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Homeserver Stand Mai 2013

DS 1512+

(27.5.2013)

 

Da doch anscheinend viel Interesse an meinen Homeserver-Berichten besteht möchte ich hier ein kleines Update liefern zum aktuellen Status meines "Homeserver"-Projekts.

 

Nochmal der Hinweis: Als Homeserver definiere ich das was in meinem Keller steht - also mein Heim-Server.

 

Ich freue mich natürlich wenn sich jemand Anregungen für eigene Server-Projekte hier abholt. Feedback ist auch gerne willkommen.

 

Mittlerweile hat sich eine Konfiguration herauskristallisiert die sehr gut funktioniert und trotzdem nicht ganz soviel Strom verbraucht:

 

- Speicher und Herzstück ist eine Synology Diskstation DS1512+

- Ein HP ML110 ist Basis für ein paar virtuelle Maschinen wie SBS2011 mit Exchange für Mails und Ubuntu für meine Webseite

- Die Wetterstation hat wieder einen eigenen PC bekommen.

- der Switch im Keller ist jetzt Managed und bindet derzeit sowohl DS1512+ als auch ML110 mit 2GBit an, der Rest wie gehabt mit 1GBit.

 

 

Der HP ML330 hat einen dankbaren Abnehmer gefunden, war zwar eine tolle Kiste brauchte aber doch einiges an Strom und war etwas oversized. Wie man an der DS1512+ sieht geht einiges auch mit deutlich weniger Aufwand.

 

Nachfolger ist ein HP ML110, Mit Xeon E3-1220-Prozessor und 32GB RAM mit nur noch einer Festplatte für das Basis-Betriebsystem und die virtuelle Maschine für den Windows Server SBS2011 sowie einer Arbeits-VM mit XP für Heizungssteuerung, Webcams und diverse Service-Aufgaben die so anfallen.

 

Eigentlich wollte ich die Windows-Kiste gleich ganz wegoptimieren aber wie man es dreht und wendet, immer ist irgendwo irgendwas was dann doch wieder ein Windows benötigt, daher jetzt der ML110.

 

 

Das Herz: Synology DS1512+

Nach diversen Tests von NAS-Systemen in den letzten Jahren die zu 90% negativ ausfielen wurde ich irgendwann auf Geräte der Firma Synology aufmerksam, einen kleinen Bericht hatte ich bereits unter "NAS - kleine Netzwerkkisten" verfasst.

Die Synology DS1512+ hatte ich mir zuerst nur zum Test hingestellt und als Zusatz zum "richtigen" Server.

Aber nach und nach gefiel mir das Gerät immer besser, im Gegensatz zu den Windows-Geräten läuft das Teil einfach ohne größere Problem, die Oberfläche ist einfach und intuitiv, mit DSM4.2 gab es jede Menge neue Features und das Gerät macht einfach was es soll.

Mit 5 Laufwerken als RAID war die Geschwindigkeit dem SBS2011 auf dem ML330 ebenfalls auf RAID aber in der virtuellen Maschine nicht nur ebenbürtig sondern deutlich überlegen.

Daher habe ich den SBS2011 weitgehend degradiert - statt Zentrale meines Netzwerkes ist das Teil jetzt nur noch für Mails mit Exchange zuständig.

Alle Daten liegen jetzt auf der Diskstation.

Dadurch konnte ich den ML330 mit Raid5 natürlich problemlos gegen den ML110 mit nur noch einer Platte ersetzen.

 

Von Windows zu Linux - Weg mit dem Homeserver v1

Nachdem ich irgendwann bemerkt habe daß mein Microsoft Homeserver v1 (auf HP NL40) den ich nur zu Sicherungszwecken eingesetzt hatte einfach so seine Aufgabe eingestellt hatte habe ich diese Aufgaben ebenfalls der DS1512+ übertragen.

Nicht daß der MS Homeserver nicht mehr gesichert hätte. Nein - nur weil ich ab und an ein paar Dateien testweise wiederherstelle habe ich bemerkt daß sämtliche Sicherungen nicht mehr funktionisfähig waren!

