{"id":2239,"date":"2019-11-21T13:24:15","date_gmt":"2019-11-21T12:24:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bastel-bastel.de\/blog\/?p=2239"},"modified":"2019-11-21T13:24:15","modified_gmt":"2019-11-21T12:24:15","slug":"511-vertraue-niemandem-vorschau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bastel-bastel.de\/blog\/index.php\/2019\/11\/21\/511-vertraue-niemandem-vorschau\/","title":{"rendered":"511 &#8211; Vertraue Niemandem &#8211; Vorschau"},"content":{"rendered":"\n<p>Hier gibt es einen kleinen Blick in mein Buch.<br \/>Kapitel 1-4 zum Reinlesen. Viel Spa\u00df!<\/p>\n\n\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/9d33d5825b654d4f9699748f0278fbb3\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\">\n\n\n<p><strong>Kapitel 1 \u2013 Am Bahnhof<\/strong><br \/>Die gro\u00dfe alte Uhr des Stuttgarter Bahnhofs stand auf 5 Uhr 11 als Hannes Meier den Bahnsteig betrat.<br \/>Er zuckte kurz zusammen, dann schaute er auf seine Armbanduhr und entspannte sich wieder.<br \/>3:30 zeigte seine Funkuhr. Darauf konnte er sich verlassen. Hannes war zwar Informatiker, aber von modernen Smartwatches hielt er nicht viel.<br \/><br \/>Er wollte nicht, dass alle seine Bewegungen getrackt und ins Internet \u00fcbertragen werden. Au\u00dferdem war die Laufzeit dieser modernen <br \/>Spielzeuge l\u00e4cherlich gering. Deswegen war er stolz auf seine alte Uhr die mit einem kleinen Akku und einer Solarzelle im Ziffernblatt seit<br \/> Jahren ohne externes Nachladen und ohne Batteriewechsel funktionierte.<br \/>Dazu kam eine absolut zuverl\u00e4ssige Anzeige der Zeit die per Funk von der Atomuhr in Braunschweig ausgestrahlt wurde.<br \/> Die Bahnhofsuhr musste irgendwann stehen geblieben sein. Vielleicht war auch einfach bei der Renovierung vergessen worden sie abzurei\u00dfen. Seit Hannes sich erinnern konnte wurde an diesem Bahnhof gebaut und ein Ende war nicht in Sicht. Er hatte mit seinen Freunden<br \/> Wetten am Laufen, ob der Stuttgarter Bahnhof oder der Berliner Flughafen fr\u00fcher fertiggestellt sein w\u00fcrden.<br \/>Unter seinen Freunden stand S21 f\u00fcr \u201e21 Jahre sp\u00e4ter als geplant\u201c.<br \/> Hannes Meier war ein schlaksiger junger Mann von 24 Jahren. Mit seinen sonst immer freundlich leuchtenden blauen Augen blickte er<br \/> so fr\u00fch am Morgen m\u00fcde in der Bahnhofshalle umher.<br \/> 3 Uhr 30 war sonst eher die Zeit, zu der er zu Bett ging, das war nicht seine Zeit um aufzustehen. Und um zu verreisen, passte es schon gar nicht.<br \/>Aber bald w\u00fcrde er hoffentlich im Zug etwas schlafen k\u00f6nnen.<br \/>Um 3:50 sollte der ICE abfahren, mit dem er seine Reise antreten wollte.<br \/>Allerdings war bisher weit und breit nichts von diesem Zug zu sehen. Es war \u00fcberhaupt kein Zug am Bahnhof. Der Bahnsteig lag verlassen vor ihm.<br \/>Hoffentlich war er am richtigen Gleis. Die Pl\u00e4ne und Anzeigen der Bahn stimmten nicht immer mit den tats\u00e4chlichen Gegebenheiten \u00fcberein. Oft wurden per Lautsprecher kurzfristige \u00c4nderungen durchgesagt.<br \/>Aber heute umgab ihn Totenstille. Als ob die Baustelle vor Vollendung des Bahnhofs aufgegeben worden w\u00e4re. Leider war auch niemand unterwegs den er h\u00e4tte fragen konnte. Er kam sich sehr verlassen vor, zwischen all den Gleisen, Bauz\u00e4unen und Maschinen auf dieser riesigen Fl\u00e4che.<br \/>Auch wenn er sonst eher der Einzelg\u00e4nger war, hier am Bahnhof w\u00fcnschte er sich doch etwas mehr als die leere halbfertige Halle \u00fcber den Schienen. Nur ein paar verirrte Tauben flogen ab und zu leise gurrend durch das gro\u00dfe unterirdische Geb\u00e4ude.<br \/>Ein seltsames Gef\u00fchl durchflutete seinen K\u00f6rper. War es Angst? M\u00fcdigkeit? Oder eine Mischung aus Beidem?<br \/>Egal. Er hatte es angefangen, jetzt musste er durch.<br \/>Zur\u00fcck konnte er sowieso nicht mehr.<br \/>Er war in einer dringenden Angelegenheit unterwegs nach Hannover.<br \/>Dort gab es einen Fachverlag f\u00fcr Computertechnik, den er unbedingt pers\u00f6nlich aufsuchen wollte.<br \/>Als Informatikstudent hatte er an einer Semesterarbeit \u00fcber K\u00fcnstliche Intelligenz (KI) gearbeitet. Die Arbeit war zwar beendet, aber das Thema hatte Hannes derart fasziniert, dass er in seiner Freizeit daran weiter forschte und das System weiterentwickelte und verbesserte.<br \/>Nach seinem Online-Z\u00e4hler gerechnet war er die letzten 4 Semester mittlerweile l\u00e4nger online am Computer als im realen Leben unterwegs. Das Thema KI hatte ihn vollst\u00e4ndig in seinen Bann gezogen.<br \/>Von den Vorlesungen besuchte er nur noch die Allern\u00f6tigsten. Ansonsten bestand sein Leben fast nur noch aus Nahrungsaufnahme, Schlafen und seinem Projekt.<br \/>Dabei machte er erstaunlich rasche Fortschritte.<br \/>Nat\u00fcrlich wusste er von der Existenz kommerzieller KI-Projekte und deren erstaunlichen F\u00e4higkeiten. Aber wenn man die Systeme n\u00e4her analysierte, kam man doch immer sehr schnell an den Punkt, an dem man erkennen konnte, dass es sich keineswegs um Intelligenz handelte.<br \/>Alle Programme arbeiteten immer nur stumpf Regeln und Prozeduren ab. Egal wie schlau sie einem Anwender vorkamen, sie waren im<br \/> Grunde genommen doch ziemlich dumm.<br \/>Eine Steigerung der gef\u00fchlten Intelligenz basierte immer nur auf noch mehr Rechenleistung oder einer gr\u00f6\u00dferen Datenmenge die zur Verf\u00fcgung stand.<br \/>Selbstlernende Software war der Heilige Gral der Informatik. Aber alle bisherige Programme blieben doch sehr speziell auf einzelne Probleme zugeschnitten. Von wirklicher Intelligenz war man noch sehr weit entfernt.<br \/> Bei seiner eigenen KI-Software, er nannte sie EVE (seine Abk\u00fcrzung f\u00fcr Erste Virtuelle Existenz), hatte er jedoch irgendwann das seltsame Gef\u00fchl, dass sich das System selbst\u00e4ndig entwickelte.