{"id":2472,"date":"2020-01-13T17:07:38","date_gmt":"2020-01-13T16:07:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bastel-bastel.de\/blog\/?p=2472"},"modified":"2020-01-13T17:07:38","modified_gmt":"2020-01-13T16:07:38","slug":"elektrisch-zum-feldberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bastel-bastel.de\/blog\/index.php\/2020\/01\/13\/elektrisch-zum-feldberg\/","title":{"rendered":"Elektrisch zum Feldberg"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.bastel-bastel.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_1054.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bastel-bastel.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_1054-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2473\" width=\"216\" height=\"287\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Vom 10.1.2020 bis 12.1.2020 waren wir mit unserem <a href=\"https:\/\/www.bastel-bastel.de\/blog\/?p=1594\">Hyundai Kona Elektro<\/a> f\u00fcr ein Wochenende auf dem Feldberg im Schwarzwald.<\/p>\n\n\n<p><strong>Reichweitensch\u00e4tzung<\/strong><\/p>\n\n\n<p>200 Kilometer Strecke sollten f\u00fcr heutige Elektroautos auch im Winter kein Reichweitenproblem darstellen. <br \/>Unser Hyundai Kona Elektro mit 64 kWh-Akku schafft im Sommer locker 400km, im Winter sollten es mindestens 300km sein. Das hat bisher auch immer ganz gut gestimmt, wie man an den Fahrten in den <a href=\"https:\/\/www.bastel-bastel.de\/blog\/?p=1957\">Europapark in Rust<\/a> sehen kann. <br \/>Auf der Autobahn kann man im Winter mit 20-22kWh pro 100km rechnen. Aber wie sieht es aus, wenn es dabei auch noch den Berg hochgeht?<br \/>Unser Ziel, das Familotel Feldberger Hof, liegt auf 1277m \u00fcNN, unser Haus auf ca. 270m \u00fcNN, die Strecke hat also einen H\u00f6henunterschied von ziemlich genau 1000m. <br \/>Die Entfernung liegt bei 200km. <br \/>Bei der Abfahrt zeigt unser Kona bei +4\u00b0C, voll geladen, eine Reichweite von 389km an. Diese Reichweitensch\u00e4tzung basiert auf der bisherigen Fahrweise und Strecke. <br \/><br \/>Auf Landstra\u00dfen ist es meistens mehr, bei Autobahnfahrt und gro\u00dfem H\u00f6henunterschied wird die Reichweite vermutlich deutlich geringer sein. <br \/>Wir fuhren freitagnachmittags direkt nach der Schule los auf die A81 in Richtung Stuttgart. Es war wie immer im Gro\u00dfraum Stuttgart sehr viel Verkehr, aber zum Gl\u00fcck war auf der ganzen Strecke kein Stau.<br \/>Die Strecke f\u00fchrte \u00fcber 150 km Autobahn und 50 km Landstra\u00dfe bis an das Hotel Feldberger Hof. Auf der Autobahn schwammen wir im Verkehr mit, das hei\u00dft Tempo 100 in Baustellen und bei dichtem Verkehr. Bei freier Strecke gerne auch mal 150 km\/h. Wir sind nicht gerast, aber auch nicht geschlichen, der geladene Strom sollte locker ausreichen.<\/p>\n\n\n<p>Nach 2 Stunden und 20 Minuten hatten wir unser Ziel erreicht. F\u00fcr die Verkehrssituation war das ein recht guter Wert. \u00dcber die Strecke von 200 km haben wir 22 kWh\/100 km ben\u00f6tigt. <br \/>Das ist bei Temperaturen knapp \u00fcber dem Gefrierpunkt, Autobahntempo und einem Anstieg von 1000 H\u00f6henmetern besser, als ich es erwartet hatte. Der Kona zeigte noch 110 km Restreichweite an.<br \/>Theoretisch m\u00fcsste man anschlie\u00dfend testweise den Berg wieder hinunterfahren, da ben\u00f6tigt das Auto dann keine Energie mehr, im Gegenteil: Bei Bergabfahrt wird bei einem Elektroauto, im Gegensatz zu einem Verbrenner, wieder Energie in den Akku zur\u00fcckgespeist. <\/p>\n\n\n<p><strong>Ladesituation<\/strong><\/p>\n\n\n<p>Vor der Fahrt hatte ich im Internet recherchiert, wo man laden kann und was die beste Ladestrategie f\u00fcr die Reise ist.