Tolles System - die Windows-Kiste meldet alles OK, zeigt verfügbare 30 Sicherungen pro Rechner an, aber wenn man darauf zugreifen will bekommt man nur die rausgestreckte Zunge zu sehen. Da das System von MS sowieso eingestampft wurde also gleich weg damit. Da die Daten mittlerweile auf der Diskstation liegen habe ich zur Sicherung einfach 2 externe Platten via USB3.0 angeschlossen, die eine per normalem Backup, die andere per Time-Backup - beides macht zwar prinzipiell dasselbe aber mit unterschiedlichen Konzepten und doppelt hält bekanntlich besser. (Eine wöchentliche Sicherung auf externe Platte die danach abgestöpselt wird gibts obendrauf).

Aber halt - der Homeserver hat doch auch die Clients mitgesichert - wie geht das jetzt?

Für den SBS2011 habe ich mir Easeus Advanced Server Backup zugelegt, für die Win7-Clients tut es das normale bordeigene Windows-Backup. Beides jeweils auf Freigaben der Diskstation.

 

Wetterstation in Real Hardware

Nachdem meine Wetterstation die Grätsche gemacht hat habe ich mir Anfang 2012 eine "richtige" Wetterstation von Davis geleistet. Dazu habe ich dann aber den Wetter-Task aus der virtuellen Maschine wieder auf einen richtigen PC verlagert und diesen ins Büro gestellt. Da das Wetter aber nicht viel Power braucht reicht da eine kleine Mini-Kiste von Zotac. Mit Win7, AMD E350 und einer kleinen SSD unhörbar und kaum Stromverbrauch (<20W)

Virtuell wäre zwar noch etwas sparsamer aber die Wetterstation muss laufen - und da die Inneneinheit der Davis im Büro stehen muss (wegen der Funkreichweite und weil ich ab und zu das Display ablesen möchte), die Verbindung per USB-LAN-Adapter aber nicht ganz so stabil lief gab es hier wieder etwas mehr Hardware.

Seither läuft das Teil aber ohne einen einzigen Hänger, steht in der Ecke und tut was es soll.

Nachdem "mein" Wetter mittlerweile auch wöchentlich eine Kolumne in der Ludwigsburger Zeitung erhält (Jochens Wetterblog siehe hier) ist der Mehraufwand an Technik vertretbar.

 

 

TV glotzen

Der DVB-Viewer als Videorecorder ist zwar eine tolle Sache, hatte aber unter Windows Server 2008R2 auf meiner Kiste ab und an kleinere Aussetzer. Als ich im User-Forum von Synology von DVBLink gelesen habe wollte ich das einfach mal ausprobieren. Also DVBLink-Paket angeklickt, DVB-S2-USB-Adapter von der Windows-Kiste an die DS1512+ umgesetzt und - lief auf Anhieb. Ohne Frickelei, keine Nachinstallation von irgendwelchen Treibern. Es lief einfach auf Anhieb - und seither ohne Absturz. Einfach nur Sendungen von TV aufnehmen und später direkt von Platte anschauen. Es tut!

Gut, seit Kabel-BW mit 50Mbit nutzen wir auch öfters mal eine Mediathek, aber prinzipiell ist das System einfach gut.

 

Nur so als Info - wir vergleichen ein Netzwerk-Kistchen mit 3GB RAM (Original 1GB) und Atom-Prozessor gegen einen ausgewachsenen Server mit 72GB RAM und 12-Kern-Xeon-Prozessor (ML330). Sieger ist dabei die Mini-Kiste!

Vielleicht liegt es an der Software. DSM basiert auf Linux, der ML330 bzw. jetzt ML110 laufen mit Windows Server 2008R2... Nein - besser kein Windows-Bashing auf dieser Seite...

 

Da war doch noch Linux?