<br \/>Er war immer mehr davon \u00fcberzeugt, dass die Software ein Eigenleben hatte. Sie reagierte auf Eingaben derma\u00dfen intelligent, dass er sie kaum noch von realen Menschen unterscheiden konnte.<br \/>Es gab Aktivit\u00e4ten, die weder programmiert waren, noch sich durch die verwendete Datenbasis erkl\u00e4ren lie\u00dfen. Als w\u00fcrde EVE selbst\u00e4ndige \u00dcberlegungen anstellen und eigene Schlussfolgerungen daraus ziehen.<br \/>Hannes war sich nicht sicher, ob es daran lag, dass seine KI kurz davor war ein Bewusstsein zu erlangen oder einfach, weil er kaum noch mit realen Menschen kommunizierte.<br \/>Und wenn er das tat, dann nur noch \u00fcber Webseiten und Messenger-Dienste. Direkte menschliche Kommunikation wurde ihm immer fremder. So war es schwierig f\u00fcr ihn, die Entwicklung seiner Software einzusch\u00e4tzen. Er war an einem Punkt angekommen an dem er Hilfe ben\u00f6tigt. Er musste sich an irgend jemanden wenden der EVE objektiv \u00fcberpr\u00fcfen konnte. Jemand der einen Turing-Test mit ihr durchf\u00fchrte und ihr Aufgaben stellte die ihre F\u00e4higkeiten auf die Probe stellen w\u00fcrden.<br \/>Sollte die von ihm entwickelte KI wirklich ein Bewusstsein entwickelt haben, dann w\u00e4re das eine Sensation.<br \/>Damit w\u00e4re die technische Singularit\u00e4t in Reichweite.<br \/>Ein Punkt, an dem die technische Intelligenz die des Menschen erreicht h\u00e4tte und \u2013 viel bedeutender noch \u2013 ab diesem Zeitpunkt vermutlich in rasanter Geschwindigkeit \u00fcber die Menschheit hinauswachsen w\u00fcrde.<br \/>So etwas konnte er nicht mit irgendwelchen Internet-Freunden besprechen, das Thema war zu hei\u00df.<br \/>Seine Professoren w\u00fcrden das Projekt vermutlich einkassieren und als Leistung der Universit\u00e4t darstellen.<br \/>Schlie\u00dflich hatte er das Uni-Netzwerk gehackt und nicht unerhebliche Rechenkapazit\u00e4ten aus dem Rechenzentrum heimlich f\u00fcr seine Zwecke umgeleitet.<br \/>Mittlerweile gab es bereits Untersuchungen der Universit\u00e4t, warum mehrere Supercomputer weit hinter ihrer theoretischen Leistung zur\u00fcckblieben.<br \/> Bisher konnte er sein Projekt noch verstecken, aber er war sich nicht sicher wie lange das noch gut ging.<br \/>Sollte er sich an einen Professor wenden, w\u00fcrde sein Spiel sofort auffliegen. Das war leider keine Option.<br \/>Wer wei\u00df, was das f\u00fcr Folgen haben w\u00fcrde. Der Verweis von der Uni w\u00e4re da noch das geringste Problem. Die rechtlichen Konsequenzen und finanziellen Forderungen f\u00fcr die abgezweigte Rechenleistung d\u00fcrften weit schlimmer sein, vielleicht w\u00fcrden sie ihn daf\u00fcr auch einsperren.<br \/>Computersabotage war seit ein paar Jahren immerhin ein Straftatbestand.<br \/>Das schlimmste w\u00e4re nat\u00fcrlich die Aberkennung aller Rechte an seinem Projekt. Sollte seine KI-Software wirklich ein Bewusstsein entwickelt haben, dann w\u00e4re das bestimmt mindestens einen Nobelpreis wert.<br \/>Den konnte er sich unter keinen Umst\u00e4nden entgehen lassen.<br \/>Hannes tr\u00e4umte gerne von Ruhm und Anerkennung. Aber vorerst hatte er andere Probleme zu meistern.<br \/>Vor der Ver\u00f6ffentlichung durften andere Personen von seinem Projekt nichts erfahren. Sollte es sich wirklich um ein k\u00fcnstliches Bewusstsein handeln, dann h\u00e4tten sicher viele Parteien daran Interesse.<br \/>Er wollte sich gar nicht vorstellen, welche fiesen Organisationen sich dann an ihn heften w\u00fcrden. Daf\u00fcr hatte er schon zu viele Thriller gelesen. Mafia, internationale Konzerne oder staatliche Organisationen. Ein Gedanke erschreckender als der andere. Er musste sein Proj\nekt im Geheimen von zuverl\u00e4ssigen Stellen \u00fcberpr\u00fcfen lassen und durfte erst an die \u00d6ffentlichkeit, wenn er hundertprozentig sicher war, dass er mit seiner Vermutung Recht hatte.<br \/>Die Ver\u00f6ffentlichung musste dann mit einem Paukenschlag erfolgen, damit alle Welt gleichzeitig davon erfahren k\u00f6nnte. So sollte sichergestellt sein, dass niemand die alleinige Kontrolle \u00fcber das System erlangen konnte.<br \/>Ein solches Programm w\u00fcrde ungeheure Macht in die Hand derjenigen legen die es kontrollierten.<br \/>Verhindern konnte er die Ver\u00f6ffentlichung nicht. Wenn er sein Projekt nicht der Welt vorstellte, irgendjemand w\u00fcrde sicher bald eine \u00e4hnliche Arbeit fertigstellen. Oder vielleicht gab es ja bereits etwas Vergleichbares?<br \/>Aus diesem Grund musste er nach Hannover zu diesem Computerverlag. Dort erhoffte er sich kompetente Ansprechpartner zu finden, denen er sein Projekt vorstellen konnte. Immerhin gab es dort auch eine anonyme Ansprechstelle f\u00fcr Whistleblower. Er hatte zwar keine Staatsgeheimnisse zu verraten, aber war seine Entdeckung nicht etwas \u00e4hnlich Bedeutungsvolles?<br \/>Hoffentlich nahm man ihn dort ausreichend ernst und machte sich nicht \u00fcber ihn lustig. Er hatte keine Idee, an wen er sich sonst wenden k\u00f6nnte.<br \/>Es blieb ihm keine andere Wahl.<br \/>Wenn er falsch lag, machte er sich h\u00f6chstens l\u00e4cherlich und hatte immerhin etwas f\u00fcr sein Leben gelernt. Falls er aber recht hatte, dann war das eine Sensation. \u00dcber die normalen<br \/> Kommunikationskan\u00e4le konnte er sein Projekt nicht offenlegen.<br \/>Jeder wusste seit Wikileaks und Edward Snowden, dass es keine sichere<br \/> Kommunikation \u00fcber das Internet gab. Zumindest keine mit der er irgendjemanden erreichen konnte dem er vertraute.<\/p>\n\n\n<p>Er musste EVE aus dem Rechnernetz der Universit\u00e4t irgendwo anders hin verlagern. Die Untersuchungen der Universit\u00e4t kamen ihm zu schnell zu nahe. Das wurde ihm zu hei\u00df. Die Software musste von au\u00dfen erreichbar sein, durfte aber trotzdem von niemandem au\u00dfer ihm selbst gefunden werden. Das war eine ziemlich heikle Sache. Da durfte er keine Fehler machen.<br \/>Aber f\u00fcr einen einzelnen PC war die Software bei weitem zu gro\u00df. Entwickelt auf dem Supercomputer-Netz der Uni waren es mittlerweile mehr Daten als ein einzelner Computer speichern konnte. Als Ausweg blieb nur eine Cloud.