<br \/>Ich halte die Elektromobilit\u00e4t f\u00fcr eine Technik der Zukunft und will nie wieder einen Verbrenner fahren. Auch f\u00fcr die Umwelt sind Elektrofahrzeuge deutlich besser, als jedes Verbrennungsfahrzeug. Aber trotz Gerede der reGIERung, wird von \u00f6ffentlicher Seite viel zu wenig f\u00fcr die Infrastruktur getan. <br \/>Ein Verkehrsmittel taugt nur dann wirklich f\u00fcr Langstrecke, wenn ausreichend Versorgungsm\u00f6glichkeiten vorhanden sind.<\/p>\n\n\n<p>F\u00fcr normale Autos gibt es an der Autobahn ungef\u00e4hr alle 50 Kilometer Tankstellen. Tesla hat mittlerweile auch eine sehr gute Abdeckung mit Ladem\u00f6glichkeiten, den sogenannten Superchargern.<br \/>Die restliche Autoindustrie befindet sich noch im sp\u00e4ten Mittelalter.<br \/>Wir fahren mit unserem Hyundai Kona zu 90% Kurzstrecke, daf\u00fcr ist das Auto bestens geeignet. Aber es sollte auch langstreckentauglich sein.<\/p>\n\n\n<p>Mit etwas Planung ist das auch kein Problem. Aber von einer  elektrischen Mobilit\u00e4tsl\u00f6sung f\u00fcr die Massen ist Deutschland noch weit entfernt. Auf der ganzen Strecke gibt es nur eine Rastst\u00e4tte, die mehr als einen Ladepunkt hat. Dazwischen stehen ein paar vereinzelte Lades\u00e4ulen, die man erst finden und dann hoffen muss, dass sie funktionieren. Man stelle sich das f\u00fcr Verbrenner vor: Es gibt nur eine Zapfs\u00e4ule. Einzelne Lades\u00e4ulen k\u00f6nnen dann vielleicht auch defekt sein, zugeparkt, belegt oder sonst irgendwie nicht zug\u00e4nglich. Darauf verlassen, dass man dort laden kann, sollte man sich nicht.<\/p>\n\n\n<p>Dieser Rasthof mit den 4 Lades\u00e4ulen liegt f\u00fcr uns auch ziemlich ung\u00fcnstig genau in der Mitte der Strecke. Das bedeutet Laden nach 100 Kilometer, wenn der Akku noch fast voll ist oder auf dem R\u00fcckweg nach 300 Kilometer. Da sind wir dann aber an der Reichweitengrenze. Beide Optionen sind nicht besonders gut.<br \/>Ideal sind f\u00fcr Elektroautos sogenannte Destination-Charger, also Ladem\u00f6glichkeiten am Ziel. Entspannt ankommen, Auto einstecken und wenn man zur\u00fcckf\u00e4hrt, ist der Akku wieder voll.<br \/>Die (wenigen) Schnell-Lader an der Autobahn braucht man dann nur, wenn die Strecke l\u00e4nger ist als man mit einer Akkuladung fahren kann.<br \/>Ideal w\u00e4re also eine solche Ladem\u00f6glichkeit auf dem Feldberg&#8230;<\/p>\n\n\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/0369f99fe0e74e79b920714b5afc131c\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\">\n\n\n<p><strong>Ladem\u00f6glichkeit am Hotel.<\/strong><\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bastel-bastel.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_0801-1024x744.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2474\"\/><\/figure>\n\n\n<p>Der Feldberger Hof wirbt damit, das erste klimaneutrale Hotel in Deutschland zu sein. Zus\u00e4tzlich wird auch viel Wert auf Umweltfreundlichkeit gelegt. Da sollte man doch auch von einer vorhandenen Ladeinfrastruktur ausgehen. Aber leider gibt es im Hotel keine brauchbare Ladem\u00f6glichkeit. Im Ladestellenverzeichnis bei GoingElectric wird als Ladem\u00f6glichkeit eine einzelne Schuko-Steckdose aufgef\u00fchrt. Bei einer Anfrage an das Hotel per eMail hie\u00df es, das sei keine &#8222;normale&#8220; Steckdose, sondern speziell f\u00fcr Elektrofahrzeuge und eine Ladung sei f\u00fcr pauschal 20,- Euro m\u00f6glich.