2\/","title":{"rendered":"Akku 2.0 &#8211; Kapitel 2"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kapitel 2 &#8211; Die Kollegen<\/strong><\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jan lauschte den Erkl\u00e4rungen von Professor Schmidt. <br \/>Seit 2 Wochen war er nun hier angestellt und es kam ihm immer noch wie ein Wunder vor, dass er diesen Arbeitsplatz bekommen hatte. <br \/>Jan hatte Chemie studiert und mit Auszeichnung bestanden. Er hatte sich gegen \u00fcber 3000 Bewerber durchgesetzt und trotz seinem totalen Blackout beim Vorstellungsgespr\u00e4ch, hatte er den Professor wohl von sich \u00fcberzeugen k\u00f6nnen. Einen Job in dieser Branche zu finden, war gar nicht so einfach. Zwar wurden viele Techniken in Deutschland zur Marktreife entwickelt, aber die Politik schaffte es immer wieder, Fortschritte zu verhindern. <\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erst war es die Fotovoltaik. Mit gro\u00dfem Tamtam und viel Geld wurde eine Industrie in Deutschland entwickelt und aufgebaut. Als die Technik dann marktreif war und konkurrenzf\u00e4hig zu den herk\u00f6mmlichen Energien, da wurde die Unterst\u00fctzung gekappt und eine komplette Branche mit Tausenden Arbeitspl\u00e4tzen vernichtet. Seither kommen die Solarmodule und Elektronik zum gr\u00f6\u00dften Teil aus China. In Deutschland blieb nur ein k\u00fcmmerlicher Rest zur\u00fcck. <\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kurze Zeit nach der Fotovoltaik kam die Windkraft dran. Die Regierung redete zwar immer \u00fcber die Energiewende, dem Zwang zum Wandel und die Ausrichtung hin zu erneuerbaren Energien. Ihr Handeln lief aber genau in die entgegengesetzte Richtung. Mit immer neuen Auflagen und Regeln kam auch diese Branche ins Straucheln. In 2019 wurden 80% weniger neue Windr\u00e4der gebaut als im Vorjahr. Danach ging es langsam auch in diesem Wirtschaftszweig dem Ende entgegen. Nach kurzer Zeit waren die Arbeitspl\u00e4tze weg und die Chinesen \u00fcbernahmen auch hier die Marktf\u00fchrerschaft. <\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit der Batterietechnik verhielt es sich etwas anders. Da war Deutschland von Anfang an im R\u00fcckstand. Die Forschung im Land war Weltklasse, aber umgesetzt wurde fast nichts. Zu Aufw\u00e4ndig, zu teuer, jedes Mal, wenn ein Argument gegen den Aufbau einer Industrie rund um die Speichertechnologien widerlegt wurde, fand man neue Gr\u00fcnde um diese Technik nicht ins Land zu lassen. <\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ob es an der Angst der Automobilindustrie vor dem Wandel lag oder an den Energiekonzernen oder hatten die Politiker einfach nicht genug Mumm, hier die Wende einzuleiten? <\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht war es auch eine Mischung aus allem oder es gab noch weitere Interessen, die den Aufbau einer deutschen Speicherindustrie verhindern wollten. Ende 2020 war auch dieser Bereich fest in chinesischer Hand, deutsche Firmen spielten praktisch keine Rolle in dieser Zukunftstechnologie. <\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch diese politisch inszenierte Unterdr\u00fcckung des Fortschritts d\u00fcmpelte der Bereich der erneuerbaren Energien lange nur vor sich hin. Die aufkeimende Hoffnung war schon lange erstickt und durch den politisch erzwungenen R\u00fcckbau war die Zahl der Arbeitspl\u00e4tze erheblich gesunken. So war es ein Wunder, dass Jan hier \u00fcberhaupt Arbeit gefunden hatte, in einem der wenigen Hightech-Forschungslabore. <\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Leuchtturmprojekt der Bundesregierung gestartet war das Batterie-Forschungscenter direkt neben der Uni gebaut worden, in der Jan studiert hatte. <\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier gab es die modernsten Arbeitspl\u00e4tze, gerade so wie Jan sie sich immer schon ertr\u00e4umt hatte. Der Leiter, Professor Erich Schmidt, war einer der renommiertesten Forscher auf dem Gebiet der Speichertechnologien. Eigentlich wollte Jan ja direkt nach seinem Diplom erst eine Auszeit machen und ein halbes Jahr durch die Welt reisen. <\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber dieses Job-Angebot war eine einmalige Chance gewesen und zu unwiderstehlich, daher hatte er dankbar zugegriffen. Die Ausstattung des Forschungsinstitutes war mit das Beste, das man sich w\u00fcnschen konnte. W\u00e4hrend die Politik weite Teile der Forschung vernachl\u00e4ssigte und Gelder lieber f\u00fcr unwichtige Dinge zum Fenster hinauswarf, wurde bei den wenigen ausgew\u00e4hlten Leuchtturmprojekten richtig geklotzt. <\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gab viel Platz f\u00fcr die Forschung. Die R\u00e4ume waren nach modernsten Erkenntnissen gebaut, Computer und Maschinen waren das Beste, das man f\u00fcr Geld kaufen konnte. Jan war direkt in die Arbeitsgruppe von Professor Schmidt aufgenommen worden und arbeitete dort mit 6 weiteren Kollegen. <\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Franco Gelati, der Italiener war ein lustiger junger Typ und immer zu Sp\u00e4\u00dfen aufgelegt. Von Kleiderordnung hielt er nicht viel. Meistens sah er aus wie ein Streuner. Wer ihn nicht kannte, traute ihm sicher nicht zu, dass er mehrere Sprachen sprach und bereits mit 35 Jahren 3 Doktortitel besa\u00df.