Jul 20

3D-Drucker: Creality 3D CR-10 – Teil4: jetzt gehts lohos…


3D-Drucker sind wirklich ein spannendes Betätigungsfeld.

Allerdings benötigt man viel Geduld wenn man problemlos einwandfreie Objekte drucken will.

Nachdem ich jetzt einiges erfolgreich gedruckt habe wird es Zeit für den nächsten Teil meiner Blog-Serie zum 3D-Druck.

 

Ich rede jetzt noch garnicht von selbst designten Dingen, dazu komme ich später noch.

Erst einmal habe ich auf Seiten wie thingiverse.com gewühlt.

 

Die Macht erwacht 🙂

Dort gibt es Tausende von druckfertigen Objekten. Die meisten sinnlos oder für sehr spezielle Anwendungen.

Einige aber auch hoch interessant. Das größte Problem ist das „Finden“.

 

Als Heimkino-Fan habe ich mir erst einmal ein paar Objekte von Star Wars ausgesucht.

Ein Darth Vader als riesige Lego-Figur. Cool.

Allerdings ist der Druck garnicht so einfach.

 

Es gibt so viele Parameter die zusammenspielen:

Die Drucktemperatur muss hoch genug sein damit das Filament schmilzt. Aber zu heiss darf es nicht sein, sonst zieht es Fäden oder tropft. Die Schichtdicke muss passen. Fein sieht besser aus, dickere Schichten sind stabiler und drucken schneller. Ein schnellerer Vorschub beschleunigt den Druck, kann aber zu erhöhtem Wackeln führen das dann im Druck als Ghosting, Gewobbel oder Ausfransung sichtbar ist. dann muss man natürlich wieder die Temperatur anpassen.

Infill benötigt man – eine Füllung für die Hohlräume. zu viel ist Materialverschwendung und verlängert den Druck, bei zu wenig Material fehlt die Stabilität.

Support benötigt man für überhängende Teile – das sind gedruckte Stützen die man nach dem Druck wieder enfernt.

Aber ohne Support würden überhängende Teile ab einem bestimmten Winkel oder Größe einfach abbrechen oder umkippen. Frei durch die Luft drucken geht leider wegen der Schwerkraft nicht.

Das merkt man aber schnell wenn man es mal vergessen hat.

 

Die Luftfeuchte muss auch passen und vieles mehr.

Es gibt also sehr viele Stellschrauben an denen man drehen kann.

 

Tja und dann gibt es noch verschiedenes Material: PLA, ABS, PET.

Jedes Material mit Vor- und Nachteilen.

 

Und natürlich hat jeder einen anderen Drucker, die Angaben aus dem Web kann man daher auch nur als Grundlage für eigene Versuche verwenden.

Irgendwann hat man zwar den Bogen raus, aber bis dahin kann es ein langer Weg sein und teilweise ziemlich frustrierend wenn nach 5 Stunden Druck irgendwas umfällt oder abbricht.

 

Als Einsteiger fängt man am besten mit PLA an, das ist günstig und gelingt fast immer einigermaßen auf Anhieb.

 

Hat man die Hürden der China-Kiste überwunden und alles einigermaßen gerade gebogen, dann kann es losgehen.

Alternativ kann man auch teurere Geräte kaufen und alles passt ab Werk – oder auch nicht.

Basteln muss man so gut wie immer.

Aber sonst wäre es ja auch langweilig.

Darth Vader ist jedenfalls mittlerweile ()fast) fertig.

Naja, nicht ganz. Der Lichtschwert-Griff ist ungefährt 5x schiefgegangen, bis ich gelesen habe, daß andere damit auch ihre Probleme hatten. Allerdings gibt es noch andere Designs. Der Griff ist zwar erst mal gedruckt, aber der dunkle Lord bekommt noch eine bessere Waffe. Gerade drucke ich aber mit anderen Farben, er muss also noch etwas warten.

 

Das größte Problem war die Haftung am Druckbett.

Die bei meinem Drucker mitgelieferte Glasplatte war absolut ungeeignet weil krumm!

Man soll den Drucker so ausrichten daß ungefähr 0,1mm Platz zwischen Düse und Druckfläche ist.