<br \/>Vor Ort stellt sich dann heraus, dass es doch nur eine normale Steckdose mit 230V\/10A ist.<br \/>Immerhin h\u00e4ngt dort ein Ladeadapter, der macht die Steckdose aber nicht zu einer &#8222;speziellen&#8220; Elektroladesteckdose. &#8222;Speziell&#8220; w\u00e4re eine sogenannte Wallbox.<br \/>Zudem ist der Zugang nicht reservierbar und Laden nur zwischen 22 Uhr abends und 9 Uhr in der Fr\u00fch m\u00f6glich. <br \/>Kurz \u00fcberschlagen reicht die angebotene Ladem\u00f6glichkeit \u00fcber Nacht f\u00fcr maximal 20kWh (10 Stunden a 2kWh). Wir ben\u00f6tigen aber 40kWh f\u00fcr die 200km R\u00fcckfahrt. Man m\u00fcsste also 2x darauf hoffen, dass die Ladem\u00f6glichkeit verf\u00fcgbar ist und dann morgens um 8 Uhr das Auto wieder umstellen. Bei 20,- Euro pro Ladevorgang w\u00e4ren das 40,- Euro, also 1,- Euro pro Kilowattstunde. Das ist ein heftiger Preis. <br \/>Vermutlich wird das Hotel im Einkauf weit weniger zahlen, als den aktuellen Haushalts-Strompreis von ungef\u00e4hr 30 cent pro kWh. <br \/>Eine Alternative in der Tiefgarage an &#8222;irgendeiner&#8220; Steckdose ist leider nicht verf\u00fcgbar. <br \/>Ein Elektroauto l\u00e4sst sich problemlos an jeder Steckdose laden, aber nat\u00fcrlich darf man nicht einfach ungefragt irgendwo im Hotel einstecken. Da uns diese M\u00f6glichkeit verwehrt wurde, musste eine Alternative her.<br \/>Angesprochen auf die in der Buchungsbest\u00e4tigung enthaltene Parkm\u00f6glichkeit &#8222;&#8230;oder im Parkhaus gegen\u00fcber&#8220;, hie\u00df es, dass das eigentlich nicht \u00fcblich sei. <br \/>Eine brauchbare Ladem\u00f6glichkeit f\u00fcr Elektroautos im Feldberger Hof kann daher mit Stand 12.1.2020 als quasi nicht vorhanden bezeichnet werden.<\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bastel-bastel.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_0935-1024x807.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2475\"\/><\/figure>\n\n\n<p><br \/>Wir entschieden uns, im \u00f6ffentlichen Parkhaus gegen\u00fcber zu parken, dort sind 4 offizielle Ladepunkte mit je 22kW verf\u00fcgbar.<br \/>Als ich an der Rezeption bekannt gab, dass die angebotene &#8222;spezielle&#8220; Steckdose und das kurze Zeitfenster (22h &#8211; 9h), in Verbindung mit der Nicht-Reservierbarkeit der Steckdose, uns zum Laden nicht ausreichen w\u00fcrde und wir ins \u00f6ffentliche Parkhaus umparken w\u00fcrden, wurde uns (nach R\u00fccksprache mit dem Backoffice) eine Parkkarte ausgeh\u00e4ndigt. Damit durften wir dann von Freitag bis Sonntag im Parkhaus parken, das sparte uns die 13,- Euro Tagespauschale. Eine nette Geste, aber es w\u00e4re entspannter, wenn dem Gast von Anfang an eine brauchbare Ladem\u00f6glichkeit angeboten w\u00fcrde, zumal ich bereits vorher per Mail angefragt hatte.<\/p>\n\n\n<p><strong>Ladem\u00f6glichkeit am Feldberg<\/strong><\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bastel-bastel.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_0936-870x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2476\"\/><\/figure>\n\n\n<p>Im Parkhaus gibt es in der 4. Ebene 2 Ladeboxen mit je 2 Anschl\u00fcssen (Typ2, 20kW). <br \/>Die Ladepl\u00e4tze waren am Freitag alle frei und erfreulicherweise auch am Sonntag, trotz vollem Parkhaus, nicht zugeparkt.