<br \/>Eigentlich war ihm nicht ganz wohl dabei, sein System im Internet zu verstecken. Jedes Ger\u00e4t, das mit dem Internet verbunden war, musste quasi bereits als kompromittiert angesehen werden. Das hei\u00dft, alles, was am Internet h\u00e4ngt, l\u00e4sst sich hacken und muss auch so betrachtet werden, als w\u00e4re es bereits gehackt worden.<br \/>Absolute Sicherheit gibt es nicht.<br \/>Konnte er sein System in so einem unsicheren Umfeld verstecken?<br \/>Leider hatte er keine andere Wahl.<br \/>Die Alternative war nur EVE, zu l\u00f6schen. Und das kam nicht infrage. Kommerzielle Clouds konnte er sich in der ben\u00f6tigten Gr\u00f6\u00dfe nicht leisten. Gl\u00fccklicherweise war er fr\u00fcher schon oft auf fremden Systemen unterwegs und wusste wie man unauff\u00e4llig Rechner knacken konnte. Er musste einen Weg finden, seine Daten zumindest f\u00fcr die n\u00e4here Zukunft so im Netz zu verstecken, dass niemand au\u00dfer ihm Zugriff darauf hatte.<br \/>Die L\u00f6sung waren Script-Kiddies. Das sind Leute, die mit im Darknet erh\u00e4ltlichen, anwenderfertigen Schadprogrammen fremde Rechner angreifen, ohne wirklich Ahnung zu haben.<br \/>Deren Server waren meistens selbst nicht besonders gut gesichert, boten aber Zugriff auf extrem viele Systeme die bereits von Trojanern befallen waren.<br \/> Er musste also nichts weiter tun als sich mit dranzuh\u00e4ngen. Allerdings h\u00fctete er sich davor, diese Server zu \u00fcbernehmen, er wollte niemanden misstrauisch machen. Nur ein bisschen von jedem System zweigte er f\u00fcr sich ab.<br \/>Dadurch konnte er recht schnell ausreichend fremde Rechenkapazit\u00e4t f\u00fcr EVE zusammenstellen. Ob die \u00fcbernommenen Rechner virtuelles Geld sch\u00fcrften, automatisiert weitere Rechner angriffen oder einfach nur f\u00fcr sein Projekt rechneten, das merkten die betroffenen Anwender nicht.<br \/>Daf\u00fcr hatte er seine EVE so im Netz verteilt und versteckt, dass er jederzeit darauf zugreifen konnte.<br \/>Einfache Anwender waren in seinen Augen sowieso nur Internetausdrucker, Menschen ohne irgendeine Ahnung von moderner<br \/> Technik.<br \/> So standen ihm nach nur einem Abend bereits hunderte Rechner zur Verf\u00fcgung. Das sollte ausreichen, f\u00fcr eine Demo-Installation und f\u00fcr die sichere Zwischenlagerung von EVE.<br \/> Es war Zeit, sein Projekt aus dem Uni- Rechnernetz zu entfernen. Allerdings musste auch der Ausstieg langsam und behutsam erfolgen. Sonst w\u00fcrde auffallen, wenn auf einen Schlag die gesamte Rechenkapazit\u00e4t wieder vorhanden w\u00e4re.<br \/>Er installierte verschiedene Spiele und Testprogramme auf den gehackten Accounts. Anwendungen, die einfach nur Rechenzeit fra\u00dfen, teilweise lie\u00df er die Gro\u00dfrechner Bitcoins und andere Cyber-W\u00e4hrungen berechnen. Je weniger Kapazit\u00e4t EVE im Uni-Netzwerk ben\u00f6tigte, desto mehr M\u00fcllprogramme liefen. Niemand bemerkte den Austausch.<br \/>Erst im letzten Augenblick hatte er f\u00fcr seine Zwecke zus\u00e4tzliche Benutzer eingerichtet, die es an der Fakult\u00e4t nicht gab. Ansonsten h\u00e4tte es f\u00fcr die gehackten User sicher m\u00e4chtig \u00c4rger gegeben, wenn sie h\u00e4tten erkl\u00e4ren sollen, warum unter ihrem Namen Bitcoins auf einem Supercomputer gesch\u00fcrft werden. Er wollte ja eigentlich niemandem schaden. Es ging ihm nur um sein Projekt.<br \/> Nachdem er die Daten und die Rechenlast seiner EVE durch viele sinnlosen Programme ersetzt hatte, l\u00f6schte er alle Spuren. Dann startete er mehrere Timer welche die Programme nach und nach beendete und immer mehr Rechenzeit zur\u00fcckgeben sollten bis nichts mehr von seiner Existenz auf den Gro\u00dfrechnern zu finden war.<br \/>Ganz zum Schluss koppelte er sich ab und schaltete seinen Rechner aus. Keiner konnte seine Spuren finden, da war er sich sicher.<br \/>EVE war jetzt im Internet. Verteilt auf viele Rechner, unauffindbar f\u00fcr Menschen, die davon nichts ahnten. Und nur er wusste, wie er Verbindung aufnehmen konnte.<br \/>So stand er nun also 3 Tage nachdem er offline gegangen war verlassen auf dem Stuttgarter Bahnhof. Hatte er alles richtig \u00fcbertragen? Alle Spuren verwischt?<br \/>Kann irgendwer au\u00dfer ihm EVE im Internet finden? Sein Projekt lag verteilt auf hunderten Computern, niemand w\u00fcrde von seiner<br \/> Existenz erfahren, wenn er nicht bereits davon wusste.<br \/>Und nur er hatte die Information, wie er Zugriff darauf erlangen k\u00f6nnte.<br \/>Aber er war sich auch im Klaren dar\u00fcber, dass selbst die besten Computerfreaks Fehler machten. Und er wusste, dass er nicht der Beste war, eher nur Mittelma\u00df. Diese Unsicherheit nagte an ihm.<br \/>W\u00e4hrend er in seiner M\u00fcdigkeit alleine auf dem Bahnhof stand, die Schwellen unter den Schienen z\u00e4hlte und \u00fcberlegte, ob er alle Spuren vollst\u00e4ndig beseitigt hatte, bemerkte er, dass er doch nicht so alleine war, wie er gedacht hatte.<br \/>Zwei M\u00e4nner in langen M\u00e4nteln liefen durch den Bahnhof.<br \/>Belustigt dachte er daran, dass nur noch Schlapph\u00fcte fehlten, damit es typische Agenten, wie aus einem billigen Film, w\u00e4ren. Aber dann bemerkte er, dass die M\u00e4nner auf ihn zukamen. Auf einmal war er hellwach. Panik brach in ihm aus. Hatte er einen Fehler begangen?<br \/>Wollten sie zu ihm, wegen EVE? Sonst war niemand auf dem Bahnsteig.<br \/>Was konnte er tun? Davonlaufen?<br \/>Wenn die M\u00e4nner nur zuf\u00e4llig an ihm vorbei wollten, w\u00e4re das sicher l\u00e4cherlich. Wenn sie es wirklich auf ihn abgesehen h\u00e4tten, dann h\u00e4tte er wahrscheinlich sowieso keine Chance, er war zu oft vor dem Computer gesessen, Sport war nie seine St\u00e4rke. Beim Weglaufen w\u00e4re er schnell au\u00dfer Puste gewesen.