Auf dem ML110 läuft natürlich immer noch Ubuntu 12.04 für meine Webseiten, die virtuelle Festplatte läuft aber jetzt von einem ISCSI-Device auf der DS1512+

iSCSI ist eigentlich nicht viel mehr als eine Netzwerkfreigabe, allerdings nur für Speicherzwecke für andere Geräte und Server. Der direkte Zugriff von Clients ist eher nicht vorgesehen. iSCSI dient dazu, Festplatten von einem Computer "auszulagern", d.h. die Speicherung erfolgt auf einem zentralen Speicher-Server, im Arbeitsknecht wird dann weniger oder garkein Festplattenspeicher mehr verwendet, dem System wird der Netzwerkspeicher als lokaler Speicher vorgegaukelt. Das vereinfacht natürlich das Speicher-Management in großen Installationen enorm.

Für meine Installation ist das natürlich etwas oversized. Aber man muss ja alles mal ausprobieren.

Und da ich nur noch eine Platte im ML110 habe fehlt hier die Redundanz von RAID. Die iSCSI-Basis der virtuellen Ubuntu-Maschine dagegen liegt in der DS1512+ auf einem SHR (entspricht bei mir Raid-5).

Die Reaktionszeit der Ubuntu-Maschine scheint seit dem Umzug von realer Hardware auf iSCSI sogar noch besser geworden zu sein.

Theoretisch könnte man sogar den kompletten ML110 auf iSCSI umstellen und alles von der DS1512+ booten, da habe ich aber aktuell keine Lust zu und einen wirklichen Nutzen sehe ich für meine Installation auch nicht, daher bleibt dem ML110 bis auf weiteres eine Platte erhalten.

 

2GBit-Lan

Von TP-Link gab es eine Demo-Aktion für Händler. Da konnte ich nicht widerstehend, mir einen managed Switch TL-SG5428 (24x1GBit) zuzulegen.

Managed heisst einfach daß man als Netzwerk-Administrator am Switch an einigen Einstellungen für Sicherheit, Geschwindigkeit und Funktionalität des Switches rumschrauben kann.

Ein normaler Switch macht alles selbst, hinstellen, einstecken, vergessen.

Im Managed Switch kann man auf einzelnen Ports Untergruppen basteln, virtuelle Lans die sich gegenseitig nicht sehen, man kann Ports bevorzugen oder in Funktionen einschränken, statisches Routing einrichten, Optimierungen für Sprach- und Videoanwendungen einbauen und ganz interessant - man kann Ports gruppieren. Z.b. für Fail-Over falls mal jemand ein Netzwerkkabel rauszieht - dann läuft die angeschlossene Kiste auf einem anderen Kabel weiter.

Oder man benötigt Speed und stöpselt einfach 2, 3 oder mehr Kabel für ein Gerät parallel ein - das ist natürlich besonders interessant. Muss aber natürlich auch vom angeschlossenen Gerät unterstützt werden. Das Zauberwort dazu heisst Link Aggregation.

 

Sowohl die DS1512+ als auch der ML110 haben jeweils 2 Netzwerkanschlüsse - an meinem bisherigen Gigabit-Switch brachte das keinen Vorteil. Am managed Switch kann ich aber jeweils beide Anschlüsse zusammenfassen und habe damit theoretisch 2GBit-LAN. Die DS1512+ kann mit 2 Anschlüssen parallel trotz popeligem Atom-Prozessor und nur 3GB RAM nochmal deutlich einen Zahn zulegen und das iSCSI meiner Ubuntu-Installation wurde dadurch noch etwas schneller.

Für einzelne Clients die nur mit einer Leitung angeschlossen sind bringt das zwar nicht viel, aber wenn mehrere Kisten gleichzeitig auf der DS1512+ oder dem ML110 arbeiten sind für alle zusammen z.B. vom Raid der Diskstation jetzt 2GBit verfügbar statt 1GBit - Kopieraktionen auf einem Rechner merkt man am anderen jetzt kaum noch. Da stellt sich nur die Frage - wie konnte ich vorher ohne Managed Switch arbeiten?

 

Und der Aufpreis für den managed Switch ist kaum der Rede wert.

 

OK, 10GBit wäre natürlich besser und braucht wieder nur ein Kabel - aber das kann bisher noch keiner zahlen und man braucht ja noch was für morgen...