<br \/>Betrieben werden die Lades\u00e4ulen von Energiedienst.de \/ NaturEnergie und als Strom wird, wie auf einem gro\u00dfen Aufkleber zu lesen ist, Wasserkraft aus dem Schwarzwald verwendet. Die Lades\u00e4ulen sind mit Steuergeldern vom Land Baden-W\u00fcrttemberg gef\u00f6rdert. <br \/>Die Platzierung direkt am Ausgang zum Skigebiet ist im Winter vermutlich etwas kritisch, da laufen die ganzen Skifahrer mit Skiausr\u00fcstung vorbei. <br \/>Ich habe daher auf einem der r\u00fcckseitigen Parkpl\u00e4tze geparkt und den Kona an die Lades\u00e4ule gesteckt. Nur leider lie\u00df sich die Ladebox nicht mit der ENBW-App freischalten. Obwohl die Ladestation in der APP aufgef\u00fchrt wird, funktionierte es nicht. Mit angestecktem Kabel meckerte die APP &#8222;Ladepunkt belegt&#8220;, will man vor dem Einstecken freischalten, dann heisst es &#8222;Lades\u00e4ule nicht erreichbar&#8220;.<br \/>Alle 4 Ladepunkte waren NICHT freischaltbar.  Das ist \u00e4rgerlich.<br \/>Auf der Webseite von Energiendienst.de\/NaturEnergie kann man sich registrieren und dann f\u00fcr 59 cent pro kWh laden.  Die aufgef\u00fchrte Hotline war erst wieder am Montag erreichbar. F\u00fcr Lades\u00e4ulen w\u00e4re eine Erreichbarkeit auch am Wochenende w\u00fcnschenswert.<br \/>Ich \u00fcberlegte und schaute auch kurz in meiner Plugsurfing-App. Zu meinem Erstaunen war die Lades\u00e4ule dort aufgef\u00fchrt. 2 Tage vorher bei der Streckenplanung war die S\u00e4ule dort noch nicht vorhanden.  Mit dem Plugsurfing-RFID-Pin lie\u00df sich die S\u00e4ule dann auch problemlos freischalten und der Kona lud mit 7kW (das Auto kann an AC nur 1phasig laden, bei 22kW Lades\u00e4ulen damit max. 7kW). Immerhin, die Ladung war gestartet. <br \/>Allerdings war es doch etwas \u00e4rgerlich, dass die ENBW-App nicht funktionierte. <br \/>Damit h\u00e4tte mich eine Kilowattstunde 29cent gekostet. Mit Plugsurfing sind wir mit 59cent beim doppelten Preis.<\/p>\n\n\n<p><strong>Preis-Roulette<\/strong><\/p>\n\n\n<p>200 Kilometer = 40kWh, das sind dann 12,- Euro pro 100km \u00fcber Plugsurfing, \u00fcber ENBW w\u00e4ren es 6,- Euro, am Hotel 20,- Euro. <br \/>Zuhause im Kaufland 0,- Euro, mit der eigenen Solaranlage 50cent. Man muss bei Elektrofahrzeugen also immer genau schauen, wo man l\u00e4dt. <br \/>Mit einem Verbrenner h\u00e4tten wir auf dieser Strecke wohl 8l\/100km ben\u00f6tigt, das w\u00e4ren dann 12,- Euro\/100km. <br \/>Zumindest f\u00fcr die Umwelt war es jedenfalls gut, dank Strom aus Wasserkraft lag der CO2-Aussto\u00df bei 0g\/km.<\/p>\n\n\n<p>Immerhin lud es, aber die erste Stunde vom Wochenende war bis zu diesem Punkt schon weg. Erholung ist etwas anderes.<br \/>Sp\u00e4ter hatte ich \u00fcber die ENBW-App noch die ENBW-Ladekarte bestellt, vielleicht sind die Karten mit RFID zuverl\u00e4ssiger als die Apps auf dem Smartphone. Das kann ich dann das n\u00e4chste Mal ausprobieren.<\/p>\n\n\n<p><strong>Volle Ladung<\/strong><\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bastel-bastel.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_0941-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2483\"\/><\/figure>\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen, nach dem Fr\u00fchst\u00fcck, holten wir den Schlitten aus dem Auto und erleichtert registrierte ich, dass der Akku \u00fcber Nacht voll geladen worden war. <br \/>Ich parkte das Auto um, damit auch andere laden konnten. Wir waren noch 3x am Wochenende am Auto (Schlitten ins Auto\/aus dem Auto), dabei waren die Ladepl\u00e4tze fast immer leer. <\/p>\n\n\n<p>Einen eGolf habe ich an der Ausfahrt gesehen, ein belgischer Plugin-Hybrid stand am Sonntag neben einem Tesla an der Lades\u00e4ule.