<br \/>Und zu allem \u00dcbel sah er nun, dass aus der anderen Richtung zwei weitere M\u00e4nner auf ihn zukamen. \u00dcber das Gleis fl\u00fcchten? Keine<br \/>Chance. Dann war es auch schon zu sp\u00e4t. Die beiden M\u00e4nner, die er zuerst entdeckt hatte, standen nun direkt vor ihm. Einer der beiden r\u00e4usperte sich und fragte ihn dann: \u201eSind Sie Hans Meier?\u201c<br \/> <\/p>\n\n\n<p><strong>Kapitel 2 \u2013 Entf\u00fchrung<\/strong><br \/> <\/p>\n\n\n<p>Hannes erschrak. Niemand nannte ihn Hans. Das war zwar sein richtiger Name und stand auch so in seinem Ausweis, aber alle nannten ihn Hannes. Das klang einfach moderner, cooler und so hatte es sich im Laufe der Zeit einfach ergeben.<\/p>\n\n\n<p>Hans. Das war zu viel f\u00fcr ihn. 3 Uhr 40 in der Fr\u00fch. Er sa\u00df in der Falle.<\/p>\n\n\n<p>Mit einem Klos im Hals erwiderte er: \u201eWer will das wissen?\u201c<\/p>\n\n\n<p>Der Mann im dunklen Mantel wiederholte seine Frage. Oder vielleicht war es auch der andere? Eigentlich war das auch egal.<\/p>\n\n\n<p>Die beiden sahen sich \u00e4hnlich wie Zwillinge. In der Dunkelheit des Bahnsteigs waren ihre Gesichter nur schemenhaft zu erkennen.<\/p>\n\n\n<p>Beide waren mindestens einen Kopf gr\u00f6\u00dfer als er und ganz offensichtlich ziemlich durchtrainiert. Beide mit einem \u00dcberraschungsangriff umhauen und dann davonlaufen war keine Option, das w\u00fcrde sicher schief gehen.<\/p>\n\n\n<p>Vermutlich w\u00fcrde er sich beim Zuschlagen eher die Finger brechen als, dass einer der beiden \u00fcberhaupt eine Reaktion darauf zeigen w\u00fcrde. Und dann waren da noch die anderen beiden Agenten, die mittlerweile ebenfalls neben ihm standen.<br \/> Vier durchtrainierte Muskelberge gegen Hannes. Das war unfair.<\/p>\n\n\n<p>Ja, das mussten Agenten sein. Wer sonst kam in solcher Aufmachung nachts durch den Bahnhof, nur um ihn zu fragen ob er Hans Meier sei.<\/p>\n\n\n<p>CIA? FBI? Oder doch nur der BND? Er war in einer aussichtslosen Lage.<\/p>\n\n\n<p>\u201eWer sind Sie?\u201c fragte Hannes. Erneut kam als Antwort nur die dritte Wiederholung der Frage: \u201eSind Sie Hans Meier?\u201c<\/p>\n\n\n<p>Mit zittriger Stimme antworte er: \u201eJa, das bin ich. Was wollen Sie von mir? Wer sind Sie?\u201c<\/p>\n\n\n<p>Einer der Agenten sagte darauf: \u201eWir sollen Sie abholen, es ist wichtig!\u201c<\/p>\n\n\n<p>Hannes \u00fcberlegte fieberhaft was die Typen wohl von ihm wollten. Wenn es um EVE ging war er vermutlich erledigt. Von der Uni waren die 4 nicht, das war klar. W\u00e4re sein Treiben dort entdeckt worden h\u00e4tte man sicher nur die Polizei auf ihn angesetzt was schlimm genug w\u00e4re.<\/p>\n\n\n<p>Aber diese Muskelprotze in Agentenoutfit lagen jenseits dessen was er sich in seinen schlimmsten Alptr\u00e4umen vorgestellt hatte.<\/p>\n\n\n<p>Wie waren sie ihm auf die Schliche gekommen? Welche Fehler hatte er gemacht? Es wollte ihm einfach nicht in den Sinn kommen wie er sich verraten hatte.<\/p>\n\n\n<p>Um so schlimmer waren die Gedanken die ihm jetzt durch den Kopf schossen was diese M\u00e4nner mit ihm vor hatten.<\/p>\n\n\n<p>War es die Mafia? Dann w\u00fcrden sie ihm wohl nach und nach jeden Finger einzeln abschneiden bis er den Zugang zu EVE freigab.<\/p>\n\n\n<p>CIA? Die w\u00fcrden ihn ausfliegen, vielleicht nach Guantanamo. Vermutlich w\u00fcrden Sie Waterboarding anwenden. Eine Technik, bei der ihm mit einem Sack \u00fcber dem Kopf Wasser ins Gesicht gesch\u00fcttet w\u00fcrde, bis er das Gef\u00fchl h\u00e4tte ertrinken zu m\u00fcssen. Auch keine sch\u00f6ne Vorstellung.<\/p>\n\n\n<p>\u201eHabe ich eine Alternative?\u201c, fragte Hannes.<\/p>\n\n\n<p>Der Agent, der auch bisher gesprochen hatte, antwortete: \u201eEs w\u00e4re f\u00fcr alle von Vorteil, wenn Sie uns unauff\u00e4llig begleiten w\u00fcrden.\u201c<\/p>\n\n\n<p>Hannes lies einen kurzen Blick \u00fcber den Bahnsteig schweifen. Kein Mensch war weit und breit zu sehen, ein Auffallen war kaum m\u00f6glich. Aber das war vermutlich ein antrainierter Standardsatz.<\/p>\n\n\n<p>Mit gesenktem Kopf und h\u00e4ngenden Schultern ergab er sich seinem Schicksal.<\/p>\n\n\n<p>Die Gruppe setzte sich in Bewegung. 2 Agenten vor Hannes, 2 hinter ihm.<\/p>\n\n\n<p>Sie legten ihm weder Handschellen noch Fesseln an, aber ein Entkommen schien sowieso unm\u00f6glich.<\/p>\n\n\n<p>Nach einem kurzen Marsch verlie\u00dfen Sie den Bahnhof.<\/p>\n\n\n<p>Vor dem historischen Portal das nicht dem Neubauprojekt zum Opfer gefallen war standen nur 3 einsame Taxen. Dahinter ein schwarzer VW-Bus. \u201eGenau so habe ich mir eine Entf\u00fchrung durch Geheimdienste immer vorgestellt\u201c dachte Hannes verzweifelt.<\/p>\n\n\n<p>Seit die gr\u00fcne Regierung Autos in der Innenstadt verboten hatte gab es hier nur noch Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen.<br \/>\nFremde Autofahrer zu denen er fl\u00fcchten konnte waren keine vorhanden. An der Bushaltestelle war g\u00e4hnende Leere, die ersten Fahrten des Tages starteten erst gegen 6 Uhr.<\/p>\n\n\n<p>Das mussten welche von der Regierung sein. Alles andere w\u00e4re viel zu auff\u00e4llig. Das Fahrverbot in der Innenstadt wurde streng \u00fcberwacht. Einfahrt gab es nur f\u00fcr Beh\u00f6rdenfahrzeuge.<\/p>\n\n\n<p>Polizisten w\u00e4ren uniformiert oder w\u00fcrden sich zu erkennen geben, die Mafia w\u00fcrde nicht mit so einem auff\u00e4lligen Fahrzeug kommen. Seine Entf\u00fchrer k\u00f6nnen nur von einem Geheimdienst sein dachte Hannes, aber welcher?<\/p>\n\n\n<p>\u201eAch eine Sache noch \u2013 diese hier m\u00fcssen Sie aus Sicherheitsgr\u00fcnden leider aufsetzen\u201c sagte der Wortf\u00fchrer der Agenten w\u00e4hrend er sich zu Hannes umdrehte und ihm eine h\u00e4ssliche schwarze Bommelm\u00fctze reichte. \u201eBitte komplett \u00fcber die Augen ziehen, es ist zu Ihrer eigenen Sicherheit.\u201c<\/p>\n\n\n<p>Verwirrt und auch etwas angeekelt kam Hannes dem Befehl nach und zog die M\u00fctze \u00fcber den Kopf. Die M\u00e4nner \u00fcberpr\u00fcften, dass er auch nichts sehen konnte, dann musste er in den Bus einsteigen.