Das geht natürlich garnicht wenn die Druckfläche in sich schon fast 2mm Toleranz aufweist.

Abhilfen gibt es viele – Druckplatten aus Glas, Keramik, Kunststoff, beschichtet und unbeschichtet.

Und irgendwie macht jeder andere Erfahrungen. Also muss man auch hier ausprobieren.

 

Mit dem richtigen Druckbett – ich arbeite gerade mit einem Ikea-Spiegel (Tipp aus dem Internet) und Klebefolie – haftet der Druck perfekt und löst sich beim Druck nicht ab. Das ist schon mal eine wichtige Hürde.

Denn nichts ist schlimmer als wenn der Druck nach 5 Stunden umfällt und alles umsonst war.

Die Haftung habe ich mittlerweile im Griff.

Aber das war sehr nervig. Einige Male war ich kurz davor, den Drucker aus dem Fenster zu werfen.

 

Mein System fürs Druckbett:

Ikea-Spiegel 30x30cm (4 Stück für 6,99 Euro) und einfaches Malerkrepp. Haftet sehr gut und ist eine günstige Lösung.

Bei größeren Objekten kam es schon vor, daß die Objekte sich nicht mehr lösen liesen. Da habe ich den Spiegel mitsamt dem Objekt einfach in Wasser gelegt.

Nach einiger Zeit hat sich die Klebefolie gelöst und alles war perfekt.

Da die Spiegel im 4er-Pack verkauft werden hatte ich in der Zwischenzeit einfach mit einem anderen Spiegel weitergedruckt.

Mittlerweile habe ich natürlich auch sinnvolle Dinge gedruckt (alle von thingiverse.com).

Ein Insektenhotel für den Gartein.

Die kleinen Krabbelviecher sind ja leider stark unter Druck. Überall wird gerodet und Monokultur angepflanzt. Damit es dem Mensch gefällt wird gespritzt und bearbeitet, da wird der Platz für die Insekten immer weniger.

Daher erst mal was für Wildbienen und Co. gedruckt. Hoffe das Hotel gefällt.

Natürlich mitten in die Himbeeren gehängt, damit es genug Futter (Blüten) gibt – un

d später viele Himbeeren für uns.

 

Beim Füllen des Plantschbeckens gab es wie immer nur kaltes Wasser (Leitungswasser hat leider nur ca. 8°C).

Die Vorjahre haben wir warmes Wasser mit der Gieskanne geholt. Nur war das sehr mühsam und anschliessend war die ganze Küche vertropft.

Dieses Jahr habe ich einfach einen Adapter ausgedruckt und den Schlauch in der Küche am Wasserhahn angeschlossen.

Nicht ganz perfekt, aber es hat funktioniert. Auf der To-Do-Liste steht ein anderer Adapter mit Gardena-Anschluss. Dann hält das besser.

Aber für die kurze Zeit der Pool-Füllung ist das OK.

Und bevor Kritiken kommen: wir haben einen 1000l-Solartank, der ist zur Zeit mittags wegen Überhitzung voll. Da kann man gut einen Pool mit warmem Wasser füllen ohne irgendwelche fossile Energie zu verbrauchen.

Und das Pool-Wasser wird nach 2 Tagen zum Giessen verwendet.

 

 

Der Printserver aus Raspberry Pi und Octoprint funktioniert auch einwandfrei:

Mit Octoprint kann der Drucker stundenlang laufen ohne daß man einen PC benötigt.

Und stundenlange Drucke sind eher die Regel.

Für 3D-Drucke benötigt man viel Geduld.

Für die 3 Teile des Windrades in unserem Garten wurde zusammen über 2 Tage gedruckt. Im Bild ein Rotor des Windrades.

Und aus den Fehlschlägen am Anfang immer mit der Angst daß zwischendrin etwas umkippt, abreisst, sich der Druck vom Druckbett löst, die Düse verstopft oder sonst etwas passiert.

Aber es ist alles gut gelaufen und das Windrad funktioniert einwandfrei. Mit 2 Kugellagern aus diesen komischen Fidget-Spinnern und einer alten 8mm-Gewindestange eine nette Deko für den Garten.