 

eMail

Auf der DS1512+ lässt sich Zarafa installieren - eine Alternative zu Exchange die für kleine Installationen bis 3 User kostenlos bzw. mit ein paar Einschränkungen komplett als OpenSource verfügbar ist.

Habe ich natürlich gleich installiert - und das funktioniert wunderbar.

 

Sowohl auf meinem Gerät als auch mittlerweile bei 2 Kunden produktiv.

 

Nachdem Microsoft mit dem Server 2012 die Kunden in die Cloud drängt oder alternativ nur die Anschaffung der "großen" Versionen von Server2012 + Exchange bleibt ist die Diskstation mit Zarafa eine sehr interessante Alternative.

 

Keine Ahnung welche Überlegungen Weltkonzerne zu Entscheidungen bringen ein so tolles Produkt wie den Small Business Server einzustellen, aber welcher Kleinbetrieb kann sich finanziell oder personell die Installation und Administration eines ausgewachsenen Servers mit Server2012 + Exchange leisten? Der Chef mit seinen 5 Mitarbeitern will doch nur Mails + Kontakte + Kalender zentral ablegen, Dateien irgendwo sicher lagern und dann für seine 5 Leute ein Häckchen "darf/darf nicht" setzen - Small Business Server war da ideal - gibts aber nicht mehr. Ätsch!

MS empfiehlt dafür die Cloud. Alle anderen aber auch - klar ist mehr Marge drin.

Als Basis ein Server2012 Essentials und die Mails speichern wir dann nicht mehr zuhause sondern in der Wolke.

 

Cloud? Cloud! Geklaut!.

Mal ehrlich - wer seine Firmendaten in der Cloud ablegt kann sie doch gleich nach China oder zur Konkurrenz faxen. So dämlich kann doch niemand sein oder? Ist ja wie Geld auf Konten Zyprischer* Banken zu lagern (Nehme Wetten an, ab wann ich das Wort streichen kann und alle Banken Kundengelder abgreifen)

Naja, zumindest bei uns im Dorf haben sowieso noch viele nur DSL-Light (im Jahr 2013) - da bringts die Klaut (Cloud) sowieso nicht so wirklich.

 

Theoretisch kann man mit einer DS1512+ (oder ähnlichen Kisten, gibt ja noch mehr davon) für kleine Installationen bis 10 User einen SBS-Rechner komplett ersetzen. Das läuft bei 2 meiner Kunden auch seit längerem wunderbar.

Meine eigene Installation wird auch nach und nach "umgebogen". Aber da der "alte" SBS2011 ganz gut läuft (ohne Cloud) und die Kiste wegen virtueller Ubunt-Maschine, virtuellem XP-Arbeitstask und PV-Datenlogger doch nicht ganz abschaltbar ist bleibt das bis auf weiteres wie gehabt.

 

Eine Diskstation für jeden...

Für Heimanwender muss es ja nicht die DS1512+ sein, da gibt es auch kleinere Geräte die gut laufen. Je nach Bedarf muss man aber genau überlegen ob die kleinste Version schnell genug ist und genug Platz bietet. Für größere Installationen gibt es die Kisten auch noch in deutlich größer (und teurer).

 

Und wer bei Tante Google sucht findet auch schnell heraus daß die DSM-Software mittlerweile auch auf normalen PCs installiert werden kann.

Ob das ganz legal ist kann ich nicht beurteilen. Allerdings stehen Teile von DSM wohl unter GPL und Synology gibt daher die Sourcecodes auf Sourceforge.com heraus und auf forum.synology.com (der offiziellen Seite von Synology) gibt es dazu Beiträge.

Für geschäftliche Anwender würde ich aber auf jeden Fall eine richtige Diskstation empfehlen - spätestens wenn man Support benötigt hat man sonst vielleicht ein Problem.

Gerade für kleinere Firmen bis 10 Mitarbeiter gefällt mir die DS1512+ bzw. neuerdings die DS1513+ sehr gut.

Mit 5 Platten-Raid und ausreichend Prozessor-Power die ideale Mischung. Kleinere Geräte würde ich eher als Backup-Kiste nehmen oder für Heimanwender. Größere Geräte gehen schon wieder in Richtung Power-Anwender.