<\/p>\n\n\n<p>Hannes wurde sorgf\u00e4ltig angegurtet, die T\u00fcren wurden geschlossen und die Fahrt ging los.<\/p>\n\n\n<p>Hannes sp\u00fcrte wie der Motor gestartet wurde. Das Fahrzeug hatte einen Verbrennungsmotor. Antike Technik, aber immer noch weit verbreitet. Wenn das wirklich Agenten einer Beh\u00f6rde waren, dann musste das eine mit schlechter finanzieller Ausstattung sein oder sie wollten einfach nicht auffallen. Amerikaner waren das eher nicht. Die 4 S\u00e4tze die gesprochen wurden waren in reinem Hochdeutsch, kein Akzent. Das Fahrzeug war zu wenig protzig. Und \u00fcberhaupt, die Behandlung war f\u00fcr eine Entf\u00fchrung \u00fcberaus zuvorkommend.<\/p>\n\n\n<p>Gut die M\u00fctze roch ziemlich muffig und erschwerte das Atmen. Aber man hatte ihn bisher weder geschlagen noch ihm sonst irgendwie Gewalt angetan. Gefesselt und geknebelt war er auch nicht.<\/p>\n\n\n<p>Au\u00dferdem war er h\u00f6flich zum Mitkommen aufgefordert worden. Sehr ungew\u00f6hnlich, so hatte er sich eine Entf\u00fchrung nicht vorgestellt.<\/p>\n\n\n<p>Diese Erkenntnis beruhigte Hannes aber in keinster Weise. Wohin f\u00fchrte die Reise? Was wollten die M\u00e4nner von ihm? Wer hatte sie geschickt?<\/p>\n\n\n<p>Er sp\u00fcrte, dass die Fahrt auf die Autobahn ging. Der bisherigen Strecke nach zu urteilen Richtung M\u00fcnchen. Karten konnte Hannes sich gut merken und er fuhr jede Kurve in Gedanken mit. Ja, das war eindeutig die Autobahn Richtung M\u00fcnchen.<\/p>\n\n\n<p>Das Radio wurde eingeschaltet und es erklang Musik. Dann eine Verkehrsmeldung. Es war der \u00f6ffentliche Sender, kein Privater. Siedend hei\u00df fiel Hannes sein letzter Streich ein:<\/p>\n\n\n<p>W\u00e4hrend er programmierte h\u00f6rte er immer Radio, dabei st\u00f6rten ihn die vielen Verkehrsmeldungen. Der Gro\u00dfraum Stuttgart war einfach zu voll. Zu viele Autos die aus allen Richtungen durch das Nadel\u00f6hr durch wollten. Jeden Tag Kilometerlange Staus.<\/p>\n\n\n<p>An den Staus konnte er nichts \u00e4ndern. Aber er hatte eine brillante Idee. Er schrieb dem Sender, dass es doch einfacher w\u00e4re die freien Strecken zu melden, dann w\u00e4ren die Ansagen nicht so lang und es g\u00e4be mehr Zeit f\u00fcr Musik.<\/p>\n\n\n<p>Leider fand der Sender die Idee anscheinend nicht so toll. Es gab weiter viele Staumeldungen und Hannes bekam nicht einmal eine R\u00fcckmeldung.<\/p>\n\n\n<p>Das hatte seinen Stolz gekr\u00e4nkt und zur Rache knackte er das Verkehrsfunksystem des Senders. Dort platzierte er mehrere Fake-Staumeldungen die der Radiomoderator auch brav vorlas. Der konnte ja nicht ahnen, dass die Meldungen allesamt gef\u00e4lscht waren und egal wie seltsam sie waren, sie kamen offensichtlich direkt von der Polizei.<\/p>\n\n\n<p>So wurde an einem Tag vor einer Gruppe betrunkener M\u00f6nche gewarnt die sich am Aichelberg auf der Autobahn ein Bobbycar-Rennen lieferten \u2013 als Geisterfahrer wohlgemerkt.<\/p>\n\n\n<p>An einem anderen Tag lief angeblich eine aus der Wilhelma ausgebrochene Elefantenherde \u00fcber die B27.<\/p>\n\n\n<p>Und ganz besonders stolz war er \u00fcber die r\u00fcstige Oma die mit ihrem Rollator mit D\u00fcsenantrieb mehrere Polizeiabsperrungen auf der A81 durchbrochen hatte und mit Tempo 100 auf der Flucht war.<\/p>\n\n\n<p>Klar, das war total unglaubw\u00fcrdig. Aber es kam so im Verkehrsfunk-Ticker und der Sender musste das bringen.<\/p>\n\n\n<p>Man kann ja nicht einfach eine Meldung unterdr\u00fccken nur weil seltsam klingt. Im Ernstfall h\u00e4tte es ja sonst zu schweren Unf\u00e4llen kommen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n<p>Die Meldungen waren so schr\u00e4g, dass sie es sogar auf die Titelseiten mehrerer Zeitungen schafften. Der arme Sender musste sein Verkehrsfunksystem f\u00fcr mehrere Tage abschalten. Die Staus wurden dadurch zwar auch nicht weniger, aber immerhin gab es mehr Musik. Leider nur vor\u00fcbergehend.<\/p>\n\n\n<p>War das hier jetzt die Retourkutsche? Waren sie ihm auf die Schliche gekommen?<\/p>\n\n\n<p>Er horchte auf irgendwelche verr\u00e4terische Aktionen der Agenten. Waren es nur Schauspieler die ihm eins reinw\u00fcrgen sollten?<\/p>\n\n\n<p>Nein, dieser Gedanke erheiterte Hannes nur kurz. Danach kam das traurige Bewusstsein zur\u00fcck. Ein Radiosender ist kein Spielkamerad. Selbst wenn sie ihm auf die Spur gekommen w\u00e4ren. Wieso sollten sie eine Entf\u00fchrung vort\u00e4uschen und ihn ver\u00e4ppeln. Die h\u00e4tten eher einfach nur die Polizei geschickt und ihn festnehmen lassen. Das hier war keine Spass-Aktion sondern eine echte Entf\u00fchrung.<\/p>\n\n\n<p>Aber von wem und wozu?<\/p>\n\n\n<p>Hannes lauschte weiter und versuchte irgendetwas aufzuschnappen. Aber es gab keine Unterhaltung. Nur das Radio spielte weiter. Und dann verlie\u00dfen sie das Sendegebiet. Es wurde auf einen Bayerischen Sender umgeschaltet. Zumindest wusste Hannes jetzt sicher auf welcher Autobahn sie unterwegs waren. Das half ihm aber leider auch nicht weiter.<\/p>\n\n\n<p><br \/>  <\/p>\n\n\n<p><strong>Kapitel 3 \u2013 die Entf\u00fchrer<\/strong><br \/><\/p>\n\n\n<p>Nach \u00fcber 2 Stunden anstrengender Fahrt w\u00e4hrend der die Agenten weder untereinander ein Wort gewechselt noch mit ihm gesprochen hatten bemerkte Hannes, dass sie anscheinend die Autobahn verlassen hatten. Jedenfalls stand das Auto und er h\u00f6rte das Klackern eines Blinkers.<\/p>\n\n\n<p>Die anschlie\u00dfende Fahrt ging nur kurz weiter und der Wagen hielt erneut an. Diesmal konnte Hannes das Ger\u00e4usch eines Fensterhebers erkennen und anschlie\u00dfend unverst\u00e4ndliche Gespr\u00e4chsfetzen.<\/p>\n\n\n<p>Anscheinend waren sie kurz vor dem Ziel. Vermutlich die bewachte Einfahrt zu einem Geb\u00e4ude oder Parkhaus.<\/p>\n\n\n<p>Wieder ging es nur einige hundert Meter weiter bis zu einem quietschenden Garagentor.<\/p>\n\n\n<p>\u201eErstaunlich\u201c dachte Hannes, wie bereits nach 2 Stunden mit verbundenen Augen die anderen Sinne gesch\u00e4rft waren um die fehlende Sicht auszugleichen. Die M\u00fctze ging zwar auch \u00fcber die Ohren, trotzdem konnte er recht gut h\u00f6ren was um ihn herum vorging.