 

Als nächstes gab es dann einen Blumentopf. Natürlich ebenfalls aus dem Web (thingiverse.com).

Gedruckt in blauem PLA sieht das Ding obercool aus.

Davon will ich noch mehr drucken – andere Designs, andere Farben. Nicht diesen Einheitsbrei aus dem Baumarkt. Übertöpfe finde ich nicht so toll und die direkt bepflanzbaren Teile sind meistens nur langweilig.

Selber drucken macht da viel mehr Spass.

Aber erst mal muss die Dichtigkeit überprüft werden.

Nach über 1 Woche ist noch alles dicht. Und ich glaube die Pflanze fühlt sich wohl.

Bei den Designs kann man sich richtig austoben. Da kann man sich garnicht entscheiden. Und das Coole – man kann die Vorlagen auch anpassen – an die Größe des Fensterbretts, an die Pflanze, die Farbe, das Material. Alles ist frei wählbar.

 

 

Zurück zu Octoprint:

 

Gegenüber dem Druck von Chipkarte hat man einen deutlich gesteigerten Komfort weil die wichtigsten Dinge per Netzwerk erreichbar sind.

Und gegenüber einem PC benötigt die Lösung viel weniger Ressourcen, spart vor allem Strom und das Ding bootet nicht wie ein Windows-Rechner unkontrolliert neu weil Microsoft meint, es sei mal wieder Zeit für irgendein unsinniges Update.

Mit einer uralten Webcam aus der Grabbelkiste im Keller habe ich sogar ganz einfach eine Video-Überwachung dazu basteln können. Und Octorpint erstellt mir von jedem Druckjob sogar eine Zeitraffer-Aufnahme.

Das ist toll, denn erstens hat man lustige Zeitraffer-Videos von seinen gedruckten Objekten. Und zweitens kann man bei Fehlschlägen sofort erkennen wann und wo etwas passiert ist.

Und drittens kann man aus der Ferne sehen ob der Druckjob noch sauber läuft – und bei Bedarf erst mal stoppen. Wäre ja sonst schon doof wenn man aus der Ferne sieht daß der Drucker Mist macht, man aber erst 3 Stunden später ausschalten kann.

Mittlerweile habe ich mich auch um die helle Seite der Macht gekümmert.

Eine kleine Yoda-Figur ziert seit kurzem mein Film-Regal. Natürlich mit grünem Filament gedruckt.

Der erste Druck ist leider schiefgelaufen. Da stand wohl die Vader-Figur zu nah am Drucker.

Aber beim Zweiten Versuch „Gelungen es ist!°

 

Im nächsten Blog-Beitrag geht es dann um weitere „Fehlschläge und Probleme“ sowie den Druck mit anderen Materialien.

Nach dem einsteigerfreundlichen PLA  habe ich mich mal an andere Dinge gewagt.

Zum Beispiel an den Druck mit Holz.

Ja richtig gelesen – man kann mit Holz drucken.

Ok da werden keine Bretter eingelegt, aber das Filament enthält Holzstaub und der Druck sieht aus und riecht ähnlich wie Holz. Sehr spannend.

Damit habe ich mir zuerst mal einen Schreibtisch-Ständer für meine Füllhalter gedruckt und dann (wieder von Thingiverse) einen Baby-Groot (aus Guardians of the Galaxy)

 

Aber dazu mehr im nächsten Teil…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2 Kommentare

  1. Hallo erst mal, hab mir auch solch einen 3D Drucker Gekauft. jedoch wird die stl Datei von thingiverse.com bei mir nicht erkannt. Muss die vorher konvertiert werden? Die Programme wo auf dem Stick sind kann ich bei mir nicht Installieren (Win10). Welches Windows nutzt du??

    Danke schon mal im voraus.

    Gruss Miro

    1. Hi Miro,
      für die stl-Dateien braucht man einen Slicer wie z.B. Cura (gibts im Web kostenlos) oder S3D (kostet 150,-).
      Damit erzeugt man GCode mit dem man dann den Drucker füttern kann.
      Zum Drucken empfehle ich dann Octoprint.

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