<br \/>Die Plugsurfing-App zeigt mittlerweile 45,6 kWh f\u00fcr 23,93 Euro an. Das ist ein stolzer Preis, mit der ENBW-App h\u00e4tte es 13,25 Euro gekostet.<br \/>Es w\u00e4ren nat\u00fcrlich keine 45kWh n\u00f6tig gewesen. Der Akku war ja nicht ganz leer, aber dann h\u00e4tte man mitten in der Nacht (morgens zwischen 3 und 4) zum Auto m\u00fcssen, das war es mir dann nicht wert.<\/p>\n\n\n<p>Im Vergleich zu den 40,- Euro f\u00fcr 2x aufw\u00e4ndig im Hotel laden, war es trotzdem noch g\u00fcnstiger und auch deutlich komfortabler.<br \/>Vielleicht h\u00e4tte das Hotel ja auch nur 1x laden berechnet, aber im Urlaub will ich nicht \u00fcber den Preis verhandeln m\u00fcssen, daher gehe ich von den 40,- Euro aus. <br \/>Da das Hotel ansonsten einen sehr angenehmen Aufenthalt mit allem Komfort bietet, ist das f\u00fcr Elektroauto-Fahrer doch recht entt\u00e4uschend, auch wenn es am Ende dann doch noch mit dem Laden funktioniert hat.<br \/>F\u00fcr Service, Freundlichkeit und Erholungswert kann man dem Feldberger Hof glatte 100 Punkte geben. Aber nur, wenn man nicht mit dem Elektroauto anreist. <br \/><br \/>Es geht nicht darum, irgendetwas gratis abzustauben. Es fehlt einfach nur eine M\u00f6glichkeit, sein Auto zu laden. Das ist ein Service, der 2020 in jedes Hotel geh\u00f6rt. In ein 4 Sterne Hotel, das mit Umweltfreundlichkeit Werbung macht, auf jeden Fall.<br \/>Man braucht ja keine spezielle Steckdose. F\u00fcr ein Hotel dieser Gr\u00f6\u00dfe w\u00e4ren 10 herk\u00f6mmliche Steckdosen in die Tiefgarage ausreichend. Damit w\u00e4ren mit &#8222;Ladeziegel&#8220; bei 2kW (das entspricht der Leistung eines F\u00f6hns) bei allen Elektroautos nach einem Tag die Akkus voll &#8211; ohne Umparken.  F\u00fcr die entsprechenden Parkpl\u00e4tze k\u00f6nnte man dann auch 10-20 Euro extra f\u00fcr das Laden verlangen. Aber die Einschr\u00e4nkung auf 22h Abends bis 8h in der Fr\u00fch und dann nur eine Steckdose f\u00fcr das ganze Hotel, das ist schade.<\/p>\n\n\n<p><strong>Die Heimfahrt<\/strong><\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bastel-bastel.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/IMG_1178-1024x626.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2477\"\/><\/figure>\n\n\n<p>Sonntagmittags ging es dann wieder in Richtung Heimat. Bei der Abfahrt aus dem Parkhaus machte sich dann recht schnell die Tatsache bemerkbar, dass man ein Elektroauto nicht oben auf dem Berg komplett voll laden sollte. <br \/>Immer wieder kam die Meldung &#8222;Rekuperation nicht m\u00f6glich &#8211; Akku voll&#8220;. <br \/>Das ist nat\u00fcrlich kein Fehler, aber ein Hinweis, dass man Bergab jetzt wie bei einem Verbrenner mit den Bremsen sinnlos Energie vergeudet, anstatt diese, wie bei einem Elektroauto \u00fcblich, in den Akku zur\u00fcckzuladen. Der Motor arbeitet in einem solchen Fall normalerweise beim Bremsen als Generator (Fachbegriff Rekuperieren).<br \/>Trotz dieser Energieverschwendung hatten wir auf den ersten 50km vom Feldberg bis hinab ins Tal und \u00fcber die Landstra\u00dfe zur Autobahn einen Verbrauch von 11kWh\/100km erzielt. <br \/>Mit Rekuperation w\u00e4ren es vermutlich deutlich unter 10kWh gewesen. Hier sieht man deutlich den Vorteil eines Elektroantriebs bei Berg- und Talfahrt. Der Mehrverbrauch bergauf wird sp\u00e4ter bergab wieder eingespart.