<\/p>\n\n\n<p>Der Motor wurde abgestellt und die T\u00fcren ge\u00f6ffnet.<br \/>\n\u201eBitte aussteigen\u201c h\u00f6rte er die Stimme des Agenten der auch schon am Bahnhof die Leitung \u00fcbernommen hatte. Wieder wunderte er sich \u00fcber den Ton der Stimme. F\u00fcr eine Entf\u00fchrung viel zu freundlich. Ob das wohl ein Trick war um ihn zu beruhigen?<\/p>\n\n\n<p>Sie liefen mit ihm einen langen Gang entlang, er konnte h\u00f6ren, dass mehrere T\u00fcren oder Durchg\u00e4nge ge\u00f6ffnet und hinter ihnen wieder geschlossen wurden.<\/p>\n\n\n<p>Dann waren sie anscheinend am Ziel, denn eine Hand legte sich auf seine Schulter und er wurde angewiesen stehen zu bleiben. \u201eHinsetzen\u201c h\u00f6rte er den Agenten w\u00e4hrend ihm von hinten ein Stuhl gegen den K\u00f6rper gedr\u00fcckt wurde. Hannes setzte sich, nicht sicher ob er vor Angst zitterte oder ob es die K\u00e4lte im Raum war.<\/p>\n\n\n<p>\u201eDu kannst die M\u00fctze jetzt abnehmen\u201c. Diesmal war es eine andere Stimme.<\/p>\n\n\n<p>Hannes nahm die Bommelm\u00fctze vom Kopf und blinzelte in das glei\u00dfende Licht von Neonr\u00f6hren. Der Raum war leer, nur ein Tisch stand ihm gegen\u00fcber, dahinter sa\u00df ein etwas kleinerer, untersetzter Mann von vielleicht 60 Jahren mit einer dicken Hornbrille auf einem abgewetzten Sessel.<br \/>\nDie Agenten standen seitlich neben der T\u00fcre.<\/p>\n\n\n<p>\u201eHallo Hannes\u201c sagte der Mann \u201eich darf Dich doch Hannes nennen? Wir sprechen uns hier alle mit den Vornamen an. Ich bin Arthur. Willkommen in unserer bescheidenen Zentrale.\u201c<\/p>\n\n\n<p>Hannes war verwirrt. Was sollte das? So hatte er sich ein Verh\u00f6r nicht vorgestellt, das war eher ein Vorstellungsgespr\u00e4ch. Ein leise kr\u00e4chzendes Hallo kam aus seinem Mund. Der Mann der sich Arthur nannte fragte gut gelaunt \u201eWie war die Fahrt?\u201c.<\/p>\n\n\n<p>Hannes f\u00fchlte wie \u00c4rger in ihm aufstieg, was sollte dieses Getue. Mit erregter Stimme erwiderte er: \u201eWie soll es mir schon gehen wenn ich morgens um 3:30 vom Bahnsteig weg entf\u00fchrt werde, einen Sack \u00fcber den Kopf bekomme und \u00fcber 2 Stunden durch die Welt gefahren werde ohne dass jemand mit mir redet. Nicht einmal etwas zu trinken habe ich bekommen. Ich habe eine Schei\u00df Angst, also wer sind Sie und was wollen Sie von mir?\u201c<br \/>\nMit den letzten Worten war Hannes immer lauter geworden.<\/p>\n\n\n<p>Freundlich erwiderte sein Gegen\u00fcber: \u201eWie gesagt, Du kannst mich Arthur nennen, wir sind hier wie eine gro\u00dfe Familie.<br \/>\nDu wurdest nicht entf\u00fchrt, Du bist freiwillig mitgekommen und das war kein Sack sondern eine M\u00fctze\u201c.<\/p>\n\n\n<p>Hannes war sprachlos, dann setzte er an: \u201eAber dieser Gorilla sagte ich h\u00e4tte keine Alternative und..\u201c, \u201eHast er das gesagt?\u201c unterbrach ihn Arthur und blickte fragend zu seinen Agenten?Der Angesprochene r\u00e4usperte sich und erwiderte schulterzuckend \u201eHannes hat gefragt ob er eine Alternative h\u00e4tte worauf ich ihm geantwortet habe, dass es f\u00fcr alle das Beste w\u00e4re uns zu folgen.\u201c Da ist er freiwillig mitgegangen.<\/p>\n\n\n<p>In Hannes Kopf begann sich alles zu drehen. Sie hatten ihn ausgetrickst, er h\u00e4tte einfach davonlaufen k\u00f6nnen und sie w\u00e4ren ihm nicht gefolgt?<br \/>\nSo einfach konnte das nicht sein. \u201eAber die M\u00fctze\u201c stotterte er \u201eich musste sie \u00fcber den Kopf ziehen und bin darunter fast erstickt und\u2026\u201c<br \/>\n\u201eDas ist nicht korrekt\u201c unterbrach ihn der Agent \u201eIch sagte Aufsetzen und \u00fcber die Augen. Nicht \u00fcber das ganze Gesicht.\u201c<\/p>\n\n\n<p>\u201eAber\u201c stotterte Hannes, \u201ewarum haben Sie, warum hast Du mir das dann nicht gesagt? Und warum waren wir vorher per Sie und jetzt per Du? Was ist das f\u00fcr ein seltsames Spiel?\u201c<\/p>\n\n\n<p>Der Agent l\u00e4chelte: \u201eWir hatten den Eindruck, dass es so viel einfacher w\u00e4re Dich zum Mitkommen zu bewegen und es hat ja ganz vortrefflich funktioniert. Das mit der M\u00fctze war wichtig damit niemand sieht wen wir in den Bus einladen. Dass Du das Teil bis \u00fcber das Kinn heruntergezogen hast fand ich lustig.<br \/>\nDass Du darunter keine Luft bekommen hast \u2013 sorry \u2013 das ist mir nicht aufgefallen. Du h\u00e4ttest ja etwas sagen k\u00f6nnen\u201c.<\/p>\n\n\n<p>Hannes \u00fcberlegte fieberhaft. Wo war er hier? War er wach oder tr\u00e4umte er nur? Versteckte Kamera? Er war ein Niemand, wieso sollten sie gerade ihn ausw\u00e4hlen und entf\u00fchren? War das ein Trick? Ein Streich von Freunden? Viel zu aufw\u00e4ndig.<\/p>\n\n\n<p>Verwirrt schaute er Arthur an, dann holte er tief Luft und rief erregt: \u201eOK, ich bin nicht entf\u00fchrt worden. Ihr habt mich reingelegt. Aber was um Himmels willen soll das alles, warum soll niemand wissen, dass ich in Euren Bus eingestiegen bin und was wollt Ihr von mir. Ist das ein Spiel?\u201c<\/p>\n\n\n<p>Arthur wartete bis Hannes etwas ruhiger wurde, dann antwortete er: \u201eDas ist kein Spiel sondern unser voller Ernst. Du wurdest ausgew\u00e4hlt und\u2026\u201c<br \/>\n\u201eWozu ausgew\u00e4hlt? Von wem ausgew\u00e4hlt? Soll ich die Welt retten oder was?\u201c schrie Hannes dazwischen.<br \/>\nArthur schaute ihm in die Augen und erwiderte knapp \u201eJa\u201c<\/p>\n\n\n<p>Hannes schaute verwirrt : \u201eWas ja?\u201c<br \/>\n\u201eDu sollst uns helfen die Welt zu retten.\u201c<br \/>\nHannes war platt. Er war von 4 Typen die aussahen wie Agenten entf\u00fchrt worden oder wie sie behaupteten freiwillig mitgegangen und nun sa\u00df er diesem Typen gegen\u00fcber der ihn ansprach als w\u00e4re er sein Vater und der ihm l\u00e4chelnd ins Gesicht sagte er sollte die Welt retten?