<\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"> Rainer Klostermann, ein etwas \u00e4lterer Kollege, leicht untersetzt, mit einem schelmischen Grinsen im Gesicht, war der ruhige Pol der Forschergruppe. Wenn Franco Gelati durch das Labor tanzte und seine Scherze trieb, war er es, der wieder f\u00fcr Ruhe sorgte. <\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Andrea Witt, eine nette Kollegin, die die flei\u00dfigste von allen zu sein schien. Unauff\u00e4llig arbeitete sie von fr\u00fch bis sp\u00e4t. Sie ging immer als letzte in die Mittagspause und war auch meistens als erste wieder zur\u00fcck im Labor. Ihre Kollegen sch\u00e4tzten ihre zielstrebige und professionelle Arbeit. <\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine weitere Kollegin war Tatjana Sonjakova, eine flotte Russin. Noch recht jung und mit einem verf\u00fchrerischen Blick, dem kaum ein Mann widerstehen konnte. Tatjana war die Elektronik-Expertin im Team. Falls es irgendwo einmal hakte, ben\u00f6tigte sie nur wenige Minuten, um Ger\u00e4te und Computer wieder ans Laufen zu bekommen. <\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Uwe Anderson, ein Amerikaner, der selbst abends noch eine Sonnenbrille trug, war der einzige Kollege, dem Jan nicht ganz \u00fcber den Weg traute. Er war immer \u00fcbertrieben freundlich, wenn er mit einem redete. Doch \u00fcber abwesende Kollegen l\u00e4sterte er meistens ziemlich \u00fcbel. Dieser Wesenszug gefiel Jan nicht besonders. <\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Patrick M\u00fcller, der in seiner Freizeit offensichtlich gerne ins Fitnessstudio ging, passte nicht ganz zu Jans Vorstellung eines Chemikers. Mit seinen knapp 2 Metern K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe \u00fcberragte er die anderen erheblich. Optisch w\u00e4re er wohl eher als Model geeignet, aber sobald man mit ihm redete, merkte man schnell, dass er auch einiges im Kopf hatte und nicht umsonst von Professor Schmidt in dieses Team berufen worden war. <\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alle zusammen waren mit Sicherheit die besten auf ihrem Gebiet. Aber Professor Schmidt schien auch viel Wert auf den Charakter seiner Mitarbeiter zu legen. Es war eine flei\u00dfige und sehr lustige Truppe. Jan f\u00fchlte sich an seinem neuen Arbeitsplatz ausgesprochen wohl. Und dann war da noch Suzan. Jan war wieder in seine Gedanken versunken und schaute bewundernd seine Kollegin an, die ein paar Schritte weiter auf der anderen Seite des Professors stand. Schon als der Professor sie ihm bei seinem Bewerbungsgespr\u00e4ch vorgestellt hatte, war ihm die Luft weggeblieben und jedes Mal, wenn er sie ansah, wurde ihm ganz warm. Bis heute konnte er sich noch nicht an sein Vorstellungsgespr\u00e4ch erinnern, ihr Anblick hatte ihn ausgeknockt. Eine junge Asiatin mit langen schwarzen Haaren, gr\u00fcnen Augen und einem strahlendem L\u00e4cheln. Er war vom ersten Augenblick in sie verliebt. Das Leben schien es gut mit ihm zu meinen. Er hatte einen der begehrtesten Arbeitspl\u00e4tzen ergattert, in einem Institut mit einer der besten Ausstattung an Forschungsmaterial. Er arbeitete bei einem der bedeutendsten Forscher auf seinem Gebiet und dann war auch noch so eine Traumfrau seine Kollegin&#8230; <\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Jan, h\u00f6ren Sie \u00fcberhaupt zu? Sie sollten sich die Ergebnisse unseres Experiments von gestern anschauen und nicht Suzan anstarren!&#8220; Jan schnappte nach Luft. Augenblicklich wurde er aus seinen Tr\u00e4umen gerissen. Professor Schmidt schaute ihn mit strengem Blick an. Er war sich nicht bewusst, dass er die ganze Zeit nur auf Suzan gestarrt hatte, aber anscheinend lange genug, dass seine Mitarbeiter und sein Chef es mitbekommen hatten. <\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alle Blicke ruhten auf ihm. Er lief knallrot an und stammelte &#8222;tut mir leid Professor, ich war gerade in Gedanken&#8220;. Prof. Schmidt l\u00e4chelte milde &#8222;Das habe ich gesehen. Gedanken und Finger weg von Suzan! Wir sind hier bei der Arbeit!&#8220; Alle lachten, Jan w\u00fcnschte sich ein Loch im Boden, in das er versinken konnte. Was f\u00fcr eine peinliche Situation. &#8222;Jetzt bitte zur\u00fcck zu den Forschungsergebnissen. Ihre Aufgabe ist es, die Proben auszuwerten, zu testen, kategorisieren und darauf aufbauend die n\u00e4chsten Versuche vorzubereiten.&#8220; <\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jan nickte, er schaute seine neuen Kollegen an, Uwe Anderson grinste h\u00e4misch, die anderen lachten und zu seinem Erstaunen l\u00e4chelte Suzan ihn freundlich und gar nicht ver\u00e4rgert an.<\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"> Der Job fing ja gut an, gerade 2 Wochen hier und schon in ein Fettn\u00e4pfchen getreten.<\/p>\n\n\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/6bf622033248449f9ecf8738625be9c6\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\">\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.bastel-bastel.de\/blog\/?p=2931\">Weiter zu Kapitel 3 &#8211; Die Aufnahmepr\u00fcfung<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kapitel 2 &#8211; Die Kollegen Jan lauschte den Erkl\u00e4rungen von Professor Schmidt. 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