<\/p>\n\n\n<p>Bei freier Autobahn und vollem Akku hatte ich dann auch keine Lust auf langsame Fahrt. Der Kona hat mit 395Nm ausreichend Drehmoment und zieht souver\u00e4n bis 178km\/h laut Tacho. Dann schl\u00e4gt die Geschwindigkeitsbegrenzung deutlich sp\u00fcrbar zu. Schneller will das Auto nicht. Macht aber nichts, au\u00dfer in Deutschland darf man so schnell sowieso nirgends fahren. Meistens ist das auf den vollen Autobahnen auch gar nicht m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n<p>Kurz vor B\u00f6blingen war dann auch wieder auf 120 begrenzt und der Rest der Strecke erlaubt verkehrstechnisch kaum noch Geschwindigkeiten \u00fcber 100km\/h. Stuttgart ist umsonst die Stau-Hauptstadt Deutschlands.<\/p>\n\n\n<p>F\u00fcr 197km in 2:10 Stunden im Winter bei 0\u00b0C &#8211; 4\u00b0C Aussentemperatur sind 17,8kWh ein sehr akzeptabler Verbrauch. Das sind in Dinopampe (Benzin) umgerechnet ungef\u00e4hr 1,8l\/100km.<br \/><br \/><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n<p>Anfang 2020 ist Elektromobilit\u00e4t leider noch Nichts f\u00fcr die breite Masse. \u00c4ltere oder technisch unbedarfte Menschen w\u00e4ren vermutlich sp\u00e4testens im Parkhaus an der Freischaltung der Lades\u00e4ulen gescheitert. Hier fehlt eindeutig eine einfache und \u00fcberall identische Freischaltm\u00f6glichkeit. Es kann nicht sein, dass jeder Anbieter sein eigenes Ding macht.<\/p>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n<p><strong>Es geht auch anders.<\/strong><br \/>Wer oft Langstrecke f\u00e4hrt, f\u00fcr den geht auch 2020 kein Weg an Tesla vorbei. Mit Elektroautos anderer Marken muss man eben vorab planen. <br \/>F\u00fcr gelegentliches Reisen ist das durchaus m\u00f6glich (und es soll immer besser werden &#8211; sagt die Industrie seit 5 Jahren). <br \/>Wir haben aber bewusst den Kona gekauft und keinen Tesla, denn hier im Gro\u00dfraum Stuttgart und bei Kurzstrecken kann der kompakte Hyundai Kona in den engen Parkh\u00e4usern seine Vorteile ausspielen.<br \/>Am Montag nach dem Ausflug gab es dann gratis Strom im Kaufland am DC-Schnell-Lader. Nach 30 Minuten wieder genug im Akku f\u00fcr die n\u00e4chsten 2 Wochen.<br \/>Das Kaufland hat \u00fcbrigens auch etwas davon: Seit dort die kostenlose Lades\u00e4ule steht, sind wir viel seltener bei Rewe, Lidl und Co. Effektiv verdient Kaufland also sicher an diesem Angebot.<br \/><br \/>An vielen Hotels fehlt vermutlich einfach nur das Wissen, wie man mit dem Wunsch nach Strom umgehen sollte. Dabei wird das Thema immer wichtiger und d\u00fcrfte sicher auch die eine oder andere Hotelwahl beeinflussen.<\/p>\n\n\n<p>F\u00fcr den Sommer haben wir eine Ferienwohnung an der Ostsee gebucht. Da wurde uns bereits ein Parkplatz versprochen, an dem wir laden d\u00fcrfen. Man habe das zwar bisher noch nie getestet, sei aber gespannt, wie das funktioniert und der Hausmeister w\u00fcrde das auf jeden Fall m\u00f6glich machen. Dann muss nur noch die Strecke geplant werden, das werden schlappe 800 Kilometer quer durch Deutschland, also mindestens 3x Ladepause.<br \/>Ich werde berichten.<\/p>\n\n\n<p><br \/><\/p>\n\n\n<p><br \/><\/p>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom 10.1.2020 bis 12.1.2020 waren wir mit unserem Hyundai Kona Elektro f\u00fcr ein Wochenende auf dem Feldberg im Schwarzwald. 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