<\/p>\n\n\n<p>\u201eHier muss ein Missverst\u00e4ndnis vorliegen\u201c kr\u00e4chzte er \u201ewieso sollte ausgerechnet ich die Welt retten, ich bin kein Superheld, habe keine Superkr\u00e4fte, warum gerade ich?\u201c<\/p>\n\n\n<p>\u201eTats\u00e4chlich gibt es ein Missverst\u00e4ndnis\u201c sagte Arthur \u201eDu sollst die Welt nicht alleine retten. Du sollst uns helfen die Welt zu retten. Als Teil unseres Teams. Du wurdest uns empfohlen und wir haben Dich nat\u00fcrlich schon einige Zeit beobachtet. Wir glauben, dass Du uns helfen kannst\u201c.<\/p>\n\n\n<p>\u201eIch brauche was zu trinken\u201c kr\u00e4chzte Hannes.<\/p>\n\n\n<p>\u201eEgon\u201c rief Arthur \u201ebring unserem Gast etwas zu trinken\u201c. Der Agent setzte sich in Bewegung. \u201eAch ja, ich hatte vergessen Dir Deine Entf\u00fchrer vorzustellen. Der gerade f\u00fcr Dich eine Cola holt ist Egon, das hier sind Fred, Franz und Manfred\u201c<\/p>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n<p><strong>Kapitel 4 \u2013 Der Krieg<\/strong><br \/><\/p>\n\n\n<p>\u201eDu bist Informatik-Student und hast wohl einigen Eindruck bei Deinen Professoren hinterlassen. Als wir nach geeigneten Kandidaten f\u00fcr unser Projekt gefragt haben, wurde mehrfach Dein Name genannt.<\/p>\n\n\n<p>Nachdem wir Dich und die anderen eine Zeit lang beobachtet hatten, haben wir Dich ausgew\u00e4hlt\u201c<\/p>\n\n\n<p>Hannes wurde es abwechselnd hei\u00df und kalt. Sie hatten ihn beobachtet. Wussten sie von EVE?<br \/>\n\u201eUm was f\u00fcr ein Projekt geht es? Und wieso sollte ich Euch helfen, die Welt zu retten? Und wie?\u201c<br \/>\nArthur r\u00e4usperte sich: \u201eDazu muss ich weiter ausholen. Wir sind im 3. Weltkrieg und wir haben praktisch verloren\u201c.<\/p>\n\n\n<p>Hannes lachte gequ\u00e4lt: \u201eKlar, 3. Weltkrieg. Ich sehe nirgends Panzer, Soldaten und Raketen. Der 3. Weltkrieg wird ein Atomkrieg, der ist in Minuten vorbei.\u201c<\/p>\n\n\n<p>\u201eNein\u201c widersprach ihm Arthur \u201eDu bist doch schlau. Wir wissen von Deinen Hacks beim Radio\u201c Hannes schluckte \u201ekeine Angst, darum geht es uns nicht. Der Krieg ist anders als die Kriege zuvor. Keine Bomben, keine Armeen. Der Krieg tobt im Internet.\u201c<\/p>\n\n\n<p>Egon brachte Getr\u00e4nke f\u00fcr alle. Hannes trank gierig ein paar Schluck. Die k\u00fchle Fl\u00fcssigkeit tat gut, aber sein Kopf brummte wie ein Bienenstock.<\/p>\n\n\n<p>\u201eEs sind nicht mehr nur L\u00e4nder, die sich bek\u00e4mpfen. Auch Firmen, mafi\u00f6se Netzwerke und auch Einzelpersonen machen mit. Jeder gegen Jeden. Anarchie. Es geht nicht darum, L\u00e4nder kaputt zu machen. Wieso sollte man etwas zerst\u00f6ren, das man einfach so \u00fcbernehmen kann? Es geht nur um Geld. Um Daten und Informationen. Und vor allem um Macht!\u201c<br \/>\nArthur schaute Hannes an, als wollte er in seinem Gesicht lesen, ob der begriff, was er erz\u00e4hlt bekam.<br \/>\nNach kurzer Pause fuhr er fort:<\/p>\n\n\n<p>\u201eBegonnen hat das schon vor vielen Jahren. Als Krieg kann man es ungef\u00e4hr seit 2015 bezeichnen. Aber unsere Regierung beachtete das nicht. F\u00fcr die war das alles Neuland. Trotz vieler Hinweise von Experten gab es nur ein paar winzige Aktionen, wie die Gr\u00fcndung eines Cyberabwehrzentrums.<br \/>\nAllerdings mit viel zu geringen Mitteln, um auch nur die n\u00f6tige Mindestausstattung an Hardware anzuschaffen. Von der Rekrutierung von Spitzenpersonal gar nicht erst zu reden.<\/p>\n\n\n<p>Wer einigerma\u00dfen mit Computern umgehen konnte, ging nicht zum Staat. Die Industrie zahlte ein Mehrfaches. So blieb nicht viel mehr, als etwas Beratungsleistung \u00fcbrig.<\/p>\n\n\n<p>Das Bundesamt f\u00fcr Sicherheit in der Informationstechnik verteilte Informationen zu den gr\u00f6\u00dften Gefahren, erstellte Anleitungen zur Datensicherheit, die kaum jemand las und noch weniger Leute \u00fcberhaupt verstanden. Unsere Wirtschaft war weitgehend ungesch\u00fctzt.<br \/>\nDu kennst die Geschichte von diesem schw\u00e4bischen Autobauer?\u201c<\/p>\n\n\n<p>Hannes nickte: \u201eKlar, die wurden von Beratern dazu gedr\u00e4ngt, ihre IT in die Cloud zu verlagern. Kurz darauf wurden sie von den Chinesen \u00fcbernommen.\u201c<\/p>\n\n\n<p>\u201eRichtig, die Berater waren von der Konkurrenz bezahlt, aber unser Staat war zu schwach. Wir konnten die \u00dcbernahme nicht verhindern. Daher gibt es jetzt die Automarke \u201eRoter Stern\u201c mitten im ehemaligen Zentrum des deutschen Automobilbaus.\u201c<\/p>\n\n\n<p>Arthur nahm einen Schluck und fuhr dann fort:<br \/>\n&#8222;Die Politik hatte andere Probleme. Die Migrationskrise, der Dieselskandal. Dann die Umweltbewegung. Das waren aber alles nur Ablenkungsman\u00f6ver. Das Volk und die Politik wurde besch\u00e4ftigt und kaum jemand erkannte die wahren Gefahren, die auf unsere Gesellschaft zukamen.<br \/>\nErst Ende 2019, als die Angriffe immer heftiger und zahlreicher wurden, wachten die Politiker langsam auf. Aber da war es zu sp\u00e4t.\u201c<\/p>\n\n\n<p>\u201eAber der Staat existiert doch noch, alles l\u00e4uft weiter wie bisher\u201c erwiderte Hannes.<br \/>\nArthur lachte gequ\u00e4lt: \u201eklar, aber das ist nur noch eine H\u00fclle zur Beruhigung der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n\n\n<p>Der Staat hat die Kontrolle schon l\u00e4ngst verloren. Er ist nur noch eine Organisation, um Steuern einzutreiben, damit die gr\u00f6bsten L\u00f6cher in der Infrastruktur finanziert und repariert werden k\u00f6nnen. Ansonsten besch\u00e4ftigt sich die Politik vor allem mit sich selbst.\u201c<\/p>\n\n\n<p>Hannes schluckte. \u201eDen Eindruck hatte ich schon lange, aber ich dachte immer, das w\u00e4ren Verschw\u00f6rungstheorien\u201c<\/p>\n\n\n<p>\u201eNein, das ist Real. Nur hat man es bisher immer noch geschafft, die Bev\u00f6lkerung so weit zu besch\u00e4ftigen, dass sie es nicht bemerkt. Brot und Spiele \u2013 das wussten schon die R\u00f6mer. Gib dem Volk eine Besch\u00e4ftigung und es bemerkt nicht, was geschieht. Die paar, die aufgewacht sind, hat man im Griff. Die werden so lange als Spinner diffamiert, bis sie aufgeben. Was glaubst Du, wieso Gro\u00dfprojekte nicht mehr fertig werden, wieso Gesetze zum Wohl des Volkes immer bei den Abstimmungen durchfallen. Fremde Geheimdienste und internationale Konzerne sagen, wo es lang geht. Der Staat ist nur noch dazu da, das Volk ruhig zu halten und Steuern einzutreiben.\u201c<\/p>\n\n\n<p>Hannes schien langsam zu begreifen, was ihm erz\u00e4hlt wurde. Das war alles verwirrend, so abstrus, aber wenn man genau \u00fcberlegte, doch so offensichtlich.<\/p>\n\n\n<p>\u201eOK, der Staat existiert angeblich nicht mehr, wir haben den Krieg verloren. Soweit klar. Aber was soll ich dann hier?\u201c<\/p>\n\n\n<p>Arthur l\u00e4chelte: \u201eLangsam kommst Du zum Punkt. Es gibt noch eine kleine Hoffnung, dass man alles zum Guten wenden kann. Daf\u00fcr wurde diese Geheimabteilung gegr\u00fcndet. Nat\u00fcrlich darf davon niemand wissen. Die meisten staatlichen Stellen sind zu sehr von fremden Geheimdiensten, Konzernen und Lobbyisten durchsetzt.\u201c<\/p>\n\n\n<p>Er schaute Hannes tief in die Augen: \u201eWir sollen die Gegner mit ihren eigenen Waffen schlagen, im Internet \u2013 Daten und Informationen einsammeln um kriminelle Konzerne zu \u00fcberf\u00fchren, Penetrationstests bei den \u201eguten\u201c Firmen und bei staatlichen Stellen durchf\u00fchren, das hei\u00dft zu schauen ob sie \u00fcber das Internet angreifbar sind.\u201c<\/p>\n\n\n<p>Hannes unterbrach: \u201eIch wei\u00df was das hei\u00dft\u201c.<\/p>\n\n\n<p>\u201eSehr gut, denn das wird Deine Aufgabe sein. Du wirst einem Team zugewiesen, das gemeinsam versucht, die verbliebenen unabh\u00e4ngigen Firmennetzwerke zu hacken, Daten zu erlangen und Schw\u00e4chen zu dokumentieren.<br \/>\nDamit k\u00f6nnen wir dann diese Firmen so weit aufr\u00fcsten und gegen Angriffe h\u00e4rten, dass diese weiter bestehen k\u00f6nnen. Mit der Zeit hoffen wir die Kontrolle wieder zur\u00fcckerlangen zu k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n\n\n<p>Hannes \u00fcberlegte: \u201eund was ist mit meinem Studium?\u201c<\/p>\n\n\n<p>\u201eDie Uni ist eine staatliche Einrichtung. Wenn Du dem Staat hilfst, dann hilft der Staat Dir nat\u00fcrlich auch. Lass das unsere Sorge sein. Bei uns bekommst Du freie Unterkunft, die coolsten IT-Spielzeuge, die Du Dir als Informatikstudent vorstellen kannst, dazu nat\u00fcrlich auch noch eine anst\u00e4ndige Bezahlung. Es gibt nur einen Haken\u2026\u201c<\/p>\n\n\n<p>Hannes zuckte unmerklich zusammen. Nat\u00fcrlich gab es immer einen Haken. \u201eDer w\u00e4re?\u201c<\/p>\n\n\n<p>\u201eDa wir eine Geheimorganisation sind, wirst Du nat\u00fcrlich auch zur gr\u00f6\u00dften Geheimhaltung verpflichtet. Jegliche Kontakte zu fr\u00fcheren Freunden, Verwandten und Bekannten sind zu unterbleiben.\u201c<\/p>\n\n\n<p>\u201eIch habe leider keine Verwandten mehr und Freunde, naja, nicht so viele\u201c.<br \/>\n\u201eDas wissen wir, deswegen haben wir Dich ja auch ausgew\u00e4hlt. Bist Du dabei?\u201c<\/p>\n\n\n<p>Hannes \u00fcberlegte: \u201eHabe ich Bedenkzeit?\u201c<\/p>\n\n\n<p>\u201eNat\u00fcrlich, aber bitte nicht l\u00e4nger als 3 Tage. Es gibt noch andere potentielle Kandidaten f\u00fcr das Angebot, Hannes.&#8220;<\/p>\n\n\n<p>Fremde Systeme knacken war schon immer sein Hobby. Er hatte zwar nie irgendeinen Schaden angerichtet \u2013 abgesehen von diesem Radiosender, der sein Verkehrsfunksystem abschalten musste. Ok das mit der gestohlenen Rechenzeit an der Uni war vielleicht etwas grenzwertig \u2013 aber so richtig als Hacker arbeiten und dazu noch legal und vom Staat unterst\u00fctzt, das war schon sehr verlockend.<\/p>\n\n\n<p>\u201eOk, ich bin dabei. Allerdings will ich wissen, wie diese geheime Organisation hei\u00dft. Ich konnte nirgends Abzeichen oder \u00e4hnliches entdecken\u201c.<\/p>\n\n\n<p>\u201eHannes, ich begl\u00fcckw\u00fcnsche Dich zu Deiner Entscheidung. Willkommen bei der Abteilung f\u00fcr Frieden und Freiheit in Europa, kurz Affe\u2026\u201c<\/p>\n\n\n<p>\u201eWaaas!?\u201c Hannes unterbrach ihn \u201eIch hatte die Geschichte schon fast geglaubt und jetzt kommt so ein schlechter Scherz?\u201c<\/p>\n\n\n<p>Arthur lachte: \u201eDas ist kein Scherz. Ihr Informatiker nennt so etwas Security by Obscurity\u201c<\/p>\n\n\n<p>\u201eIch wei\u00df was das ist, aber das passt doch hier nicht. Damit werden Daten oder Schnittstellen verschleiert, damit sie niemand zuf\u00e4llig findet. Aber das h\u00e4lt nur Anf\u00e4nger ab. Ich dachte Ihr seid Profis!?\u201c<\/p>\n\n\n<p>\u201eDoch das passt schon, wir verschleiern unsere Organisation.<br \/>\nStell Dir mal vor: Jeder kennt das FBI, CIA, NSA und die ganzen anderen Geheimdienste.<br \/>\nDie sind stolz auf sich selbst und prahlen mit tollen Logos.<\/p>\n\n\n<p>In jedem Laden kannst Du mittlerweile Klamotten mit entsprechendem Design oder Aufdrucken kaufen.<\/p>\n\n\n<p>Aber wir wollen ja im Geheimen arbeiten. Keiner soll uns erkennen.<br \/>\nSo und jetzt \u00fcberlege Dir mal, wenn jemand zuf\u00e4llig etwas von uns h\u00f6rt und das auf einer Verschw\u00f6rungsplattform postet, in der Art \u2013 Hey Leute, ich hab hier geheime Daten \u00fcber die Organisation Affe\u201c.<\/p>\n\n\n<p>Hannes \u00fcberlegte: \u201eDa ist was dran, damit w\u00fcrde man sich gleich l\u00e4cherlich machen\u201c<\/p>\n\n\n<p>\u201eEben\u201c Arthur grinste \u201ewir wollen kein hipper Geheimdienst sein, sondern ein erfolgreicher. Und das f\u00e4ngt schon bei Kleinigkeiten an. Du wirst sehen, wir haben noch viel mehr \u00dcberraschungen f\u00fcr Dich. Also nochmal: Herzlich willkommen bei AFFE\u201c<\/p>\n\n\n<p><strong>Ende der Leseprobe.<\/strong><br \/>Hat dir die Leseprobe gefallen? <br \/><a href=\"https:\/\/www.bastel-bastel.de\/blog\/?p=2213\">Alle Informationen zum Buch gibt es hier.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier gibt es einen kleinen Blick in mein Buch.Kapitel 1-4 zum Reinlesen. Viel Spa\u00df! 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